Moviebase The Bye Bye Man

The Bye Bye Man
The Bye Bye Man

Bewertung: 35%

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Originaltitel: The Bye Bye Man
Kinostart: 20.04.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Intrepid Pictures, Los Angeles Media Fund (LAMF)
Produktionsjahr: 2016
Regie: Stacy Title
Drehbuch: Robert Damon Schneck, Jonathan Penner
Darsteller: Douglas Smith, Lucien Laviscount, Cressida Bonas, Michael Trucco, Faye Dunaway, Erica Tremblay

Dass Worte großen Schaden anrichten können, weiß jeder, der einen anderen Menschen verbal schon mal gekränkt oder verärgert hat. Im Horrorthriller „The Bye Bye Man“ sind allerdings nicht nur bestimmte Äußerungen gefährlich. Auch Gedanken entwickeln hier eine lebensbedrohliche Kraft. Denn der titelgebende Dämon nistet sich nicht nur im Leben einer Person ein, wenn diese seinen Namen ausspricht, sondern selbst dann, wenn sie ihn bloß im Geist beschwört. Wer seinem Umfeld von der Schreckgestalt berichtet, reißt die neuen Mitwisser ins Verderben und riskiert, dass sich der Fluch des Bye Bye Man über weitere Erzählungen verbreitet. Diese durchaus vielversprechende Gruselprämisse geht zurück auf das von Robert Damon Schneck verfasste Buch „The President’s Vampire: Strange-but-True Tales of the United States of America“, in dem der Autor verschiedene urbane Legenden analysiert und sich unter dem Titel „The Bridge to Body Island“ auch der Bye-Bye-Man-Geschichte widmet. Der Film, den Regisseurin Stacy Title („Hood of Horror“), ausgehend von diesen Schilderungen, nach einem Skript ihres Ehemannes Jonathan Penner („Let the Devil Wear Black“) inszenierte, gibt sich leider schon sehr früh als konzeptlos zusammengeschraubter Horrorstreifen zu erkennen, der kein echtes Grauen aufkommen lassen will.

Im Prolog, der im Jahr 1969 spielt, wird der Zuschauer Zeuge, wie ein von „Saw“-Schöpfer Leigh Whannell verkörperter Mann sichtlich aufgebracht an die Tür eines schmucken Vorstadthauses hämmert und kurz darauf, begleitet von den Selbstbeschwörungen „Denk ihn nicht, sag ihn nicht!“, eine Gewaltspirale entfesselt. Ein angemessen verstörender Einstieg, der Lust auf mehr macht. Im Hier und Jetzt begegnen wir schließlich dem Studenten Elliot (Douglas Smith, „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“), der zusammen mit seiner Freundin Sasha (Cressida Bonas, „Tulpenfieber“) und seinem besten Kumpel John (Lucien Laviscount, „Scream Queens“) in ein heruntergekommenes Haus in der Uniumgebung zieht. Eines Tages entdeckt Elliot ein altes Nachtkästchen, dessen Schublade mit eben jener Warnung vollgekritzelt ist, die der durchgedrehte Vorstädter im Prolog ständig vor sich hin gebrabbelt hat. Als der junge Mann das Fach herausreißt, findet er auf der unteren Seite die Worte „The Bye Bye Man“ eingeritzt, mit denen er vorerst nichts anzufangen weiß. Eine unheimliche Präsenz (Doug Jones, „Ouija: Ursprung des Bösen“) macht sich schon bald im neuen Anwesen bemerkbar. Und noch dazu werden die Bewohner immer häufiger von seltsamen Halluzinationen befallen.

Hat sich ein beunruhigender Gedanke einmal im Kopf festgesetzt, ist es nicht gerade leicht, ihn wieder loszuwerden. Diese Erfahrung dürfte jeder von uns kennen, weshalb die Ausgangslage des Films handfesten Nervenkitzel verspricht. Grundsätzlich ist es keine schlechte Idee, dass Title und Penner dem Bye Bye Man der Buchvorlage die neue Fähigkeit andichten, das Bewusstsein der Protagonisten manipulieren und sie so in einen paranoiden Zustand versetzen zu können. Sorgen die plötzlich hervorbrechenden Visionen anfangs „nur“ für Verunsicherung, lösen sie irgendwann heftige, sogar handgreifliche Konflikte zwischen den Figuren aus, die das Drehbuch allerdings recht plakativ ankündigt. Sonderlich originell gehen die Macher beim Spiel mit der Wahrnehmung nicht zu Werke und verpassen damit die Chance, ihrem Horrorbeitrag eine eigenständige Note zu geben.

Dass es den Betrachter trotz ordentlicher Grundidee und eines unbehaglich-verwitterten Hauses nicht ernsthaft schaudert, liegt vor allem am eher suboptimalen Aufbau der Gruselstimmung. So sehr man sich darüber freuen kann, dass „The Bye Bye Man“ keinen atemlosen Geisterbahnritt hinlegt, so wenig bleiben die eingestreuten Schockmomente im Gedächtnis haften. Die sagenumwobene Titelfigur taucht zu früh in Gänze auf und verliert auch deshalb einen Stück ihres Schreckens, weil sie oftmals von einem lächerlich animierten Höllenhund begleitet wird. Was genau es mit diesem Tier auf sich hat, verschweigt uns die Regisseurin ebenso, wie sie die Bye-Bye-Man-Mythologie unter den Tisch fallen lässt, die Schneck detailliert beschreibt.

Untermauert wird der enttäuschende Eindruck durch die müden Darbietungen der Schauspieler, die bisweilen – besonders offensichtlich bei Cressida Bonas – hoffnungslos überfordert sind. Als kleines Highlight empfindet man da schon den Kurzauftritt von Hollywood-Legende Faye Dunaway („Die Augen der Laura Mars“), die sich als Witwe des Prolog-Amokläufers die Ehre gibt. Anheben kann aber auch sie die Qualität des Dämonenthrillers nicht, der spätestens im albernen Finale so manchen Zuschauer ermuntern wird, lauthals loszulachen.

>> von Christopher Diekhaus

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