Evil Dead

Lange haben Fans auf die Neuauflage zu Tanz der Teufel gewartet. Die Entstehung der Ghost House Pictures Produktion wurde besonders kritisch beäugt, schließlich gilt das Original aus dem Jahr 1981, inszeniert von Sam Raimi, nicht ohne Grund als Kult. Für die moderne Adaption wurde Newcomer Fede Alvarez ins Boot geholt, auf den Raimi durch einen aufsehenerregenden Kurzfilms aufmerksam wurde. Wenig später war der Entschluss auch schon gefasst: die unheimliche Hütte im Wald sollte in Neuseeland mit einer abgewandelten Handlung auferstehen.

DIE EINSATZZENTRALE

Unsere Filmproduktions-Tour beginnt im EVIL-DEAD-Studio (vormals bekannt als Amway Warehouse) in Süd-Auckland. Der Guide lässt uns wissen, dass wir die Arbeit der Make-up-Künstler sehen und einen Blick auf die Requisiten und Prothesen werfen können. Auch die Dreharbeiten dürfen wir uns ansehen und nebenbei ein bisschen mit dem Cast und den Filmemachern plaudern. Anschließend wird es noch eine Fahrt in den nahe gelegenen Wald geben, wo wir jene Hütte begutachten werden, die dort extra für den Film gebaut wurde. Wir sind gespannt!

Die erste Station unseres Besuchs ist ein großflächiger Arbeitsbereich in einer riesigen Lagerhalle – in der Mitte sind Schreibtische aufgebaut und an einer Seite reihen sich kleinere Büroräume aneinander. Bei näherer Betrachtung wird dann schnell klar, dass dies ein nicht gerade „normaler“ Arbeitsplatz ist: Der ganze Raum, alle Tische und Stühle sind übersät mit Requisiten wie zerrissener, blutiger Kleidung, toten Katzen, einer Kettensäge, diversen Brecheisen, jeder Menge Kunstblut, einem elektrischen Tranchiermesser und einer Nagelpistole. Statt Fotos von Freunden und Familie prangen auf den Schreibtischen Nachbildungen dämonischer Transformationen und abgetrennter Gliedmaßen. Hier wird also der Schlachtplan geschmiedet, hier laufen die Fäden des Projekts zusammen. Das ist die EVIL-DEAD-Einsatzzentrale!

Jane Levy steht das Grauen ins Gesicht geschrieben.

MAKE-UP & PROTHESEN

Schon kurz nach Beginn unseres Rundgangs stoßen der Ausstattungs- und Prothesen-Designer Roger Murray und die Make-up-Chefin Jane O’Kane zu uns. Eine gute Gelegenheit für die Gruppe, zwei drängende Fragen loszuwerden: Wie viel Hommage an das Original wird im Remake stecken? Und was ist hinsichtlich der Atmosphäre zu erwarten? „Wir setzen das Thema sehr viel geradliniger um“, sagt Murray. „Es wird auch einige lustige Momente geben, aber dann im konkreten Kontext“. O’Kane ergänzt: „Alles ist eher realistisch gehalten. Unsere ursprüngliche Vorgabe lautete ‚Keine Parodie!’, aber mit Blick auf die Erwartungen des Publikums muss man letztlich eine gewisse Balance hinbekommen.“ Murray fährt fort: „Wir benutzen Visual Effects nur, wenn es sein muss, grundsätzlich wird also so viel wie möglich in echt umgesetzt – was eine Menge Spaß macht“. Später erfahren wir noch, dass Regisseur Federico Alvarez persönlich immer sehr darauf bestanden hat, nur ein absolutes Minimum an CGI einzusetzen.

Beim Anblick der vielen Heimwerker-Mordinstrumente wie Kettensäge und Brecheisen stellt sich uns eine weitere Frage: Werden bekannte Elemente aus dem Original-Film erneut aufgegriffen? „Auf subtile Art und Weise haben wir ein paar Sachen eingebaut, die einige Zuschauer wiedererkennen werden“, erklärt Murray. „Ebenso wichtig war uns aber, einen anderen Film zu machen. Vor sechs Monaten habe ich mir das Original angeguckt, es seitdem aber nicht noch einmal gesehen, weil ich wirklich frisch in unser Projekt starten wollte.“ Murray erinnert sich weiter: „Als wir das Drehbuch lasen, war es ungemein interessant zu sehen, wie viel Gewicht die Charaktere darin haben und wie die Story die Action vorantreibt. Die Umstände, unter denen sie zur Hütte gelangen, sind einfach glaubwürdig.“

