Moviebase After.Life

After.Life
After.Life

Bewertung: 40%

Userbewertung: 77%
bei 58 Stimmen

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Originaltitel: After.Life
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: 103 Minuten
Studio: First Look International
Produktionsjahr: 2009
Regie: Agnieszka Wojtowicz-Vosloo
Drehbuch: Agnieszka Wojtowicz-Vosloo, Paul Vosloo, Jakub Korolczuk
Darsteller: Liam Neeson, Justin Long, Christina Ricci, Josh Charles, Celia Weston, Chandler Canterbury, Jack Rovello, Shuler Hensley, Rosemary Murphy, Malachy McCourt, Laurel Bryce, Luz Alexandra Ramos, Bill Perkins, Barbara Singer, John Farrer

Das weiße Licht am Ende des Tunnels, eine rosa Wolke im Himmel oder gar Wiedergeburt als ein anderes Lebewesen? Über den Zustand nach dem Ableben gibt es vermutlich fast so viele verschiedene Theorien wie Erdbewohner. Die Vision, die Regisseurin Agnieszka Wojtowicz-Vosloo in "After.Life" präsentiert, dürfte allerdings zu den unangenehmsten gehören: Hilflos liegt man auf dem Tisch des Bestattungsunternehmers und muss, in einem Dämmerzustand zwischen Leben und Tod, dabei zusehen, wie einem langsam Augen, Mund und Nase zugenäht werden. Alles Schreien und Klagen wird nicht helfen, der Weg in die Finsternis des Grabes ist unvermeidlich.

Jedoch, und das ist sozusagen der Knackpunkt der Story in "After.Life", behauptet der zwielichtige Bestatter Elliot Deacon (Liam Neeson), er könne die Toten verstehen und bereite sie im Dialog auf den Weg ins Jenseits vor. Darüber, ob Deacon tatsächlich mit den Verblichenen kommunizieren kann, soll der Zuschauer in einer konstanten Unsicherheit gehalten werden. Ist er tatsächlich übernatürlich begabt oder verfolgt er ganz andere Pläne? Im Klartext bedeutet das, seine scheintoten "Klienten" lebendig zu begraben. Das größte Problem des Films ist, dass er es zu keiner Sekunde schafft, seine hanebüchene Story glaubwürdig zu verkaufen. Die Ungereimtheiten häufen sich minütlich, auf Erklärungen wird gerne mal komplett verzichtet und das Handeln der Charaktere bleibt größtenteils völlig unverständlich und wirkt konstruiert.

Die neueste Leiche (?) auf Taylors Tisch ist die hübsche Anna Taylor (Christina Ricci), die sich zunächst so gar nicht mit ihrem scheinbaren Tod abfinden will. Erst kürzlich wurde sie von ihrem Freund Paul (Justin Long) verlassen. Nach einem Autounfall, an den sie sich nicht erinnert, wacht sie in der kalten, weißen Vorbereitungshalle auf. Liest man die großen Namen, die sich in "After.Life" in den Hauptrollen die fragwürdige Ehre geben, könnte man fast ins Grübeln kommen, warum dem Film hierzulande nicht mehr Aufmerksamkeit als eine Direct-to-DVD-Veröffentlichung zuteil wird. Nach etwa zehn Minuten weiß man: Auch gute Schauspieler können gegen hölzerne Telenovela-Dialoge nichts ausrichten, besonders dann nicht, wenn sie sich wie Neeson und Ricci ganz offenbar schämen, in diesem Streifen aufzutreten. Für Ricci kommt erschwerend hinzu, dass sie etwa die letzte halbe Stunde komplett nackt bestreiten muss. Justin Long beweist wie schon in "Drag Me To Hell", dass er außerhalb von Komödien wie "Zack And Miri Make A Porno" eine grundsätzliche Fehlbesetzung darstellt: An den emotionalen Momenten, in denen er den Tod seiner Freundin beweinen soll, scheitert Long geradezu kläglich.

Seine an und für sich interessante Grundhandlung opfert der Film zahllosen Mystery-Standardsituationen, die den Zuschauer in ihrer formelhaften Vorhersehbarkeit fast ins Jenseits langweilen. Dazu kommt eine schier unerträgliche Moralhaftigkeit, die in dem mit bitterem Ernst vorgetragenen Allgemeinplatz mündet, man solle sein Leben eben jeden Tag genießen, dann habe man den Tod nicht zu fürchten. Jeder Glückskeks ist tiefsinniger. Gegen Ende versucht sich Wojtowicz-Vosloo noch an einem "Sixth Sense"-ähnlichen Plot-Twist; zu dieser Zeit hat man sich jedoch emotional schon so weit von den uninteressanten Charakteren auf dem Bildschirm entfernt, dass einen auch diese Wendung bar jeder Logik nicht mehr berühren kann.

Abgesehen von einer lobenswerten Grundidee spricht also herzlich wenig für "After.Life". Immerhin gibt es einige schöne Kamerafahrten und -einstellungen zu betrachten, die grell ausgeleuchtete Video-Clip-Ästhetik passt gut zu der kühlen Leichenhaus-Atmosphäre des Films. Einen Sinn für Form und Stil kann man den Machern also keineswegs absprechen, in Sachen Storyentwicklung und Figurenzeichnung lässt sich jedoch jegliches Talent vermissen. Aber wie sagt man doch so schön: Vielleicht im nächsten Leben.

>> verfasst von Tim Lindemann

50%
godfather
geschrieben am 31.12.2012 um 01:21 Uhr
Ich habe den Film gerade gesehen und kann es teilweise bestätigen.Allerdings stimmt Deine Angabe bezüglich der Trennung nicht - er will ihr einen Antrag machen.
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