Bait 3DBait 3D gehört zur modernen Gattung heutiger Hai-Horrorfilme, begegnet der Thematik allerdings mit einer gänzlich anderen Herangehensweise. Ist so eine Modernisierung notwendig, um das Thema heute noch interessant zu machen? Schließlich hat der Zuschauer in Zeiten von Jaws und Co. schon viel zu Gesicht bekommen.

„Bait 3D“ ist wie einer dieser Haifilme – nur mit einem Twist! Bei „Der weiße Hai“ war’s ganz klassisch. Jeder hat ihn gesehen, jeder weiß davon und jeder hat aufgrund des Films Angst davor, ins Meer zu gehen. Diese Idee wurde also bereits verfilmt – und es wurde sehr, sehr gut gemacht. „Bait 3D“ ist ein Thriller, in dem ein Tsunami Haie in einen unterirdischen Supermarkt spült. Das ist ein neues Element, mit dem man umgehen muss. Im Wasser gefangen sein und keine Möglichkeit, hinauszukommen, weil da auch noch ein paar Haie herumschwimmen. Das erinnerte mich ein wenig an „Deep Blue Sea“, den ich sehr mochte. Ich glaube einfach, dass diese Sachen gut zusammengefügt wurden und ein wirklich unterhaltsamer Film entstanden ist, der dem Zuschauer hoffentlich Angst davor macht, wieder ins Meer zu gehen. Aber vor allem soll man ihn sehen und bei einem spaßigen 3D-Film eine gute Zeit erleben.

In die heikle Situation werden die Protagonisten durch einen Tsunami versetzt, eine Katastrophe, die recht aktuell ist. Hat man so etwas im Hinterkopf und durch die echten Katastrophen in der Realität ein etwas mulmiges Gefühl?

Die Begebenheit war sehr interessant, weil zu der Drehzeit die Tsunami-Katastrophe in Japan passierte. Es war eine schmale Gratwanderung. Wir behandelten hier das Thema einer Naturkatastrophe, die zu dieser Zeit in der ganzen Welt präsent war. Und dann geschah etwas völlig Unerwartetes während unserer Dreharbeiten in Gold Coast in Australien, als ein großer Sturm aufzog und die halbe Stadt flutete. Ein Tsunami hat Australien bisher noch nicht heimgesucht und hoffentlich geschieht das auch nie, aber wir hatten einige unglaubliche Stürme, weil wir da unten ja nur eine riesige Insel sind. Und dieser besondere Orkan kam, als wir gerade drehten. Er flutete die halbe Stadt und die Straßen standen teilweise so unter Wasser, dass sie zu Riffen wurden. Zu der Zeit erschien ein interessanter Artikel in den Zeitungen über eine Frau, die auf ihrem Balkon stand und unter ihr sieht man einen reißenden Fluss. Und da ist plötzlich ein Hai, nur zehn Meter von ihr entfernt. Die Frau steht da und der Hai schwimmt immer wieder die Straße hoch und runter. Das war irgendwie unfassbar irrwitzig, aber es geschah tatsächlich! Und es geschah während wir diesen Film drehten. Auf einmal wurde dieses „das passiert eh nie“ zu einem „Oh mein Gott!“ So etwas kann eines Tages tatsächlich geschehen und es ist nicht mehr so verrückt wie es zunächst klingt.

Bloß raus aus dem Wasser! Haie haben sich unter die Einkaufenden gemischt.

Das ist wahrscheinlich einfach schon zu real, als dass man es glauben könnte…

Genau so ist es. Und das bringt dann auch einen gewissen Realismus in eine Geschichte, von der man zuerst sagt, dass sie verrückt sei und so nie passieren würde. Aber sie kann! Als wir diese Sachen drehten und sich das alles tatsächlich so ereignete, brachte das einen weitaus realistischeren Aspekt mit sich. Und so sehr wir uns auch wünschten, dass Gold Coast nicht komplett im Wasser versinkt, war das für den Film hingegen großartig.

Der durchgehend australische Cast war fast ausschließlich im oder von Wasser umgeben. Wie bereitet man sich auf so ein feucht-fröhliches Vergnügen vor?

Wir saßen für drei Monate auf Regalen und in Giebeln in einem Wassertank. Jeden Tag kamen wir zur Arbeit und mussten wieder die gleichen Sachen anziehen: Jeans, T-Shirts, Schuhe. Und dann in voller Montur ins Wasser und jeden Tag sitzen. Das wiederholte sich natürlich immer ein bisschen, weil wir jeden Tag im Wasser waren und das Gleiche gemacht haben. Aber auf uns wurde gut aufgepasst. Wir hatten Thermounterwäsche unter unseren normalen Klamotten, so dass uns nicht zu kalt wurde. Außerdem gab es Wärmflaschen am Set, die uns in Drehpausen gegeben wurden, damit wir warm blieben. Ich bin als Schwimmerin aufgewachsen und verbrachte am australischen Strand eigentlich mein ganzes Leben. Deswegen ist das Nass-Sein und schwimmen quasi meine zweite Natur. Ich bin eins mit dem Wasser. Wenn man sein ganzes Leben so verbracht hat, ist man für einen solchen Dreh eigentlich bestens vorbereitet. Ich fühle mich im Wasser pudelwohl, fast schon wohler als an Land, in etwa so wie ein Fisch.

