Moviebase Osombie

Osombie
Osombie

Bewertung: 30%

Userbewertung: 68%
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Originaltitel: Osombie
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 31.08.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 94 Minuten
Studio: Arrowstorm Entertainment
Produktionsjahr: 2012
Regie: John Lyde
Drehbuch: Kurt Hale
Darsteller: Corey Sevier, Eve Mauro, Jasen Wade, Danielle Chuchran, Matthew Reese, Holly Lynch

Mit dem heiklen Thema der „Operation Geronimo“, die am 2. Mai 2011 bekanntlich das Leben des Terroristenführers Osama bin Laden forderte, beschäftigt sich in naher Zukunft der neue Film von Oscar-Gewinnerin Kathryn Biegelow mit dem Titel „Zero Dark Thirty“. Darin soll der Einsatz der amerikanischen Soldaten an jenem geschichtsträchtigen Datum dargestellt werden. Etwas unbekümmerter wagt sich „Osombie“ an die Tötung Bin Ladens und lässt den al-Qaida-Chef als Zombie noch einmal auf der Erde wandeln. Das ist politisch selbstredend völlig inkorrekt und nichts für Moralapostel. Freunde von sinnlosen Ballerorgien und trashigen Computereffekten werden an den Untoten dennoch Spaß haben.

Die junge Dusty (Eva Mauro) macht sich in Afghanistan auf die verzweifelte Suche nach ihrem Bruder Derek (Jasen Wade). Dieser ist überzeugt, dass Osama bin Laden (Walter A. Carmona) entgegen allen Berichten noch lebt. Schnell stellt sich heraus, dass Derek mit seiner Vermutung nicht ganz falsch lag. Dusty wird nach einem brutalen Zombie-Angriff von einer schlagkräftigen NATO-Sondereinheit gerettet. Deren Geheimauftrag: den zombiefizierten Terroristenführer aufzuspüren und die Zombie-Apokalypse zu verhindern.
 
Kein leichtes Unterfangen, wenn sich der Elite-Truppe eine ganze Meute von untoten al-Qaida-Kämpfern in den Weg stellt. Werden sie es schaffen, Amerikas Staatsfeind Nummer 1 erneut zu eliminieren?
 
Das hätte auch alles ohne „Geronimo“-Hintergrund ablaufen können, aber dann wäre die Provokation längst nicht so hoch. Die Gunst der Stunde haben die Filmemacher genutzt, um mit Bin Ladens Namen und dem oftmals kritisierten Vorgehen der amerikanischen Soldaten das schnelle Geld zu machen. Wem das schon beim Lesen zu blöd vorkommt, sollte den Hochglanz-Trash gar nicht erst in den DVD-Player legen.
 
Kurt Hale wird zwar als Drehbuchautor aufgeführt, aber diese sinnlosen Unterhaltungen hätte jeder irgendwie noch auf Papier gebracht. Doch ganz ehrlich: was anderes haben wir auch nicht erwartet. Im Wüstensand wälzen sich vier Möchtegern-Helden (nackte Oberkörper, starke Arme…) und eine Heldin (lacht über alles), die lauter wüste (um auf dem Sprachniveau des Skriptes zu bleiben) Sätze aufsagen. Das ist unglaublich doof, allerdings auch irgendwie lustig. Zumindest phasenweise. Für eine kleine Einschätzung der Dialoge hier ein paar Beispiele: 1. „Man lebt nur einmal, oder?“ – „Oder zwei Mal.“ 2. „Ich will nicht zählen, denn weiter als bis eins komme ich nicht.“ 3. „Was frisst ein Zombie, dem die Zähne gezogen wurden? Den Zahnarzt.“ Wer jetzt lacht oder zumindest schmunzelt, darf sich „Osombie“ ohne weitere Bedenken ansehen.
 
Glücklicherweise nimmt sich das in glasklaren High Definition-Bildern abgedrehte Spektakel selbst niemals ernst. Hier sind wahre Dumpfbacken am Werk, die nur Bock auf Schießereien und spritzendes Blut haben. Kommen da etwa kritische Untertöne zum Geronimo-Projekt ans Tageslicht? Mitnichten. Wo die hirnlose Action mit hohlen Phrasen und völligem Overacting der Laiendarsteller noch für gewisse Unterhaltung sorgt, schockieren die eingesetzten CGI-Bilder durch totale Schlamperei. Obwohl Köpfe zerbersten, Gliedmaßen mit Raketenwerfern abgeschossen und Rücken aufgeschlitzt werden, bleibt der weiße Sand seltsamerweise blutleer. Abgeknallte Zombies verpuffen gar im Nichts. Das trübt die spaßige Angelegenheit immens, gibt es besser generierte Effekte sogar in Rohrkrepierern wie „Sharktopus“ zu bestaunen.
 
Für ein wahrhaftiges Trashfest ist „Osombie“ zu standardisiert. Untote, die kaum laufen können, diesmal als Abwandlung eben einen Turban tragen, werden abgemeuchelt. Punkt. Geschichte erzählt. Das hat weder den Charme eines „Juan of the Dead“, noch den Kult eines „Shaun of the Dead“. Zudem macht die titelgebende Hauptfigur hier genau das, was sie bis zu ihrem Tod auch im realen Leben getan hat: sie versteckt sich. Vom untoten Osama ist bis zum „Finale furioso“ (Achtung: Ironie) kaum etwas zu sehen. In satten anderthalb Stunden Laufzeit hätte man da durchaus mehr erwarten dürfen.
 
„Osombie“ ist schlecht, richtig schlecht sogar, dabei jedoch schon wieder so blöd, dass sich dieser Müll für einen Partyabend mit Gleichgesinnten lohnen könnte. Die Handlung ist für den Po, die Darsteller sowieso und von den visuellen Effekten wollen wir gar nicht erst sprechen. Auf Toilette gehen darf man während der Metzelorgien jederzeit, da sich zwei Szenen immer und immer wiederholen. Desaströs, respektlos und total hirnverbrannt: „Osombie“.
 
>> verfasst von Janosch Leuffen

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