Jetzt folgt ein Abstecher zum Prothesen- und Make-up-Department. Als wir hereinkommen, fällt unser Blick direkt auf die zahlreichen an den Wänden angebrachten Nachbildungen der fünf Hauptfiguren von EVIL DEAD – Mia (Jane Levy), Natalie (Elizabeth Blackmore), David (Shiloh Fernandez), Eric (Lou Taylor Pucci) und Olivia (Jessica Lewis). Die Modelle zeigen die Charaktere am Anfang des Films und die einzelnen Stufen der körperlichen Veränderungen, welche ihnen nach der dämonischen Infektion im Laufe der Handlung widerfahren, während das Böse nach und nach Besitz von ihnen ergreift. Dies ist wahrlich kein Ort für Leute mit empfindlichem Magen. Uns werden Vorschau-Illustrationen eines Darstellers gezeigt, dessen Kiefer abgefallen ist. Auf einem anderen Bild sieht man, wie sich eine Person mit einer Nagelpistole in den Kopf geschossen hat, um ihre dämonischen Qualen zu beenden (wozu es einer komplizierten prothetischen Prozedur mit diversen Einzelteilen und Gumminägeln bedarf).

Eine dritte Figur wird wiederum dabei gezeigt, wie sie sich beim verzweifelten Kampf gegen ihre Besessenheit letztlich den Arm abschneidet. Diese Illustrationen fungieren als eine Art Richtschnur zur Orientierung für die Make-up-Künstler bei ihrer im Laufe der Zeit immer bluttriefenderen Arbeit. O’Kane zeigt uns nun noch einige Fotos von den entsprechenden Drehtagen, sodass wir uns ein Bild davon machen können, wie alles im Vergleich zu den Modellen dann vor der Kamera aussah. Den abschließenden Anblick eines Buches mit Referenz-Material, welches das Team zur Inspiration verwendete, wollten wir am liebsten so schnell wie möglich wieder vergessen!

Filmemacher Fede Alvarez beim Dreh in Neuseeland.

Als nächstes führt O’Kane uns in den Raum, wo die Prothesen und das Make-up angebracht werden. So können wir miterleben, wie ein Stunt-Double vor dem Dreh einer Szene präpariert wird, bei dem wir später noch dabei sein werden. O’Kane erklärt uns, dass das Make-up-Department trotz 12-stündiger Drehtage bei seiner Arbeit immer mit Zeitdruck zu kämpfen habe. „Die zeitlichen Beschränkungen sind für uns ein Problem“, berichtet sie. „Innerhalb von drei Stunden mussten wir jeweils fertig sein, dabei hätten wir theoretisch noch ewig weitermachen können. Aber dann hätten die Darsteller wohl nie das Set gesehen...“. Wegen des Zeitdrucks mussten immer wieder zeitsparende „Abkürzungen“ gefunden werden. Tattoo-Aufdrucke für bestimmte Verletzungen seien beispielsweise ein solcher effektiver Trick gewesen, der insbesondere dann hilfreich gewesen sei, wenn komplizierte Prothesen gebaut werden mussten, erklärt O’Kane. Murray betont in diesem Zusammenhang die bemerkenswerte Geduld und das Verständnis der Schauspieler, die diese zeitintensiven Arbeitsschritte ein ums andere Mal über sich ergehen lassen mussten.

Nun erklärt man uns sogar, welche verschiedenen Arten von Blut beim Dreh benutzt werden (Murray war sich allerdings nicht ganz sicher, wie viele Liter Blut insgesamt zum Einsatz kommen) und wir bekommen die Körperteil-Prothesen zu Gesicht, welche die Schauspieler tragen müssen – darunter eine zerquetschte Hand, die der dazugehörige Darsteller wie einen Handschuh anlegen kann, und eine dämonisch gespaltene Zunge, die von Puppenspielern gesteuert werden muss. Außerdem eine Arm-Attrappe (und zwar diejenige, die im Film abgeschnitten wird), unter der der echte Arm der Darstellerin hinter ihrem Rücken festgeschnallt wurde – mitunter stundenlang –, während das Body-Double die künstlichen Gliedmaße bewegte. Für die Schauspielerin sei das einerseits extrem unbequem gewesen, berichtet Murray. Andererseits „konnte sie die Schmerzen direkt für ihre Performance nutzen“. Am Ende präsentiert man uns noch das Modell einer beängstigenden, monströsen Kreatur, der die Crew den Namen „The Abomination“ („Die Abscheulichkeit“) verpasst hat und die im Film einen großen Auftritt haben wird.

