Moviebase Grabbers

Grabbers
Grabbers

Bewertung: 70%

Userbewertung: 83%
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Originaltitel: Grabbers
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 09.10.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: 17.09.2012
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 85 Minuten
Studio: Forward Films, High Treason Productions
Produktionsjahr: 2012
Regie: Jon Wright
Drehbuch: Kevin Lehane
Darsteller: Richard Coyle, Ruth Bradley, Russell Tovey, Lalor Roddy, David Pearse, Bronagh Gallagher, Pascal Scott, Clelia Murphy, Louis Dempsey, Micheál O'Gruagain, Ned Dennehy, Stuart Graham

Horrorfilme haben uns gezeigt, dass man Monstern mit den kreativsten Methoden entgegentreten kann und muss, wenn Knoblauch, Kruzifix oder rohe Gewalt nicht ausreichen. Die fiesen Marsmännchen aus „Mars Attacks!“ wurden mit gräuslicher Schlagermusik bezwungen, für den Unhold Vigo („Ghostbusters 2“) musste gar zunächst die Freiheitsstatue belebt werden. Klar ist nach den ungeschriebenen Gesetzen des Horrors aber auch, dass man Monster nur dann besiegt, wenn man den eigenen Schwächen und Fehlern ins Auge blicken kann und schließlich sogar lernt, diese als Stärken im Kampf zu nutzen. Von daher ist es nur konsequent, wenn in der irischen Genre-Produktion „Grabbers“ eine kleine Insel in Irland ihr Monsterproblem mit einem äußerst landestypischen Hilfsmittel bekämpfen müssen: Alkohol.

In einem Subgenre, der Monsterkomödie, das oft zur belanglosen Albernheit neigt, macht „Grabbers“ einiges richtig: Liebevoll präsentiert uns Regisseur Jon Wright das Setting des Films, lässt erkennbar viel Herzblut in die detaillierte Darstellung der verschrobenen Insel-Community fließen und begeistert zudem mit hervorragenden Landschaftsaufnahmen. Dazu kommt, dass der Film seinen ulkigen Charakteren und Dialogen einen wundervoll düsteren Soundtrack entgegensetzt, und somit zumindest zu Anfang gelungen die Balance zwischen Komik und Spannung hält. Gegen Ende, wenn, wie nicht anders zu erwarten, die Alkohol-Unverträglichkeit der Aliens Anlass zu hemmungslosen Besäufnissen aus Schutzzwecken gibt, rutscht „Grabbers“ hin und wieder leider doch ins allzu Karnevaleske ab.

Wie es sich für einen solchen Film gehört, sind die menschlichen Hauptfiguren allesamt reine Abziehbilder, charakterisiert durch ein bis zwei Wörter wie „faul“, „versoffen“, „übereifrig“ oder „treuherzig“. Wright aber porträtiert seine Figuren mit soviel Charme, dass man ihm ihre Eindimensionalität keineswegs vorwerfen kann. Dazu kommen sympathische Leistungen der Schauspieler, allen voran von Ruth Bradley und Richard Coyle, die das ungleiche Polizistenpaar im Zentrum des Films verkörpern. Aber, wie wir wissen, ist ein Monsterfilm nur so gut, wie sein Monster. Hier weist „Grabbers“ einige kleinere Defizite auf: Die vielarmigen Tentakelwesen, angesiedelt irgendwo zwischen Oktopus und Schlingpflanze, sind im wahrsten Wortsinn ein wenig zu gesichtslos um auf ganzer Linie zu überzeugen. Rein technisch gibt es trotz kleinem Budget wenig an den Viechern zu meckern, konzeptionell hätte man vielleicht noch ein wenig mehr Mühe investieren können.

Die eingangs erwähnte Prämisse der Alkoholunverträglichkeit sorgt gerade kurz nach ihrer Einführung für einige gelungene Lacher. Besonders lustig daran ist aber eigentlich, wie dieser ansonsten durchaus familienfreundliche Film im Großen und Ganzen die Botschaft vertritt, dass es kein noch so monströses Problem gibt, das sich nicht wegsaufen lässt. Zwar versucht Wright dieser Tendenz mit der Läuterung des alkoholabhängigen Polizisten entgegen zu wirken, der seine eigene Sucht ausgerechnet zu dem Zeitpunkt bezwingen muss, als sich die gesamte Inselbevölkerung im wohligen Rausch befindet. Insgesamt aber ist „Grabbers“ vermutlich eine ebenso ambitionierte, wenn auch natürlich deutlich reflektiertere und handwerklich versiertere, Hommage an den Alkohol wie „Bierfest“ oder „Ballermann 6“. Der perfekte Partyfilm für Monsterfreunde also.

>> verfasst von Tim Lindemann

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