NICOLAS CAGE - Interview

Ein Traum wird wahr, Mr. Cage…

NC: Oh ja, „Ghost Rider“ [Handy klingelt] „Ghost Rider“ war ein Comic, den ich als 7jähriger las. Ich liebe die Monster. Marvel-Comics hatten schon immer diese großartigen Monster wie den Hulk und Ghost Rider. Und ich denke, dass sie so erschreckend anzusehen waren… aber sie waren gut. Sie arbeiteten auf der Seite der Guten. Und das ist komplizierter Stoff für einen Kinder-Comic. Ich glaube, auf einem seltsamen Weg erlangte es auch Kontrolle über meine Albträume.

Wie viele Räume Ihres Hauses sind mit Comics bedeckt?


NC: Es gab da immer diese Geschichten über mich und das mein Haus mit Comic bedeckt sei. Das stimmte auch mal, aber mittlerweile habe ich die meisten Hefte meiner Sammlung verkauft. Meine Ghost Rider-Comic habe ich aber aus triftigen Gründen behalten und sie befinden sich in einem kleinen Raum in meinem Haus.

Sie sagen, dass Comics ein modernes Instrument der Psychologie sind. Können Sie das etwas ausführlicher erklären?

NC: (…) Im Kindesalter werden die Comics zu unserem Alter Ego und wir identifizierten uns mit den Helden. Und genauso war es auch bei mir. Und ich denke, der Grund dafür, das Comics so erfolgreich sind.

Warum wollten Sie nicht den Grünen Kobold in „Spider-Man“ spielen?


NC: Weil ich meiner Meinung nach eine bessere Gelegenheit hatte im Film „Adaptation“ mitzuspielen und beide konnte ich nicht machen…

War auch vielleicht die richtige Entscheidung…

NC: Ich mag die Filme von Sam Raimi, sie sind wirklich gut. Aber ich wollte zu dieser Zeit mit Spike arbeiten und ich wollte Zwillinge spielen. Mir wurde auch „Superman“ angeboten, aber als das Drehbuch fertig war, war alles anders und das Studio bekam Angst. Sie wollten eine Rückkehr, etwas Nostalgisches. Das war ok dafür, aber uninteressant für mich. „Ghost Rider“ ist die richtige Wahl, weil es persönlich ist. Ich las es als Junge und ich kann etwas damit verbinden. Und ich denke, dass es interessanter ist. Am Ende des Tages wäre ich kaputt von Strumpfhosen und Umhängen. Ich wollte einen komplett neuen Look mit schwarzem Leder, einem Totenkopf aus Flammen und einem Motorrad. Wir behandeln ältere Themen wie Faust und Die Schöne und das Biest. Ebenso Märchen, Gutes und Böses, das Geistliche und das Visuelle. Das sind Dinge, die wahrscheinlich viel realer sind als zum Beispiel Superman und Batman, weil wir darüber nachdenken.

Sie haben sich selbst nach einem Comic-Helden benannt und ihren Sohn ebenfalls. Woher kommt ihre Leidenschaft für Comics und weshalb ist sie noch nicht vergangen?

NC: (…) Ich bin meinen Wurzeln treu, und wie Albert Einstein sagte: Der beste Weg, seine Kinder zu erziehen, ist, wenn man ihnen Märchen zu lesen gibt. Weil das stimuliert deine Fantasie und öffnet deine Gedanken.

Sie haben also die Geschichten der Gebrüder Grimm nicht gelesen?

NC: Doch, ich habe einige Grimm-Märchen gelesen und ich mochte sie sehr. Deshalb habe ich auch ein Haus hier gekauft.

Wegen der Gebrüder Grimm?

NC: Meine Mutter ist Deutsche und ich hatte immer diese Vorstellung in meinem Kopf von einem Märchen, ein Schloss im Wald. Ich glaube, ich bin an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich Inspiration brauche. Ich wollte einfach ein reales.

Siehst Du eine Beziehung zwischen Comics und Filmen, da ein Comic ja quasi das Storyboard ist?