TREFFEN MIT MIAs GANG

Nach dem Mittagessen, auf das die meisten irgendwie keinen rechten Appetit hatten, versammeln wir uns dann in einem großen Raum und erwarten gespannt ein Gespräch mit einigen der angesagten Jungstars von EVIL DEAD, darunter die Hauptdarstellerin Jane Levy, die die Rolle der Mia spielt. Levy kommt dann direkt als Erste herein und versetzt gleich mal allen einen Schrecken, die eher nicht damit gerechnet hatten, dass sie im kompletten Dämonen-Make-up auftaucht. „Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich mich nach dem Shooting fühle, als würde nie wieder jemand mit mir befreundet sein wollen“, scherzt Levy. „Niemand wird mich mehr um ein Date bitten! Bei dem ganzen Zeug, das aus meinem Mund herauskommt... ihr werdet schon noch sehen, was ich meine!“.

Nach Levys offenherzigem Geständnis betreten Lou Taylor Pucci, Shiloh Fernandez, Elizabeth Blackmore, Rob Tapert (der Produzent des Original EVIL DEAD) und Regisseur Federico Alvarez den Raum. Jessica Lucas, die im Film Olivia spielt, war dagegen leider verhindert. Die Darsteller kommen alle wirklich frisch und sympathisch rüber. Man merkt ihnen die Begeisterung an, bei diesem Projekt dabei zu sein. Wir bitten sie darum, zunächst ihre Figuren vorzustellen. Jane Levy macht den Anfang: „Ich spiele Mia, eine Drogenabhängige, die ihre Sucht in der Hütte ein für alle Mal besiegen will, und zwar mit Hilfe der Menschen, die ihr am nächsten stehen“.

Es folgt Shiloh Fernandez: „Ich spiele Mias älteren Bruder David. Er ist Mechaniker und kommt in die Hütte, um seiner Schwester zu helfen“. Elizabeth Blackmore beschreibt ihre Figur so: „Ich spiele Davids Freundin Natalie. Sie ist die Neue in der Gruppe und kennt die anderen noch nicht so gut“. Das letzte Wort bei der Vorstellungsrunde hat Lou Taylor Pucci: „Ich spiele Eric, der schon auf der Highschool eng mit Olivia und David befreundet war. Als Davids kleine Schwester gehört auch Mia zu unserem Freundeskreis und dies ist jetzt ihre letzte Chance, sich wieder aufzurappeln, nachdem es mit ihr jahrelang nur bergab ging“.

Dieses Buch ist der Auslöser allen Übels.

Sind die Schauspieler selbst Horror-Fans? Pucci antwortet: „Ich schaue Horror-Filme erst seit zwei oder drei Jahren und nun das! Evil Dead fand ich auf jeden Fall großartig“. Levy gesteht: „Ehrlich gesagt bin ich ein ziemlicher Angsthase. Sobald es auch nur ein bisschen spannend wird, werde ich gegenüber meinem Sitznachbarn schon handgreiflich. Deshalb befürchte ich, dass ich letztlich zu viel Angst haben werde, mir den fertigen Film überhaupt anzusehen“.

Dank unserer Tour durch das Make-up-Department haben wir einen recht guten Eindruck davon bekommen, was die Darsteller vor einer Szene über sich ergehen lassen müssen. Wie kommen sie mit diesem immensen Make-up-Aufwand zurecht? „Es ist eine Hass-Liebe“, gesteht Elizabeth Blackmore lachend. Pucci wirft ein: „Ich bin aber froh, dass nicht alles CGI ist. Bei vielen Filmen fällt das einfach auf, aber unser Film ist da ganz anders“. Levy zeigt sich zwiegespalten: „Einerseits ist es einfacher, andererseits aber auch schwieriger. Schwieriger, weil wir für das Make-up viereinhalb Stunden brauchen, dein Arm wird dir auf dem Rücken festgeschnallt und die Arbeit ist physisch sehr anspruchsvoll. Das wiederum macht den Job einfacher. Denn ich habe ja tatsächlich Schmerzen...“.

