Moviebase Oblivion

Oblivion
Oblivion

Bewertung: 80%

Userbewertung: 73%
bei 35 Stimmen

Jetzt voten:
Originaltitel: Oblivion
Kinostart: 11.04.2013
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Radical Pictures
Produktionsjahr: 2012
Regie: Joseph Kosinski
Drehbuch: Joseph Kosinski, Karl Gajdusek
Darsteller: Unbekannt

Man kann von Tom Cruise halten, was man möchte. Fest steht: Seine Blockbuster locken Millionen Besucher in die Kinosäle und lassen somit die Kassen klingeln. Im Actiongenre fühlt sich Cruise nach wie vor pudelwohl und ans Aufhören denkt er schon gar nicht. Auch wenn es in letzter Zeit viel privaten Rummel um seine Scheidung von Schauspielkollegin Katie Holmes und das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Suri gab, blieb Cruise beruflich professionell.

Wenn der bekennende Scientologe für einen Film unterschreibt, wird er in der Regel das Aushängeschild des Projekts. Ob der 50-jährige dabei die Hauptrolle bekleidet (zuletzt in „Jack Reacher“ oder „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“) oder nur als Gast auftritt („Tropic Thunder“ oder „Rock of Ages“): Tom Cruise lebt sich in seinen Figuren aus. So verwundert es kaum, dass auch „Oblivion“ ein weiteres Vehikel des Superstars ist.

Jack Harper (Tom Cruise) ist einer der wenigen Flugdrohnen-Monteure, die noch auf der Erde stationiert sind. Nach jahrelangen Kämpfen um lebenswichtige Ressourcen mit den furchterregenden Scavs ist Jacks Arbeit nun fast abgeschlossen. Ein Patrouillen-Flug in atemberaubenden Höhen verändert sein bisheriges Leben jedoch auf einen Schlag: In einem auf die Erde gestürzten Raumschiff entdeckt er eine wunderschöne Fremde (Olga Kurylenko). Dieser Vorfall löst eine ganze Kettenreaktion von Ereignissen aus. Plötzlich muss Jack alles in Frage stellen, was er je zu wissen glaubte. Und er muss erkennen, dass das Schicksal der ganzen Menschheit auf dem Spiel steht.

Auf dem Regiestuhl nahm der Amerikaner Joseph Kosinski Platz, der sich mit seinem Spielfilmdebüt „TRON: Legacy“ vor drei Jahren Gehör verschaffte. Die futuristischen Bilder und der treibende Soundtrack des französischen Elektronik-Duos Daft Punk blieben im Gedächtnis. Zwei Komponenten, die sich Kosinski auch bei „Oblivion“ zu Nutze macht. Ohne Umschweife geht es direkt in die Handlung. Statt Computer-Beats donnern diesmal orchestrale Pauken und Bläser aus den Lautsprechern, zu denen die Titelfigur Jack aus dem Off erklärt, was Sache ist. Dazu fliegt die Kamera in weiten Einstellungen über wunderschöne Landschaften. Der Einstieg sitzt, das Interesse wurde erfolgreich geweckt.

Im ersten Akt dreht sich alles um Jack und seine Mission. Ein wenig erinnert das an Pixars „Wall-E“, der ebenfalls alleine auf der ausgerotteten Erde unterwegs war, um seine Aufgaben zu erledigen. Jack fliegt in hochmodernen Helikoptern, die Basis ist gläsern und minimalistisch gehalten. Der digitale Schreibtisch gleicht einem riesigen iPad mit der neuesten Technologie. Das Set-Design ist optisch brillant, man kann sich an dem technischen Schnickschnack kaum sattsehen. Einige Elemente nahm Kosinski augenscheinlich von „TRON“ mit (leuchtende Ringe). Und auch er verneigt sich wie viele andere Science-Fiction-Regisseure vor Stanley Kubricks Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“: Die Drohnen scannen ihre Umgebung mit einem roten „Auge“ ab und eine entscheidende Einrichtung erinnert ebenfalls stark an den Bordcomputer HAL 9000.

Im kompletten Gegensatz dazu steht die Welt der übrig geblieben Menschen, auf die Jack bald stößt. Dreckige Kleidung und rüpelhaftes Benehmen liegen hier an der Tagesordnung. Geschickt verbindet Kosinski Jacks sterilisierte (Arbeits-)Welt über den Wolken mit der ungeordneten auf der Erde. Hier prallen zwei verschiedene Lebensarten aufeinander, was zusätzlich Feuer in die Geschichte bringt. Auch wenn Morgan Freeman als Anführer der Verbliebenen leider zu selten in Erscheinung tritt, kann er Tom Cruise die Stirn bieten.

