Drew Goddard - The Cabin in the Woods

Nach drei Jahren der Ungewissheit ist „The Cabin in the Woods“ nun doch noch im Kino zu sehen. Hattest Du nach der drohenden Insolvenz von MGM überhaupt noch mit einem Release gerechnet?

Es war definitiv eine harte Zeit während der Insolvenz, aber wir wussten immer, dass wir diesen Film lieben und wir wussten auch, dass am Ende alles gut gehen würde. Durch die Insolvenz hat sich zwar alles stark verzögert, aber wir glaubten immer an „Cabin“ – und jeder, der ihn gesehen hatte, glaubte auch daran. Also wussten wir einfach, dass er eines Tages erscheinen würde.

Welcher Backwood-Horrorfilm war damals ausschlaggebend für Deine Idee zu „The Cabin in the Woods“?

Wir haben „Cabin“ nicht aufgrund eines bestimmten Horrorfilms gemacht, sondern eher aus Liebe zum Genre. Wir lieben Horrorfilme einfach und wollten unbedingt auch einen machen. Es ging also nicht um einen besonderen oder spezifischen Film, sondern um das Horrorgenre im Allgemeinen.

Die Hütte mit durchsichtigen Spiegeln. Was steckt dahinter?

„The Cabin in the Woods“ wurde von Kritikern überaus positiv aufgenommen und als bester Horrorfilm seit langem gefeiert. Denkst Du, dass diese Mischung aus Slasher und Satire auch bei den Zuschauern ankommt?

Auf jeden Fall. Das Schönste an der ganzen Arbeit war, sich den Film später zusammen mit dem Publikum anzuschauen und dann zu sehen, wie die Leute diese großartige Zeit verbringen. Der Film ist eine totale Achterbahnfahrt und als es ins Finale ging, konnten die Zuschauer einfach nicht begreifen, was sie da gerade gesehen haben. Und dann macht es einfach Spaß, die Reaktionen mitzubekommen.

Du hast bei „The Cabin in the Woods“ auch zum ersten Mal die Regie übernommen. Wie schwer oder leicht fiel Dir die Umstellung vom Schreibtisch- zum Regiestuhl?

Ich fand eigentlich beides recht einfach, gleichzeitig war es aber auch das Härteste, das ich je in meinem ganzen Leben gemacht habe (lacht). Regie zu führen ist hart – und dann auch noch das erste Mal. Ich glaube, da stimmt mir jeder Regisseur zu, dass das einfach ein hartes Stück Arbeit ist. Allerdings war es auch leicht, weil ich diesen Film einfach so sehr liebe. Das ist für einen Regisseur natürlich auch eine besondere Situation: ich habe den Film geschrieben, den ich dann auch inszeniere. Und genau das macht die Arbeit sehr viel angenehmer. Es geht alles wesentlich leichter, wenn du den Film wirklich liebst. Ich konnte mir nicht vorstellen, mein eigenes Drehbuch von jemand anderes verwirklichen zu lassen.

Ungebetener Besuch versucht sich Zutritt zu verschaffen.

Würdest Du nach den Erfahrungen bei „The Cabin in the Woods“ auch weiterhin Regie führen wollen?

Ja, absolut. „Cabin“ hat mich aber dahingehend schon verdorben, weil ich beim Dreh so viel Spaß hatte und ich mir nicht sicher bin, ob ich diesen Spaß nochmal haben werde.

Würdest Du Dich denn dann aufs Horrorgenre beschränken oder auch andere Bereiche ausprobieren wollen?

Nein, ich mag es, auch in anderen Genres mitzumischen. Ich habe gelernt, dass jedes eine weitere Tür aufstößt und bevor ich mich irgendwann langweile, versuche ich lieber etwas Neues.

Horror-Sequels wie „SAW“ und „Paranormal Activity“ reizen ihre Ideen für viele Fortsetzungen aus. Wie deutest Du die Entwicklung dieser großen Erfolge und langen Filmreihen?