Und was halten sie von Regisseur Fede Alvarez – dem Mann, der sie so immer wieder über die Schmerzgrenze hinaus pushte? Wie war es, mit ihm zu arbeiten und seine Vision von EVIL DEAD auf die große Leinwand zu bringen? „Gestern hatten wir eine kleine Auseinandersetzung“, gesteht Pucci lachend, „aber es ist alles OK, wir haben die Sache vernünftig besprochen. Und das ist bei einem Regisseur überhaupt das Wichtigste. Ich bin echt glücklich darüber, dass er so eine offene Art hat. Wir alle wissen, dass das Ergebnis grandios aussehen wird!“ Zustimmung auch von Levys Seite: „Fedes Umgang mit den Schauspielern ist wirklich toll. Es gibt Momente im Film, in denen mir klar wurde, dass ich hier einige meiner besten Leistungen abgeliefert habe, weil ich so viele Freiräume hatte. Natürlich gibt es auch Szenen, in denen ich mit Blut und Erbrochenem bedeckt bin und mir einen abfriere. Fede musste also auch mit dem ein oder anderen mies gelaunten Darsteller umzugehen wissen.“

Nun eröffnen wir eine Diskussion über Zensur und die Frage, ob sich die Filmemacher irgendwie zurückhalten, nachdem es schon um das Original eine Kontroverse gegeben hatte. Es ist an der Zeit, den damaligen Produzenten Rob Tapert zu Wort kommen zu lassen: „Sony Film District und Screen Gems haben uns sehr unterstützt, indem sie Dinge sagten wie ,Wir wollen den härtesten Film, den ihr uns geben könnt!’. Damals beim originalen EVIL DEAD mussten wir zehn Minuten herausschneiden, um ein R-Rating zu bekommen. Heute läuft der Film in den USA zu Halloween um 19 Uhr auf dem MGM-Sender! Die Zeiten haben sich einfach geändert. Und ja, diesmal geben wir Vollgas – einige Szenen sind einfach total krass.“

DURCH DIE AUGEN DES REGISSEURS FEDERICO ALVAREZ

Am Nachmittag werden wir auf die Hauptbühne gebeten. Hier finden sich diverse Sets, so unter anderem eine exakte Nachbildung der Hütte im Wald, in der sich die Gruppe eine Zeit lang aufhält, und auch der gruselige Keller, in dem sie heute drehen. Man führt uns in ein kleines Zelt, in dem man uns Headsets aushändigt – so können wir die Dreharbeiten live verfolgen. Die anstehende Szene dreht sich um den neugierigen David, der mit einer Taschenlampe bewaffnet den Keller erforscht und dann von der dämonisch besessenen Mia angegriffen wird. Bevor die Darsteller ihren Auftritt haben, gibt es noch ein paar Stunt-Abstimmungen. Immerhin wird Levys Figur beim Angriff auf ihr Opfer durch den Raum fliegen und über Wasser schweben.

Wir sehen eine Reihe von Takes sowohl mit den Stunt-Doubles als auch mit den Schauspielern, dann gibt es erstmal eine Unterbrechung und einen Plausch mit dem noch völlig energiegeladenen, enthusiastischen Regisseur Federico Alvarez. „Im Alter von 12 Jahren war das der gruseligste Film, den ich jemals gesehen hatte“, erinnert sich Alvarez an seine erste Erfahrung mit EVIL DEAD. „Ich ging in den Videoladen und fragte nach einem wirklich schreckenerregenden Film, woraufhin der Typ hinter dem Tresen sich umschaute und mir dann genau diese VHS-Kassette hinlegte. Ich habe noch genau jenes klassische Motiv mit dem Mädchen im Keller vor Augen. Erst vor einer Woche haben wir hier exakt diese Einstellung gedreht – einfach großartig“.

Diese Kettensäge für die Gartenarbeit wird bald zwecktentfremdet.

