Moviebase The Girl with All the Gifts

The Girl with All the Gifts
The Girl with All the Gifts

Bewertung: 75%

Userbewertung: 89%
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Originaltitel: The Girl with All the Gifts
Kinostart: 09.02.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: SquareOne Entertainment
Produktionsjahr: 2016
Regie: Colm McCarthy
Drehbuch: Mike Carey, Mike Carey
Darsteller: Paddy Considine, Glenn Close, Gemma Arterton, Sennia Nanua

Angesichts der Flut an Zombie-Geschichten in Film und Fernsehen machen sich bei manchen Zuschauern langsam, aber sicher Ermüdungserscheinungen breit. Vieles wiederholt sich. Und originelle Ideen sind mittlerweile rar gesät. Umso erfreulicher ist daher ein Beitrag wie die britisch-amerikanische Koproduktion „The Girl with All the Gifts“, die dem Zombie-Genre tatsächlich neue Impulse geben kann. Grundlage des Horrorthrillers mit dramatischen Einschlägen ist eine Kurzgeschichte von Mike Carey, die der Autor laut Presseheft zu einem Roman ausbaute, während er bereits mit der Arbeit am Drehbuch beschäftigt war. 2014 erschien das literarische Werk hierzulande unter dem Titel „Die Berufene“ im Handel. Und zwei Jahre später feierte die Leinwandadaption beim Internationalen Filmfestival von Locarno ihre Uraufführung, bevor sie auch beim Fantasy Filmfest 2016 für Furore sorgte.

In naher Zukunft geht ein aggressiver Pilzvirus um, der Infizierte innerhalb kürzester Zeit in fleischfressende, zombieartige Wesen – sogenannte „Hungries“ – verwandelt. Während weite Teile Englands von den Killerhorden beherrscht werden, führt die Wissenschaftlerin Dr. Caldwell (präzise und charismatisch: Glenn Close) auf der Suche nach einem Heilmittel in einer streng bewachten Militärbasis grausame Experimente an Kindern durch, die den Erreger in sich tragen, im Gegensatz zu den anderen „Hungries“ aber noch über menschliche Intelligenz verfügen. Auch die zehnjährige Melanie (Sennia Nanua) wird hier festgehalten. Ein aufgewecktes, neugieriges Mädchen, über dessen Einfallsreichtum die gutherzige Lehrerin Helen Justineau (Gemma Arterton) nur staunen kann. Als die Anlage eines Tages von einer Meute Infizierter überrannt wird, können Melanie, Helen, Dr. Caldwell, Sergeant Parks (Paddy Considine) und zwei weitere Soldaten in einem Militärtruck fliehen.

Grandios ist zweifellos der Einstieg in das Geschehen. Unvermittelt schleudern uns Regisseur Colm McCarthy („Ripper Street“) und Drehbuchautor Carey in das düster-beengte Bunker-Setting hinein, das sofort drängende Fragen aufwirft: Warum werden Melanie und die anderen Kinder festgeschnallt? Weshalb müssen sie Gesichtsmasken tragen? Und aus welchem Grund halten die bis an die Zähne bewaffneten Soldaten, die die Jungen und Mädchen tagein, tagaus zum Unterricht karren, einen Sicherheitsabstand ein? Während treibend-bedrohliche Klänge die unbehagliche Stimmung weiter anheizen, gibt der Film nur langsam erste Antworten preis. Dass die harmlos aussehenden Minderjährigen innerhalb von Sekunden zu gefährlichen Monstern mutieren können, da der Virus in ihrer DNA verankert ist, demonstriert Sergeant Parks in einer höchst beunruhigenden Szene.

Bei Melanie, die im Zentrum der Geschichte steht, handelt es sich demzufolge nicht um eine klassische Heldin, sondern eine erfreulich ambivalente Figur, die Hoffnung und Zerstörung gleichermaßen verkörpert. Einerseits könnte sie der Schlüssel zur Eindämmung der Plage sein. Andererseits ist sie trotz ihrer Intelligenz eine potenzielle Gefahr. Deutlich wird dies auch nach dem Angriff auf die Militäranlage, den McCarthy dank verwackelter Bilder schockartig über den Zuschauer hereinbrechen lässt. Melanie darf sich der Schicksalsgemeinschaft anschließen, muss jedoch ihre Maske tragen und wird weiterhin misstrauisch beäugt.

Die Protagonistin und ihre Gefährten schlagen sich fortan durch eine Gegend, in der die Spuren der menschlichen Zivilisation langsam verschwinden. Heruntergekommene Wohnkomplexe geraten in den Blick. Und verlassene Straßen, die allesamt von der Natur zurückerobert werden. Die digital raffiniert aufgebesserten Panoramen bieten schaurig-schöne Impressionen und erwecken die postapokalyptische Welt des Drehbuchs glaubhaft zum Leben. Erzählerisch tritt „The Girl with All the Gifts“ im Mittelteil ein wenig auf der Stelle, auch wenn die Macher darum bemüht sind, die Spannung aufrechtzuerhalten. Standardsituationen kommen hier zum Einsatz. Und gelegentlich schlägt die Bedrohung – Stichwort: Kindermeute – ein wenig ins Groteske um. Ohne Fehl und Tadel ist hingegen die Darbietung von Newcomerin Sennia Nanua, die Melanies Ambivalenz ebenso überzeugend zum Ausdruck bringt wie ihre zunehmende Emanzipation. Besonders in den Gesprächen mit Dr. Caldwell kratzt der Horrorthriller an moralisch hochinteressanten Fragen, die den Boden für ein Finale bereiten, das man so schnell nicht vergisst. Gekonnt greift der Film im letzten Drittel die schon im ersten Akt platzierten Überlegungen zu einem berühmten Mythos auf und schenkt dem Zuschauer ein Schlussbild, das Schrecken und Zuversicht auf geniale Weise bündelt. Ein echtes Ausrufezeichen am Ende einer größtenteils gelungenen Zombie-Variation.

>> von Christopher Diekhaus

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