Ich glaube schon, dass es neue Dinge gibt. Die werden dann vielleicht nicht zu einem großen Kassenschlager, aber meiner Ansicht nach gibt es im Horror immer wieder neue Ideen wie in jedem anderen Genre auch. Es gibt so viele langweilige Filme, aber wenn man nur ganz genau hinschaut, findet man die unverbrauchten und innovativen Geschichten. Ich denke, dass es in den vergangenen zehn Jahren eine ganze Reihe von großartigen Horrorfilmen gab, die eben nicht unbedingt zu finanziellen Erfolgen wurden. Aber man muss nur rausgehen und die Augen offen halten.

Die Protagonisten setzen sich tatkräftig zu Wehr.

Apropos Fortsetzungen: Käme für Dich ein Nachfolger zu „The Cabin in the Woods“ in Frage?

(lacht) Als wir „Cabin“ geschrieben haben, dachten wir natürlich erst einmal nicht direkt an eine Fortsetzung. Wir haben uns einfach gedacht: Lasst uns diesen einen Film machen. Aber ich liebe „Cabin“ und ich mag das „Cabin“-Universum. Also, wenn es irgendeinen Weg gibt, zurückzukehren, würde ich nicht dagegen sein. Allerdings haben wir sicherlich nicht im Vorfeld geplant, eine Trilogie oder etwas Vergleichbares zu machen. Für uns stand immer im Vordergrund, einen guten Film zu produzieren.

Weiterhin steht schon seit geraumer Zeit das Gerücht über ein Sequel zum Monsterhorror „Cloverfield“ im Raum. Was gibt es diesbezüglich für Fortschritte?

Nein, zumindest nichts Ernsthaftes. Wir alle wollen einen zweiten „Cloverfield“-Film machen, aber J. J. Abrams, Matt Reeves und ich sind mit anderen Dingen sehr beschäftigt. Wir müssen einfach erst die Zeit finden, um uns wieder zusammenzusetzen und darüber nachzudenken. Wir würden ein Sequel allerdings sehr gerne in Angriff nehmen und suchen momentan nach einem geeigneten Entwurf dafür.

Was haben diese fein gekleideten Damen und Herren mit allem zu tun?

Aktuell bist Du in die Entstehung von „World War Z“ involviert, der vor allem durch negative Schlagzeilen in die Presse gelangt war. Was ist wirklich dran an den Gerüchten, dass ein Drittel neu gedreht werden muss?

An „World War Z“ wird ja immer noch gearbeitet und ich glaube, das ist alles etwas zu sehr aufgebauscht worden. Es passiert, dass Drehbuchautoren in Hollywood angerufen und eingeladen werden, sich Filme anzusehen und ihre Gedanken und Meinungen abzugeben. Und das ist alles, was ich getan habe: meine Gedanken weitergegeben, um mögliche neue Ideen zu finden. Um ehrlich zu sein war das, was ich gesehen habe, wirklich großartig. Und auch der letztendliche Film wird so sein.

Wie können wir uns Deine aktuelle Arbeit an „Robopocalypse“ vorstellen? Kannst Du Details verraten?

Ich darf nicht viel sagen, weil es ein streng geheimes Projekt ist. Aber ich kann verraten, dass es auf dem Buch von Daniel H. Wilson basiert. Also könnt Ihr Euch schon mal das Buch durchlesen. Wilsons Geschichte ist ein wahrlich harter Blick in die Zukunft und was mit Robotern in einer Gesellschaft geschieht, die technisch sehr weit fortgeschritten ist und mit Robotern die Welt bedeckt (lacht). Steven Spielberg hat die Regie übernommen und ich denke, er ist einer der besten Männer, um einen solchen Science-Fiction-Film zu realisieren. Und ich kann es nicht abwarten, dass Ihr den Film seht!

>> geführt und verfasst von Janosch Leuffen




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