Moviebase Shut In

Shut In
Shut In

Bewertung: 40%

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Originaltitel: Shut In
Kinostart: 15.12.2016
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: - Minuten
Studio: EuropaCorp, Lava Bear Films, Transfilm International
Produktionsjahr: 2016
Regie: Farren Blackburn
Drehbuch: Christina Hodsen
Darsteller: Charlie Heaton, Naomi Watts, Jacob Tremblay, Oliver Platt, David Cubitt, Crystal Balint, Clémentine Poidatz, Tim Post, Ellen David, Alex Braunstein

„Mulholland Drive“, „The Ring“, „The Ring 2“, „Stay“, „Funny Games U.S.“ – die Liste der Horror- und Mystery-Auftritte von Naomi Watts ist lang und wird mit dem Psychothriller „Shut In“ um einen weiteren Eintrag ergänzt. Ähnlich wie bei „Dream House“, ihrem letzten Abstecher in den düsteren Genre-Bereich, greift die britische Charakterdarstellerin allerdings kräftig daneben, auch wenn das Drehbuch zum Film 2012 auf der sogenannten Black List landete, die jedes Jahr nach einer Umfrage unter Studioverantwortlichen und Produzenten die angeblich beliebtesten, noch unverfilmten Skripts zusammenfasst. Wo genau der große Reiz der Vorlage gelegen haben soll, lässt sich anhand des Endprodukts nicht mehr nachvollziehen, da Debütautorin Christina Hodson und Regisseur Farren Blackburn diverse abgenutzte Gruselstandards zusammenwürfeln und ihre Schauermär mit einer albernen Auflösung garnieren.

Ein einsames Haus inmitten einer ausladenden Waldlandschaft dient einmal mehr als Handlungsort. Und ein traumatisches Ereignis, das den Film eröffnet, versetzt der Hauptfigur, wie so oft, einen schweren Schlag und bringt ihr Innenleben dramatisch aus dem Gleichgewicht: Kinderpsychologin Mary Portman (Naomi Watts) verliert ihren Ehemann durch einen Autounfall und kümmert sich in der Abgeschiedenheit ihres Anwesens fortan um ihren Stiefsohn Stephen (Charlie Heaton, „Stranger Things“), der seit dem verhängnisvollen Crash gelähmt ist und nicht mehr sprechen kann. Tagein, tagaus pflegt sie den früher rebellischen Teenager und hält nebenbei in ihrer Praxis, die an das Haus angrenzt, Patientengespräche ab. Besonders nahe geht der labilen Frau das Schicksal des gehörlosen Waisenjungen Tom (in einer undankbaren Rolle verschenkt: Jacob Tremblay, „Before I Wake“), der eines Nachts plötzlich bei seiner Therapeutin auftaucht, nur um kurz darauf spurlos in der Dunkelheit zu verschwinden. Mary sorgt sich um das Wohlergehen des Kindes, zumal ein heftiger Schneesturm im Anmarsch ist, und wird schon bald in ihrem Haus mit unheimlichen Ereignissen konfrontiert.

Dass die Ausgangslage nicht sonderlich innovativ daherkommt, ist für sich genommen kein Problem. Immerhin lassen sich bei einer klugen Inszenierung auch vertraute Schemata mit Spannung aufladen. „Shut In“ beginnt recht vielversprechend, indem Fernsehroutinier Blackburn Marys angeschlagene Psyche anschaulich bebildert. Obwohl sie den Tod ihres Mannes noch nicht verarbeitet hat, opfert sie sich für ihren Stiefsohn auf, der eine Rundumbetreuung benötigt. Gleichzeitig bringen ihr unermüdlicher Einsatz und die Tatsache, dass Stephen nie wieder der Mensch sein wird, der er vorher war, die Witwe zunehmend an den Rand der Erschöpfung, weshalb sie irgendwann mit dem Gedanken spielt, den Jungen in ein Pflegeheim zu geben. Schmerzlich zum Vorschein kommen die widerstrebende Gefühle in einem gespenstischen Albtraum der Psychologin, in dem sie ihre Verantwortung mit Gewalt abzustreifen versucht.

Der reizvolle Ansatz, der viel über die Verunsicherung der Protagonistin aussagt, gerät mit dem Auftauchen und Verschwinden des kleinen Tom allerdings rasch in den Hintergrund. Handelsübliche Buh-Momente – dieses Mal übernimmt ein Waschbär die Aufgabe der obligatorischen Katze – sollen den Zuschauer in Angst und Schrecken versetzen, werden bis auf wenige Ausnahmen aber enttäuschend grobschlächtig orchestriert. Alles andere als raffiniert ziehen Regie und Drehbuch auch das Spiel mit Marys Wahrnehmung auf, wenn sie das Geschehen diverse Male als nächtlichen Angsttraum entlarven. Nur wenig Mehrwert bieten darüber hinaus die gelegentlich eingestreuten Skype- und Telefongespräche zwischen der beunruhigten Hauptfigur und ihrem hilfsbereiten Kollegen Dr. Wilson (unterfordert: Oliver Platt, „Lake Placid“), der gemäß den Erzählkonventionen die unheimlichen Ereignisse in Marys Haus zunächst auf ihre angegriffene Verfassung schiebt und ihr daher Medikamente verschreiben will.

Ungläubiges Staunen – im negativen Sinne – ruft schließlich die Wendung hervor, die am Anfang des hoffnungslos klischeebeladenen Schlussaktes steht. Bei genauem Hinsehen lässt sich der Plot-Twist durchaus erahnen, was jedoch nichts an seiner Lächerlichkeit ändert und parallel die Frage aufwirft, ob bei der Zusammenstellung der Black List wirklich Menschen mit einem Gespür für Dramaturgie befragt werden. Da die Macher in den letzten 15 Minuten noch einmal ausgiebig in der Grabbelkiste des Horror- und Thriller-Kinos wühlen und auf originelle Einfälle verzichten, fiebert man trotz handfester Eskalationen allenfalls halbherzig mit. Den engagierten Darstellern kann man hier keinen großen Vorwurf machen. Raten möchte man ihnen für die Zukunft aber eines: Augen auf bei der Rollenwahl!

>> von Christopher Diekhaus

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