Final Destination 5
Fast schon traditionell zeichneten abwechselnd sowohl James Wong als auch David R. Ellis für den Regieposten des „Final Destination“ Franchise verantwortlich. Mit Steven Quale und Eric Heisserer kam nun ein neues Team an Bord, welches noch nie in die Reihe involviert war. Bist Du der Ansicht, dass neue Interpretationen von frischen Filmschaffenden notwendig waren, um „Final Destination“ wieder eine frische Note zu verleihen?

Nicholas D’Agosto: Das halte ich tatsächlich für einen sehr wichtigen Schritt. Es ging darum, einen qualifizierten Drehbuchautor im Horror-Genre zu finden. Und ich denke, dass es für „Final Destination 5“ eine Bereicherung war, Eric Heisserer das Drehbuch schreiben zu lassen. Er war dazu im Stande, dem Thema einen aufregenden und neuen Look zu verpassen. Aber fast noch wichtiger, finde ich, war die Besetzung durch Steven Quale. Dies war quasi seine erste Chance, sein erstes richtiges Werk, nachdem er lange Zeit unter der Leitung von James Cameron gearbeitet hat. Und er ging mit dem Film nicht wirklich so um, als würde es sich um eine weitere „Final Destination“ Fortsetzung oder einem Teil eines bestehenden Franchise handeln. Er wollte sicherstellen, dass der Film am Ende auch für ihn selbst als eigenständiges Projekt dasteht. Es war ihm wichtig, dass er dem ganzen seine persönliche Note verleihen kann. Und ich finde, ihn als Regisseur zu besetzen, war eine großartige Wahl. Es geht dabei nicht nur darum, dass er die 3D Technologie beherrscht. Er hat außerdem versucht, etwas wirklich Frisches und Neuartiges auf die Beine zu stellen.


Die Vorahnung aus „Final Destination 5“ bietet intensive Action, wobei dieses Mal auf ein 3D-Overkill wie im vierten Ableger (Nascar-Rennen) verzichtet wurde. Worin lag der Schwerpunkt, zwar eine möglichst große aber zugleich auch realistisch wirkende Eröffnungssequenz zu kreieren?

Ich würde sagen, dass Steven Quale einfach versteht, wie man wirklich große Sets realisiert. Es handelt sich bei ihm um eine Person, die bei Avatar und Titanic mitgearbeitet hat. Er weiß, wie man diese riesigen Sequenzen so umsetzt, dass sie als Ganzes funktionieren. Man muss eine klare Vorstellung von dem haben, wie man die einzelnen Aufnahmen angehen will. Gerade bei solch einer monströsen Einrichtung, mit so vielen beweglichen Teilen, muss man über einen präzisen Plan verfügen. Das war also wirklich ein großer Vorteil, seine bisherige Erfahrung. Auch wurde viel Geld in den Bau der einzelnen Einrichtungen investiert. Wir haben sehr lange an dieser einen Szene gearbeitet. Für die Eröffnungssequenz waren zwanzig Tage Dreh und mehr notwendig. Für die Drehphase des Films wurden gleich drei verschiedene Sets errichtet. Sie haben eine Brücke neben einem Berg kreiert, die ungefähr 200 Fuß lang war und nach Maßstab umgesetzt wurde. Eine weitere Brücke wurde im Inneren des Studios errichtet, die sich auf einer der Seiten durch eine kardanische Aufhängung nach oben und unten befördern ließ. Es kam da zwar viel Green Screen zum Einsatz, aber ich glaube, dass die Szene im Film deshalb so real wirkt wie sie es tut, weil wir eben diese Sets hatten.

Würdest Du denn sagen, dass der Brücken-Kollaps filmisch und körperlich gesehen der schwierigere Abschnitt war, obwohl die Szene nur einen kleinen Teil des Films füllt?

Also als Schauspieler sage ich, dass es der schwierigste Teil war. Ganz einfach aus dem Grund, weil man es so oft wiederholen muss. Es ist anders, als sich nur auf das Schauspiel zu konzentrieren. Da entfaltet sich deine Figur, du prägst dir ein, wie du sie von Anfang bis Ende spielen möchtest und erzählst die Geschichte jeden Tag aufs Neue. Aber wenn du einzelne Abschnitte einer einzigen Szene immer und immer wieder drehst, dann ist es schwierig, sich an das emotionale Schauspiel zu erinnern, wo man sich auf dieser Ebene befinden will, und versucht zudem frische Emotionen hinzuzufügen. Besonders bei einer Szene wie dieser, wo so viel passiert. Das ist zwar eine Herausforderung, zur gleichen Zeit macht es wiederum auch Spaß. Schauspieler lieben es jedoch, herausfordernde Sachen zu machen.


