One Way Trip 3D
Melanie, Du verkörperst in „One Way Trip 3D“ einen Filmbösewicht. Wie bereitet man sich als Schauspielerin auf solch eine Rolle vor?

Melanie Winiger: Es ist schwierig, sich auf etwas vorzubereiten, das mit Morden zu tun hat. Schließlich ist es nicht so, dass ich mir täglich vorstelle, wie ich zwanzig Menschen auf eine möglichst schlimme Art und Weise umbringen könnte. Aber ich könnte morden. Und genau danach musste ich suchen: dem Auslöser. Und der Auslöser ist mein Sohn. Wenn ihm jemand Schaden zufügen würde, dann wäre ich sicherlich dazu in der Lage zu morden, und das auf die brutalste Weise. Und dieses Gefühl war es, wonach ich suchen musste.

Wenn man einen Filmbösewicht verkörpert, dann besteht für einen Künstler viel Freiraum für Kreativität. Machte dies für Dich einen gewissen Reiz aus, oder wäre die Rolle des Sympathieträgers auch etwas für Dich gewesen?

Melanie Winiger: Nein, bei diesem Film nicht. Gerade weil ich bereits bei Filmen zu sehen war, wo ich eher in die Rolle der Kämpferin und so weiter geschlüpft bin. Und hier hat es mich eher gereizt, dass ich auch mal den Bösewicht mimen und diese Möglichkeit ausleben kann. Ich finde es sehr wichtig, dass ich so viele verschiedene Rollen wie möglich darstellen kann, damit ich mich als Schauspielerin auch weiterentwickle. Wenn ich jedes Jahr immer wieder einen ähnlichen Charakter spiele, dann kann ich das dann zwar sehr gut, aber alles andere dafür irgendwie nicht.

Sabrina, der Film wird in 3D inszeniert, wo verschiedene Herangehensweisen für die finale Produktion möglich sind. Welchen Weg wird euer Slasher gehen?

Sabrina Reiter: Das kann ich als Schauspielerin nicht so gut beurteilen. Den Unterschied zwischen einem normalen Dreh und einem 3D-Film merkt man als Schauspieler nicht so wirklich. Die Technik ist zwar eine andere, aber vom Spielen her ist noch alles gleich. Die Kameras sind anders, aber abgesehen davon, dass wir uns nach dem Dreh die gedrehten Szenen mit einer Brille in 3D anschauen, macht sich für uns nicht viel bemerkbar. Wir machen unsere Proben und wissen dann wie es läuft. Ich finde es auch sehr wichtig, dass wir uns damit nicht groß auseinandersetzen sondern auf unsere Arbeit konzentrieren. Und das funktioniert alles gut, weil wir ein gut vorbereitetes Team haben.


Denkt Ihr denn, dass das 3D auch noch in ein paar Jahren gefragt sein wird oder glaubt Ihr, dass sich die Leute irgendwann daran gewöhnen werden und genug davon haben?

Melanie Winiger: Ich glaube, es wird immer mehr. Gerade deshalb, weil es eben ein großer Unterschied ist, ob man sich nun einen Film auf 3D oder auf 2D anschaut. Ich gehe davon aus, dass es sich hier ähnlich verhält wie beim Wechsel von Schwarz-Weiss Filmen zur Farbe.

Sabrina Reiter: Ja, das dachte ich am Anfang auch immer, aber mittlerweile… Ich schaue mir sehr gerne 3D Filme an, aber eben auch immer noch 2D Filme. Ich denke, das ist auch hier wieder so ein Ding: Geschmäcker sind verschieden. Ich kann mir schon vorstellen, dass es mehr wird. Aber nur noch das? Ich hoffe nicht (lacht). Aber ich bin wirklich gespannt, wie sich das noch entwickelt. Gerade weil es sich schwer einschätzen lässt.

In den USA wurden gerade in den letzten zwei Jahren immer mehr Filme in 3D konvertiert. Kann das 3D Eurer Meinung nach einen finanziellen Erfolg garantieren?

Sabrina Reiter: Das glaube ich nicht, nein. Ich meine, ich war bei „Avatar“ zwar ziemlich überwältigt, aber da haben neben dem 3D auch andere wichtige Eigenschaften funktioniert. Dass das 3D also bei unserem Film zum Beispiel einen Erfolg garantiert, glaube ich eher weniger. Das Endprodukt muss einfach gut sein. Vor allem läuft alles über Mundpropaganda. Die ersten paar Tausend gehen ins Kino, schauen sich den Film an und müssen dann hinterher Freunden und Kollegen ihre Meinung weitergeben. Und wenn die dann sagen, dass das 3D zwar gut war, der Film selbst aber schlecht, dann geht die Rechnung nicht so recht auf, denke ich.


