SAW 4 - Interview

David Hackl

 

Frage: Mr. Hackl, auf Internetseiten und in Fanforen stößt der vierte Teil der "Saw"-Reihe vielfach auf Skepsis und Ablehnung. Was können Sie den Kritikern entgegensetzen?

David Hackl: "Saw IV" ist keine typische Fortsetzung eines Horrorfilms: Wir haben mit dem zweiten Teil beeindruckt und mit dem dritten Teil bewiesen, dass wir daran anknüpfen können. Für den vierten Teil ist wieder das gesamte Team zusammengekommen. Außerdem kochen wir keine alte Geschichte neu auf, sondern schaffen wieder etwas Eigenständiges. Der vierte Teil ist mindestens so packend wie die drei anderen Filme, vielleicht ist er sogar der Beste von allen. Die Geschichte führt uns an Orte, die man nicht erwartet, aber trotzdem der Tradition der "Saw"-Filme folgen.

Frage: Zwei Charaktere sollen laut Vermutung der Fans im vierten Teil eine übergeordnete Rolle spielen: Dr. Gordon...

Hackl: Alle Gerüchte im Internet sind falsch.

Frage: ...und Rigg?

Hackl: Das stimmt ausnahmsweise. Er spielt dieses Mal eine der Hauptrollen.

Frage: Fans behaupten, er wäre der neue Jigsaw.

Hackl: Nein, auch das ist falsch. Er muss gegen seine inneren Dämonen kämpfen. Angesichts dieser ganzen falschen Vermutungen freue ich mich auf die Reaktionen der Fans, wenn sie den Film sehen. Sie werden den Schwanz einziehen, weglaufen und erst dann realisieren, wie falsch sie anfangs gelegen sind.

Frage: Wird es wieder eine zensierte MPAA-Version und eine unzensierte DVD-Version geben?

Hackl: Davon gehe ich aus. Wir haben dieses Mal Szenen gedreht, bei denen man sich fragen muss, ob wir sie überhaupt irgendjemandem zeigen können. Aber auch unsere Kinofassung wird die Fans vollauf zufrieden stellen. Horrorfans werden voll auf ihre Kosten kommen. Und je öfter man den Film sieht, desto mehr Feinheiten wird man erkennen. Langweilen wird man sich ganz bestimmt nicht. Denn die Fallen machen bei näherem Hinsehen wesentlich mehr Sinn.

Frage: Sind die DVD-Versionen wirklich um so vieles grausamer? Angesichts der blutigen Kinoversionen eigentlich kaum vorstellbar...

Hackl: Zumindest gibt es ein paar neue Szenen, die dafür sorgen, dass Sie sich auf ihrem Sessel hin- und herwinden werden. Es ist immer lohnenswert, sich die Directors-Cut-Version anzusehen.

Frage: Eigentlich verwunderlich, dass man Regisseur Darren Lynn Bousman soviel kreative Freiheit einräumt. Bei Horrorfilmen ist das ja eher die Ausnahme...

Hackl: Das liegt daran, dass unsere Produzenten erkennen, wenn sie eine gute Szene zur Abnahme bekommen. Sie haben ein ausgeprägtes Verständnis dafür, was auf der Leinwand funktioniert und was nicht. Sie haben natürlich auch eigene Ideen, aber auch die sind in der Regel sehr gut.

Frage: Machen Sie sich schon Gedanken, was in "Saw V" passieren könnte?

Hackl: Definitiv. Die Planungsphase sind schon voll am Laufen. Wenn wir noch ein paar Filme drehen dürfen, können wir erst richtig beweisen, wie gut unser Franchise-System wirklich ist. Es wäre fast schon eine Enttäuschung, wenn wir nach diesem Film aufhören müssten.

Frage: Sollen potenzielle Fortsetzungen auch wieder in Toronto gedreht werden?

Hackl: Das ist sehr wahrscheinlich. Wir haben dort ein wirklich hervorragendes Team, das unsere Wünsche versteht und genau weiß, auf was wir hinauswollen.

Frage: Ihr Budget ist trotz der erfolgreichen Vorgänger nach wie vor sehr niedrig. Wieso?

Hackl: Wir wollen nicht denselben Fehler machen wie so viele andere Franchise-Erfolge und unser Budget von Film zu Film nach oben schrauben. Das würde unserer Meinung nach das ganze Flair ruinieren. Außerdem bedeutet mehr Geld auch mehr Investoren, die wiederum alle ihre Meinung beisteuern möchten. Wir haben also gar keinen Grund, das Budget weiter aufzustocken. Unsere Filme sind ja bereits sehr gut! Man sollte auch immer bedenken, dass ein größeres Budget noch lange nicht heißen muss, dass man damit einen besseren Film machen kann.

Frage: Andere Produktionsfirmen sehen dagegen einen erfolgreichen ersten Teil oft als Chance, danach endlich den Film drehen zu können, den man sich anfangs nicht leisten konnte...

Hackl: Wir vertreten da ein anderes Prinzip. Denn wir haben bislang immer die Filme gedreht, die wir auch wirklich drehen wollten. Ich bin der Meinung, dass wir für unsere Art von Geschichte das ideale Budget gefunden haben. Es ermöglicht uns auch extreme Freiheiten im Schnittraum: Wann immer wir merken, dass wir etwas nachdrehen sollten, gibt man uns dafür angesichts unserer niedrigen Gesamtkosten gerne das Geld. Wir haben sämtliche Freiheiten, die man sich bei einem teuren Film nur wünschen kann.

Frage: Wie groß ist der Erfolgsdruck bei den Dreharbeiten?

Hackl: Wir alle arbeiten hart, um die Erwartungen erfüllen zu können. Aber es erleichtert die Arbeit extrem, wenn man merkt, dass das Konzept auch aufgeht. Daraus schöpfen wir neue Energie.

Interview geführt von Rico Pfirstinger

 




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