Moviebase Flatliners

Flatliners
Flatliners

Bewertung: 40%

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Originaltitel: Flatliners
Kinostart: 30.11.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Furthur Films, Laurence Mark Productions, Screen Gems
Produktionsjahr: 2017
Regie: Niels Arden Oplev
Drehbuch: Ben Ripley, Stephen Susco
Darsteller: Nina Dobrev, Kiefer Sutherland, Ellen Page, Kiersey Clemons, James Norton, Diego Luna

Was sehen wir, wenn wir uns dem Jenseits nähern, wenn der Tod mit Händen greifbar ist? Diese Frage bewegt die Menschheit seit jeher und hat selbst heute, in einer hochfortschrittlichen, bis in den letzten Winkel vermessenen Welt, nichts von ihrer Faszination verloren. Filmisch aufgegriffen wurden die Gedankenspiele unter anderem in Joel Schumachers Mystery-Thriller „Flatliners“ von 1990, in dem fünf angehende Ärzte den Grenzbereich zwischen Leben und Sterben auf unheilvolle Weise erforschen. 27 Jahre später wagt sich der Däne Niels Arden Oplev („Dead Man Down“) an eine Neuauflage, die das solide, aber keineswegs visionäre Original leider die meiste Zeit kopiert, anstatt seiner Grundidee neue Facetten oder Perspektiven abzugewinnen.

Da sie unbedingt in Erfahrung bringen will, welche Vorgänge im Gehirn an der Schwelle zum Tod ablaufen, ruft die wissbegierige Medizinstudentin Courtney (Ellen Page, „Into the Forest“) bei sich einen Herzstillstand hervor und bittet ihre überrumpelten Kommilitonen Jamie (James Norton, „Northmen – A Viking Saga“) und Sophia (Kiersey Clemons, „Extant“), sie nach 60 Sekunden wiederzubeleben. Da es den beiden nicht gelingt, ihre Freundin zurückzuholen, rufen sie den Vorzeigestudenten Ray (Diego Luna, „Rogue One: A Star Wars Story“) zu Hilfe, in dessen Schlepptau auch ihre Kollegin Marlo (Nina Dobrev, „Vampire Diaries“) in den ungenutzten Kellerräumen der Ausbildungsklinik auftaucht. Nachdem Courtney erfolgreich gerettet wurde, zeigt sich sehr schnell, dass ihr Gedächtnis auf einmal viel leistungsstärker ist als früher, weshalb ihre Mitstreiter ebenfalls Trips in die Zwischenwelt unternehmen. Die Begeisterung über die positiven Auswirkungen der Nahtoderlebnisse weicht allerdings schon bald einer diffusen Angst. Immerhin werden die experimentierfreudigen Jungmediziner von unheimlichen Visionen verfolgt, die offenbar mit ihrer Vergangenheit zusammenhängen.

Schon der ursprüngliche „Flatliners“ kratzte an interessanten ethischen Fragen, die Schumacher jedoch nicht wirklich erschöpfend beleuchten wollte. Hält man sich vor Augen, dass die Grenzen der Wissenschaft inzwischen in immer kürzeren Abständen verschoben werden, ist es verwunderlich, dass Oplev und Remake-Autor Ben Ripley („Source Code“) das fragwürdige, verantwortungslose Handeln ihrer Protagonisten nicht etwas eingehender unter die Lupe nehmen. Der Überflieger Ray darf zwar gelegentlich Bedenken äußern. Da er seine Haltung in manchen Szenen aber binnen weniger Augenblicke revidiert, muten seine kritischen Einwürfe alibimäßig an. Mehr Aufmerksamkeit hätte zudem das rauschhafte Gefühl verdient, das die angehenden Ärzte befällt, als sie erkennen, dass die Nahtoderlebnisse das menschliche Gedächtnis auf wundersame Weise stimulieren.

Zufrieden geben muss sich der Zuschauer mit oberflächlichen Betrachtungen, die dem eigentlich hochspannenden Thema nicht gerecht werden. Zu sehr klammern sich die Macher der Neuverfilmung an die von Peter Filardi erdachte Ursprungsgeschichte und deren eher schlichte Moralvorstellungen. Nach dem ersten großen Versuchsmarathon der Hauptfiguren lenkt der dänische Regisseur den neuen „Flatliners“ zunehmend in konventionelle, nur sporadisch aufregende Gruselbahnen. Immer wieder bemüht der Mystery-Streifen Geisterbahneffekte, die man heutzutage in jedem anspruchslosen Horrorfilm erwarten darf. Nicht besser wird das Ganze, wenn Oplev und Ripley versuchen, die Handlung mit eher plumpen emotionalen Zwischentönen aufzuladen. Um den Zuschauer ernsthaft zu packen, hätten die recht unsympathischen Figuren und ihre schuldbehafteten Backstorys weniger holzschnittartig ausfallen müssen. So, wie sie das Remake präsentiert, ist es schwer, großes Interesse für ihr Schicksal aufzubringen.

Ärgerlicherweise gelingt es dem Nahtod-Thriller nicht, seine offensichtlichen erzählerischen Schwächen durch eine mitreißend-innovative Bildsprache abzufedern. Hier und da zieht Oplev einen netten optischen Einfall aus dem Hut. Allzu oft verlässt er sich bei der Visualisierung des Grenzbereichs aber auf bewährte Mittel – etwa eine fliegende Kamera und grelle Lichter. Dass sich die technischen Möglichkeiten seit 1990 noch einmal stark verbessert haben, ist dem Film viel zu selten anzumerken.

Kenner des Originals dürften über den Gastauftritt von Kiefer Sutherland schmunzeln, der bei Schumacher als treibende Kraft hinter den Herzstillstand-Experimenten zu sehen war. Hier scheint es nun so, als verkörpere der Kanadier eine gänzlich andere Figur, wobei angeblich eine der Schere zum Opfer gefallene Szene gedreht wurde, die nahelegt, dass es sich bei seinem Dr. Barry Wolfson tatsächlich um den ehrgeizigen Nelson Wright aus dem alten „Flatliners“ handelt. Der fehlende Mut, diese Idee mit Überzeugung auszuspielen, unterstreicht einmal mehr das weitgehend enttäuschende Konzept der Neuinterpretation.

>> von Christopher Diekhaus

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