Im Interview - Brad Fuller

 

BlairWitch: Freitag der 13. startet nun endlich in den weltweiten Lichtspielhäusern. Wie groß ist die Anspannung vor der ersten Spielwoche, nachdem Jahre der Vorarbeit in ein Projekt investiert wurden?

Brad Fuller: Es ist so stressig, wie man es sich womöglich auch als Außenstehender vorstellen kann, denn der Vorhang ist gefallen. In dieser Zeit schwirren mir viele Fragen im Kopf herum: Wird das Ergebnis funktionieren? Stimmen die Zahlen an den Kinokassen? Denn es hängt bei diesem Film alles vom Startwochenende ab. Wenn die Zahlen in den ersten Spieltagen stimmen, haben wir einen sicheren Hit. Wenn Freitag der 13. an diesem Wochenende jedoch scheitert, wird es überaus schwierig sein, aus einer Mücke noch einen Elefanten zu machen. Wir können nur hoffen, dass die Fans reingehen und den Film mögen werden.

Wie verlief die Weltpremiere am Montag?

Es war einfach toll. Ich würde sogar behaupten, dies war die beste Premiere, die wir als Team bisher erleben durften. Jeder Anwesende hatte einen großen Spaß.

Es muss sicher immer wieder interessant sein, eigene Werke gemeinsam mit einem Publikum zu erleben.

Das ist es immer wieder, genau. Aber gleichzeitig bleibt es natürlich auch ein wenig beängstigend, da niemand vorher genau sagen kann, wie das Publikum auf den Film reagieren wird und ob sie ihn tatsächlich mögen. Diese Premiere war jedoch besonders spannend für mich, da mein ältester Sohn anwesend war. Freitag der 13. ist der erste Film unter meiner Leitung, den wir als Familie gemeinsam im Kino bestaunen durften. Und er mochte ihn.

Was waren die Beweggründe, Regisseur Marcus Nispel nach Texas Chainsaw Massacre erneut zu beauftragen?

Marcus weiß einfach, wie ein Horrorfilm zu funktionieren hat. Außerdem bin ich der Meinung, dass seine Werke eine große visuelle Ausdruckskraft besitzen. Ich mag seine Art der Sichtweise einfach sehr. Wenn man dann auch noch mit eigenen Augen sieht, wie Regisseur und Crew Hand in Hand arbeiten, dann wird einem schnell klar, eine Bereicherung für das Projekt gefunden zu haben. Marcus war also so ziemlich die einzige Person, die wir für den Regieposten engagieren wollten.

 

Entspricht es der Wahrheit, dass Jonathan Liebesman ursprünglich für die Regie vorgesehen war?

John war zu einem Zeitpunkt involviert, an dem noch nicht ganz sicher war, ob wir das Projekt tatsächlich realisieren würden. Wie es der Zufall wollte, erhielt er in dieser Phase ein weiteres Jobangebot (The Killing Room) und schlug die Regie bei Freitag der 13. aus, da unser Drehbuch noch nicht vollendet war.

Hat sich die Verpflichtung von Derek Mears als neuer Jason ausgezahlt?

Derek Mears hat hervorragende Arbeit geleistet und die Figur prompt verinnerlicht. Derek ist ein wirklich freundlicher und einfacher Typ Schauspieler, was uns die Arbeit mit ihm natürlich enorm erleichtert hat. Außerdem ist er körperlich unglaublich stark und geradezu vernarrt in den Charakter des Jason. Er hat der Figur auf einer emotionalen Ebene weiter gebracht. Wenn Ihr den Film seht, werdet Ihr sicher besser verstehen, was ich damit meine.


Die Dreharbeiten zum Film wurden am Freitag, den 13. Juni abgeschlossen. Reiner Zufall?

Als wir mit den Dreharbeiten angefangen haben, war natürlich noch vollkommen unklar, wann die letzte Klappe fallen könnte. Denn dies ist einer der wenigen Punkte, die sich wirklich nicht im Voraus planen lassen. Als wir dann gegen Ende der Dreharbeiten gesehen haben, dass Freitag, der 13. Juni nahte, haben wir jedoch unser Möglichlichstes getan, die Arbeiten an diesem Tag zu beenden, was dann ja auch funktionierte.

In einem Interview hieß es, Freitag der 13. wäre der bisher beste Film von Platinum Dunes. Was macht diese Produktion so besonders?


