VERA JORDANOVA - Interview

Von Janosch Leuffen

BlairWitch.de: Wie würden Sie den Charakter beschreiben, den Sie in „Hostel 2“ verkörpern?


VJ: Ich spiele Axelle. Sie ist eine mysteriöse „Femme Fatale“, ein wahrer Soldat der Elite Hunting Organization. Sie führt die drei Mädchen zum Hostel.
Sie ist sehr verführerisch, manipulierend und weiß genau, was sie will und wie sie es bekommt.
Ich glaube jedoch, dass irgendwo tief im Inneren, im Unterbewusstsein weiß sie, dass das, was sie tut, falsch ist, aber ihr Leben war so schlecht, dass sie zu einer bösen Person wurde. Für sie ist alles mehr oder weniger eine Revanche, was in einem gewissen Weg sehr traurig ist.

BlairWitch.de: Was genau motivierte Sie, eine Rolle gerade in diesem Film anzunehmen?

VJ: Dies ist meine erste Filmrolle und sie bietet mir die Möglichkeit, meine Schauspielkarriere in Angriff zu nehmen, vor allem mit einem Film solchen Kalibers.
Ich mochte auch das Drehbuch, ich fand es viel besser als „Hostel“.

BlairWitch.de: Wie gefiel Ihnen das Teamwork mit Regisseur Eli Roth und den anderen Schauspielern, zum Beispiel Jay Hernandez?

VJ: Mit jemandem zu arbeiten, der so passioniert in seine Arbeit ist, ist einfach wundervoll. Er ist ein großartiger Regisseur und ein fantastischer Geschichtenerzähler. Ich fand auch die Arbeit mit den Schauspielern wunderbar, wir hatten eine Menge Spaß am Set. Eli war total fokussiert und wusste genau, wie er dich an dunkle Orte bringen kann. Mit Jay habe ich nicht zusammen gearbeitet, ich hoffe, dass sich die Möglichkeit dazu in der Zukunft ergibt.


BlairWitch.de: Wie gefiel Ihnen „Hostel“ und warum denken Sie, dass so viele Kinogänger in mochten?

VJ: Ich mochte „Hostel“, weil er anders war. Er war wie: OK, hier ist ein Regisseur, der am Anfang seiner Karriere steht und den Mut hat, was Originelles zu machen. Ich denke auch, dass die Geschichte in „Hostel“ glaubwürdig und sehr real ist. So etwas kann passieren.

BlairWitch.de: Wie würden Sie die Handlung von „Hostel 2“ in einem Satz beschreiben?

 

VJ: „Hostel 2“ ist eine brillante Überlebensgeschichte, die dich zu den dunkelsten und kränksten Orte der menschlichen Natur mitnimmt.

BlairWitch.de: Was können die Fans vom Sequel erwarten? Wurde nur die Gewaltdarstellung erhöht oder wurden auch Elemente wie Story, Atmosphäre und Spannung erweitert?

VJ: „Hostel 2“ beinhaltet alle Elemente, auf die Gore-Fans gewartet haben. Tatsächlich gibt es einige verstörende Szenen mehr als im ersten Teil. Teil 2 geht tiefer, ist intelligenter als der Vorgänger. Er dringt tiefer in die Organisation der Elite Hunting ein und zeigt einige wirklich sadistische Charaktere, die eine große Beeinflussung auf mich hatten. Die kameraarbeit ist unbeschreiblich gut. Es ist schrecklich und wunderschön zugleich.

BlairWitch.de: Wie hoch wird der Level der Gewalt in „Hostel 2“ sein?

VJ: Ich bin kein Experte auf dem Gebiet der Gewalt. Für mich ist das auch gar nicht der Hauptpunkt im Film. Ich war mehr von psychischen Gewalt erschrocken.

BlairWitch.de: Wie gefällt Ihnen das Resultat von „Hostel 2“ persönlich?

VJ: Ich mag „Hostel 2“ sehr.Ich denke, Eli hat einen großartigen Job gemacht. Ich meine, wir sprechen über ein Sequel, das besser und extremer als das Original ist. Das passiert nicht sehr oft. Ich sah den Film bei einem Screening mit Publikum und es war großartig, die unterschiedlichen Reaktionen zu hören. Leute klatschten, schrien, lachten. Ein unterhaltsamer Film.

BlairWitch.de: Denken Sie, dass Filme, die Gewalt verherrlichen, einen Einfluss auf den Zuschauer und seine Gedanken haben und eine potentielle Bedrohung darstellen?

VJ: Ich denke nicht, dass die Idee von Eli oder „Hostel 2“ die Verherrlichung von Gewalt ist. Ich denke, dass die Leute das falsch sehen. Ein Künstler kreiert etwas, um seine Meinung der Welt zu präsentieren und denkt, dass seine Angst und Bekümmerungen auf dem Weg weiter voran schreiten. Ich denke nicht, dass Filme eine Gefahr repräsentieren. Die, die Gefahr repräsentieren, sind die wahren Menschen und die Taten, die hinter der kritischen Situation unserer Welt stehen.

