Von Leatherface zu Frankenstein und Wikingern. Im angestrebten Traumprojekt, das sich der deutsche Regisseur mit Pathfinder verwirklicht hat, spielen Nordmänner eine tragende Rolle. In unserem Gespräch verraten Marcus Nispel und Ralf Möller weitere Einzelheiten zur aufwendigen Produktion aus Kanada. Wie Gladiator Möller dann auch noch eine Rolle im Film ergatterte, ist im unteren Text zu lesen. Als die Wikinger mit mächtigen Drachenbooten die amerikanische Küste erreichen, fallen Sie mit barbarischen Eroberungszügen in das Land ein. Blutige Kämpfe um Ehre und Eroberung beginnen, in denen sich die indianischen Stämme gegen die Wikinger erbittert zur Wehr setzen. "Pathfinder" erzählt die Geschichte eines Wikingerjungen, der nach einem Schiffbruch von seinem Clan zurückgelassen wird. Er wird von den Indianern entdeckt, aufgenommen und großgezogen und erhält den indianischen Namen "Ghost". Als die Wikinger Jahre später erneut das Leben der Indianerstämme bedrohen, muss sich der mittlerweile erwachsene Ghost entscheiden, auf welcher Seite er steht und zieht in einen persönlichen Kampf gegen die Wikinger, um ihren Weg der Zerstörung und des Todes zu stoppen. 

Marcus Nispel über:

…das Aussehen der Wikinger in Pathfinder
Es ist kein Scherz, aber Wikinger hatten wirklich keine Hörner. Selbst wenn sie oft so dargestellt werden. Aber bisher gab es erst einen einzigen Fund eines Helmes, der mit Hörnern besetzt war. Wobei man davon nicht einmal sicher sagen kann, ob dieser sicher eine Herkunft von den Wikingern trägt. 

…die Entstehungsgeschichte
Ich war fasziniert von der Kombination Indianer / Wikinger. Soetwas gab es bisher nicht, nicht in Geschichten, nicht in Bildern. Auch geht die Geschichte Amerikas selten zurück bis vor die Zeit des wilden Westens. Dort gibt es eben nicht so eine Legende, wie wir deutschen beispielsweise mit dem Nibelungenlied haben. Außerdem war ich ja selbst einmal Pfadfinder und mit der Realisierung dieses Filmes habe ich sozusagen dem 16jährigen in mir einen Traum erfüllt. Eine Schande, dass 16jährige den Film hierzulande nicht sehen dürfen…

…den Vergleich zu Apocalypto
Apocalypto ist sehr real, wohingegen ich Pathfinder eher in die Comic-Ecke einordnen würde. Allerdings habe ich zufällig erfahren, das Mel Gibson, bevor er Braveheart angegangen ist, selbst schon an einem Remake zu Ofelas dran war.

…die Dreharbeiten
Ich wollte immer schon die Rollen der Indianer mit echten Indianern besetzen. Russel Means, der den Pathfinder spielt, ist beispielsweise Gründer des AIM, American Indian Movements. Was ich dann aus dem Film machen wollte, war das absolute Gegenteil von Lord Of The Rings, ein „Anti-Epic“ sozusagen. Zu dem Zeitpunkt wusste ich mit Karl Urban Eomir höchstpersönlich mit an Bord hatte. Leider wird der Film in vielen Ankündigungen und Besprechungen als „Epic“ bezeichnet, was nicht in meiner Intention stand.
Die Dreharbeiten an sich waren hart, deshalb haben wir den Film auch relativ schnell fertig gedreht. Dabei haben wir uns bemüht, das Fantasyelement des Filmes möglichst authentisch zu gestalten.

…die Möglichkeit eines Sequels
Das kommt voll und ganz auf den Film an. Nach dem Remake zu Texas Chainsaw Massacre wurde ich immer in die Massacre-Schublade gesteckt. Doch Pathfinder ist, wie schon gesagt, mein Kindheitstraum. Den Kindheitstraum, den ich mit meinem guten Freund und Kameramann Daniel Pearl realisiert habe. Daniel war übrigens der erste Kameramann, der ein und denselben Film zwei Mal gedreht hat: er war nämlich auch schon für die Kamera im Original Texas Chainsaw Massacre verantwortlich.

…deutsche Regisseure in Hollywood
Natürlich bin auch ich als Deutscher geprägt. Damals im Sandkasten habe ich auch die Abenteuer von Karl May nachempfunden. Aber ansonsten mache ich mir nicht viele Gedanken über diese Thematik. Das Publikum ist das gleiche. Ich mache Filme für Fans. Und ob diese Fans nun in Amerika oder in Deutschland wohnen, ist in erster Linie nebensächlich. Außerdem bin auch ich Fan, deshalb mache ich letzten Endes auch die Filme, die mir gefallen.

…Alice und Manson
Das werden wir sehen.


