Moviebase Königin der Verdammten - Herrin aller Vampire, Die

Königin der Verdammten - Herrin aller Vampire, Die
Königin der Verdammten - Herrin aller Vampire, Die

Bewertung: 45%

Userbewertung: 54%
bei 45 Stimmen

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Originaltitel: Queen of the Damned, The
Kinostart: 04.04.2002
DVD/Blu-Ray Verkauf: 02.10.2002
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 98 Minuten
Studio: Warner Bros.
Produktionsjahr: 2001
Regie: Michael Rymer
Drehbuch: Scott Abbott
Darsteller: Stuart Townsend, Marguerite Moreau, Aaliyah, Vincent Perez, Paul McGann, Lena Olin, Christian Manon, Claudia Black, Matthew Newton, Megan Dorman, Richael Tanner, Christopher Kirby, Bruce Spence, Tiriel Mora, Johnathan Devoy

Sex, Blut und Rock´n´Roll ist wohl eine ganz passende Beschreibung für diesen Film, der sich um das Leben des Vampirs Lestat dreht und auf den Chroniken von Anne Rice beruhen soll. Man kann ihn auf gewisse Art als Sequel zu „Interview mit einem Vampir“ betrachten, aber irgendwie eben auch nicht und so tut sich schon hier eins der etlichen Probleme auf, die man mit diesem Film bekommt.

Lestat (Stuart Townsend) ist ein französischer Adliger, der im 18. Jahrhundert vom Vampir Marius (Vincent Perez) entführt und ebenfalls zum Untoten verwandelt wird. Ihre Wege trennen sich, und da Lestat es schnell leid ist, alleine durch die Nächte zu streifen, schläft er über hundert Jahre in seiner Gruft. Doch dann wird er von der Musik einer Gothmetalband geweckt und schließt sich dieser ohne jegliches Zögern an. Er wird zum Leadsänger und schnell zum auf der ganzen Welt gefeierten Rockstar. Damit bringt er jedoch den gesamten Rest der Vampirwelt gegen sich auf. Denn zum einen dürfen Vampire ihre Identität nicht preisgeben und zum anderen verrät er in seinen Songtexten noch mehr ihrer Geheimnisse. Doch nicht nur die haben es auf Lestat abgesehen. Mit seiner Musik hat er die Mutter aller Vampire geweckt, Akasha (Aaliyah). Die bringt sogar kurzerhand ihren schlafenden König um, um mit Lestat über die Welt herrschen zu können, wie sie es einst mit Enkil tat. Doch sie will, wie Warner Bros. so schön schreibt, die Hölle auf Erden, ein Königreich gepflastert mit Leichen. Da zieht es Lestat schon eher zu der sterblichen Jesse (Marguerite Moreau), eine Talamasca-Angehörige (Geheimbund in London zur Erforschung paranormaler Geschehnisse), die man schon fast als seinen Stalker bezeichnen könnte und die natürlich rein zufällig auch Vampirwurzeln hat. Und so kommt es beim Open-Air-Konzert im kalifornischen Death – Valley zum Showdown; denn nicht nur Lestat soll sterben, auch die größenwahnsinnige Akasha muss von ihrem eigenen Gefolge zu Fall gebracht werden.

Ja, da ist wohl so einiges schief gelaufen, als dieser Film entstand. Aber bei den unzähligen Mankos fangen wir am besten bei der Geschichte an sich an. Ein Vampir der Rockstar wird und damit versucht seine tiefsten Sehnsüchte zu stillen, ist an für sich eine gute Idee, doch Scott Abbott und Michael Petroni haben das Drehbuch einfach nur vergeigt.

Wie bereits erwähnt, ist „Die Königin der Verdammten“ so etwas wie die Fortsetzung von „ Interview mit einem Vampir“, denn in beiden dreht sich das Geschehen um Lestat. Doch das erste große Problem ist, dass in diesem Film zwei Bücher in eine Geschichte gesteckt wurden und somit vom Inhalt zwangsläufig einiges verloren gehen musste. Warner Brothers hatte die Möglichkeit, sich sogar zwei Drehbücher ( für „ The Vampire Lestat“ und „ The Queen of the damned“ ) für die Fortsetzungen der Vampirchronik von der Erfinderin selbst schreiben zu lassen, doch dies wurde abgelehnt, da das Studio anscheinend schon mit Rices Drehbuchversion von „ Interview mit einem Vampir“ unzufrieden gewesen sein soll und daher unzählige Änderungen vorgenommen werden mussten. Diese Arbeit hätten sie mal lieber auf sich nehmen sollen, dann wäre das Ergebnis mit Sicherheit um einiges besser geworden. Denn abgesehen davon, dass sich den ganzen Film über keine richtige Spannung aufbaut, ist die Handlung nicht mal ansatzweise tiefgründig und lässt einen vergebens auf eine handlungsbestimmende Wandlung warten. Aber wenigstens ist die Story an sich etwas Neues und läuft nicht nach dem üblichen „ Wir gehen jetzt Vampire abschlachten“- Schema ab.

Das Geschehen verläuft in zwei Handlungssträngen, welche sich im Laufe des Filmes kreuzen. Zum einen sieht man die Geschichte von Lestat, zum anderen Jesse und ihre Suche nach dem weltbekannten Vampir. Als die beiden sich nun endlich treffen, sprühen regelrecht die Funken und so ist es für keinen mehr verwunderlich, dass Lestat sich am Ende für Jesse entscheidet und Akasha zurückweist. Da bringt es auch nicht mehr viel, dass Ganze mit Lestats Begierde nach dem Leben unter den Lebenden mehr oder minder zu rechtfertigen, denn ohne zuviel vorweg nehmen zu wollen: Nach dem Konzert ist keiner mehr, der er vorher war. Das macht den Film neben der etwas flachen Story noch ziemlich durchschaubar.

