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Ich glaube, ich war der Einzige, der nicht mit CGI-Haien interagieren musste. Obwohl, so ganz stimmt das wohl doch nicht, wenn ich genauer darüber nachdenke. Das war aber schon in Ordnung so. Ich musste im Grunde immer nur vor ihnen wegschwimmen. Mein Charakter hatte also keine echten Szenen, wo das Interagieren mit CGI-Haien vonnöten gewesen wäre. Aber es war schon großartig, dass ich mit diesen mechanischen Haien zusammenarbeiten durfte. Da war es für einen Schauspieler wirklich sehr einfach, das Gefühl von Panik rüberzubringen. Bist du der Ansicht, dass dir das einen gewissen Vorteil gegenüber deinen Kollegen gebracht hat? Dein angesprochenes Gefühl von Panik lässt sich bestimmt nicht so einfach übermitteln, wenn man nur so tun muss, als würde sich ein Hai vor deinen Augen befinden. Ich glaube, man denkt immer so oder so. Als Schauspieler muss man einfach versuchen überzeugend zu sein, egal worin. Daher spielt das keine große Rolle. Aber wie gesagt, ich musste nie mit einem CGI-Hai interagieren sondern nur vor einem wegschwimmen, weshalb ich mir nur vorstellen kann, wie schwierig es wohl sein würde. Meine kleine Fluchtszene zum Beispiel war ganz einfach. Wenn ich mir dann aber Filme wie "Star Wars: Episode 3 – Die Rache der Sith" ansehe, wo nahezu komplett mit CGI gearbeitet wurde, kann ich mir ungefähr ausmalen, wie schwierig es tatsächlich sein muss, etwas Vergleichbares zu drehen. Oder auch "Piranha 3D". Hattet ihr als Schauspieler auch die Gelegenheit dazu, einen der mechanischen Haie zu steuern oder durftet ihr ausschließlich unter Wasser mit ihnen in Kontakt treten? Ich wünschte, wir hätten die Chance bekommen, einen dieser Haie kurz steuern zu können. Die Modelle wurden von Walt Conti kreiert und wurden über Stunden von Mitarbeitern unter Wasser vorbereitet. Da wäre das Risiko wohl einfach zu hoch gewesen, diese Haie in die Hände von Schauspieler zu übergeben. Aber das wäre sicher interessant gewesen. Was aber sehr cool anzusehen war, waren die einzelnen Leute, die für die Bewegungen der Haie verantwortlich waren. Es gab zum Beispiel einen Mitarbeiter, der nur für die Mundbewegungen zuständig war, ein anderer hat sich währenddessen um die Bewegung des ganzen Körpers bemüht. Es war also ziemlich beeindruckend, da sie die Bewegungen und Ausdrücke der Haie ziemlich genau repräsentiert haben. Die PG-13 Freigabe kam für Genrefans unerwartet. Dürfen sich Freunde des Tier-Horrors dennoch auf außergewöhnliche Haiangriffe freuen? Wir hatten Mitarbeiter, die ziemlich Hardcore daran gearbeitet haben, und wir haben Todessequenzen in unserem Film, die man so noch nie zuvor in einem anderen Haifilm zu sehen bekam. Wir haben trotzdem auch noch blutige Szenen und Gore, aber es wird eben nicht übertrieben dargestellt (lacht). Ich glaube einfach, dass das mit dem PG-13 für viele Leute nur deshalb eine Überraschung war, weil sie davon ausgingen, dass der Film wie "Piranha 3D" wird. Da gab es viele schockierende Szenen zu sehen, aber der Film war nie wirklich unheimlich oder furchteinflössend. "Shark Night 3D" will aber eher Urängste wecken. Man kann natürlich trotzdem ab und an lachen und in die Hände klatschen, wenn etwas Verrücktes passiert. Aber es handelt sich bei unserem Film weniger um eine Komödie sondern einen Horror-Thriller. Es sind zwar Momente vertreten, wo das Publikum lachen kann, aber letztlich war es unsere Absicht, einen ernsten Film auf die Beine zu stellen. Nach dem Ausbruch des 3D-Hype haben sehr viele Produktionen den Fehler begangen, sich zu sehr auf das 3D zu konzentrieren. Funktioniert "Shark Night 3D" deiner Meinung nach auch ohne diesen Zusatz? Das Gute bei uns war, dass Regisseur David R. Ellis nur dann 3D so richtig zum Einsatz brachte, wenn es auch wirklich Sinn machte. Er war nicht daran interessiert, den Film so vollzupacken, dass es am Ende nervt. Was bei uns in 3D wirklich hervorragend funktioniert, sind durchweg alle Unterwasser-Aufnahmen. Die sind großartig. Gerade mit meiner Figur gibt es eine Menge Szenen unter Wasser, die es dem Zuschauer ermöglichen, sich in die Tiefen zu begeben. Da wurde die Technik wirklich voll und ganz ausgenutzt. Diese Art Film, so denke ich zumindest, hilft dir dabei, dieses Feature zu genießen. Es unterstützt natürlich auch die Schockszenen. Allerdings eben auch inhaltliche Elemente, wo wir im Fall von "Shark Night 3D" einfach dieses Gefühl erzeugen konnten, als würde man sich im selben Raum aufhalten wo die Haie sind. "Der weiße Hai" gilt noch immer als bester Film dieser Art, obwohl schon einige Jahrzehnte verstrichen sind. Was glaubst du, weshalb es offenbar nicht so einfach ist, einen gelungenen Haifilm zu drehen? Diese Klassiker haben einfach neue Standards gesetzt, und hier dann neue zu erschaffen ist gar nicht so einfach. In der Filmindustrie im Allgemeinen. Ich finde, im Augenblick basieren nahezu alle Filme auf Comics oder Büchern. Die Vorlagen werden quasi immer schon vorgeschrieben. Echte Ideen schaffen es kaum noch auf die Kinoleinwände, stattdessen aber viele Remakes von erfolgreichen Klassikern. Ich denke, dass diese Anzeichen verdeutlichen, wie es im Augenblick um die Filmindustrie steht. Daher ist es besser, dass sich Filme wie "Shark Night 3D" an den Filmen orientieren die wir bereits lieben und Eigenschaften aus Werken wie "Der weiße Hai" oder die Action aus "Deep Blue Sea" rauspicken und miteinander kombinieren und für eine Zielgruppe aufbereiten, die keine oder kaum eine Verbindung zu diesen Filmen haben. Wir wollten keine bereits existierenden Filme aufwärmen oder ein Remake von „Der weiße Hai“ drehen und haben einfach etwas Neues probiert. Ein paar Details erinnern sicher an "Der weiße Hai", aber "Shark Night 3D" distanziert sich trotzdem genug von dem Film, um sagen zu können, dass man so was noch nicht gesehen hat. Wir haben viele verschiedene Haie und ich denke, dass "Shark Night 3D" dadurch zumindest anders genug ist, um das Publikum am Ende noch überraschen zu können. >> verfasst und geführt von Carmine Carpenito |
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