Ich liebe die Kombination aus Humor und Horror. Dies ist mein persönlicher Favorit. Es ist das faszinierendste Projekt, das wir bislang gemacht haben. Der Film ist witzig, brutal und bietet zudem ein paar wirklich nette Schockeffekte. Und er fühlt sich wie ein Horrorfilm aus den Achtzigern an, was wir in dieser Form zuvor auch noch nie gemacht haben.

Remakes zeichnen sich zumeist durch die "blutiger, schneller, moderner" Regel aus. Wie ließ sich die Gewalt im Film mit den Erwartungen der Fans und den Vorgaben der MPAA in Einklang bringen? Wo mussten Abstriche erfolgen?


Diese Thematik ist immer ein wenig kompliziert. Die Horror-Anhänger würden natürlich lieber viel mehr Blut und Gewalt auf der Leinwand sehen, als es die MPAA zulassen würde. Als Platinum Dunes haben wir jetzt bereits sieben Filme gemacht und eine ungefähre Vorstellung davon entwickelt, was die Behörde durchgehen lässt und was nicht. Daher sind wir immer darauf bedacht, die Erwartungen der Fans so gut es geht zu erfüllen, ohne dabei die Grenzen der MPAA zu übertreten.


Bist Du der Meinung, die MPAA arbeitet zu streng?


Im Falle eines Freitag der 13. hat alles wunderbar funktioniert und wir hatten hier keinerlei Probleme mit der Freigabe. Bei Texas Chainsaw Massacre: The Beginning sah die Situation jedoch wesentlich schwieriger aus. Dieser Film war wirklich sehr, sehr brutal. Außerdem war die Grundstimmung eine ganz andere, die eher wie ein harter Schlag ins Gesicht wirkte. Wahrhaftiger Hardcore-Horror, wie der Ritt auf einer Achterbahn. Am Ende hatte jedoch alles sein Gutes: Aus diesen ganzen Schwierigkeiten entstand letztlich die Idee, an einem Remake von Freitag der 13. zu arbeiten.

Ohne etwas vorweg zu nehmen: Mit welchen Worten würdest Du deine Lieblingsszene beschreiben?

Ich kann es nicht recht in Worte fassen, denn es geschieht viel zu schnell. Ich möchte nur so viel sagen: Es ist eine Art von Tod, die auf einem Boot vonstatten geht und wirklich fantastisch funktionierte.

Sind Bedenken vorhanden, eingefleischte Fans des Klassiker könnten enttäuscht werden?

Ich bin der festen Überzeugung, dass sie den Film mögen werden. Jeder, der sich in der Vergangenheit auch nur einen Funken für den Charakter des Jason Voorhees interessiert hat, wird unglaublich gespannt auf seine Rückkehr sein. Es stellt sich also eher die Frage: Einen oder keinen Jason auf der Leinwand? Ich denke also, wir haben für ein glanzvolles Comeback gesorgt und hoffen natürlich, die Kinozuschauer sehen dies ebenso.


Wird die Besetzung des neuen Freddy Krueger die größte Darsteller-Herausforderung werden? Immerhin sind Leatherface und Jason hinter einer Maske verdeckt, Freddy jedoch jederzeit sichtbar.

Diese Frage wird in jedem Fall die größte Herausforderung beim Entstehungsprozess darstellen: Den richtigen Freddy zu finden. Ich kann zum aktuellen Zeitpunkt wirklich noch nicht mit Sicherheit sagen, wer diesen Posten am Ende bekleiden wird. Doch wir können und wollen die Fans nicht hängen lassen und sind daher auf der Suche nach einem Darsteller, der alle bekannten Tugenden vertritt und durchweg überzeugt.

Wie man hört, gingen bereits mehrere Telefonate von unterschiedlichen Darstellern bei Euch ein?


Ja.

Also habt Ihr bereits eine große Auswahl?


Wir haben bereits von einer ganzen Menge Darstellern gehört, und es ist durchaus beeindruckend, welche bekannten Namen Interesse für diese Rolle hegen. Die Entscheidung rückt jedoch auch erst dann wirklich in den Vordergrund, wenn alle Grundbedingungen geschaffen sind.

Was ist eigentlich aus The Birds geworden?

Bei diesem Projekt treten wir momentan ein wenig auf der Stelle. Aktuell haben wir kein Drehbuch, sondern warten vielmehr auf dessen Fertigstellung. Erst dann lässt sich tatsächlich mit Gewissheit sagen, was mit The Birds passiert. Aktuell ist es auch so, dass Martin Campbell, der ursprünglich für die Regie verantwortlich zeichnen sollte, in Gesprächen um andere Projekte steckt. Wir können also nur abwarten, was die Zeit mit sich bringt.

 

>> Interview geführt von Carmine Carpenito




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