Im Interview - Koen Mortier

Von Janosch Leuffen


Herr Mortier, warum wählten Sie ausgerechnet das Buch „Ex Drummer“ für Ihren ersten Spielfilm?
Oh, das ist eine lange Geschichte. Die begann vor zehn Jahren mit meinem ersten Kurzfilm „A hard Days work“. Herman Brusselman (Autor von „Ex Drummer", Anm. d. Red.) mochte diesen Film und dann wurde er auch noch zum besten Film des Jahres in Belgien gekürt. Dann hat mich Herman kontaktiert. Ich habe mit 18 oder 19 Jahren angefangen, seine Bücher zu lesen, und das ist einfach verrückte und komische Literatur. Ja, dann haben wir uns zusammen gesetzt. Erst wollte Herman den Film Ex Writer nennen, aber das passte nicht so, dann Ex Director, aber das hätten wir machen können, wenn das mein letzter Film gewesen wäre (lacht), und so kamen wir auf Ex Drummer. Wir haben dann einen Vertrag aufgesetzt und den vor acht Jahren nach Berlin geschickt, doch dann gab’s Streit mit dem Produzenten und so ist die Idee wieder verschwunden.

Es hieß, das Buch sei unmöglich verfilmbar. Sie haben es trotzdem getan. Mussten Sie Dinge verändern?
Ja, es hieß, man könne das Werk nicht verfilmen, aber es ist halt andere, humorvolle Literatur. Für mich war es eigentlich kein Problem, das Buch zu verfilmen. Ein Problem war allerdings, dass das Buch in Belgien gehasst wird und wir für eine Verfilmung keine Geldgeber fanden, weil man den Autor nicht unterstützen wollte. Aber ich denke, dass Herman einfach verrückt und direkt ist.

Obwohl alles so lange gedauert hat, haben Sie nie aufgegeben. Warum nicht?
Ich wollte das unbedingt zu Ende bringen. Gerade weil alle das Buch so hassen und mir kein Geld geben wollten. Nach einem Werbefilm von mir gab mir ein befreundeter Produzent dann Geld, rund 200.000 € und nach einiger Zeit kamen immer mehr Geldgeber hinzu. Die belgische Filmkommission war nach der Präsentation von Ex Drummer nicht gerade begeistert, sie hassten den Film. Sie nannten ihn den schlechtesten Film, den es je in Flandern gegeben hat. Aber die finden eh alles schlecht.

Wurde die Musik für den Film extra kreiert?
Wir haben in erster Linie unbekannte Bands genommen. Ich hatte mal eine DVD von den den Lightning Wolfs bekommen, und ich mochte sie sehr. Ich wollte die Musik für Ex Drummer und bin dann zu der Band nach Irland geflogen. Die Live-Musik hat Millionaire gemacht. Und den Song in unserer eigenen Sprache, „Big Dick“, gab es und es ist eigentlich ein ernst gemeinter Song. Eine Band schickte uns eine CD und wollte in der Liveshow im Film mitspielen. Naja, und eine Band aus Ex Drummer gibt heute weiterhin Konzerte.

In welchen Ländern wird Ex Drummer einen Release erleben?
Also, erstmal in Deutschland und Belgien (lacht). Aber auch Italien will ihn wohl veröffentlichen. Eigentlich wollen einige Länder Ex Drummer zeigen. Die Leute sagen, dass der Film schockt oder das es ein beschämender Film sei, der manipuliert.

Haben Sie mit professionellen Schauspielern zusammen gearbeitet?
Nun, jetzt sind sie wohl professionell (lacht). Nein, überwiegend sind das alles Freunde und Bekannte von mir. Einige gehen auf eine Schauspielschule. Einer von ihnen ist auch Comedian, aber leider nicht lustig (lacht). Aber er arbeitet dran. Naja, und für die Rolle des „Großen Schwanzes“ musste ich halt nur nach einem Kerl mit einem riesigen Schwanz suchen. Das war leicht (lacht).

Sie sagten, man könnte Ex Drummer genießen. Aber ist er nicht viel mehr beschämend?
Hmm, ich würde sagen, die erste Hälfte des Films kann man genießen, in der zweiten Hälfte schämt man sich, den Film zu genießen (lacht).

Ist das Leben in Belgien oder allgemein wirklich so depressiv wie in Ex Drummer dargestellt?
Ja (lacht). Nein, nicht in dieser Art, aber manchmal ist es schon echt deprimierend.

Was können Sie uns über Ihre nächsten Projekte verraten?
Ich werde was komplett Anderes machen. Ich schreibe das nächste Projekt auch selber. Einige Schauspieler aus Ex Drummer werden wieder mit dabei sein und am Ende werden alle sterben.




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