Moviebase Mama

Mama
Mama

Bewertung: 60%

Userbewertung: 95%
bei 55 Stimmen

Jetzt voten:
Originaltitel: Mama
Kinostart: 18.04.2013
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: - Minuten
Studio: Universal Pictures
Produktionsjahr: 2013
Regie: Andres Muschietti
Drehbuch: Neil Cross, Andres Muschietti, Barbara Muschietti
Darsteller: Jessica Chastain, Nikolaj Coster-Waldau, Megan Charpentier, Isabelle Nélisse, Daniel Kash, Javier Botet, Jane Moffat, Julia Chantrey, Jayden Greig, Sydney Cross, Morgan McGarry

Nicht erst seit seinem Welterfolg „Pan’s Labyrinth“ gilt Guillermo Del Toro als Förderer junger Talente. Das Märchen aus der Zeit des spanischen Bürgerkriegs verschaffte ihm jedoch auch in Hollywood Gehör und erlaubte die Realisation mancher Projekte, die zuvor vermutlich nur schwer oder überhaupt nicht zu stemmen gewesen wären. Dabei liegen dem Freund des fantastischen Kinos vor allem betont altmodische Gruselgeschichten am Herzen. Filme wie „Don’t Be Afraid of the Dark“ oder „Das Waisenhaus“ lassen sich bei aller künstlerischen wie stilistischen Raffinesse nicht zuletzt als Verbeugung vor dem eher gemütlichen Horrorkino der Vor-“Saw“-Ära interpretieren. Und obwohl Del Toro in beiden Fällen lediglich als ausführender Produzent respektive Co-Autor auftrat, sind seine Handschrift und sein Einfluss jederzeit klar herauszulesen.

Ganz ähnlich verhält es sich nun mit „Mama“, dem Spielfilmdebüt des gebürtigen Argentiniers Andrés Muschietti. Auch diese Geschichte wirkt durchtränkt von vielen der typischen Del Toro-Ingredienzien. Wieder spielen Kinder eine wichtige Rolle, ebenso Märchenelemente und eine Sicht auf die Welt, in der nicht alles mit wissenschaftlichen Methoden vermessen und erfasst werden kann. Das Unsichtbare und Übernatürliche bot Del Toro schon immer die beste, weil kreativste Spielwiese. Mit Muschietti scheint er nicht nur einen talentierten Filmemacher sondern zugleich auch einen Seelenverwandten entdeckt zu haben. Zusammen mit seiner Schwester Barbara entwarf und inszenierte dieser vor knapp fünf Jahren den gleichnamigen Kurzfilm, der mit äußerst bescheidenen Mitteln innerhalb weniger Stunden abgedreht wurde. Für ihn war es seine Visitenkarte, über die Del Toro schließlich auf ihn aufmerksam wurde.

Voller Beigeisterung spricht der große Regisseur dann auch über den Jungen in einem Vorwort zu dessen Kurzfilm, der netterweise kostenfrei im Netz angeschaut werden kann. Im Kern erzählt „Mama“ von einer Familientragödie, die sich mit einer zweiten über Ort und Zeit hinweg verbindet. Ein Familienvater tötet darin seine Ex-Frau und Arbeitskollegen bevor er mit den beiden gemeinsamen Töchtern die Flucht in eine verlassene Waldhütte antritt. Dort plant er seinen und den Tod der Kinder. Letzteres weiß jedoch eine zunächst unsichtbare Kraft zu verhindern und so kommt es, dass die dreijährige Victoria (Megan Charpentier) und die erst einjährige Lilly (Isabelle Nélisse) alleine, ohne Kontakt zu anderen Menschen aufwachsen. Fünf Jahre vergehen ehe man beide völlig verwahrlost und verängstigt findet. Ihre Motorik hat sich in dieser Zeit ebenso wie ihre Sprache zurückgebildet. Gerade die kleine Lilly wirkt traumatisiert. Statt wie ein Kind bewegt sie sich meist wie ein scheues Tier.