Deswegen war das alles für mich nicht so schlimm und auch keine große Umstellung. Vor allem nicht mehr nach dem Dreh von „Blue Crush 2“ in Südafrika, bei dem wir mit allen Elementen zu kämpfen hatten. Wir hatten Mitte Winter und überall im Ozean schwammen Haie, reale Haie, zehn Fuß entfernt. Und noch dazu war es eiskalt. Da hatten wir keine wärmende Unterwäsche unter unseren Sachen an, wir drehten nur in Bikinis. Wenn Du einmal so etwas gemacht hast, kann es gar nicht mehr schlimmer kommen. Dagegen war „Bait 3D“ wirklich ein einfaches Unterfangen: falsche Haie, warme Sachen, beheiztes Wasser – das waren alles kontrollierte Umstände, weil wir auf einer Bühne drehten. Anders dagegen „Blue Crush 2“: du bist im Wasser, du tust das alles wirklich, triffst auf reale Haie – dazu diese eisige Kälte. Und dann musst du auch noch spielen und deinen Text können. Deswegen war „Bait 3D“ fast schon wie ein Urlaub von „Blue Crush 2“.

Gefahr droht. Die gestrandeten Opfer sind verzweifelt.

Für Bait 3D wurde viel mit CGI-Elementen gearbeitet, unter anderem bei der Entstehung der Naturkatastrophe, aber auch bei den Haien selbst. Wie hat man die Gefahr am Set trotzdem greifbar gemacht? Wurden auch Animatronics eingesetzt?

Ja, wir hatten Animatronics. Wir hatten drei Haie, einer davon war ein vollständig nachgebauter Hai mit einer Länge von zwölf Fuß. Das war eine unglaubliche Nachbildung eines Weißen Hais. Jedes Detail wie die Bewegungen und das Licht in den Augen, das durch seinen Kopf kommt, wenn der Hai angreift. Durch die ganzen Recherchen im Vorfeld wusste die Crew, dass Haie so etwas tun. Diese spezifischen Details lassen die Haie täuschend echt aussehen. Wir waren jeden Tag am Set und dachten, dass da ein schlafender Hai liegt, weil niemand ihn bediente. Und als dann jemand anfing, dieses Modell zu bedienen, waren das so sanfte Bewegungen und unterschiedliche Geschwindigkeiten im Wasser. Er war einfach da! Wir sahen nur, wie der Hai aus dem Wasser kam, sein Maul aufriss und uns vom Inneren heraus mit Kunstblut vollspritzte. Wir lieferten auf die Weise sehr natürliche Reaktionen, wie es beim Dreh mit zum Beispiel einem Stock, der den Hai symbolisiert, gar nicht funktioniert. Dann musst du dir vorstellen, wie dich der Hai attackiert und deine Angst wirklich spielen. Und deswegen waren wir alle sehr glücklich, dieses natürlich wirkende Modell zu haben, weil die Reaktionen dann einfach viel authentischer sind. Klar wussten wir, dass der Hai nicht echt war, aber er sah so aus. Und das brauchten wir. Es war wirklich ein Segen, dass wir damit arbeiten konnten.

Bait 3D funktioniert nicht nur als klassischer Tier-Horrorfilm, da die Charaktere durch das Szenario lange Zeit auf engstem Raum miteinander verbunden sind. Was hat dich am meisten am Drehbuch fasziniert?

Nachdem ich den Film gesehen hatte war ich total begeistert davon, wie sie den Tsunami realisiert haben. Ein Tsunami ist eine so verheerende Naturkatastrophe, die so kraftvoll ist und das Wasser darin spült alles einfach weg. Und mich hat wirklich interessiert, wie sie das umsetzen wollen, weil das das Einzige war, was wir am Set nie sahen. Der Sturm wurde ja komplett per CGI gemacht. Man konnte also nicht hingehen und sagen: Hey, ruf mal die Jungs, wir brauchen hier einen Tsunami. Deswegen war es für mich sehr interessant zu sehen, wie realistisch der Tsunami am Ende aussehen würde. Meine Lieblingsstelle im Film ist deshalb auch die Anfangssequenz, wenn der Tsunami aufs Festland stößt und alles durcheinanderwirbelt. Wir konnten mit den unglaublichsten Stuntleuten zusammenarbeiten und wir hatten Tonnen von Wasser auf unserer Bühne und in dem riesigen Tank. Und wir hatten eben diese großartigen Stuntleute, die sich mitten in die schießenden Wasserkanonen stellten, sich anzünden ließen oder Treppen hinunterstürzten. Das war einfach unglaublich. Genau deshalb ist das auch meine Lieblingsstelle, weil alles, was sie da gemacht haben, absolut fantastisch aussieht.