Nachdem die Wahl des Regisseurs auf Alvarez gefallen und die erste Skepsis verflogen war, fragte er Sam Raimi, ob er auch das Drehbuch schreiben dürfe. Raimi antwortete darauf, er habe freie Bahn, aber wenn es Mist sei, würden sie jemand anderen anheuern. „Zunächst war es nicht ganz die Geschichte, die er sich vorstellte“, räumt Alvarez ein. „Es traf schon den richtigen Ton, aber die Story selbst wurde noch verändert. Wir bewegten uns erst mehr Richtung Sequel, doch Sam sagte ,Es soll ein Remake werden!’“ Alvarez blieb dieser Prozess dennoch positiv in Erinnerung. „Wir fertigten ein Treatment an und sie fanden es toll. Dann schrieben wir einen ersten Entwurf und einen zweiten – und auch der kam super an. Als Produzent ist Sam einfach fantastisch, denn er führt ja auch Regie und gibt dem Regisseur deswegen immer seine volle Unterstützung.“ Alvarez bekennt, mehr als ein Jahr am Skript gearbeitet zu haben, aber er ist sich sicher, dass dieser Punkt dem Endergebnis eher zuträglich sein wird, denn „einige Filme stehen unter echtem Zeitdruck und da gibt es im Laufe des Projekts noch viele Abstimmungen. Diese Vorgehensweise ist bisweilen eine etwas naive Art des Filmemachens. Bei EVIL DEAD wird das nicht passieren.“

Wie ist Alvarez nun an die Realisierung des Remakes herangegangen? „Es gibt etliche mögliche Wege, sich dem Film zu nähern; EVIL DEAD hat für viele verschiedene Menschen genau so viele unterschiedliche Bedeutungen“, sagt der Regisseur. „Mit den Kult-Elementen, die man nicht noch einmal reproduzieren kann, wollte ich deswegen nicht herumexperimentieren.“ Ein gutes Beispiel dafür war die Entscheidung gegen einen erneuten Auftritt von Ash (des berühmten EVIL-DEAD-Protagonisten, der vom legendären Bruce Campbell verkörpert wurde). „Wir wollten keinem Darsteller diese Rolle auferlegen. Bei allen Überlegungen dieser Art haben wir uns immer eng mit Sam (Raimi) und Bruce (Campbell) abgestimmt. Und für alle von uns stand EVIL DEAD schon immer für Gewalttätigkeit, viel Blut und diese gewisse Coolness im Vergleich zu anderen Horrorfilmen.“

„Unser Ansatz ist ziemlich bodenständig“, antwortet Alvarez auf die Frage nach der Atmosphäre. „Es wird nicht allzu viel übernatürliches Zeug geben, kein sinnloses Rumgehüpfe. In der ersten Hälfte des Films sieht man, wie die Gruppe sich mit ganz realen Dingen wie dem Drogenentzug befasst. Das sind echte Leute mit echten Problemen.“ Erst als das Buch der Toten auftaucht, steigt die Intensität und die Atmosphäre verändert sich zusehends. „Von da an ist es absolut unmöglich, die Sache realistisch und düster zu halten, denn alles wird total auf den Kopf gestellt, plötzlich bekommen es diese Typen mit Dämonen aus einer anderen Dimension zu tun.“ Von jener einzigartigen Dynamik ist Alvarez fasziniert: „Es ist sehr interessant zu sehen, wie diese normalen Menschen mit all dem umgehen. Diese Idee liebe ich einfach.“

Den Widerstand einiger Hardcore-Fans kann Alvarez nachvollziehen und gesteht ganz offen: „Wenn ich davon lesen würde, dass es ein Remake von EVIL DEAD geben soll, würde ich auch erstmal denken ‚F*ck dich, Hollywood!’. Aber ich bin mittendrin in diesem Projekt und habe Einblick in die Abläufe. Und ich kann sagen: Hier ist nicht die Hollywood-Maschine am Werk bei dem Versuch Geld zu machen. Stattdessen spielt sich alles auf einer ganz persönlichen Ebene ab.“ Das Remake sei in guten Händen, versichert Alvarez. Andere Horror-Franchises („A Nightmare on Elm Street“, „Freitag der 13.“) gehörten dem Studio, aber EVIL DEAD sei in dieser Hinsicht etwas Besonderes. „Es ist ein großer Horrorfilm, der echten Kultstatus genießt, die Rechte liegen jedoch bei Rob Tapert, Sam Raimi and Mr. Bruce Campbell. Wir haben die Unterstützung eines großen Studios, aber aus kreativer Sicht haben diese drei die volle Kontrolle.“ Und Alvarez fügt hinzu: „Das Original wird immer einen festen Platz haben. Es wird nicht verschwinden, nur weil wir jetzt eine Neuinterpretation machen.“

"Action!" - An dieser Stelle im Film ist noch alles in Ordnung.