Inwiefern spielen bei der 3D Technologie die einzelnen Generationen eine Rolle?

Sabrina Reiter: Ja, das ist auch so ein Punkt, die Generationen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Großeltern alle 3D gucken.

Melanie Winiger: Das war eben das, was ich vorhin mit Schwarz-Weiss gemeint habe. Für meine Großmutter war es immer normal, dass Filme in Schwarz-Weiss geschaut werden. Ich fand das aber immer total langweilig. Und wenn mein Sohn eines Tages größer ist, denkt er sich vielleicht auch: „Ein 2D Film? Wozu sollte ich mir das anschauen?“ Andererseits spielt auch das Genre eine entscheidende Rolle. Ich sehe das 3D schon eher im Horror-Genre. Eine Sexszene muss ich zum Beispiel nicht in 3D sehen (lacht). Aber eben Horror oder „Avatar“, Filme die visuell einiges hergeben. Wenn man „Avatar“ im Kino sieht und später auf DVD, dann ist das eine völlig andere Geschichte. Für mich war es auch zu Hause immer noch ein toller Film, aber es ist eben ein ganz anderes Gefühl.

Herbert Leiser: Das Dreidimensionale wird aber garantiert ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Kinos sein. Zwar gehen immer noch viele Millionen Menschen ins Kino, vor allem waren es aber immer die eher jüngeren Generationen, die sich nun allerdings auch zu Hause immer größer, luxuriöser und besser werdende Heimkinos einrichten können. Sie brauchen im Grunde gar nicht mehr das Kino zu besuchen, weil sie die Leinwände nun bereits im Privatbereich stehen haben. Und daher denke ich, dass die 3D Technik zumindest die jüngeren Filmfreunde wieder dazu animieren könnte, wieder etwas öfter ein Kino zu besuchen, weil es sich eben von den Möglichkeiten unterscheidet, die sich für zu Hause anbieten.


Sabrina, bereits in „In 3 Tagen Bist Du Tot 1 & 2“ warst Du diejenige, die in Gefahr schwebte. Wäre die andere Seite, also zum Beispiel die Rolle von Melanie, auch interessant für Dich gewesen?

Sabrina Reiter: Nein, ich möchte mich nicht weiterentwickeln und wähle immer dieselben Rollen (lacht). Ich sehe das ähnlich wie Melanie. Natürlich sind total verschiedene Rollen sehr interessant. Für mich war es im Falle von „One Way Trip“ jedoch das 3D und die Erfahrung im Horror-Genre, die für mich den Reiz ausmachte, weil ich einfach weiß, was für ein tolles Erlebnis es ist, in so einem Film mitzuspielen. Ich mag dieses Genre eben total gerne und finde es immer wahnsinnig lustig. Egal ob ich nun meine Rolle habe oder eben die von Melanie. Am Ende entscheiden aber ohnehin die Regie oder Produzenten, für welche Rolle sie uns besetzen möchten.

Melanie Winiger: Ich bin halt eher die Bitch (lacht).

Denkt Ihr, dass Filme aus der Schweiz oder Österreich nach „Cargo“, „Sennentuntschi“ und den „In 3 Tagen Bist Du Tot“ Filmen auch im Ausland immer interessanter werden könnten?


Sabrina Reiter: Ich glaube schon, ja. Gerade bei „In 3 Tagen Bist Du Tot“ hat sich das internationale Interesse stark bemerkbar gemacht. Wir konnten den Film in 28 Länder verkaufen. Und das zeigt für mich einfach, dass das Interesse an unserer Arbeit immer mehr wird, auf jeden Fall.

In den vergangenen Jahren wurden immer mehr heimische Produktionen direkt in englischer Sprache gedreht, um die Chancen auf dem internationalen Markt zu erhöhen. Wie steht Ihr dazu?

Melanie Winiger: Wir drehen unseren Film auch nicht in Schweizerdeutsch, sondern in Hochdeutsch. Einfach auch deshalb, um den Film im deutschsprachigen Raum besser vermarkten zu können. Nicht jedoch in Englisch. Ich meine, die Amerikaner drehen ihre Filme ja auch nicht auf Deutsch für uns. Und Untertitel finde ich sowieso super.

