Moviebase Ghost Rider 2: Spirit of Vengeance

Ghost Rider 2: Spirit of Vengeance
Ghost Rider 2: Spirit of Vengeance

Bewertung: 50%

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Originaltitel: Ghost Rider 2: Spirit of Vengeance
Kinostart: 23.02.2012
DVD/Blu-Ray Verkauf: 10.08.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: 11.07.2012
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: 91 Minuten
Studio: Sony Pictures
Produktionsjahr: 2010
Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor
Drehbuch: Roy Thomas, David Goyer
Darsteller: Nicolas Cage, Ciarán Hinds, Idris Elba, Christopher Lambert, Violante Placido, Johnny Whitworth

Mögen muss man das Regieduo Taylor/Neveldine nun wirklich nicht: Ihre bisherigen filmischen Versuche, allen voran die beiden grenzdebilen Teile der Crank-Reihe, lassen sich am besten mit dem Wort "pubertär" umschreiben. Hier wurde, man entschuldige die Drastik, gekotzt, gevögelt und geballert, in beinahe jeder Szene war zumindest irgendwo eine halbnackte Frau auszumachen. Was für manche ein Höhepunkt der Anarcho-Komik darstellte, langweilte andere mit seinen erzwungenen Shock Values beinahe zu Tode. Nichtsdestotrotz kann man den beiden Regisseuren eines nicht absprechen: Einen eigenen, ziemlich kompromisslosen Stil, den sie bisher konsequent verfolgt haben. Insofern war die Wahl des Studios, diese beiden Quatschköpfe für die Fortsetzung einer erfolgreichen Comicverfilmung zu engagieren, durchaus überraschend. Den Regisseuren wird es hingegen leicht gefallen sein, das Angebot zu akzeptieren: Den bescheidenen Erstling "Ghost Rider" qualitativ zu überbieten, sollte ihnen durchaus gelingen.

 An die Maßstäbe der großen Marvel-Comicverfilmungen darf man auch dieses Sequel natürlich nicht anlegen: Von den ehrenhaften Helden, bombastischen Schauplätzen und komplexen Storygeflechten aus "Thor", "Iron Man" und co. ist dieses eher räudige Franchise ja schon thematisch meilenweit entfernt. In "Ghost Rider" geht es um den Stuntman Johnny Blaze, der seine Seele an den Teufel verkauft hat, und nun, von einem Dämon besessen, für Mephisto auf Seelenfang gehen muss. Daran ändert sich auch im zweiten Teil nicht viel, als Aufhänger dient die Suche nach einem kleinen Jungen, in dessen Körper der Geist des Teufels schlüpfen will. Die unangenehm doppeldeutige Schlüpfrigkeit dieses Vorhabens kosten die beiden Regisseure, natürlich, voll aus indem sie Luzifer (Ciaran Hinds, nicht mehr Peter Fonda) immer wieder lüstern grinsend den Körper des Jungen betrachten lassen.

Auch in anderen Szenen erkennt man nun tatsächlich deutlich den, nun ja, speziellen Stil von Taylor und Neveldine: Nicht nur, dass Hauptdarsteller Nicholas Cage diesmal in bester Crank-Manier völlig verrückt durchdrehen darf, an einer anderen Stelle pinkelt er gar in einem gigantischen Feuerstrahl von einem fahrenden Truck herunter. Abgesehen von solchen Albernheiten, gelingt es dem Duo aber auch auf gelungene Weise, den eher simplen Stoff visuell interessant zu machen. So nutzen sie zum einen den obligatorischen 3D-Effekt auf bestmögliche Weise, indem sie große Teile der Story in beeindruckende Naturkulissen, beispielsweise eine zerklüftete Berglandschaft, verlegen. Zum anderen gelingt es ihnen, den Film im besten Sinne comichaft aussehen zu lassen, sich in der Inszenierung nah an den Look von Graphic Novels halten. Ein Beispiel dafür sind die animierten Zwischensequenzen, die mit ihrem teilweise quietschbunten, dann wieder düster schwarz-weißen Stil zu den besten Momenten des Films gehören.

 Das alles kann natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Story kaum vorhanden ist, die Dialoge schlichtweg dümmlich und viele Zusammenhänge absurd erscheinen. Idris Elba ist als französischer Mönch mit Alkoholproblem und übersinnlichen Fähigkeiten nicht mehr als ein schlechter Witz und besonders in der ersten Hälfte wirken die Acionszenen uninspiriert und viel zu hektisch. Auf der Haben-Seite können Taylor/Neveldine aber immerhin noch einen erstklassigen Bösewicht verbuchen, für eine Comicverfilmung ja durchaus essentiell. Dieser lässt bei Berührung alles und jeden einfach verwesen, was auf schön widerliche Art und Weise präsentiert wird. Insgesamt leiden die beiden Regisseure allerdings sichtbar daran, dass sie sich zum ersten Mal auf PG-13-Territorium bewegen: Zu gerne würden sie den Ghost Rider ordentlich herumsplattern lassen. So ist "Ghost Rider: Spirit of Vengeance" eine angenehm trashige Fortsetzung zum herzlosen Vorgänger, die zwar immer noch wenig Hirn, dafür aber dank Taylor/Neveldine nun immerhin ziemlich dicke Eier hat.

>> verfasst von Tim Lindemann

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