NC: Ja, es ist fast wie ein Storyboard, wie du schon sagtest. Und es ist der logische Übergang vom Papier des Comics auf das Zelluloid des Films. Ich habe keine Zweifel daran, dass Comics ein großartiges Entertainment für Filme darstellen. Es hat nur seine Zeit gedauert, bis es technisch und visuell umsetzbar war, diese großartigen Geschichten dem Publikum zu präsentieren. Aber wenn du dir Batman ansiehst, das ist riesig. Es ist einfach eine wunderbare Unterhaltung für die ganze Familie, kein großer und brutaler Body-Count, es spielt mit der Fantasie der Kinder. Da wachsen wir auch als Erwachsene niemals heraus, wenn wir glücklich sind. Es ist sehr ansprechendes Material. Batman, Superman und Spider-Man, das sind die großen Drei, die keine große Einführung brauchen. Du gehst einfach hin und weißt, dass es großes Entertainment wird. Ghost Rider dagegen ist nicht so bekannt. Für mich war es gut, etwas aufzubauen und ihn Deutschland vorzustellen. Die Leute wissen wirklich nicht, wer er ist, dabei ist er viel interessanter.

Was hat dieser Charakter denn an sich und würden Sie ihn noch einmal spielen?

NC: Ich würde es vielleicht noch einmal tun, wenn es ein gutes Drehbuch gibt. Ich sehe, wohin Johnny gehen könnte. Im ersten Film wollte ich ihn präsentieren als jemanden, der den Teufel von sich fern hält. Er lädt den Teufel nicht ein mit einem Martiniglas in der Hand und Gin darin. Er möchte Black Sabbath hören, er möchte sich „Exorzist“ ansehen oder Affen, alles, was seine Gedanken aus dieser Dimension weghält. Das ist lustig und zugleich wahr. Und er ist ein netter Kerl, ein guter Kerl. Aber ich denke, dass ihn beizeiten das Dunkle einholen wird und er etwas Böses in seiner Persönlichkeit annimmt. Der Dreh war wirklich hart, sehr, sehr hart. Ich weiß nicht, ob ich das nochmal tun könnte. Ich habe jeden Tag fünf Stunden trainiert, dass war verrückt.

Was sagt Ihre Frau zu Ihrem Körper?

NC: [überlegt lange] Sie hat nie wirklich viel gesagt. Ich meine, dass… ist persönlich.

Sie haben auch viele andere Action-Filme gemacht wie Science-Fiction-Filme…

NC: Ich sehe diese Filme mehr als Abenteur- und Science-Fiction-Filme. Ein wenig anders als pure Action, es gibt mehr Fantasy-Aspekte dabei. Besonders bei „Ghost Rider“. „Ghost Rider“ ist mehr wie eine andere Welt, so viele verschieden Dinge nebeneinander: Es ist ein Biker-Film, ein Western, ein übernatürlicher Film, es ist Faust und Die Schöne und das Biest, eine Komödie und eine Geisterbahnfahrt. Du gehst in einen Vergnügungspark, du steigst in eine Achterbahn und halt auch in eine Geisterbahn, in ein Spukhaus, was immer du willst. Ich denke, dass der Film sich nicht so ernst nimmt, aber er erschreckt dich, bringt Nervenkitzel.

Was für Albträume hatten Sie?

NC: Ich hatte die normale Reaktion auf furchterregende Filme im Kindesalter, die Bilder, die im Fernseher liefen, wie zum Beispiel „Das Phantom der Oper“ oder Max Schreck und „Nosferatu“, all diese Bilder, mit denen ich aufgewachsen bin. Es waren keine so schlimmen Dinge, nur mit dem Schlafen war es etwas schwierig.

Haben Sie immer noch Albträume?

NC: Nein, nicht oft. Und wenn doch, sehe ich das als eine Gabe. Etwas, von dem man lernen kann.

Ich bin fasziniert, weil Sie den Geist eines jungen Helden besitzen und in „World Trade Center“ sehen Sie wie ein alter Mann mit Schnurrbart aus. Mögen Sie diese Extreme?

NC: Alle wollten mich in diesem Alter für den Film, aus irgendwelchen Gründen, die ich nicht kenne. Ich mag es, alle möglichen Charaktere zu spielen. Und es ist kein Geheimnis, dass ich versuche, den Typ des Films zu verändern, dass er dem Typ des Charakters entspricht. Ich denke, darum geht es beim Schauspielern: Offen zu sein, verschiedene Menschen zu interpretieren. Mit Sicherheit hätte ich mehr Erfolg in meiner Karriere, wenn ich immer wieder ein und denselben Typen verkörpern würde, die Leute wüssten, was sie bekommen, aber das ist es nicht, was ich möchte.

Ich habe gelesen, dass Ihrer Meinung nach jeder Schauspieler eine gewisse „kriminelle Energie“ haben oder gewisse Grenzen überschreiten sollte. Was genau meinen Sie damit?

