EVA MENDES - Interview


 

Was war Ihre erste Reaktion, als sie das Rollenangebot des weiblichen Parts in „Ghost Rider“ erhielten?

EM: Ich war sehr gespannt, denn ich wollte lange schon mit Nicolas Cage zusammen arbeiten. Ich denke, er ist eine so interessante Person und ein großartiger Schauspieler. Ich wusste nicht viel über Comics, aber als ich das Skript las dachte ich: Wow, das ist wirklich interessant, sehr düster und nervenaufreibend. Und ich habe gesagt, dass ich das gern tun würde, weil es gut ist. Dann traf ich den Regisseur Mark Steven Johnson und er ist ein so wundervoller Mensch, ein cooler Kerl. Ich mag den Rollencharakter. Ich denke, sie ist stark, aber verletzlich, und außerdem sehr natürlich. Ich habe mich selbst ein paar Mal in diesem Geschäft um Rollen kämpfen sehen, weil es nur wenige gute Rollen für Frauen gibt. Nach dem Motto: Seht mich für diese Rolle! Ich will es unbedingt! Das ist zwar manchmal lustig, aber auch sehr ermüdend. Wenn es wie bei diesem Projekt so natürlich abläuft ist es doch wesentich besser.

Kannten Sie „Ghost Rider“ vorher?

EM: Nein, ich hatte noch nie zuvor von ihm gehört.

Und sind Sie durch „Ghost Rider“ zum Comic-Fan geworden oder ist das nur etwas für Jungs?

EM: Nein, natürlich nicht, ich glaube nicht. Ich wurde zum Fan, aber um ganz ehrlich zu sein, sehe ich Comics lieber auf dem Bildschirm. In Heften auf den einzelnen Seiten ist es zwar nett, aber die Filmproduktionen daraus auf der Leinwand, zum Beispiel „Spider-Man“, das ist… Wow! Richtig cool. Wir haben mittlerweile die Technik, um so etwas zu tun. Vor einigen Jahren noch hättest du solche Filme nicht machen können aufgrund der Effekte. Ich mag es einfach, so etwas auf der Leinwand oder dem Bildschirm zu sehen.

Sie sind auch als Produzentin tätig…

EM: Richtig. Im letzten Jahr produzierte ich den kleinen Independent-Film „Live!“. Ich habe nicht angestrebt, als Produzentin zu arbeiten, ich wollte nie eine Produzentin sein. Aber manchmal ist der einzige Weg, etwas zu realisieren, es selber in die Hand zu nehmen und selber fertig zu stellen. Wie ich schon sagte, wollte ich das nie werden, aber es gibt einige Rollen, da musst du das halt manchmal übernehmen. Oder du lehnst dich zurück und klagst. Ab und zu lag ich auf der Couch, habe Eiscreme gegessen und geheult: Warum gibt es nicht mehr Rollen für mich? Du musst es einfach manchmal selber tun.

Aber wenn die eigenen Sachen nicht funktionieren, wenn die Produktionen misslingen, in die Sie investieren, ist das nicht ein Risiko?

EM: Ich glaube nicht an Versagen. Wenn das Projekt kein Geld einbringt, ist das kein Misslingen für mich, „misslingen“ kommt ehrlich gesagt in meinem Wortschatz gar nicht vor. Wenn es nicht den Weg einschlägt, den ich gerne hätte, ist es noch lange nicht misslungen. Es hat etwas Heilendes für mein Ego, weil es meinen Druck freilässt. Dann lerne ich eben aus dem Fehler und gehe weiter, immer weiter vorwärts.

Ist der Respekt der Anderen denn nicht mehr wert als Geld?

EM: Nein. [lacht] Geld ist sehr wichtig, das ist ein Geschäft, aber es gibt ein ausgewogene Balance. Um nochmal auf Nicolas zurück zukommen: Er hat schon viel im Filmgeschäft getan. Er hat Geld und Filme gemacht, ich liebe sie. Letztes Jahr hat er „Weather Man“ gemacht, ich liebe diesen Film und er hat „Wicker Man“ gedreht, er hat „Lord of War“ gemacht, der ein fantastischer Film ist und das waren kleine Filme. Aber er findet immer ein Gleichgewicht. Das will ich tun. Wir sind nunmal im Geschäft und wir müssen bezahlt werden, aber zur gleichen Zeit müssen wir unsere Seele befriedigen und das geschieht manchmal nur mit einem kleineren Film. Zum Beispiel letztes Jahr: Ich habe meinen ersten Film produziert, der unabhängig war. Ich steckte Geld in das Projekt und verlor auch Geld. Und dann startete ich einen Film („We Own the Night“) mit Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg und Robert Duvall. Eine unglaubliche Besetzung, ein unabhängiger Film und nicht viel Geld – das war das glücklichste Jahr meines Lebens, das glücklichste Jahr meiner Karriere. Es hat nichts mit Geld zu tun, aber du musst eine Business-Frau sein. Ich muss Geld machen, aber ich kann sagen, dass das letzte Jahr das beste war, was ich je hatte.

