Paranormal Activity: Die Gezeichneten

Zu allererst: Wer von Euch beiden ist der größere Schisser?

(lachen)
Jorge Diaz: Ich glaube, wir beide. (lacht)
Andrew Jacobs: Definitiv Jorge.
Jorge Diaz: Ja, stimmt. Ich bin der, der bei solchen Filmen aus dem Kinosessel springt. Selbst dann, wenn ich weiß, was als nächstes kommt.
Andrew Jacobs: Wenn du neben dem im Kino sitzt, hast du viel zu lachen.

Welche Erfahrungen habt Ihr während des Drehs gemacht?

JD: Es war einfach großartig. Wir hatten eine tolle Zeit. Der Regisseur ließ Andrew und mir viel kreativen Freiraum. Wir sollten Spaß haben bei dem, was wir tun. Das sieht man vor allem zu Beginn des Films. Ich denke nicht, dass es ursprünglich so komödiantisch werden sollte, aber je mehr Ideen Chris Landon kamen, desto mehr erlaubte er uns, rumzualbern. Ich habe noch bei keiner Produktion eine so gute Zusammenarbeit zwischen Schauspielern, Regisseur und Technikern erlebt. Das sind alles sehr liebevolle Menschen. Die würde ich alle meiner Mutter vorstellen.

„Die Gezeichneten“ zeigt vor allem in der ersten Hälfte einige humoristische Elemente.

AJ: Es gibt viele Filme, gerade im Horrorgenre, bei denen am Ende eine Person stirbt. Und das Publikum bezieht sich während des Film dann darauf und denkt: Oh, der ist also gestorben. Dann ist er wohl der Nächste? Die Comedy funktioniert hier, weil sie zwischen zwei Freunden stattfindet. Da kann sich jeder mit identifizieren. So entsteht eine angenehme, freundschaftliche Atmosphäre. Der Grund für dieses Vorgehen ist ganz einfach: Wenn einem der Freunde etwas zustößt, fühlt der Zuschauer mit. Er möchte helfen und bei ihm sein.

Diese beiden jungen Damen kommen uns verdächtig bekannt vor.

Habt Ihr am Set die Gruselstimmung spüren können oder kam die gar nicht auf?

AJ: Viele Szenen wurden an realen Plätzen gedreht und wir waren ja auch wirklich dabei. Da gab es jede Menge Energie und die kannst du auch fühlen. Es ist gut möglich, dass solche Sachen dort tatsächlich mal passiert sind. Wenn wir im Film zum Beispiel in die Botánica gehen (Supermarkt für alternative Medizin, Anm. d. Red.), hast du diese Kerzenlichter und ein ganz andere Stimmung. Wir hatten jetzt keine Angst in dem Sinne, dass wir schreiend wieder hinauslaufen würden. Aber wir fühlten uns unwohl und ich denke, dass man das auch im Film sieht.

Andrew, wie fühlt es sich an, lange Haare im Auge zu haben?

AJ: (lacht) Diese Szene… die ist verrückt. Ich meine, ich kann mich wirklich nicht daran erinnern, dass sich schon mal jemand ein Büschel Haare aus den Augen gezogen hat. Das war definitiv komisch.

In den vorherigen „Paranormal“-Filmen gab es Überwachungskameras, Kameras an Ventilatoren, Webcams, Kinect und solche Dinge. In „Die Gezeichneten“ werden normale Videokameras benutzt, die ganz normal mit der Hand bedient werden. Sind die Möglichkeiten mittlerweile ausgeschöpft?

JD: Ich habe die meiste Zeit über selbst gefilmt. Wir hatten mit Gonzalo Amat einen tollen Kameramann. Er hat sich mit Chris Landon abgesprochen und die Einstellungen festgelegt, aber sie wollten dabei meine Energie hinter der Kamera. Sie wollen das Publikum auf eine Achterbahnfahrt schicken und mehr zeigen, als zwei Stunden lang nur ein oder zwei Zimmer, wie in den anderen Teilen. Wir lernen die Nachbarschaft kennen und werden in eine bestehende Welt eingeführt. Es macht auch nichts, ob du von Kalifornien bist oder nicht. Wir stellen dem Zuschauer eine ganz neue Welt vor. Und die nimmt dich sofort ein. Das macht doch viel mehr Spaß zu gucken.

Jorge, Deine Figur Hector filmt in jeder Situation, ob gefährlich oder nicht. Ist das authentisch? Würdest Du im echten Leben genauso reagieren wie Dein Filmcharakter?

Hector (Jorge Diaz) sichtet verdächtiges Videomaterial.

