Du hast mit sehr kleinen Mitteln einen Millionenhit gelandet. Würdest du zustimmen, dass du den Traum eines jeden Filmemachers lebst?

Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass der Film veröffentlicht wurde und so vielen Leuten so gut gefallen hat. Also stimme ich wohl zu.

Vorher warst du Videospiel-Entwickler. Hast du schon immer damit geliebäugelt, Filme zu drehen?

Ich habe mir schon immer gedacht, dass das eine Menge Spaß machen würde und habe davon geträumt. Da ich aber nicht damit gerechnet hätte, jemals die dazu Chance zu bekommen, habe ich dieses Ziel nicht wirklich aktiv verfolgt. Erst als Filme wie ″Open Water″ und ″The Blair Witch Project″ gezeigt haben, dass auch weniger aufwendig gemachte Filme große Reaktionen hervorrufen können, habe ich mich entschlossen, die Sache anzugehen und zu sehen, was passiert.

Hast du von Anfang an geplant, den Film im ″Home-Video-Stil″ zu drehen?

Ja, denn das ist das grundlegende Konzept dieses Films, anders hätte er nicht funktioniert: Ein Pärchen nimmt unheimliche Geschehnisse mit einer Kamera auf, die um es herum passieren.


Du hast gerade schon ″The Blair Witch Project″ erwähnt, mit dem dein Film wegen der ähnlichen Machart immer wieder verglichen wird. Gab es bestimmte Aspekte in ″Blair Witch″, bei denen du gedacht hast: ″Das kann ich sogar noch intensiver, noch unheimlicher machen″?

Also zunächst einmal habe ich nicht versucht ″Blair Witch″ nachzuahmen. Er hat mich zwar beeinflusst und inspiriert, besonders im Hinblick auf den angeblich ″authentischen″ Charakter des Filmmaterials und die komplett improvisierten Dialoge, aber ansonsten sehe ich nicht sonderlich viele Gemeinsamkeiten.

Hast du im Vorfeld viel über das Thema ″Geister und Dämonen″ recherchiert?

Ja, sehr viel sogar. Etwa ein Jahr bevor wir angefangen haben zu drehen, habe ich so ziemlich jedes Buch zu dem Thema, das mir in die Hände kam, gelesen. Das war sehr interessant, mein gesamtes Wissen zu dem Thema bezog ich schließlich nur aus Filmen. Am Ende habe ich diese Sachen viel besser verstanden.


Auch im Film ist das ja ein klassisches Thema. Welche ″Geister″-Filme haben dich am meisten inspiriert?

Am allermeisten auf jeden Fall Polanskis ″Rosemaries Baby″! Ebenso aber auch das Original von ″The Haunting″ und modernere Filme wie ″The Others″ und ″The Sixth Sense″.

Du hast viele verschiedene Enden für den Film gedreht; die finale Szene, die nun im Film zu sehen ist, wurde dir von Steven Spielberg empfohlen. Warum hast du dich entschieden, dieses Ende zu verwenden?

Wir haben die verschiedenen ″Showdowns″ vor Publikum getestet und es stellte sich heraus, dass das nun verwendete Ende das Effektivste war, es kam beim Publikum sehr gut an. Wir haben ihnen drei verschiedene Enden vorgeführt, aber eigentlich hatten wir noch viel mehr gedreht.

Ist das fertige Ende denn nun deine Lieblings-Version?

Zugegeben: Das Ende, das ich eigentlich vorgesehen hatte, wäre einheitlicher mit dem Rest des Films gewesen. Aber das nun verwendete kam beim Publikum einfach viel besser an und erzeugte extremere Reaktionen.


VORSICHT SPOILER: In vielen Rezensionen ist zu lesen, dass dir die Leute vorwerfen, das jetzige Ende passe nicht zum Rest des Films, weil wir den Dämon, von dem Katie besessen ist, tatsächlich kurz zu Gesicht bekommen. Warum findest du es trotzdem passend?

Da Micah und Katie zu diesem Zeitpunkt des Films schon so viele grausige Dinge erleiden mussten, halte ich das Ende für einen gelungenen Schluss- und Höhepunkt der Attacken. Die Ereignisse der vorhergegangenen Nacht waren schließlich schon schrecklich und wenn wir den Leuten nicht eine noch furchteinflößendere Attacke präsentiert hätten, wären sie mit Sicherheit enttäuscht gewesen.

Es war sehr schwierig für dich, deine Version des Films bei Paramount durchzusetzen, das Studio wollte eigentlich ein Remake mit einem höheren Budget drehen. Steht diese Idee noch im Raum?

Nein, das ist ein für alle Mal vom Tisch.

Hast du den Eindruck, dass nun ein großer Druck bzw. eine große Erwartungshaltung der Filmfans bezüglich deiner kommenden Projekte auf dir lastet? Vielleicht sogar ein noch größerer Druck als bei erfolgreichen Debütfilmern im Allgemeinen, weil du so einen eigenen Stil kreiert hast?


Das ist mir völlig egal. Ich übe auf mich selbst Druck aus und gebe mir große Mühe, dass ich alles so gut mache, wie ich es kann.


Dein nächster Film ″Area 51″ soll angeblich wieder in dem ″Handy-Cam-Stil″ gedreht werden. Kannst du uns schon ein wenig über das Projekt verraten?

Nein. [lacht] Entschuldigung, aber ich rede nie über Projekte, die noch in Arbeit sind, von daher: Kein Kommentar.

Könntest du dir prinzipiell auch vorstellen, Filme mit großen Budgets zu drehen?

Ja, definitiv, aber ich würde das immer von der Idee abhängig machen, die hinter dem Projekt steht, nicht dem verfügbaren Geld.

Hast du das Gefühl, dass sich das Interesse an deinem Film zu sehr auf die besondere Entstehungsweise von ″Paranormal Activity″ bezieht (z.B. das niedrige Budget, das improvisierte Skript, etc.) und nicht auf den Film an sich?

Der Film ist so erfolgreich, weil er die Leute wirklich ängstigt. Ich glaube nicht, dass es sie so sehr interessiert, wie viel er gekostet hat. Aber dann gibt es natürlich noch das Element der Neugierde: Viele Menschen wollen sehen, wie gut ein Film sein kann, der für gerade einmal 15.000 Dollar produziert wurde. Das ist ein bisschen so, wie als damals Robert Rodriguez ″El Mariachi″ herauskam. Das war ein toller Film und alle wollten wissen, wie er mit ebenfalls sehr geringen Mitteln ein so grandioses Resultat erzielen konnte.

Hast du abschließend noch einen guten Tipp für angehende Filmemacher?

Ich würde ihnen raten, zunächst einmal zu experimentieren, einfach alles zu filmen, was einem vor die Kamera kommt, völlig egal ob gut oder schlecht. Wenn man dann wirklich ein Projekt angehen will, sollte man vor allem darauf achten, gute Schauspieler mit an Bord zu haben. Das ist meiner Meinung nach das Allerwichtigste. 

 

>> verfasst und geführt von Tim Lindemann

 




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