Der Film startet direkt mit einer Premiere, indem in der Vorahnung nicht alle Figuren ins Jenseits befördert werden. Ist dies eine Einführung, die man beibehalten sollte? Ereignisse in die Vorahnung einzubauen, die im späteren Verlauf der Handlung von Bedeutung sind und die Charaktere in ihrem Handeln beeinflussen?

Das ist eine gute Frage. Ich bin mir darüber nicht so sicher, wie ich mir bewusst bin, dass sie im Film einen interessanten Ansatz benötigen. Ich glaube, dass wir uns glücklich schätzen können, dass wir einen so guten Aufhänger haben, dass man jemanden töten muss, um dessen Leben zu übernehmen. Ich vermute, das ist eigentlich noch wichtiger. Wenn sie jedoch Bezug darauf nehmen, was in der Vorahnungsszene passiert und das zum Aufhänger des Films führt, ist es sehr wichtig, dass es gut überlegt ist. Andere Filme waren wahrscheinlich nicht gut genug durchdacht und nahmen lediglich auf interessante Todessequenzen Bezug. Aber dieser Film bietet den inhaltlichen Zusatz. Und solange man sich darauf fokussiert, denke ich, ist es das, was das „Final Destination“ Franchise frisch halten würde.

Glaubst Du denn, dass die “Töte oder werde getötet”-Theorie auch ein weiteres Mal funktionieren würde beziehungsweise sich darauf aufbauen lässt?

Gute Frage. Das weiß ich nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob es dieselbe Auswirkung hätte. Aber in diesem Film funktioniert es definitiv. Ich glaube, dass das deshalb so ist, weil es eine sofortige Angelegenheit ist, die die Charaktere repräsentieren. Sie wissen, dass der Tod in jeder Minute zuschlagen könnte. Wenn du jemanden töten willst, kannst du das sofort tun. Du könntest einfach raus auf die Straße gehen und umgehend jemanden töten, um zu verhindern, dass dich der Tod holt. Sie müssen also eine sofortige Wahl treffen. Aber ich weiß nicht, ob es auf die gleiche Weise noch einmal funktionieren würde. Ich glaube, dass es das könnte, aber sie müssten abgesehen davon zusätzlich mit einem neuen Twist um die Ecke kommen.

Die Todessequenzen erzeugen im Vergleich zum Vorgänger wieder vermehrt das Gefühl von Suspense. Findest Du diese Szenen, die auf kleinere Mittel zurückgreifen, besser als die teilweise durch große Action herbeigerufenen Kills aus „Final Destination 4“?

Ja. Ich bin sehr glücklich darüber, wie jeder einzelne Kill in unserem Film ausgeführt wird. Sie sind wirklich fesselnd. Unsere Turnszene halte ich für sehr außergewöhnlich, die Augen-OP erschreckend… Ich denke, einige von ihnen sind wirklich großartig. Allerdings mag ich es, dass unser Film beides besitzt. Wir haben die wirklich große Vorahnungs- beziehungsweise Actionsequenz und gegen Ende des Films haben wir sogar einen Actionanteil, wenn sich die Konflikte der Charaktere zuspitzen. Aber ich finde auch, dass P.J. Byrne und David Koechner, die ich beide sehr komisch finde, dem Film viel geben. Deshalb hoffe ich, falls sie einen weiteren „Final Destination“ Ableger machen sollten, dass sie all diese Elemente wieder verwenden und in den neuen Film integrieren werden.


Tony Todd verkörpert abermals die Rolle als Bludworth, wobei sich die Informationsflut zu seiner Figur auch hier wieder in Grenzen hält. Bist Du der Meinung, dass man erklären sollte, wer er tatsächlich ist und wieso er bestens über den Tod Bescheid weiß oder würde das der Person das Mysteriöse nehmen?

Ich denke, es ist sehr wahrscheinlich, dass es der Person das Mysteriöse nehmen würde. Außerdem ist doch Tatsache, dass die Auflösung nicht jeden Fan vom „Final Destination“ Franchise befriedigen würde. Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob man so was einfach tun kann. Denn die Sache ist die, dass sich mittlerweile jeder seine eigenen Gedanken darüber gemacht hat, was er sein könnte. Wenn die Macher dann allerdings ihre Gedanken offenbaren, wird das sicherlich nur einem Teil der Anhänger gefallen. Es sei denn, sie lösen es auf eine wirklich interessante Weise auf. Wenn sie aber einen weiteren „Final Destination“ Film machen, bin ich der Meinung, dass sie mit der Figur von Tony Todd mehr anstellen sollten. Nach diesem Film ist es wichtig, dass die Leute auf eine Weise mehr über ihn lernen. Das wäre bestimmt etwas, wofür die Fans zurückkommen würden.