JD: Das ist lustig, dass Du das ansprichst. In einer solchen Situation war ich bisher noch nicht, weil es einfach eine total verrückte und heftige Lage ist. Aber warum solltest du davon nicht ein Video als Beweis machen? Warum solltest du nicht aufnehmen wollen, wie jemand von einem Dämon besessen ist? Warum also nicht einfach alles aufzeichnen, was man hinterher allen zeigen kann? Sonst glaubt dir sowas doch niemand. Ich denke, ich würde das auch tun. Vielleicht lasse ich die Kamera dann irgendwann einfach fallen und renne um mein Leben. (lacht) Aber ich würde immer filmen, damit später jeder weiß, was mir zugestoßen ist. Heutzutage ist das doch sowieso normal. Wenn ein Autounfall passiert oder irgendwo was brennt, holt jeder sein Handy raus und filmt. Das spiegelt sich in Hector wieder.

Im Film kommuniziert Ihr über ein Reaktions- und Erinnerungsspiel mit dem Dämon. Habt Ihr selbst schon einmal Erfahrungen mit einem Oujia-Brett oder ähnlichem gemacht?

JD: Ich habe noch nie mit einem Ouija-Brett gespielt. Ich habe da auch Angst vor. Ein Freund, der es schon ausprobiert hat, sagte mir, dass es sehr real sei. Ich möchte nichts hineinlassen, was ich dann nicht wieder los werde. Du weißt nie, was dann durch die geöffnete Tür hereinkommt. Das kann sehr gefährlich sein, wenn du nicht weißt, was du da tust. Bei den Drehvorbereitungen haben wir ein Brett aufgebaut. Ich wollte das nicht einmal anfassen. Wir haben es dann berührt, aber haben uns nicht tiefer damit beschäftigt. Ich halte mich von Ouija-Brettern lieber fern. (lacht)
AJ: Das Ouija-Brett, das Psycho-Spiel.
JD: Genau! (lacht)

Testet es doch mal, filmt Euch dabei und stellt das Video ins Internet.

JD: Gute Idee! Wir sollten das mal zusammen versuchen! (lacht)

Und das nennt Ihr dann „Paranormal Activity: The Real Ones“.

JD: Auf jeden Fall, das machen wir. Und dann bringen wir es als DVD raus. (lacht)

Jesse (Andrew Jacobs) hält die Veränderung auf Kamera fest.

„Die Gezeichneten“ ist besonders in Deutschland sehr erfolgreich. Wie erklärt Ihr Euch diese Begeisterung für die Reihe?

AJ: Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Der Zuschauer erhält Antworten, aber gleichzeitig kommen immer mehr Fragen auf. Und natürlich möchte man einfach gern erschreckt werden. Bei „Den Gezeichneten“ treiben wir es mit der Spannung auf die Spitze.
JD: Man schaut diese Filme, um immer wieder etwas Neues in dem „Paranormal“-Universum zu entdecken. Ich denke, es nimmt uns gefangen, weil wir wissen, dass es etwas Echtes ist. Das sind alles Erfahrungen, die es auch im realen Leben gibt. Meine Familie selbst hat schon Bekanntschaft mit so etwas gemacht. In unserem Haus hat es angeblich früher gespukt. Ich habe daran allerdings nie geglaubt. Das ist, als würde man bei einem Autounfall zusehen. Man ist einerseits geschockt, aber andererseits so davon fasziniert, dass man nicht wegsehen kann. Und wer möchte im Kino nicht Spaß haben, sich erschrecken und schreien? Ich denke, das schätzt das Publikum daran.

Also wird es nie ein Ende geben?

AJ: Du musst abwarten und die Augen offen halten. (lacht)

Wenn ich bisher noch keinen „Paranormal“-Film gesehen habe, warum sollte ich mit „Die Gezeichneten“ einsteigen?

JD: Das Schöne an „Die Gezeichneten“ ist, dass Fans von „Paranormal Activity“ diesen Film lieben werden. Denn Fragen, die in den anderen Teilen aufgekommen sind, werden hier beantwortet. Aber wir halten uns natürlich alle Türen und Möglichkeiten offen. Der Film steht auch für sich selbst. Wer noch keinen „Paranormal“-Film gesehen hat oder gar keine Gruselfilme mag, dem wird dieser trotzdem gefallen. Ich selbst mag solche Filme eigentlich überhaupt nicht, aber den liebe ich. Und wenn du „Paranormal Activity“ bislang nicht mochtest, wird das nach „Die Gezeichneten“ anders sein. Dann willst du alle bisherigen Teile sehen.

>> geführt und verfasst von Janosch Leuffen




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