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BlairWitch: Wie wurde das Projekt an dich herangetragen? ![]() Was war Anlass, gemeinsam mit Sonja in die Vergangenheit zu reisen? Als Len Wiseman den ersten Film drehte, hatte er bereits drei Geschichten im Hinterkopf. Als Konzept existierten also Underworld, Underworld 2 und eine Handlung, die uns die Vorgeschichte erzählen sollte - eben darum, wie es zu dem Krieg zwischen diesen beiden Kreaturen kam. Die Planungen waren von Anbeginn existent. Im Nachhinein sah das Konzept nach Underworld 2 aber deutlich anders aus, da viele Anhänger zwar wollten, dass wir einen dritten Film machen, dieser aber in der Zukunft angesiedelt sein sollte und mit Kate Beckinsale als Selene. Kate wollte sich dann jedoch lieber anderen Projekten widmen und hatte daher auch keine Zeit, ein drittes Mal vor die Kamera zu treten. Das Studio bestand hingegen weiterhin auf einem neuen Ableger, da es sich hierbei um ein wirklich gutes Franchise handelt. So kam es, dass wir uns an die ursprüngliche Idee gehalten haben. Ein Drehbuch wurde verfasst, das ich wenig später erhielt und weitere drei oder vier Monate überarbeitete, und dann stand die Entscheidung auch schon fest. Wir haben uns für Rise of the Lycans entschieden, da das Interesse an den Ursprüngen des Krieges größer war. Wir wollten auf jeden Fall einen Charakter im Film haben, der Kate Beckinsale würdig vertreten könnte. Kenner der beiden Vorgänger wissen bereits, wie das Prequel enden muss. Kann man dennoch mit Überraschungen rechnen? Genau mit diesen eingefahrenen Erwartungen arbeiten wir. Das Ende des Films ist bereits im Vorfeld bekannt, aber es bleibt dennoch unklar, wie es zu diesen Geschehnissen kam. Dieser Punkt, der Weg zum entscheidenden Finale, ist für mich der interessante Aspekt an diesem Film. Da die Entwicklung und die Beziehung zwischen den Charakteren bereits vorhanden ist, bleibt es interessant zu erfahren, was zuvor geschah. Der Tod von Sonja ist schließlich nicht das Ende des Films. Laut Studio war es Pflicht, eine Darstellerin zu finden, die Kate Beckinsale ähnlich sieht. War Rhona Mitra von Anfang an die Idealbesetzung? ![]() Es wäre tatsächlich überaus kompliziert, eine weitere Fortsetzung ohne ihn zu drehen. Bill Nighy, Viktor, er ist die Verbindung zwischen allen Ebenen und er war schon immer präsent. Sonja ist ein Vampir und starb bereits früh; Selene tritt wesentlich später auf die Bildfläche. Dennoch haben beide Figuren die Gemeinsamkeit des Viktor. Daher könnte ich mir einen Ableger des Underworld Universums ohne ihn nicht vorstellen. Ein mögliches Desinteresse seinerseits würde uns deshalb auch vor ein großes Problem stellen. Bill liebt jedoch Vampire, das Franchise, fügt sich in die Thematik ein und ist zudem einer der umgänglichsten Menschen, die man sich nur vorstellen kann. Da es ihm außerdem jedes Mal aufs Neues sehr viel Spaß bereitet, hoffe ich persönlich sehr, ihn auch in Underworld 4 sehen zu dürfen. Inwiefern hat sich die Technik seit dem ersten Film entwickelt? Wir haben in diesem Film wesentlich mehr Werwolf-Transformationen als in den anderen beiden Werken, zusätzlich sind die Lykaner zahlreicher vorhanden. Da wir ein ähnlich großes Budget zur Verfügung hatten wie bisher, sich die Effekte aber im Grunde verdoppelt haben, mussten wir natürlich clever damit haushalten. Die vielen Kämpfe der Werwölfe waren dabei äußerst schwierig in Szene zu setzen. Außerdem besteht fast das gesamte Reich der Vampire aus CGI. Auch andere Locations, also alles außerhalb des Vampir-Reviers, bestehen teilweise lediglich als digitalen Vorlagen. Daher: Ja, es kam wesentlich mehr CGI zum Einsatz als noch in den ersten beiden Filmen. Aber nicht, weil wir es unbedingt so wollten. Vielmehr, weil die Locations, die wir für den Film benötigten, in der heutigen Zeit nicht mehr existieren. Bei Underworld war dieser Umstand beispielsweise noch anders, da haben wir vor allem in Unterführungen gedreht. Aber für Rise of the Lycans mussten wir tief in die Trickkiste greifen. Zum Beispiel bei einer aus dem Trailer bekannten Szene, in der Horden von Lykanern das Revier der Vampire angreifen und es dabei gleichzeitig zu vielen Transformationen kommt. Bei einem solchen Massenauflauf ist der Einsatz von CGI heutzutage fast zwingend. Bei beiden Vorgängern sieht der Zuschauer immer nur ein oder zwei Werwölfe, die zusammen in Aktion treten. Das wurde praktisch gelöst, da nicht zwingend auf CGI zurückgegriffen werden musste. Aber hier hatten wir einfach keine andere Wahl, wenn 250-300 Werwölfe das Lager der Vampire attackieren. Es hieß, Du würdest Underworld 4 einem anderen Filmemacher überlassen. Kannst Du uns erzählen, warum das so ist? Man muss sich in seiner Karriere immer eigenständig vorantreiben. Das Underworld Franchise stellte für mich eine große Herausforderung dar. Im Erstling war ich als Creature Designer verantwortlich, ebenso im Sequel, und führte nun erstmals Regie. Im Moment ist es eher unwahrscheinlich, dass ich auch bei Underworld 4 wieder als Regisseur hinter der Kamera stehe. Dabei kann ich gar nicht genau erläutern, wie die Geschichte aussehen müsste, damit ich zurückkehre. Voraussetzung wäre, sich wieder von der Thematik zu distanzieren. Ich habe aktuell aber auch andere Projekte im Visier. Underworld 4 wird aber kommen, da besteht gar keine Frage. Schließlich konnten die Erwartungen des Studios weit übertroffen werden. Dabei bestand die Möglichkeit eines großen Flops ständig, da wir keine Kate Beckinsale in der Hauptrolle zu bieten hatten. Scheinbar haben wir es aber dennoch vollbracht, das ehemalige und neue Publikum für den Film zu gewinnen - die positive Eigenschaft eines Prequels. Persönlich hat mir dieser Erfolg natürlich auch viele Türen in Hollywood geöffnet, die es nun auszuloten gilt. ![]() Was würdest Du im vierten Film lieber sehen? Was würde mehr Sinn ergeben? >> Geführt und verfasst durch Carmine Carpenito und Torsten Schrader ![]() |
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