Zugegeben, der Trailer zu „Oblivion“ wirkte wenig spektakulär. Umso überraschender ist das Endprodukt ausgefallen. In diese Welt möchten wir eintauchen, mit Jack und seinem Motorrad durch die Einöden heizen. Das ist audiovisuell beeindruckendes Kino und sehenswerte Science-Fiction. Trotz ein paar Mängeln und etwas zu patriotischen und kitschigen Einwürfen bleibt die Erzählung stimmig und fesselnd. Bis hin zum großartigen Schlussakt bietet das Szenario immer wieder kleine, ungeahnte Wendungen.

Im Finale spielt Kosinski dann seinen Trumpf aus. Er verknüpft die endgültige Tat mit dem Ursprung der Geschichte. So wird erst im spannenden Ende erklärt, weshalb gerade Jack als einer der Letzten seiner Spezies mit der Mission beauftragt wurde. Das alles entscheidende Manöver gerät im Wechsel mit dem eigentlichen Beginn zum packenden und emotionalsten Abschnitt des Films.  An dieser Stelle sei aber auch nicht mehr verraten.

„Oblivion“ zeigt eine atemberaubende und bildgewaltige Zukunftsvision mit einem agilen und taffen Tom Cruise. Kosinskis Regiearbeit ist voll und ganz auf den Mimen zugeschnitten, verkommt aber eben nicht zu einer reinen One-Man-Show. Hier und da hakt es mitunter ein bisschen, doch die rasante Inszenierung und das fantastische Finale merzen die kleinen Dellen locker aus. „Oblivion“ sollte sich aufgrund der grandiosen Optik und des kraftvollen Sounds unbedingt im Kino angesehen werden.

>> verfasst von Janosch Leuffen

Bewertung abgeben:




Host - Seelen, The
Kinostart: 06.06.2013Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen ... mehr erfahren
Der letzte Exorzismus 2
Kinostart: 06.06.2013In Der letzte Exorzismus 2 wird das blutüberströmte, dreckige und verängstigte Mädchen in einem Waldstück aufgefunden, nachdem sie ein dämonisches Baby zur Welt geb... mehr erfahren
After Earth
Kinostart: 06.06.2013After Earth erzählt von einem Vater und seinem Sohn, die nach einem mysteriösen Absturz einen Planeten entdecken, der vor 1.000 Jahren von den Menschen evakuiert wurde.... mehr erfahren
Berberian Sound Studio
Kinostart: 13.06.2013Italien 1976: Der schüchterne Brite Gilderoy (Toby Jones) hat einen Job als Sounddesigner in einem Tonstudio angenommen. Worauf er sich eingelassen hat, wird ihm erst be... mehr erfahren
World War Z
Kinostart: 27.06.2013Der renommierte Zombie-Experte Max Brooks schildert die schrecklichen Jahre des Zombiekrieges, als die Menschheit vor der Auslöschung stand. Brooks' umfassende Forschung... mehr erfahren
Chained
DVD-Start: 24.05.2013Chained erzählt von dem achtjährigen Jungen Tim und seiner Mutter Sarah, die von Bob, einem als Taxifahrer getarnten Killer auf der Suche nach seinem nächsten Opfer au... mehr erfahren
Frankenweenie
DVD-Start: 29.05.2013In Frankenweenie sind Victor und sein Hund Sparky einfach unzertrennlich – bis Victor seinen geliebten Vierbeiner unerwartet durch einen Unfall verliert. Inspiriert dur... mehr erfahren
Dinosaur Project, The
DVD-Start: 18.06.2013The Dinosaur Project erzählt von zwei Dokumentarfilmern, Vater und Sohn, die in Afrika auf Dinosaurier stoßen und kurzerhand alles auf Film bannen. Luke (Matt Kane) ken... mehr erfahren
Bag of Bones
DVD-Start: 20.06.2013Pierce Brosnan spielt die Hauptrolle als Mike Noonan, ein Schriftsteller, der nach dem Tod seiner Frau Jo eine Schreibblockade erleidet. Ein Traum inspiriert ihn, in das ... mehr erfahren
House at the End of the Street
DVD-Start: 28.06.2013Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Mutter, die mit ihrer Tochter in ein kleines US-Städtchen umzieht. Dabei wohnen sie ausgerechnet am Schauplatz einer blutig... mehr erfahren