Moviebase Last Shift

Last Shift
Last Shift

Bewertung: 35%

Userbewertung: 30%
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Originaltitel: Last Shift
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 27.01.2017
DVD/Blu-Ray Verleih: 27.01.2017
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 90 Minuten
Studio: Splendid Film
Produktionsjahr: 2015
Regie: Anthony DiBlasi
Drehbuch: Anthony DiBlasi, Scott Poiley
Darsteller: Juliana Harkavy, Joshua Mikel, J. LaRose, Hank Stone

John Carpenters Belagerungsklassiker „Assault – Anschlag bei Nacht“ von 1976 diente bereits diversen Filmemachern als Inspirationsquelle für klaustrophobisch-unbehagliche Genre-Arbeiten. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist der Horrorthriller „Let Us Prey“ von Brian O’Malley, der eine junge Beamtin unverhofft durch die Hölle schickt. Beeinflusst von Altmeister Carpenter zeigt sich auch Indie-Regisseur Anthony DiBlasi („Dread“, „Cassadaga“, „Missionary“) in seinem One-Location-Schocker „Last Shift“, der verheißungsvoll beginnt, das Versprechen auf einen beklemmend-gruseligen Ritt aber schon nach einer halben Stunde untergräbt.

Die Bitte ihrer Mutter, ihren Dienst nicht anzutreten, schlägt die unerfahrene Polizistin Jessica Loren (Juliana Harkavy, „The Walking Dead“), ohne zu zögern, in den Wind, scheint es sich bei ihrer ersten Nachtschicht doch um eine lockere Aufwärmübung zu handeln. Immerhin soll die Berufseinsteigerin lediglich eine vor kurzem aufgegebene Polizeistation bewachen, in der nur noch alte Beweismittel lagern. Obwohl angeblich schon jetzt alle Anrufe auf das neue Revier umgeleitet werden, nimmt Jessica irgendwann den Notruf einer panischen jungen Frau entgegen, die möglicherweise gefangen gehalten wird. Als sich unerklärliche Ereignisse häufen und plötzlich ein hartnäckiger Landstreicher (J. LaRose, „Abattoir“) in der Tür steht, schwant der Polizistin, dass sie – anders als es Sergeant Cohen (Hank Stone, „Cassadaga“) prophezeit hat – keine ruhige Nacht verleben wird.

Die ersten zwanzig Minuten erwecken den Eindruck, als dürfte man sich auf einen spannenden und verstörenden Thriller mit übernatürlichen Einschlägen freuen. Irritationen werden mit Bedacht gesät. Mehr als einmal muss Jessica ihren Platz verlassen, da seltsame Geräusche die Befürchtung nähren, dass sie in der Polizeistation nicht allein ist. Gemeinsam mit der Protagonistin erkunden wir das verlassene Gebäude, das zahlreiche Räume und Schlupfwinkel bereithält, während fortlaufend merkwürdige Laute zu vernehmen sind und manche Türen oder Gegenstände ein Eigenleben entwickeln.

Torpediert wird die durchaus effektive Gruselatmosphäre, wenn DeBlasi anfängt, seine Karten auf den Tisch zu legen und die Bedrohung konkreter werden zu lassen. Nach und nach zeichnet sich ab, dass die sonderbaren Geschehnisse mit einer an die Manson Family angelehnten Sekte zusammenhängen, wobei das Drehbuch die Informationen größtenteils auf plumpe Weise übermittelt. „Last Shift“ zielt – das wird immer offensichtlicher – auf ein cleveres Spiel mit der Wahrnehmung seiner Hauptfigur ab, stellt sich dafür aber schlichtweg zu unbeholfen an. Die Jump-Scares sind häufig vorhersehbar und wirken zuweilen etwas lächerlich. Obwohl der Regisseur um Abwechslung bemüht ist, scheint sich die Horrorshow auf Dauer zu wiederholen. Ehrlich beunruhigende Momente wie eine schockierende Offenbarung nach einem Gespräch zwischen Jessica und einem plötzlich auftauchenden Beamten sind singuläre Glanzpunkte, von denen der Film deutlich mehr gebraucht hätte, um auch nach dem ersten Akt unter die Haut zu gehen.

Ein Ärgernis ist nicht zuletzt das manchmal arg unbedarfte Verhalten der jungen Polizistin, die sich schon am Anfang bei ihrer Unterredung mit ihrem Vorgesetzten als erstaunlich naive Person erweist. Dass sie inmitten des losbrechenden Terrors mehrmals Regeln und Amtsformeln vor sich hin brabbelt, die sie während ihrer Ausbildung gelernt hat, lässt sie zunehmend dümmlicher erscheinen. Glaubt Jessica an einer Stelle schließlich, dass ein in Sekundenschnelle aufgetürmter Stuhlhaufen ein Scherz von Kollegen sei, fällt es – Anfängerin hin oder her – wirklich schwer, sie weiterhin ernst zu nehmen. Kein gute Voraussetzung, um im turbulenten Finale voll umfänglich mit ihr mitzugehen.

Schaut man sich die im Internet kursierenden positiven Rezensionen an, hat es fast den Anschein, als hätten viele Kritiker abzüglich der gelungenen Exposition einen gänzlich anderen Film gesehen. „Atmosphärisches Gruseln nach allen Regeln der Kunst“ verspricht etwa der Blog „Filmchecker“, was der Autor dieser Zeilen beim besten Willen nicht unterschreiben kann.

>> von Christopher Diekhaus

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