Unter der Aufsicht eines Psychologen (Daniel Kash) kommen die Kinder schließlich in die Obhut ihres Onkels (Nikolaj Coster-Waldau) und dessen Freundin Annabel (Golden Globe-Gewinnerin Jessica Chastain). Allerdings merkt die mit ihrer plötzlichen Mutterrolle überforderte Stiefmama, dass mit den Mädchen etwas nicht stimmt. Tatsächlich konkurriert noch eine zweite Mutter um Lilly und Victoria. Die Kinder nennen sie wie selbstverständlich „Mama“. Für den Zuschauer erscheint sie lange Zeit nur als ein schwarzer Fleck an der Wand, als bedrohlicher Schatten, als unscharfer Umriss oder in Gestalt einer Motte. In genau diesen Momenten entwickelt Muschiettis Film seine größte Anziehungskraft und Suspense. Obwohl die eigentlich recht simple Geschichte nie ihre übersinnlichen Einflüsse versteckt oder unnötig tarnt, gelingt ihr es, mehrmals für wohligen Grusel zu sorgen. Das liegt vor allem an Muschiettis souveräner Regie, seiner ausgereiften, überaus atmosphärischen Bildsprache – er ist gelernter Werbefilmer – und dem Talent der beiden Kinderdarsteller, die bereits ohne Unterstützung ihrer CGI-generierten Zweitmama Angst und Schrecken verbreiten.

„Mama“ ist darüber hinaus eine wahre Fundgrube für Freunde des klassischen Horrorkinos. Davon abhängig wie sehr man sich in Muschiettis Werk hineinziehen lässt, mag man die Anleihen an „The Woman in Black“, „Dark Water“ und sogar „Das Schweigen der Lämmer“ (die Motte!) wahlweise als liebevolle Hommage oder ideenlose Kopie bewerten. Dazu borgt sich Muschietti auch bei Del Toro so manches aus. Im behutsamen Aufbau von Atmosphäre und ihrer Figuren sind beide Filmemacher ohnehin auf einer Wellenlänge. Natürlich besitzt „Mama“ auch ganz objektiv einige Schwachpunkte. Während der Film gerade aus der Stille und der Ruhe ein Gefühl der Bedrohung kreiert, sind seine lauten Schreckmomente weniger überzeugend. Gleiches gilt für den zum Ende ausufernden CGI-Einsatz, der dem Mysterium der Geistermutter jedes Geheimnis und jede Poesie raubt. Letztlich bleibt es aber nur bei Schrammen an einem ansonsten erstaunlich reifen Debüt.

>> verfasst von Marcus Wessel

Bewertung abgeben:




Host - Seelen, The
Kinostart: 06.06.2013Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen ... mehr erfahren
Der letzte Exorzismus 2
Kinostart: 06.06.2013In Der letzte Exorzismus 2 wird das blutüberströmte, dreckige und verängstigte Mädchen in einem Waldstück aufgefunden, nachdem sie ein dämonisches Baby zur Welt geb... mehr erfahren
After Earth
Kinostart: 06.06.2013After Earth erzählt von einem Vater und seinem Sohn, die nach einem mysteriösen Absturz einen Planeten entdecken, der vor 1.000 Jahren von den Menschen evakuiert wurde.... mehr erfahren
Berberian Sound Studio
Kinostart: 13.06.2013Italien 1976: Der schüchterne Brite Gilderoy (Toby Jones) hat einen Job als Sounddesigner in einem Tonstudio angenommen. Worauf er sich eingelassen hat, wird ihm erst be... mehr erfahren
World War Z
Kinostart: 27.06.2013Der renommierte Zombie-Experte Max Brooks schildert die schrecklichen Jahre des Zombiekrieges, als die Menschheit vor der Auslöschung stand. Brooks' umfassende Forschung... mehr erfahren
Maniac
DVD-Start: 21.05.2013Maniac – die verkörperte triebhafte Grausamkeit kann nur leben, wenn er tötet. Unaufhaltsam getrieben, mordet, skalpiert und entkleidet er Frauen und Mädchen, die in... mehr erfahren
Chained
DVD-Start: 24.05.2013Chained erzählt von dem achtjährigen Jungen Tim und seiner Mutter Sarah, die von Bob, einem als Taxifahrer getarnten Killer auf der Suche nach seinem nächsten Opfer au... mehr erfahren
Frankenweenie
DVD-Start: 29.05.2013In Frankenweenie sind Victor und sein Hund Sparky einfach unzertrennlich – bis Victor seinen geliebten Vierbeiner unerwartet durch einen Unfall verliert. Inspiriert dur... mehr erfahren
Dinosaur Project, The
DVD-Start: 18.06.2013The Dinosaur Project erzählt von zwei Dokumentarfilmern, Vater und Sohn, die in Afrika auf Dinosaurier stoßen und kurzerhand alles auf Film bannen. Luke (Matt Kane) ken... mehr erfahren
Bag of Bones
DVD-Start: 20.06.2013Pierce Brosnan spielt die Hauptrolle als Mike Noonan, ein Schriftsteller, der nach dem Tod seiner Frau Jo eine Schreibblockade erleidet. Ein Traum inspiriert ihn, in das ... mehr erfahren