Also ist es für Frauen immer noch schwierig in diesem Geschäft?

EM: Oh ja, sehr viel schwieriger.

Können Sie etwas mehr auf das Projekt mit Joaquin Phoenix eingehen und warum Sie dabei so glücklich sind?

EM: Ich bin sehr glücklich damit, weil es ein erstaunliches Drehbuch mit einem verblüffenden Regisseur (James Gray („The Yards“)) ist und mein erstes wirkliches Drama, und ich denke, dass die Leute es mögen werden. Ich bin sehr stolz auf „Ghost Rider“, einer meiner Lieblingsfilme, die ich gemacht habe, aber er wird mir keinen Oscar bringen. Das ist kein Oscar-Film. Wir wissen alle, was für eine Art Film er ist, nämlich eine große Comic-Verfilmung, die fantastisch ist, wir brauchen so etwas. Aber Filme wie „We Own the Night“ erlauben mir, ein wenig tiefer und dunkler in meine Seele zu sehen. Es war mehr der dramatische Aspekt der mich zu dieser Wahl trieb.

Können Sie dabei etwas über sich selbst herausfinden und bringen Sie das mit in den Film ein?

EM: Absolut. Das tue ich immer, ich finde es hart, das nicht zu tun. Da ist immer ein bisschen von mir mit drin. Ich weiß nicht, ob das gut ist, aber es ist so. Und in „We Own the Night“ ist so viel von mir vorhanden, dass es schon beinahe erschreckend wirkt. Wenn du mich in dem Film nicht magst, magst du mich auch als Person nicht. Das ist das Erschreckende. Du gibst so viel von dir Preis vor der Kamera, so verletzlich, aber wahr, und zur gleichen Zeit sehr aufregend.

Träumen Sie von einem Oscar?

EM: Hmmmm… es ist kein Ziel, aber es wäre schön, selbstverständlich. Aber ich finde, dass wir in diesem Geschäft viel zu sehr darauf abzielen, das ist ein wenig viel. Mein einziges Ziel ist es, lange im Geschäft zu bleiben, eine gute Karriere zu haben und ein guter Mensch zu bleiben, weil dich dieses Business zerreissen kann. Das ist mein einzig wirkliches Ziel.

Es scheint, als sei „Ghost Rider“ das genaue Gegenteil von „We Own the Night“ und vor allem auf Teenager-Jungs zugeschnitten. Wie sehen Sie mit einer ganz anderen Sicht auf das Projekt ihren Rollencharakter darin?

EM: Ich urteile nicht darüber, wenn ich sage: „Ah, eine Comicverfilmung, ich muss meine Titten zeigen.“ Scherz beseite, es war viel mehr wie: „Oh, mein Gott, ich liebe diesen Charakter.“ Eine Frau, die völlig am Boden zerstört ist, als die Liebe ihres Lebens sie einfach im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen lässt. Sie wuchs auf, diese Karriere-Frau zu sein, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und alles einen Sinn zu geben. Und nun hat sie dieses Loch im Herzen des Mannes, den sie so sehr liebte. Und das mochte ich einfach, das wirkte auf mich einfach wie ein richtiger Charakter. Auch wenn es eine außergewöhnliche Situation darstellt, wirkt es dennoch sehr echt und lebendig. Da gibt es so viele unbeantwortete Fragen wie: Warum hast du mich nie angerufen? Warum hast du nie versucht, Kontakt zu mir aufzunehmen? Sie besitzt so viele Emotionen und das machte die Sache so attraktiv für mich.

Spielen Sie gern mit Ihrem Sexappeal vor der Kamera?

EM: Es macht mir nichts aus, mein Sexappeal zu benutzen. Deshalb habe ich auch eben diesen Scherz gebracht. Allerdings macht es mir etwas aus, wenn Leute denken, dass das alles ist, was ich habe. Das finde ich blöde. Ich bin eine Frau und sehr vielseitig. Ich kann stark sein, aber ich habe auch schlechte Tage. Ich kann manchmal das Oper sein oder eben nicht. Manchmal fühle ich mich extrem sexy, an anderen Tagen nicht. Wenn Leute sagen: Du bist die erotischste Frau, das stimmt nicht, nein, nein, nein. Ich kann diese zwar sein, aber ich kann auch noch ganze andere Sachen tun darstellen.

Wird es dadurch für gut aussehende Frauen schwieriger, weil die Menschen nur auf Oberweite fokussiert sind?

EM: Ich habe schon von vielen Schauspielerinnen gehört, die das gesagt haben. Ich stimme dem nicht zu, wenn eine Frau nur dann groß im Geschäft ist, weil sie gut aussiehst. Wenn Schauspielerinnen sagen: "Oh, es ist so hart, an neue Rollen zu kommen, wenn du schön bist", dann denke ich mir: Halt sofort die Schnauze. Es ist auch hart für andere Leute."