Welcher Aspekt der Wiederbelebung von EVIL DEAD für die große Leinwand war für den jungen Regisseur nun die größte Herausforderung? „Keine Kompromisse zu machen. Das war das Schwierigste. Vieles im Film nimmt man einfach so hin, aber es steckt sehr viel mehr dahinter“. Zum Beispiel gab es im Original eine Szene, in der die Gruppe ein Tonband abspielt, auf dem aus dem Buch der Toten vorgelesen wird. Alvarez und Sam Raimi diskutierten darüber, ob das so im Film auch heute noch funktionieren würde. „Man muss an solche Aspekte einfach mutig herangehen. Im Original ergibt das in dieser Art Sinn, aber wir müssen uns immer fragen, ob alles auch heute noch glaubwürdig ist – das ist die beste Herangehensweise. Jedes Element in unserem Film ist aus einem bestimmten Grund da und eben nicht nur, weil es auch im Original vorkam.“

Eine weitere spannende Frage, die sich alle Anwesenden stellen: Wird der damalige Protagonist und Koproduzent Mr. Bruce Campbell einen Cameo-Auftritt haben? „Hoffentlich. Es gibt eine Szene für ihn“, bestätigt Alvarez. Campbell habe ihm einmal gesagt, dass Alvarez ihn anrufen solle, wenn er einmal in Miami sei. „Letztlich habe ich dann eine ganze Woche in seinem Haus gewohnt, während er seine Serie ,Burn Notice’ drehte. Einen Abend nach Ende der Dreharbeiten tranken wir etwas zusammen. Und am nächsten Morgen, wir saßen gerade beim Frühstück, sagte er dann ,Ich glaube, du hast mir gestern eine Rolle in deinem Film angeboten’. Ich meinte nur ,Ja, habe ich!?’, und er sagte ,Ja, hast du. Wirklich.’ Also schrieb ich an diesem Tag jene Szene, die nun im Drehbuch steht. Jetzt kommt es auf seinen Terminkalender an. Wir freuen uns schon sehr darauf, ihn hier zu begrüßen.“

DIE HÜTTE LEBT

Am letzten Tag unserer Tour fahren wir in die nahegelegenen Wälder, um uns die Hütte anzusehen, die dort extra für EVIL DEAD gebaut wurde. Nach einem kurzen Fußmarsch durch eine düstere Waldlandschaft, steht sie dann plötzlich vor uns – mitten im Nirgendwo. Sofort befällt uns dieses unangenehme Gefühl der Vertrautheit. Fans des Originals werden ganz sicher nicht enttäuscht sein: Diese Immobilie sorgt für echte Gänsehaut. Als wir uns der Hütte nähern, fällt uns ein herrenloses Auto direkt an der Vorderseite auf, außerdem eine alte Badewanne neben dem Gebäude. Alles wirkt so echt. Und irgendwie ist es das ja auch, denn vor uns steht eine komplette Holzhütte, die nach den genauen Vorgaben der Set-Designer gebaut und dann künstlich gealtert wurde, um absolut authentisch auszusehen. So hat man den Eindruck, sie würde schon seit hundert Jahren hier stehen und wäre vielleicht einmal im Besitz einer draufgängerischen Hinterwäldler-Familie gewesen.

Nach einem Rundgang draußen, geht es dann hinein in die Hütte. Im dunklen Inneren erkennt man den immensen Aufwand der Designer an allen Ecken und Enden. Familienfotos hängen an den Wänden, es gibt ein eingestaubtes altes Klavier (das noch funktioniert) und natürlich eine Falltür, die sich aber niemand anzufassen traut! Unsere Tour durch die Dunkelheit (drinnen gab es keine Beleuchtung) führt uns vom Wohnzimmer in andere, kleinere Zimmer. Alles wirkt sehr beeindruckend und zeugt erneut von der Ernsthaftigkeit der Filmemacher, sich nicht auf reine Studioarbeit zu verlassen, sondern die Hütte zu echtem Leben zu erwecken. Es gibt sie wirklich. Wie das Buch der Toten lebt auch die Welt von EVIL DEAD weiter.




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