Aber das war noch nicht alles. Nein, sie, also Warner Bros. haben sich noch weitere ganz böse Patzer erlaubt, auch bekannt als Kontinuitätsfehler. Diese äußern sich darin, als sich zum Beispiel Lestat in einen Vampir verwandelt und von Marius trinkt, erst am Kinn, dann am Hals, Blutflecken sind da, dann wieder weg… Oder das er kurz danach im Film einen Violinenbogen wieder in der Hand hält, obwohl ihm genau dieser direkt davor aus den Fingern geschleudert wurde. Da ist der verrutschte Träger von Jesses Oberteil noch das geringste Übel. Doch nicht nur das, die Schwerkraft wird kurzzeitig auch außer Kraft gesetzt. Dass Lestat an den Wänden und der Decke entlang kriecht, schön und gut. Aber das seine Haare dabei nicht herunter hängen, sollte eigentlich nicht passieren. Und warum sich Lestat erst wieder dem Sonnenlicht aussetzen kann, als er das zweite Mal von Akasha trinkt, ist mir zwar noch immer nicht ganz schlüssig, aber sei es drum…

Wer auf viel Blut hofft, geht hier tendenziell leer aus. Im Vergleich zu anderen Vampirfilmen wie Blade könnte man Die Königin der Verdammten schon fast als trocken bezeichnen. Aber ich muss sagen, dass es in den Szenen, in denen das Blut fließt, das eigentlich auch in ausreichendem Maß passiert. Wirklich viele gibt es davon allerdings nicht. Muss es auch nicht, wenn der Rest der Handlung unterhaltsam genug ist. Auch die anderen Effekte sind visuell nicht wirklich gut ausgebaut. Vor allem das Fliegen wirkt etwas seltsam.

Bei all dem Tadel, den es jetzt geregnet hat, muss ich nun auch etwas Lob aussprechen. Das Kulissenbild ist aufwendig gebaut und wirklich gelungen. Ob der Strand oder die Villen, in denen die Vampire hausen, die Locations können sich in jedem Fall sehen lassen.

Auch die Schauspieler sind gut gewählt und die Kostüme und die Maske sind erstklassig. Stuart Townsend sieht mit seinen Augenringen und der weißen Haut aus, wie man sich einen richtigen Vampir vorstellt und sein Pendant dazu ist die schokofarbene R´nB-Queen Aaliyah. Und hier steht leider eine Tragödie im Hintergrund, denn auch wenn ihre Rolle namengebend für diesen Film ist, hat sie ihr Werk selbst nie gesehen. Nach den Dreharbeiten zu dem Musikvideo von „Rock the Boat“ stürzte das Flugzeug ab und sie verlor im Alter von nur 23 Jahren ihr Leben. Abgesehen von dem unmessbaren Verlust ihrer mehr als talentierten Person, fehlte bei der Postproduktion des Films noch Tonmaterial von ihr. Hier sprang ihr Bruder ein und entgegen kursierender Gerüchte, die besagen, dass ihre letzten Szenen ganz von ihm gespielt werden, wurde nur seine sie nachahmende Stimme verwendet.

Die wohl einzig richtige Glanzleistung in diesem Film ist der Soundtrack. Für alle, die auf Metal stehen, ist er ein absolutes Muss. Während die Musik im Film mit der Stimme von Korns Leadsänger Jonathan Davis geziert ist, geben sich auf der CD Größen wie Marilyn Manson, Chester Bennington von Linkin Park oder Disturbed das Mikrofon in die Hand.

Alles in allem ist „Die Königin der Verdammten“ ein ziemlich durchschnittlicher Horrorfilm, bei dem aber auch nicht allzu viel kaputt geht, wenn man ihn sich ansieht. Aber wirkliche Aspekte, mit denen er bestechen kann, hat er leider auch nicht vorzuweisen. Es ist alles einfach gestrickt und verlangt einem kaum Denkarbeit während des Zusehens ab. Für Gothmetal- oder Aayliahfans ist er aber schon fast unumgänglich und den Weg zur Videothek wert.

>> geschrieben von Angela Berroth 

20%
Freizeit-Kritikerin
geschrieben am 14.04.2010 um 15:00 Uhr
Wer Fan von Anne Rices unglaublicher "Chronik der Vampire" ist und in Genuss dieser literarischen Meisterwerke kam, wird diesen Film wohl eher als degradierend für die Romane "The vampire Lestat" und "Queen of the damned" werten. Während "Interview mit einem Vampir" noch eine wunderbare, gelungene Adaption des gleichnamigen Romans ist, kann dieser Film nicht annähernd an dieses Niveau mithalten. Hier gilt also wie so oft : etliche Buchverfilmungen hätte man sich guten Gewissens sparen können. Wie bereits in der Kritik von Berroth genannt wurde, könnte man die Kulissen als sehr wohl gelungen empfinden, mit den Schauspielern und deren Repräsentationen der Romanfiguren kann ich mich nur bedingt anfreunden. Ich empfand es als nahezu schmerzhaft, mir diesen Mix aus zwei Büchern (warum überhaupt???) zu Gemüte zu führen und mir rollten sich an -zig Szenen die Fußnägel hoch, die im Buch noch ein literarischer Hochgenuss und im Film absolut plattgetreten wurden. Um es platt, kurz und bündig zu sagen: billig - FINGER WEG !!!
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