Ralf Möller über:

…das Leben in Hollywood
Das Leben in Hollywood? Ganz, ganz anders als in Deutschland! Die Leute sind nicht so sehr voreingenommen. Wenn beispielsweise ein schickes Auto an der Ampel steht und es gehen ein paar Passanten vorbei, dann winken sie dem Autofahrer zu, grüßen ihn, zeigen ihnen einen Daumen nach oben. Das tun sie selbst dann, wenn es ihnen persönlich nicht so gut geht, sie nicht so wohlhabend sind wie andere. Überhaupt ist es so, dass die Menschen in Hollywood viel eher dazu bereit sind Komplimente zu machen. Aber natürlich gibt es auch toughere Seiten, vor allem im Filmgeschäft. Hier muss man bereit sein zu verhandeln, noch viel mehr als in Deutschland. Dennoch, ich bereue es nicht nach Hollywood gegangen zu sein, bin aber noch genauso gerne und oft in Deutschland unterwegs. Auch zurzeit wieder, da ich Botschafter für das Projekt „Starke Typen“ (www.starketypen.de) bin.

…wie er zu seinem neuen Film Pathfinder kam
Als ich damals von dem Projekt erfahren habe, war es vor allem eine Sache, die mein Interesse an dem Film geweckt hat: der Name „Marcus Nispel“. Ich fand es sehr interessant mit einem deutschen Regisseur an einem derartigen Projekt zu arbeiten. Ursprünglich war es nur leider so, dass Nispel für seinen Film keine größeren Namen wollte und eher weniger bekannte Schauspieler für die einzelnen Rollen besetzen wollte. Doch ich ließ nicht locker, bis er letzten Endes doch überzeugt war. Von nun an war es gewissermaßen ein Sprung ins kalte Wasser: man geht in so ein Projekt rein und weiß nicht, was dabei rauskommen wird. 

…seine Kostümierung im Film
Nun, erschreckt habe ich mich nicht, wenn ich in den Spiegel gesehen habe. Dazu war es dann doch zuviel Bart, als das ich mich selbst erkannt hätte. Viel schlimmer war die körperliche Reaktion auf das dicke Fell: als wir im September drehten habe ich literweise geschwitzt. Später dann, als wir bei tiefen Minustemperaturen und Schnee drehten, war ich dann wiederum froh über die Wärme, die das Kostüm gespendet hat. Auch hatten wir Spikes unter den Stiefeln, um auf glatten Schnee- und Eisoberflächen den Halt nicht zu verlieren. Ansonsten hieß es bei mir um 5 Uhr Morgens: aufstehen, und dann zwei bis zweieinhalb Stunden in die Maske. Und wenn man dann ein paar Stunden in so einem Kostüm drin steckt, verfällt man automatisch in die Rolle.

…Gefahren beim Dreh
Klar gab es die. Dank der vielen Gesichtsbehaarung war es jedoch möglich, des Öfteren Stuntmen einzusetzen. Aber natürlich heißt es auch für die Schauspieler zwischendurch, einmal über dem Abgrund zu hängen. Die Schwertkämpfe hingegen waren weniger ein Problem, als Bodybuilder und Sportler gewöhnt man sich da schnell dran.

…die Tatsache, Isländisch sprechen zu müssen
Die Sprache war hart, auf jeden Fall. Als ich davon erfahren habe dachte ich mir nur: „Leute, ich habe zwölf Jahre gebraucht um Englisch zu lernen. Jetzt wollt ihr auf einmal, dass ich Isländisch spreche?“. Letzten Endes hat es dann aber doch ganz gut hingehauen. Auch wenn zwischendurch mit Tafeln hinter der Kamera, Bänder oder einem Knopf im Ohr ausgeholfen werden musste.

…die Darstellung der Wikinger in Pathfinder
Fakt ist, das Wikinger damals wirklich die „Lawgivers“ waren. Aber sie waren clever. Im Film sieht das ganze dann so aus: Horror meets Alien. Die Wikinger sehen in den Augen der Indianer so aus, wie Wesen von einem anderen Planeten. Und so werden sie auch visuell dargestellt. Die Darstellung des groben, toughen Volkes, das beflügelt ist von sich selbst, wird im Film auch vor allem durch den Soundtrack unterstrichen. „Hard Rock“ sozusagen.

…Filme wie Rocky, Apocalypto, 300 und die Wiederauferstehung des „Tough-Guy“-Genres
Sieh dir das Jahr 2007 an: Stallone geht auf die 60 zu und dreht einen neuen Rocky. Bruce Willis ist gerade dabei, den vierten Teil von Stirb Langsam abzudrehen. In den 70er Jahren war das nichts anderes, da gab es die „Wild Bunch“. Das waren alles ältere Helden in ihren 40ern und 50ern. Und diese Phase erlebt heute gewissermaßen eine Auferstehung. Ein Held muss nicht zwingend jung sein. Muskelmänner sind also wieder angesagt!




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