Die Figur also vertiefen und zugleich das Mysteriöse bewahren?

Oder wie wäre es, wenn sie Bludworth die Vorahnung haben lassen? Was wäre, wenn sich die Beziehung zwischen dem Tod und ihm so fortsetzt, dass er nun dazu aufgerufen wird, eine Vision zu haben? Möglicherweise wäre dies das Ende von „Final Destination“.

Durch das schockierende Ende würde sich doch bereits „Final Destination 5“ als Franchise-Finale eignen, oder?

Die Art und Weise, wie das Ende eingerichtet wurde, würde sich tatsächlich als Franchise-Finale eignen und funktioniert auch als solches. Wenn sie sich dazu entschließen, dass dies der letzte Ableger sein wird, glaube ich, dass die Fans einverstanden wären, dass dieser Teil die Reihe abschließt. Aber wie vorhin bereits erklärt: Ich bin der Meinung, dass, wenn sie etwas Neues bringen wollen, sie den Charakter von Tony Todd näher beleuchten sollten. Die Zuschauer dürften sich sonst bald langweilen. Ich meine, es ist nett, dass er die Erfahrung hat. Aber man kann nie wissen. Wenn sie es machen, wäre es eine brillante Idee. Ich liebe jedoch die Tatsache, dass unser Film zu den Wurzeln zurückfindet.


Denkst Du, dass die Fans jetzt erwarten, dass die Macher das Ende in einem möglichen Sequel sogar noch überbieten?

Ich weiß es nicht. Wir haben aber schon ein hervorragendes und einmaliges Ende (lacht). Die Fans der Reihe werden es lieben. Es wird also schwierig. Sie haben wirklich hart daran gearbeitet, um aus diesem Film einen besonderen Ableger zu machen. Sogar im Vor- und Abspann passieren Dinge, mit denen die Macher den Hardcore-Fans zeigen, dass sie ihnen etwas bieten wollen. Und ich finde, dass das ihnen wirklich gelungen ist, weshalb ich auch stolz darauf bin, dass ich Teil dieses Films sein darf.

Tony Todd verriet in einem Interview, dass man „Final Destination 6“ und „Final Destination 7“ bei einem weltweiten Erfolg des aktuellen Films womöglich sogar gleichzeitig drehen könnte. Wie stehst Du dazu?

Ich denke nicht, dass irgendjemand zum aktuellen Zeitpunkt bereits etwas Konkretes darüber weiß. Tony Todd hat möglicherweise einfach nur so gescherzt, wie aufregend es für ihn wäre, dies zu tun. Ich weiß nicht. Aber wenn sie es machen, dann brauchen sie eine wirklich starke Idee dafür. Ich bin mir nicht sicher, ob sie die Reihe einfach so fortsetzen können, denn dann müssten sie wieder ein paar Sachen verdrehen. Aber wie gesagt: es ist bestimmt nicht viel dran, dass irgendjemand bereits konkrete Infos über zwei weitere Filme hat.


Findest Du denn, dass bei einem solchen Vorgehen die Filme eine ähnliche Verbindung zueinander herstellen sollten, wie es bei „Final Destination“ und „Final Destination 2“ der Fall war, wo man mit Clear Rivers eine Figur hatte, die mit der Situation bereits vertraut ist?

Ja, das war sehr interessant. Als Ganzes betrachtet macht das den Spaß der Reihe aus, diese unerwarteten Wendungen und Twists. Dadurch unterscheidet sich jeder Ableger vom anderen. Wenn sie aber den sechsten und siebten Teil wirklich nacheinander drehen sollten, wäre das definitiv eine Option, auf jeden Fall.

Nach einem Flugzeugabsturz, einem Highway-Crash, einer missglückten Achterbahnfahrt, einer Nascar-Katastrophe und einem Brücken-Kollaps: Was würde sich außerdem als Opening Desaster eignen?

Oh, wow. Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Vielleicht eine Reise auf einem Kreuzfahrtschiff oder so was in der Art. Eigentlich so ziemlich das einzige Verkehrsmittel, das noch übrig bleibt (lacht). Wir hatten bereits Autos, Flugzeug, Brücke… Oder möglicherweise funktioniert noch, Menschen beim Gleitschirmfliegen zu beobachten. Zum Beispiel, dass sie sich dazu entscheiden, aus einem Flugzeug abzuspringen, also via Fallschirm. Ja, genau, Fallschirm, das wäre eine Alternative, die mir in den Sinn kommt.

Das könnte intensiv werden.

(lacht). Wir werden sehen, ob etwas daraus wird.

>> verfasst und geführt von Carmine Carpenito




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