Moviebase The Pyramid

The Pyramid
The Pyramid

Bewertung: 40%

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Originaltitel: The Pyramid
Kinostart: 16.04.2015
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Fox International Productions (FIP), Silvatar Media
Produktionsjahr: 2014
Regie: Grégory Levasseur
Drehbuch: Daniel Meersand, Nick Simon
Darsteller: Ashley Hinshaw, James Buckley, Denis O'Hare, Daniel Amerman

Schon vor seinem Regiedebüt „The Pyramid – Grab des Grauens“ war der Franzose Grégory Levasseur in Horrorkreisen kein unbeschriebenes Blatt. In seiner Vita standen bis dahin unter anderem Drehbuchbeteiligungen an „High Tension“, „The Hills Have Eyes“ und „Mirrors“, allesamt Arbeiten seines bekannten Landsmannes und Kumpels Alexandre Aja. Vor diesem Hintergrund durfte man gespannt sein, wie sich Levasseur bei seinem ersten eigenen Projekt schlagen würde. Stümperhaft, war die Meinung vieler Kritiker, als sein mythologisch angehauchter Gruselstreifen Ende 2014 in die amerikanischen Kinos kam. Dass hierzulande fast eineinhalb Jahre vergehen mussten, bis „The Pyramid“ nach seiner Leinwandauswertung im April 2015 auch auf Blu-ray und DVD erscheint, spricht nicht gerade für den Film. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass nun statt 20th Century Fox der Verleiher Studiocanal das Werk in die heimischen Wohnzimmer bringt. Ein erinnerungswürdiger Genre-Beitrag ist Levasseur sicher nicht gelungen. Zugutehalten muss man ihm jedoch, dass sein Erstling trotz eklatanter Mängel einige annehmbare Schocks auffährt.

Während in Ägypten gesellschaftliche Unruhen toben, stoßen der anerkannte Archäologe Dr. Holden (Denis O’Hare) und seine Tochter Nora (Ashley Hinshaw, heute: Ashley Grace) auf eine dreiseitige Pyramide, die tief unter dem Wüstensand vergraben liegt. Ein Sensationsfund, der die TV-Reporterin Sunni (Christa-Marie Nicola) und den Kameramann Fitzie (James Buckley) nach Nordafrika führt, die für ihren Sender einen Bericht über die Entdeckung drehen sollen. Bei der Öffnung eines Tunnels, über den die Wissenschaftler ins Innere vorzudringen hoffen, wird ein Arbeiter durch eine entweichende Giftwolke verletzt. Und kurz darauf ereilt Holden und seine Mitstreiter die nächste Hiobsbotschaft. Da die Aufstände in der Umgebung bedrohliche Ausmaße erreicht haben, fordern die Behörden die Anwesenden auf, umgehend abzureisen. Nora will diese Entscheidung allerdings nicht akzeptieren und appelliert vehement an den Forschergeist ihres Vaters, der sich schließlich überreden lässt, noch einige Stunden zu bleiben und den Erkundungsroboter „Shorty“ in die Pyramide zu schicken. Als das sündhaft teure, von der NASA ausgeliehene Hightech-Gefährt in den dunklen Gängen einen Unfall hat und die Videoübertragung abbricht, sieht sich die Crew gezwungen, selbst in das Tunnellabyrinth hinabzusteigen. Begleitet von Sunni und Fitzie, laufen die Wissenschaftler einer tödlichen Gefahr in die Arme.

Dass hier inhaltlich nicht viel zu holen ist, wird schon in der Anfangsviertelstunde deutlich, die – freundlich formuliert – rein funktional ausfällt. Die sozialen Unruhen werden nur deshalb in die Handlung integriert, um den plötzlichen Abbruch der Ausgrabung zu rechtfertigen. Der Disput zwischen Dr. Holden und seiner Tochter über den Nutzen technischer Hilfsmittel bei der archäologischen Arbeit soll den Figuren etwas Profil verleihen, verpufft allerdings viel schneller als die Giftwolke nach dem Öffnen des Tunnels. Und das kleine Fernsehteam zeichnet sich schon vor dem Abstieg durch dumme Fragen aus, was eine Bemerkung Sunnis – „Das war’s dann mit dem Emmy!“ – vollkommen absurd erscheinen lässt. Dass sie und ihr Partner mit ihrer Dokumentation allen Ernstes einen großen Preis abstauben könnten, mag man zu keinem Zeitpunkt glauben.

Verschlägt es die Protagonisten schließlich in das Innere der Pyramide, geht – wie zu erwarten war – rasch die Orientierung verloren, während seltsame Laute und durchs Bild flitzende Schatten Vorboten der Gefahr im Dunkeln sind. Formal wählt Levasseur überraschenderweise einen Mittelweg. In einigen Momenten dominiert der typische Found-Footage-Look, der unter anderem Fitzies Kamerablick entspringt. In anderen Szenen setzt der französische Debütregisseur auf übergeordnete Perspektiven, die eindeutig nicht den Figuren und ihren Aufnahmegeräten zuzuordnen sind. Obwohl diese Vorgehensweise überaus inkonsequent anmutet, ist auf diese Weise Abwechslung garantiert und ausgeschlossen, dass anstrengendes Dauergewackel auf den Betrachter niederprasselt.

Beim Erkunden des alten Grabmals rufen die Dialoge in vielen Fällen unfreiwillig Heiterkeit hervor. Dem Vater-Tochter-Gespann nimmt man immer weniger die hochangesehenen Archäologen ab, auch wenn die beiden mehrfach innehalten, um Wandbilder und Hieroglyphen zu kommentieren. Und das Gefühl der Beklemmung, das die Spurensuche unter der Erde eigentlich vermitteln sollte, kommt nie richtig zur Entfaltung. Halbwegs funktionierende Schreckmomente und kleinere Wendungen bauen Levasseur und seine Drehbuchautoren ab und an in das Geschehen ein, sodass der horroraffine Zuschauer nicht vollends in die Röhre schauen muss. Sinnigerweise lässt der Film recht lange offen, wer oder was sich in den Gängen der Pyramide aufhält, die bei genauerem Hinsehen etwas zu sauber und steril erscheint. Wird das Geheimnis, begleitet von einige platten mythologischen Erklärungen, schließlich gelüftet, nimmt der Film, der wiederholt die Grenze zur Lächerlichkeit überschreitet, endgültig albern-trashige Züge an, da der CGI-Antagonist einem Monster aus einem billigen Computerspiel gleicht. Wenig verwunderlich, dass die finale Auseinandersetzung vor diesem Hintergrund keine allzu große Spannung erzeugen kann.

>> von Christopher Diekhaus

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