Moviebase Exorzismus der Emma Evans, Der

Exorzismus der Emma Evans, Der
Exorzismus der Emma Evans, Der

Bewertung: 25%

Userbewertung: 48%
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Originaltitel: La posesión de Emma Evans
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 30.03.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: 07.03.2012
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 94 Minuten
Studio: Filmax Entertainment
Produktionsjahr: 2009
Regie: Manuel Carballo
Drehbuch: Manuel Carballo
Darsteller: Doug Bradley, Tommy Bastow, Stephen Billington, Sophie Vavasseur, Richard Felix, Jo-Anne Stockham, Brendan Price, Pere Raich, Isamaya French, Emma Reynolds, Lazzaro E. Oertli Ortiz, Claudia Costas, Cristina Cervià, Joan Roca, Francesc Ten

Filme über Dämonen und deren Austreibungen sind angesagt wie nie. Die Erfolgsgeschichte von „Paranormal Activity“ dürfte jedem Genrefan bekannt sein. Andere Filmemacher zogen nach, der Markt wurde mit Werken wie „Der letzte Exorzismus“ und aktuell „The Devil Inside“ überschwemmt. Trotz zumeist wenig positiver Kritiken avancierten alle zu großen Publikumserfolgen. Da wäre es fast eine vertane Chance, nicht selbst einen Versuch im Exorzismus-Genre zu starten. Diesen Schritt wagte Regisseur Manuel Carballo, dessen Variante bereits Ende 2010 in Spanien uraufgeführt wurde. Auf der deutschen DVD ziert jetzt der Schriftzug „von den Produzenten von REC“ das Cover. Davon sollte man sich allerdings nicht beeindrucken lassen: mit dem Horrorhit von Jaume Balagueró hat Carballos Werk überhaupt nichts gemeinsam.

Emma ist ein gewöhnliches 15-jähriges Mädchen. Sie rebelliert gegen ihre strengen Eltern, ist launisch, macht ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol und trifft sich mit Jungs. Doch nach einem heftigen Streit mit ihrer Mutter leidet sie plötzlich unter Krampfanfällen und beängstigenden Halluzinationen. Nachdem Ärzte und Psychologen nichts Auffälliges finden können, wird Emma langsam aber sicher bewusst, dass in ihr etwas Dunkles und Schreckliches wohnt, das sie nicht mehr länger zurückhalten kann. Sie sieht nur noch einen Ausweg und ruft einen Exorzisten…

„Wir wollten auf die üblichen Settings verzichten und den Horror im Alltäglichen zeigen“, so Regisseur Carballo im Making Of auf der DVD. Dieser Ansatz ist löblich, allerdings zündet er im vorliegenden Fall überhaupt nicht. Gedreht wurde überwiegend am Tag, die Sonne strahlt wie an ihren besten Tagen. Mit solchen Mitteln eine gebührend gruselige Atmosphäre zu schaffen ist schwierig, hier gelingt es gar nicht. Dieser Umstand ist das größte Problem des Films. Die Geschichte ist zudem in England angesiedelt, ein Ort, den wir sofort mit Regen verbinden. Ein Klischee, welches hier gut hätte verwendet werden können, um wenigstens eine Stimmungsbasis zu schaffen. Doch Kameramann Javier Salmones hatte noch ein As im Ärmel. Seine Bilder bestechen durch eine ständig wackelnde und pulsierende Kamera. Es wird reingezoomt, wieder zurückgezoomt, nach links und rechts getaumelt. Stilistisch hat dieser Kameramann mit Schluckauf gerade in der Exposition keinen Mehrwert. Schlimmer noch: es nervt.

Was bleibt also noch übrig, wenn die Bildsprache wirkungslos bleibt? Schauspieler und Story müssen doppelt gut funktionieren. Leider sind beide Faktoren auch keine wirkliche Verbesserung. Hauptdarstellerin Sophie Vavasseur, die bereits in der Hollywood-Produktion „Resident Evil: Apocalypse“ Erfahrungen im Genre sammeln konnte, versucht verzweifelt, dem Film Leben einzuhauchen. Sie rackert sich redlich ab, das besessene Teeniegirl authentisch an den Zuschauer zu bringen. Das ist eine ungemein große Aufgabe, der die junge Schauspielerin allerdings nicht gewachsen scheint. Zumal Emma ein eher unsympathischer Charakter ist, der wenig Mitleid auslöst. Unterstützung erhält Vavasseur vom uneffektiven Drehbuch auch nicht. Der Exorzismus zwischen Tür und Angel wirkt so kaum Furcht einflößend.

Ganz ohne Klischees kommt die spanische beziehungsweise englische Teufelsaustreibung dann aber doch nicht aus. Ist der Beelzebub erst einmal in Rage, klappern die Schubladen und rutschen die Sessel. Emma hebt sogar vor den Augen ihrer griesgrämigen Eltern ab. An eine höhere Macht glauben Mutter und Vatter dennoch lange Zeit nicht. Doch auch die vermeintlich schockierenden Schimpfwörter aus dem Mund der besessenen Emma und die übernatürlichen Aktionen sind so unspektakulär, dass sich statt einer Gänsehaut bald Ermüdung einstellt. Solche Dinge gab es bereits vor 40 Jahren im Exorzismus-Klassiker „Der Exorzist“ wesentlich effektiver und unheimlicher zu sehen.

Aufgebrochen wird der geschichtliche Hauptstrang immer wieder durch Rückblenden. Diese sind, wie der Editor Guillermo de la Cal erklärt, bewusst farblich entsättigt und stärker kontrastiert. Sie sollen sich vom Rest abheben. Das ist zwar der Fall, das Szenario voran bringen aber auch diese Hintergrundinformationen nicht. Alles ist zu konstruiert und erzählerisch äußerst schwach. „Der Exorzismus der Emma Evans“ bestätigt bei der Sichtung das, was schon das stark an das „Der letzte Exorzismus“-Poster erinnernde DVD-Cover vermuten lässt: ein plumper und lustloser Versuch, auf der Erfolgswelle der billig produzierten Satans-Filme mitzuschwimmen. Zum Teufel!

>> verfasst von Janosch Leuffen

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