Moviebase The Darkness

The Darkness
The Darkness

Bewertung: 40%

Userbewertung: 45%
bei 15 Stimmen

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Originaltitel: 6 Miranda Drive
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 13.03.2017
DVD/Blu-Ray Verleih: 08.03.2017
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 89 Minuten
Studio: Blumhouse Productions, Chapter One Films
Produktionsjahr: 2016
Regie: Greg McLean
Drehbuch: Shayne Armstrong, Shane Krause
Darsteller: Kevin Bacon, Radha Mitchell, David Mazouz, Matt Walsh, Lucy Fry, Jennifer Morrison, Parker Mack

Mit seinem deftigen Outback-Slasher „Wolf Creek“ demonstrierte der Australier Greg McLean 2005, dass er die Klaviatur des Horrorgenres souverän bedienen kann. Entsprechend große Erwartungen waren an sein US-Debüt „The Darkness“ geknüpft, das von den Schock-Experten der umtriebigen Blumhouse-Schmiede produziert wurde. Passend zum belanglos-uninspirierten Titel erweist sich der Gruselthriller um einen alten indianischen Fluch, der in die Vorstadtwelt einer kalifornischen Familie eindringt, allerdings als wenig wirkungsvolle Standard-Revue mit oberflächlichen dramatischen Anflügen. Helfen kann da auch die prominente Besetzung mit Radha Mitchell („Silent Hill“) und Kevin Bacon („Echos – Stimmen aus der Zwischenwelt“) nicht.

Gemeinsam mit Freunden verbringen die Taylors einige Tage am Grand Canyon, wo Sohn Michael (David Mazouz, „Sanitarium“) an einer Stelle unbemerkt im Boden einbricht und plötzlich in einer Höhle steht, die einst als Kultstätte diente. Fünf schwarze Steine mit eingeschnitzten Bildern wecken das Interesse des autistischen Jungen, der sich nichts dabei denkt, als er die geheimnisvollen Fundstücke einsteckt. Nach der Rückkehr von ihrem Kurztrip ereignen sich im schmucken Vorstadtanwesen der Familie seltsame Dinge: Wasserhähne gehen wie von Geisterhand an. Der Hund des Nachbarn wirkt seltsam nervös. Und Michael legt ein zunehmend beunruhigendes Verhalten an den Tag, das seine Mutter Bronny (Mitchell) und seinen Vater Peter (Bacon) erstmals sprachlos macht, als der Teenager die Katze seiner Großmutter zu töten versucht.

Unverkennbar sind McLean und seine Koautoren Shayne Armstrong und Shane Krause, die beide am Hai-Schocker „Bait 3D“ beteiligt waren, darum bemüht, „The Darkness“ eine solide dramatische Grundlage zu geben. Hat es zunächst den Anschein, als seien die Taylors eine halbwegs sorgenfreie Familie, zeigt sich recht bald, dass sehr wohl dunkle Wolken über ihrem Alltag hängen. Die ehemalige Alkoholikerin Bronny fühlt sich mit der Verantwortung für ihren autistischen Sohn allein gelassen und muss sich noch dazu ständig mit ihrer Tochter Stephanie (Lucy Fry, „Vampire Academy“) herumschlagen, die – wie sich herausstellt – unter einer handfesten Essstörung leidet. Peter wiederum steht gerade beruflich unter Druck und war – das erfahren wir zu einem späteren Zeitpunkt – seiner Ehefrau nicht immer treu. Zahlreiche Probleme, die in knapp 90 Minuten nicht ausschöpfend behandelt werden können. Vor allem dann nicht, wenn es sich in erster Linie um einen Gruselstoff handelt.

Die angerissenen Thematiken sind für sich genommen durchaus reizvoll, erscheinen in der dargebotenen Fülle aber viel zu plump, um ernsthaftes Mitgefühl zu erzeugen. Michaels Autismus hat lediglich erzählerische Funktion und bedient die Klischeevorstellung, wonach Menschen mit einer ungewöhnlichen Gabe oder Wahrnehmung für übernatürliche Phänomene in besonderem Maße empfänglich sein sollen. Stephanies Bulimie spielt ab einem gewissen Punkt keine Rolle mehr. Und die Konflikte der Eltern sind letztlich nicht mehr als aufgepfropfte Drehbuchkniffe, um Tiefe vorzugaukeln.

Über all das könnte man getrost hinwegsehen, wenn der Film eine packend-unheimliche Geschichte zu bieten hätte. Dummerweise hapert es aber auch hier gewaltig. Der Fluch, den Michael mit der Entwendung der Steine in das Leben seiner Familie bringt, besteht aus bekannten Versatzstücken und lässt sich im Internet erstaunlich leicht recherchieren. Jump-Scare-Momente sind wahlweise routiniert – etwa ein Hundeangriff – oder einfallslos umgesetzt, wobei McLean fortlaufend von einem der billigsten Schreck-Mittel Gebrauch macht: dem schlagartigen Aufdrehen des Tons. Entscheidend aufwerten kann auch der Showdown mit seinen „Poltergeist“-Elementen das selten unter die Haut gehende Treiben nicht, was unter anderem daran liegen mag, dass die dargebotenen Effekte eher wenig Eindruck hinterlassen. Dass man sich am Ende vor allem an die spektakulären Canyon-Aufnahmen vom Anfang erinnert, ist für einen Film, der uns eigentlich konstant das Fürchten lehren will, keine wirklich gute Visitenkarte. 

>> von Christopher Diekhaus

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