Hat es einen besonderen Grund oder eine tiefere Bedeutung, warum Ihr kleiner Punkt auf Ihrer Wange auf dem Filmposter zu „Ghost Rider“ auf der anderen Seite sitzt?

EM: Ist er das? [schreit laut auf] Ohhhhhhhhhhhh! [ärgerlich] Ach du meine Güte! Das ist nur, weil das Bild gedreht wurde, oder? Aber es ist auf der falschen Seite… Ja… Das ist ja interessant… Keine Ahnung… Jetzt habt Ihr mich erwischt! Oh mein Gott, Ihr habt mich völlig durcheinander gebracht!

Schauen Sie sich selbst nach Skripts für Ihre Produktionen um?

EM: Ja. Hast jemand etwas Interessantes geschrieben? Schreib etwas Interessantes! Ich liebe diese Geschichten, wenn jemand kommt und sagt: "Mein Freund und ich haben das hier am Wochenende im Keller geschrieben."

Mögen Sie taffe, coole Kerle im Leder-Dress und auf Motorrädern?

EM: Manchmal… Ich mag diese Männer schon. Ich mag das, was sie repräsentieren, weil ich ein wenig Gefahr mag.

Was genau meinen Sie damit, dass das Filmgeschäft einen zerreißen kann? Macht es überhaupt Spaß, in Hollywood zu arbeiten?

EM: Eine sehr interessante Frage. Ich kann nicht für alle Leute sprechen und deshalb spreche ich jetzt für mich: Ich liebe es zu schauspielern. Schauspielern ist für mich wie eine Droge. Es ist etwas, dass mich erfüllt. Ich liebe es einfach. Eben auch wenn ich gerade bei einem Dreh bin und dieser schrecklich ist. Ich mag es einfach, die Erfahrung des Schauspiels. Das heißt nicht, dass ich Foto-Shootings mag. Das heißt nicht, dass ich es mag, über den roten Teppich zu stolzieren. Das heißt nicht, dass ich es mag, eine berühmte Persönlichkeit zu sein. Das sind zwei unterschiedliche Dinge, aber sie gehören doch zusammen. Das ist verwirrend für mich. Ich bin nicht dieses typische Girlie aus Hollywood, das voll aufgetakelt in Geschäften einkaufen geht, wo garantiert die Paparazzi lauern. Es wirkt sehr fremd auf mich, wenn mich Paparazzi verfolgen oder wenn irgendetwas über mich veröffentlicht wird und eine Lüge ist. Das passiert nicht oft, aber wenn, dann ist es sehr schmerzhaft und macht mich sehr traurig. Ich treffe keine bekannten Leute, ich bin sehr privat. Das ist etwas, womit ich lernen musste, umzugehen, mit diesem Berühmtheits-Aspekt. Durch das Schauspiel drücke ich mich aus.

Was tun Sie, um eine geschützte Privatsphäre zu haben?

EM: Ich tue, was ich kann. Ich habe mich unter Kontrolle. Ich treffe keine Berühmtheiten, das ist der erste Punkt. Das würde dich automatisch verschlechtern. Du kannst nicht immer bestimmen, wem du begegnest, aber du kannst deine Treffen kontrollieren, mit wem du dich abgibst. Ich gehe nicht in Los Angeles aus. Da weiß man, dass die Paparazzi anwesend sind. Aber es gibt auch alternative Plätze, nicht immer die populären. Du kannst das alles vermeiden mit den Dingen, die du tust. Oder Partys. Entweder du unterstützt deinen Film, etwas, was du getan hast, oder du unterstützt einen Freund. Vor ein paar Wochen wurden die Golden Globes verliehen. Ich hatte keinen Grund, dort zu erscheinen. Ich war nicht nominiert, keiner meiner Filme war nominiert, warum also hingehen? Wenn’s einen Grund gibt, gehe ich auch hin. Kommt hr noch mit? Ich habe das Gefühl, ich drehe mich im Kreis…

Welche Rollenangebote sind für Sie interessant und welche schlagen Sie aus?

EM: Ich schlage zum Beispiel viele Rollen aus, die mich nur als sexy Latina mit Knarre wollen. Das ist wirklich langweilig für mich. Was mich reizt sind Rollen, die ein klein wenig anders sind, was auch immer, Komödie, Drame, was auch immer. Aber was sehr wichtig ist, sind die Leute, die an dem projekt mit arbeiten. Dein Co-Star und der Regisseur. Das ist sehr wichtig für mich. Wenn du Nicolas Cage oder Joaquin Phoenix um dich rumhast, bist du im Spiel. Diese Kerle sind Profis. Sie können dich zerstören, wenn du nicht kämpfst. Du gehst da hin, total vorbereitet, und lernst dennoch so viel.

 




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