Paranormal Activity 4Wenn am 20. November der Killer mit der Glatze und dem eintätowierten Barcode (hier mit einem schlichten Pflaster überklebt) im Nacken zurückkehrt, können sich Gamer und Fans der Hitman-Spielereihe auf eine noch facettenreichere, audiovisuell noch ausgereiftere Mission und vor allem auf noch mehr Action freuen. Die sechs Jahre, die seit dem letzten Hitman-Release ins Land gegangen sind, hat IO Interactive genutzt, um die Welt rund um Agent 47 noch detailreicher und intensiver zu kreieren. Ob sich die Wartezeit gelohnt hat? In wenigen Wochen steht mit Hitman – Absolution das nächste Abenteuer in den Läden.

Bereits das im Vorfeld veröffentlichte Minispiel Hitman Sniper Challenge bestach durch eine verbesserte Grafik und bot ein kurzweiliges Spielvergnügen, und das schon Monate und Wochen vor der eigentlichen Veröffentlichung. Daran dürfen sich andere Publisher und Entwickler gerne ein Beispiel nehmen. Darüber hinaus bekommen diejenigen, die sich bereits für das kleine Spiel entschieden haben, den ausgegebenen Betrag beim Kauf des Hauptspiels angerechnet.

Gespannt sein darf man auf zahlreiche Veränderungen und Modifikationen, die Hitman: Absolution mit sich bringt. Neben der brandneuen Glacier 2-Engine, die eine filmreife Handlung und eine extrem hohe Detailvielfalt mit einem erstklassigen Spiel- und Sounddesign bieten soll, hat der Spieler eine sogenannte „Entscheidungsfreiheit“, in welchem Modus er Hitman losschicken möchte. Dabei hat man die Wahl, ob man sich lieber als Raubtier an seine Opfer anschleichen, als Rambo seinen Gegner richtig einheizen oder in traditioneller Manier seinem Gegenüber als eiskalter Killer die Waffe in den Rücken drücken möchte.

Dabei wurde vor allem die KI verbessert, die in den vergangenen Ablegern immer wieder für entnervtes Aufstöhnen oder Stirnrunzeln gesorgt hat. So darf der Hitman sich beispielsweise der Arbeitskleidung eines Angestellten bemächtigen und diese anschließend auch tragen. Das Problem an der Sache: die anderen Mitarbeiter riechen den Wolf im Schafspelz natürlich sofort und sind alarmiert, die Mission ist dann im schlimmsten Fall gescheitert. Mit einem der neuen Features, dem Wischen über die Stirn, lassen sich derart gefährliche Situation nun umgehen, indem der Hitman für einen kurzen Moment sein Gesicht unkenntlich macht. In solchen Fällen ist dann natürlich perfektes Timing gefragt. Doch gerade diese spannenden Momente machen das Hitman-Spielgefühl aus.

Überhaupt hat sich in Sachen künstlicher Intelligenz einiges getan. Agent 47 wird nämlich nicht mehr willkürlich erkannt, sondern dann, wenn es auch wirklich nachvollziehbar ist. Wer nicht gerade mit der Waffe in der offenen Hand herumläuft, kann erst einmal ruhigen Gewissens durch die Szenerie marschieren, ohne dabei direkt auffällig zu wirken. Fragwürdige Reaktionen, wie sie oft in den Vorgängern anzutreffen waren, sucht man hier vergebens - zum Glück für den Spieler. Damit hat IO Interactive eine der größten Schwächen der Reihe ausgemerzt.

Stets das Missionsziel vor Augen steuert der Spieler Hitman durch die umfangreichen Gebiete, die durchgängig mit viel Liebe zum Detail gestaltet sind. Überall bewegt sich etwas, in den Straßen herrscht geschäftiges Treiben. Geklonte Charaktere und sich wiederholende Abläufe sind kaum auszumachen, selbst wenn man für einige Zeit an der gleichen Stelle verweilt und die Spielwelt auf sich wirken lässt. Benutzbare Waffen wie Messer oder Flaschen sind nachvollziehbar und realistisch in den Gebieten verteilt. Größere Kaliber sind zwar auch auffindbar, aber erst nach umfangreicher Suche auszumachen.

Die Möglichkeiten, die Aufgabe erfolgreich zu meistern, sind vielfältig und steigern die Lust, das gesamte Spiel einfach nochmal von vorne zu starten. Wer weiß, vielleicht lassen sich durch die Wahl einer gänzlich neuen Herangehensweise noch mehr Punkte – im wahrsten Sinne des Wortes – erzielen. Die realistischen Settings und Locations erzeugen eine immens knisternde Atmosphäre, die den Spieler zu jeder Zeit umhüllt. Fans der Spielereihe werden also wieder voll auf ihre Kosten kommen und die neuen Modi schätzen und lieben lernen. Aber auch Neueinsteiger werden an Hitman: Absolution ihre Freude haben.

Doch Vorsicht: das bloße Umnieten von Personen steht auch im neuesten Hitman-Spiel nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es erneut darum, die Aufträge ohne großen Kollateralschaden zu absolvieren und nur die Zielperson(en) auszuschalten. Unentdeckt und kreativ lautet das Motto des Glatzenkillers, der sich dafür neuerdings auch kostümiert, um zum Beispiel ziviles Wachpersonal abzulenken. Macht man doch mal einen Fehler, wird dem Spieler zwar auf die Finger geklopft, allzu frustrierende Erlebnisse und Strafen möchten die dänischen Entwickler aber umgehen. Als kleine Hilfestellung wurde der “Instinct View” eingebaut, mit dem sich ganz einfach Ziele und Personen markieren lassen, die man sonst eher schwierig wiederfinden würde. Aber Achtung: Bei Benutzung droht Punktabzug.

Wem das noch nicht ausreicht, der kann im sogenannten Auftragsmodus ganz einfach selbst Missionen erstellen und die Sandbox-Wurzeln der Reihe wieder aufleben lassen, ohne an strikte Storyabläufe gebunden zu sein. Damit lassen sich dann weltweit andere Spieler herausfordern. Doch egal welchen Modus Ihr wählt: Agent 47 kehrt härter, schärfer und besser denn je zurück auf die Spielekonsolen. Nur allein durch Eure Entscheidungen wird sich zeigen, ob seine neueste Mission ein echter Erfolg oder eine absolute Katastrophe wird.

>> verfasst von Janosch Leuffen




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