Moviebase Kinder des Zorns: Genesis

Kinder des Zorns: Genesis
Kinder des Zorns: Genesis

Bewertung: 15%

Userbewertung: 24%
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Originaltitel: Children of the Corn: Genesis
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 06.09.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: 09.08.2012
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 78 Minuten
Studio: Dimension Films, Sunfilm Entertainment
Produktionsjahr: 2011
Regie: Joel Soisson
Drehbuch: Joel Soisson
Darsteller: J.J. Banicki, Dusty Burwell, Kai Caster, Kelen Coleman, Billy Drago, Barbara Nedeljakova, Tim Rock, Duane Whitaker

Als gefeierter Schriftsteller hat man es nicht unbedingt leicht. Wenn die eigenen Romane zu Bestsellern werden, klopft kurze Zeit später meist die Filmindustrie an die Tür, um dem Urheber die Rechte für eine filmische Adaption abzuringen. Horrorautor Stephen King dürfte das schon einige Mal widerfahren sein, schließlich scheint sich nahezu jede Geschichte aus der Feder des 64-jährigen für die Kinoleinwand zu eignen. Wirklich zufrieden sein dürfte er mit den wenigsten Filmresultaten.

Im Jahre 1984 wurden gleich zwei Werke Kings filmisch umgesetzt: Die junge Drew Berrymore machte als „Feuerteufel“ die Kinosäle unsicher und Linda Hamilton trat in der Verfilmung der Kurzgeschichte „Kinder des Zorns“ auf. Doch offenbar schien das Potenzial der mordenden Kinder mit einem Film nicht vollständig ausgeschöpft zu sein. Bis heute zog der Erstling sechs Fortsetzungen, ein TV-Remake und mit dem aktuellen Titel „Kinder des Zorns: Genesis – Der Anfang“ nun also auch das obligatorische Prequel nach sich. Vor lauter Kindern scheinen die Filmemacher hierbei aber offensichtlich den Zorn nicht gesehen zu haben.

Während einer Reise durch Kalifornien hat ein junges Paar in einem abgelegenen Landstrich eine Autopanne. Tim (Tim Rock) und seine schwangere Frau Allie (Kelen Coleman) machen sich zu Fuß auf den Weg und erreichen schließlich ein einsames Haus. Ein unheimlicher Typ lässt sie herein und stellt sich ihnen als Geistlicher vor. Widerwillig gestattet er dem Paar zu bleiben – unter der Bedingung, dass die beiden bis zum Morgengrauen wieder verschwunden sind.

Als die Besucher nachts zaghafte Schreie aus einem verfallenen Schuppen hören und der Sache auf den Grund gehen wollen, machen sie eine schreckliche Entdeckung: sie sind auf einen seltsamen Kult gestoßen, der einen kleinen Jungen verehrt, in dem eine düstere Macht heranwächst und auszubrechen droht...

Joel Soisson ist der Mann für Sequels. Auf das Konto des Regisseurs gehen die Teile vier und fünf der „God’s Army“-Reihe sowie die Fortsetzungen „Pulse 2 + 3“. Der achte Spielfilm im „Kinder des Zorns“-Franchise markiert seine fünfte Regiearbeit. Es mag bezeichnend sein, dass jeder dieser Titel lediglich direkt auf DVD erschien. Der ganz große Wurf gelang Soisson jedenfalls bislang nicht. Aber vielleicht legt der Filmemacher, der aktuell als Produzent des Funsplatters „Piranha 3DD“ (im Übrigen erneut ein Sequel) in Erscheinung tritt, auf ein angesehenes Werk auch gar keinen Wert. So zumindest wirkt seine Inszenierung des „Kinder des Zorns“-Prequels von der ersten Minute.

Mittlerweile – man beachte nur den bereits vor drei Jahren fertiggestellten „The Cabin in the Woods“ – sind wir an dem Punkt angelangt, an dem Klischees aus Horrorfilmen eben als solche verstanden und als ironisches Stilmittel eingesetzt werden. Ganz anders bei den zornigen Kindern. Da versucht man tatsächlich mittels einer Autopanne im Nirgendwo bei tropischen Temperaturen und zwielichtigen alten Männern noch Spannung aufzubauen. Nach hinten gehen muss der Schuss dabei nicht zwingend, jedoch dürften die Hände der Zuschauer angesichts der präsentierten Geschichte minütlich gegen die Stirn klatschen.

Das Wort „Spannung“ hat Soisson offensichtlich noch niemals gehört, so sehr stolpern die Protagonisten Allie und Tim von einer hanebüchenen Szene in die nächste. Natürlich ist die junge Frau auch noch schwanger und hat bereits eine Fehlgeburt hinter sich. Tragisch und dramatisch wäre diese Tatsache, wenn man sich wenigstens ein bisschen für die beiden interessieren würde. Dazu kommen die unerklärlichen Verhaltensweisen der Anwesenden: Wie soll jemand, der den Zuschauer wissen lässt, dass der maßlose Konsum von Eistee dazu führt, mitten in der Nacht aufs weit entfernte morsche Klohäuschen zu stapfen, Sympathien für sich verbuchen? Und eine Hochschwangere, die es sich zur Aufgabe macht, das Geheimnis einer Kinderstimme in der mit Mordinstrumenten nur so zerberstenden Scheune aufzudecken, kann man einfach nicht ernst nehmen.

Das Pärchen geizt auch nicht mit unfreiwillig lustigen Dialogen, bei denen sich Joel Soisson (der auch gleich als Drehbuchautor verpflichtet wurde) so richtig ausgetobt hat. Dass in dem alten Haus Kreuze durch die Luft fliegen, Türen einfach zufallen oder mysteriöse Kinder umherirren, scheint für unsere Detektive keine allzu große Überraschung zu sein. Es gibt für alles eine rationale Erklärung, wir müssen nur Doktor Allie fragen. Stattdessen haben sich alle Beteiligten so viel zu erzählen, dass Tarantino seine helle Freude hätte. Wären da nicht die völlig belanglosen Gesprächsinhalte, die lediglich dazu dienen, Konflikte heraufzubeschwören oder die Laufzeit auszudehnen.

„Kinder des Zorns: Genesis“ zeigt eine unglaublich lahme Handlung mit unglaubwürdigen und irrelevanten Charakteren sowie kaum funktionierenden und gähnend langweilig in Szene gesetzten Elementen. Keine Atmosphäre, kein ansprechendes Setting, keine sehenswerten Ereignisse. Der achte Film in der Reihe ist ein Totalausfall und hoffentlich der Anfang vom endgültigen Ende. Zornig werden hier mitnichten die titelgebenden Kinder, sondern der Zuschauer. Was wohl Stephen King dazu sagen würde?

>> verfasst von Janosch Leuffen

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