NC: Was ich damit sagen möchte ist, dass man sich nicht festklammern oder einnehmen lassen soll. Man muss ausbrechen. Es wäre viel zu einfach, alles zu wiederholen und somit sicher zu sein. Ich meine damit nicht, dass man wirklich kriminell werden und Leute ausrauben soll. Wenn jemand sagt: Mal das Bild so und so, das ist genau das, wie es sein soll. Und du sagst: Nein, so ist es vielleicht, wenn DU es siehst. Ich werde es so tranformieren, wie ich es sehe. Also brich die Regeln, dann wird es auch wahrheitsgemäß. Verfange dich nicht in einem Stil.

Wenn Sie die Regeln brechen, ist das ein eher schmerzhaftes oder glückbringendes Gefühl?

NC: Es ist aufregend und gefährlich, du kannst gefeuert werden und Menschen traurig machen. Du kannst sehr, sehr, schlechte Kritiken bekommen. Aber wenn ein Film schlecht bewertet wird, kann das a) schlecht bewertet heißen oder b) der Film ist so gut, dass die Leute einige Zeit brauchen, um damit klar zu kommen. Wie zum Beispiel die großartigen Stanley Kubrick-Filme wie „2001: A Space Odyssee“. Was ich weiß ist, dass es gefährlich ist, die Sache sicher machen zu wollen.

Brechen Sie auch Regeln in Ihrem Privatleben?

NC: Ich versuche, sie nicht zu brechen, aber ich bin auch nur ein Mensch. Und es ist immer eine Herausforderung, dass zu tun, was am Besten ist.

Es scheint, als ob Sie Herausforderungen mögen. Gibt Ihnen das ein Adrenalin-Kick?

NC: Als ich noch jünger war, probierte ich viele Dinge aus. Schnell fahren, gefährlicher Sport. Je älter ich wurde, desto weniger sah ich den Sinn darin.

Wie viele der Actionszenen haben Sie hier in „Ghost Rider“ gemacht?

NC: Immer, wenn du Actionfilme oder Filme mit Actionelementen drehst, musst du überzeugend sein. Also wird jeder Schauspieler zu einem Stuntman und jeder Stuntman zu einem Schauspieler.

Waren Sie an der Entwicklung von „Ghost Rider“ beteiligt?

NC: Ich war schon an Bord als noch eine ganz andere Gruppe am Film arbeitete. Und der Entwurf war sehr düster. Das Drehbuch war gut, aber es kam nicht in Fahrt. Also wir darüber sprachen gaben wir es Mark Steven Johnson, und Mark war großartig. Er fand einen Weg heraus, dass es zwar immer noch düster war, aber nicht mehr so gewalttätig, um es einem breiterem Publikum zu präsentieren. Ich versuchte, zusammen mit Mark zu arbeiten, ihm meine Ideen zu den Charakteren zu erklären. Ich wollte ihn [Ghost Rider] nicht als einen rauchenden und trinkenden Biker-Arsch sehen, ich wollte ihn mehr als das, was er ist. Er ist ein guter Kerl, er hört coole Musik. Ich wollte ihm etwas Menschliches verpassen.

Was können Sie uns zu Ihrem kommenden Projekt „Next“ verraten? Warum wollten Sie gerade diesen Film machen?

NC: „Next“ ist wieder ein Abenteuer ins Ungewisse, in das Metaphysische, ich finde das sehr interessant. Meine Meinung nach ist es vollkommen möglich, dass jemand mit diesen Fähigkeiten geboren wird. Wir kennen nicht jedes Detail, wie Gedanken und Gehirn funktionieren. Ich mag es, mögliche Antworten im Film zu präsentieren. Und darum geht’s in „Next“. Ein Mann, der in seine Zukunft sehen kann. Und er soll eine Bombe finden. Aber er möchte sein eigenes Leben führen und „normal“ sein.


Was können Sie uns zu Ihrem kommenden Projekt „Next“ verraten? Warum wollten Sie gerade diesen Film machen?

NC: „Next“ ist wieder ein Abenteuer ins Ungewisse, in das Metaphysische, ich finde das sehr interessant. Meine Meinung nach ist es vollkommen möglich, dass jemand mit diesen Fähigkeiten geboren wird. Wir kennen nicht jedes Detail, wie Gedanken und Gehirn funktionieren. Ich mag es, mögliche Antworten im Film zu präsentieren. Und darum geht’s in „Next“. Ein Mann, der in seine Zukunft sehen kann. Und er soll eine Bombe finden. Aber er möchte sein eigenes Leben führen und „normal“ sein.




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