Ob Julian McMahon bereits, was gleich kommt?

Regisseur Kimble Rendall hat vor Bait 3D vor allem als Second Unit Director gearbeitet. Hat man ihm das angemerkt?

Stimmt, das war Kimbles erstes Mal, dass er für einen hoch budgetierten Film die Regie zu übernommen hat. Und er hat einen großartigen Job gemacht. Er hat am Set immer alles genau beobachtet und notiert, was vor sich geht, und das war einfach toll. Das geschieht denke ich alles durch die Leute, die bei seinen früheren Arbeiten um ihn herum waren und ihm gezeigt haben, wie es gemacht wird. Und auch wenn er zuvor noch keinen solchen Film gedreht hat, haben ihm seine Erfahrungen und sein angeeignetes Wissen ermöglicht, bei einem Film wie diesem Regie zu führen. Das hat er sensationell gemeistert.

Du befindest dich momentan in den Vorbereitungen zum Horrorthriller Patrick. Was kannst du uns darüber erzählen?

„Patrick“ wird ein Remake vom gleichnamigen Film aus den 1970er Jahren. Wir bringen diesen Film nun also zurück und drehen dafür in Melbourne. Ich spiele darin die Krankenschwester vom Patienten Patrick, der im Koma liegt. Im Grunde nutzt er die Kraft von Telekinese, um mit mir, also der Krankenschwester, zu kommunizieren. Es wird ein spannungsgeladener Horrorfilm und ich bin sehr glücklich, dass ich mit einem großartigen Cast zusammenarbeiten darf. Charles Dance und Rachel Griffiths sind dabei, die ich beide toll finde. Ich kann es nicht abwarten, mit ihnen zu arbeiten und am Set mit ihnen zu sein, um diesen Film zu einem phänomenalen Remake zu machen.

Die Haie haben Beute gewittert.

You're Next genießt währenddessen schon jetzt den Status einer Slasher-Hoffnung, wartet aber noch immer auf eine Veröffentlichung...

Ich weiß und wir sitzen schon alle auf heißen Kohlen, drücken die Daumen und warten auf diesen Film. Ich habe ihn bereits zwei Mal gesehen und ich muss sagen, dass es einer dieser Filme ist, die beim mehrmaligen Anschauen immer besser werden. Ich hatte beim Dreh eine so tolle Zeit und es war das erste Mal, dass ich mir die Seele aus dem Leib gespielt habe. Es gibt einige sehr coole Martial Arts-Kampfszenen. Ich spielte wie eine von Ketten losgelassene Frau. Ich mag auch die Aussage des Films, dass nicht jede Frau in der Titelrolle eines Horrorfilms schreiend die Treppe hochrennt. Das hab ich in „You’re Next“ nicht einmal getan. Das Drehbuch ist sehr gut geschrieben und bricht die Klischees in den üblichen Horrorfilmen und die der Frauen darin. Eigentlich ist der Film auch eher lustig als Angst einflößend. Das ist zwar seltsam, so etwas über einen Horrorfilm zu sagen, weil man ja normalerweise lacht oder sich fürchtet. Aber hier bekommst Du das Beste von beidem. Ich hoffe, dass es das nächste große Franchise im Horrorgenre wird, weil ich gerne auch die Möglichkeit hätte, meinen Charakter Erin noch einmal in einem zweiten Film zu spielen.

Und das würden wir natürlich auch gerne sehen…

Lass den ersten Teil erst einmal erscheinen und uns dann sehen, wie es weiter geht.

Bleiben Sie dem Horrorgenre weiterhin treu? Was stehen für Projekte nach No Man’s Land an?

Ich habe noch keine Pläne, in einem bestimmten Genre zu bleiben. Drehbücher werden jeden Tag geschrieben und die Schauspieler damit quasi beworfen. Und ich denke einfach, dass es davon abhängt, welches man liest und mit welchem man sich identifizieren kann. Man weiß nie, ob der nächste Film ein Horrorfilm, eine Komödie oder sogar ein Drama wird. Ich selber würde gerne weiterhin Filme mit viel Action machen, weil ich viel Spaß bisher dabei hatte. Alle meine bisherigen Filme waren ja irgendwo Actionfilme, vor allem „Step Up 3D“, der ja eigentlich ein Tanzfilm ist. Da steckte die härteste Action drin, die du dir vorstellen kannst. Die Vorbereitungen für diesen Film waren total wahnsinnig, denn wir haben härter trainiert als Hochleistungssportler für Olympia. Wir haben immens große physikalische Arbeit in diesem Film geleistet – und das hat mir sehr gefallen. Genauso war es auch bei „Blue Crush 2“. Bei „You’re Next“ war es dann auch das erste Mal, dass ich kämpfen und die Martial Arts-Technik beherrschen musste. Ich würde gerne wieder einen Film machen, der diese Dinge beinhaltet. Ich liebe Actionfilme einfach!

>> verfasst und geführt von Janosch Leuffen




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