Sabrina Reiter: Also, ich fand das ja bei „In 3 Tagen Bist Du Tot“ so super, dass wir im Dialekt gesprochen haben, weil es das Ganze für uns einfach viel authentischer gemacht hat. Also für uns Österreicher war das halt super. Aber ich verstehe auch die deutschen Zuschauer, die deswegen lachen mussten, eben gerade wegen dem Dialekt. Also verstehe ich es auch hier im Falle von „One Way Trip“, dass wir Hochdeutsch sprechen. Man hört natürlich trotzdem heraus, dass ich Österreicherin bin, aber man versteht mich halt besser und das macht es wahrscheinlich aus, glaube ich.

Wie sieht es mit der physischen Belastbarkeit aus?

Melanie Winiger: Die Dreharbeiten sind physisch gesehen wirklich sehr anstrengend und gehen manchmal voll auf den Körper. Da merke ich einfach, dass ich mittlerweile auch keine 20 mehr bin.

Sabrina Reiter: Und wir haben überall blaue Flecken.

Melanie Winiger: Oh ja!

Sabrina Reiter: Aber jedes Mal, wenn ich dann im Badezimmer stehe, denke ich mir: „Sieht zwar Scheisse aus, macht aber verdammt viel Spaß!“.

Melanie Winiger: Genau. Und mit Sabrina ist das wirklich total witzig. Wir kriegen da immer so eine Welle und sie geht dann immer total mit. Und da muss man teilweise aufpassen, wenn Du jemanden trittst. Aber wir geben da immer Vollgas (lacht).

Sabrina Reiter: Aber das macht wirklich viel aus. Gerade bei manchen Szenen braucht man einfach einen Partner, wo das funktioniert. Und das geht super bei uns.


Melanie Winiger: Ich muss aber generell sagen, dass wir eine tolle Crew haben. Weil ich denke, wenn wir ein anderes Team hätten, wäre es wahrscheinlich nicht so einfach. Es sind immerhin Nachtdrehs, alle sind müde. Ich hatte jetzt zwar nicht so viele Drehtage wie Sabrina, aber die ganze Crew ist ja jeden Tag die ganze Zeit hier und geht als letztes. Und wenn die nicht so super drauf wären, wie sie es aber eben sind, dann würde das mit der guten Chemie überhaupt nicht funktionieren. Es kommen wirklich alle gut aus miteinander, jeder zieht am gleichen Strang. Da bekommt man echt immer Lust auf den Dreh.

Sabrina Reiter: Normalerweise gibt es immer ein Set-Arschloch, aber hier nicht.

Melanie Winiger: Ja. Bis auf Sabrina. Aber sie ist halt die Hauptdarstellerin und die sind immer total eingebildet (lacht).

Herbert Leiser: Ich kann das auch alles nur bestätigen. Die Stimmung hier ist wirklich enorm. Vor allem drehen wir ja gerade wirklich fast nur nachts, was an die Nerven gehen kann. Ich bin nicht immer dabei, aber es ist erstaunlich, wie toll die Atmosphäre ist. Nichts Negatives, alles sehr friedlich. Und die jungen Leute sind alle sehr lustig drauf und das bis in die frühen Morgenstunden.

Sabrina Reiter: Ich muss aber auch hinzufügen, dass wir es einerseits zwar wirklich sehr lustig haben, man andererseits allerdings nicht außer Acht lassen darf, dass der Dreh für jeden Einzelnen, egal, ob vor oder hinter der Kamera, viel Arbeit bedeutet. Gerade bei den emotionalen Szenen, die enorme Konzentration verlangen, nimmt das Team große Rücksicht, um uns Schauspielern gerade diese Konzentration zu ermöglichen.

Melanie Winiger: Genau das macht die Stimmung auch aus. Weil wir viel Spass miteinander haben, aber bei der Arbeit trotzdem immer alle 100% geben. Es ist nicht so, dass man sagt: „Er hat was gegen den, sie was gegen die“. Wobei wir Schauspieler die eigentlichen Memmen sind, wenn wir unsere Arbeit mit der der anderen Crewmitglieder vergleichen. Gerade im technischen Bereich wird viel gefordert.

Sabrina Reiter: Ja. Aber wie gesagt, es harmoniert. Und deshalb glaube ich an den Film.

>> verfasst und geführt von Carmine Carpenito




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