BlairWitch.de: Haben Sie privat schon einmal Gewalt angewendet?

VJ: Meint Ihr das ernst? Was für eine Frage ist das? Ich hasse Gewalt!

BlairWitch.de: „Hostel 2“ zeigt Gewalt sehr grafisch. Wie gehen Sie damit um?

VJ: Ich nehme an, die einzige Sache, die dich schützt, ist, dass du weißt, dass dies nur ein Film und nicht real ist. Aber es gibt dennoch einige Szenen, die einige Menschen nicht sehen können.

BlairWitch.de: Deiner Meinung nach: Wann wird die Grenze der Gewalt auf der Leinwand überschritten? Gibt es überhaupt eine Grenze?

VJ: Ich denke nicht, dass es eine Grenze in der Kunst geben sollte. Genauso wie es keine Grenze in der Gewalt und im Krieg in der wirklichen Welt gibt (aber es sollte eine geben, richtig?). Kunst reflektiert, was in der wirklichen Welt geschieht. Natürlich können wir unsere Augen und Ohren schließen, aber dennoch passiert es. Richtig, ich denke nicht, dass diese Filme für jedermann sind. Es gibt da diese Organisation namens MPAA, die sich darum kümmert. An diejenigen, die sehr sensibel sind und so etwas nicht aushalten, kann ich nur appellieren, sich so etwas nicht anzusehen. Jeder hat die Wahl und das ist das Gute an Filmen.

BlairWitch.de: Eli Roth stellt die östlichen Länder Europas als gefährlich dar. Denek Sie, dass dies Satire ist oder stimmen Sie mit ihm überein?

VJ: Es ist definitiv satirisch gemeint. Es gibt schlechte und gute Menschen überall auf der Welt.

BlairWitch.de: Gab es irgendwelche unvergesslichen oder lustigen Momente?

VJ: Wir hatten einen großartigen Cast und Crew und jeden Tag gab es viel Gelächter und Spaß am Set. Ich kann mich nicht an eine bestimmte Sache erinnern. Ich bin mir sicher, dass in den drei Monaten jeder seine guten und schlechten Tage hatte.

BlairWitch.de: Was denken Sie, warum „Hostel“ zu den erfolgreichsten Horrorfilme des letzten Jahres gehört?

VJ: Ich denke, dass wir in einer Zeit von Krieg und Naturkatastrophen leben und die Menschen Angst haben. Wenn Du dir die Filmgeschichte anschaust, wirst du feststellen, dass es einen Horrorfilm-Boom nach jedem Krieg gab. Die Menschen haben Angst und brauchen ein Ventil, um ihre Emotionen auszuleben. Eli erzählte eine sehr interessante Geschichte, dass er viele Fanmails von Soldaten aus dem Irak bekommen hat, die psychisch traumatisiert waren, aufgrund dessen, was sie gesehen und erlebt haben. Ich denke, dass jedes Genre sein eigenes Publikum und Gründe hat. Ungefähr so, wie wenn du mit deinem Freund Schluss machst. Dann möchtest du eine traurige Liebesgeschichte sehen oder traurige Musik hören, aber wenn du Angst hast, möchtest du etwas Furcht einflößendes sehen. Das ist eine psychologische Sache, denke ich. Aber was „Hostel“ im Horrorgenre einzigartig macht ist die gut erzählte und glaubwürdige Geschichte, wundervolle Kameraarbeit und dass du mit den Opfern fühlst. Eine Geschichte über Überleben und das mögen die Menschen.

BlairWitch.de: Erwarten Sie einen ähnlichen Erfolg für „Hostel 2“?

VJ: Ich erwarte einen größeren Erfolg, denn für mich ist es ein besserer Film.

BlairWitch.de: Was fasziniert Sie am Thema „Torture-Porn“?

VJ: Absolut gar nichts.

BlairWitch.de: Wie kamen Sie von finnischen Produktionen zum amerikanischen Horrorfilm?

VJ: Ich wollte immer schon in den USA schauspielern und verwirklichte meinen Traum, indem ich nach Los Angeles zog. Ich nahm Schauspielunterricht, sprach bei einem Film vor und bekam die Rolle.

BlairWitch.de: Als Kind einer musikalischen Familie haben Sie das Talent fürs Schauspielern und Modeln sicherlich von Anfang an…
VJ: Ich wuchs in einer sehr künstlerischen Umgebung auf und ich nehme an, dass mich das veranlasste, auch performen zu wollen. Ich fing mit dem Modeln an, weil ich abenteuerlustig bin und es gab mir die Möglichkeit, rund um die Welt zu reisen und zu sehen, was die Welt einem bietet. Ich konnte mich schon immer selbst unterstützen und mochte es immer, unabhängig zu sein.




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