Moviebase Texas Chainsaw 3D

Texas Chainsaw 3D
Texas Chainsaw 3D

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Originaltitel: The Texas Chainsaw Massacre 3D
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 09.05.2013
DVD/Blu-Ray Verleih: 02.05.2013
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Lionsgate Films
Produktionsjahr: 2012
Regie: John Luessenhop
Drehbuch: Debra Sullivan, Adam Marcus
Darsteller: Unbekannt

Beim Wort „Leatherface“ schlägt das Herz eines Genrefans höher. Für viele gilt der Killer mit der Kettensäge und der Gesichtsmaske als charismatischste Horrorfigur überhaupt. Seinen ersten Auftritt absolvierte der schweigsame Hüne bereits 1974 in Tobe Hoopers unvergessenem Klassiker „Texas Chainsaw Massacre“ („Blutgericht in Texas“). Zwei Fortsetzungen folgten (unter anderem mit Matthew McConaughey und Renée Zellweger in den Hauptrollen), bevor sich der deutsche Regisseur Marcus Nispel im Jahr 2003 einem Remake annahm. Hierzu wiederum wurde rund drei Jahre später ein Prequel veröffentlicht.

Durchblick verloren? Macht nichts, denn der neueste „Texas Chainsaw“-Ableger macht nun einfach da weiter, wo das Original aufhört – zumindest geschichtlich. Was die Inszenierung betrifft, hat sich in den letzten vier Jahrzehnten einiges verändert. Und so setzt Filmemacher John Luessenhop („Takers“) eher auf spritzendes Blut und austauschbare Teenies als auf psychischen Terror.

Jahrzehnte sind nach dem grässlichen Massaker der Sawyer-Familie vergangen. Hunderte Meilen entfernt von den grausigen Tatorten erfährt die junge Heather (Alexandra Daddario), dass sie von ihrer Großmutter, von der sie bislang gar nichts wusste, ein Anwesen in Texas geerbt hat. Um nicht ganz allein ins unbekannte Nirgendwo zu fahren, trommelt Heather ein paar Freunde zusammen und macht sich auf den Weg. Bereits nach der Ankunft in dem kleinen Örtchen ist klar: Heather ist die neue und offenbar auch einzige Besitzerin einer großen, entlegen liegenden viktorianischen Villa. Sie weiß allerdings noch nicht, dass versteckt unten im Keller ihres neuen Anwesens etwas Grauenhaftes auf sie und ihre Freunde wartet.

Tobe Hoopers Werk landete sieben Jahre nach seiner deutschen Uraufführung auf dem Index. Grund dafür waren nicht etwa besonders blutige Massakerszenen, sondern solche, in denen die Tötung im Off geschah. Die daraus resultierenden Strapazen für die Psyche sahen die Prüfer als schwerwiegend, weshalb der Titel bis zur erneuten Prüfung und schlussendlichen Freigabe im letzten Jahr beschlagnahmt wurde. Diese Prozedur muss Luessenhop nicht befürchten. Denn sein Ansatz beschäftigt sich nur minimal mit den Beweggründen von Leatherface. Stattdessen liefert der Regisseur ein Paradebeispiel für einen auf Hochglanz polierten, gorehaltigen Teenieslasher.

Diejenigen, die sich an den Originalfilm nicht mehr genau erinnern oder ihn noch nie gesehen haben, müssen nicht verzweifeln. Der Prolog zeigt in einer kurzen Zusammenfassung mit Originalbildern, was damals geschah. Ironischerweise erzeugt die Eingangssequenz noch heute mehr Atmosphäre und Unbehagen als Luessenhops restliche Arbeit.

Das Drehbuch fährt mit voller Wucht durch große Logiklöcher, ohne Rücksicht auf Verluste. Die Handlung kippt dabei hinten über und bleibt vollkommen auf der Strecke. Auch die Charakterzeichnung erweist sich als nichtig und unzureichend. Wieder einmal wagen sich fünf junge Erwachsene (zwei Pärchen und ein Fremder, na klar) auf eine Tour in einem Bulli. Bis auf Heather, die schließlich eine echte Sawyer ist und um die sich alles dreht, bleiben die Protagonisten eindimensional. Und die Wahl der knappen Damenbekleidung sagt nahezu alles über den Werdegang des Films aus.

Nach etwa einer halben Stunde wird Leatherface eher unfreiwillig aus seinem Kellerversteck befreit und macht das, für das er seit so langer Zeit schon bekannt ist: Die Kettensäge in die Höhe recken und unerwünschte Personen abschlachten. Das geschieht verdammt blutig, aber leider kaum stimmungsvoll. Auf der Tonspur sind währenddessen vornehmlich das laute Motorengeräusch der Kettensäge und spitze, weibliche Schreie zu hören. Offenbar soll das für fesselnde anderthalb Stunden genügen – tut es aber nicht.

Leatherface ist zur puren Slashermaschine verkommen, der nur noch darauf wartet, losgelassen zu werden. Erst im letzten Akt deutet sich eine Kehrtwende an und die Geschichte scheint einen interessanten, weil psychologischen  Ausgang zu nehmen. Doch leider versäumt das Autoren-Trio Kirsten Elms, Adam Marcus („Cabin Fever: Outbreak“) und Debra Sullivan genau diese beste Idee glaubwürdig auszubauen.

 „Texas Chainsaw 3D“ hat bis auf eine der berühmtesten Horrorikonen nur noch wenig mit Hoopers Erstling gemein. An derben Splatterszenen, bei denen die Kamera den Blick nicht abwendet, mangelt es hier zwar nicht. Dafür büßen Spannung und Atmosphäre deutlich ein. John Luessenhops Abklatsch  ist letztlich ein weiterer undurchdachter Horrorthriller, in denen nackte Haut und Kunstblut mehr zählen als eine ordentliche Geschichte.

>> verfasst von Janosch Leuffen

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