Moviebase Die Mumie (2017)

Die Mumie (2017)
Die Mumie (2017)

Bewertung: 40%

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Originaltitel: The Mummy
Kinostart: 08.06.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Universal Pictures
Produktionsjahr: 2016
Regie: Alex Kurtzman
Drehbuch: Christopher McQuarrie, Jon Spaihts
Darsteller: Sofia Boutella, Tom Cruise, Annabelle Wallis, Russell Crowe, Jake Johnson, Courtney B. Vance, Javier Bodet

Neun Jahre nach dem Ende der etwas klamaukigen Mumien-Trilogie mit Brendan Fraser in der Hauptrolle kommt es zu einem Neustart des Gruselstoffes, der 1932 mit einem Boris-Karloff-Film Einzug in die Kinosäle hielt. Dreh- und Angelpunkt ist dieses Mal Actionikone Tom Cruise („Oblivion“), der es – abweichend von den vorangegangenen Interpretationen – mit einer weiblichen Mumie aufnehmen muss. Leider erweist sich das von Alex Kurtzman (unter anderem Koautor von „Star Trek Into Darkness“) inszenierte Reboot als echter Reinfall. Was für sich genommen schon ärgerlich genug ist, könnte verheerende Konsequenzen haben, da das verunglückte Horrorabenteuer das sogenannte „Dark Universe“ einläutet, eine zusammenhängende Filmreihe, bei der Universal seinen alten Monsterklassikern neues Leben einhaucht. Ähnlich wie im Fall des durchwachsen bis enttäuschend gestarteten DC-Superhelden-Universums bremst der erste Teil des neuen Leinwandgroßprojektes viele Hoffnungen aus, weshalb man sich am Ende vor allem an einen Strohhalm klammert: Eigentlich kann es nur besser werden!
 
Anders als in den Brendan-Fraser-Spektakeln spielt Kurtzmans Mumien-Variante größtenteils im Hier und Jetzt: Während im Londoner Untergrund ein Kreuzrittergrab mit einem verwunschenen Artefakt entdeckt wird, befindet sich der unbotmäßige US-Soldat und Glücksritter Nick Morton (Cruise) im Nordirak auf der Suche nach einer Kulturstätte, die er gemeinsam mit seinem Abenteuer-Buddy Chris (Jake Johnson, „Jurassic World“) plündern kann. Bei einem krachenden Gefecht legen die beiden Draufgänger durch Zufall ein altes Grabmal frei, das sie nur wenig später mit der britischen Archäologin Jenny Halsey („Annabelle Wallis, „Annabelle“) genauer unter die Lupe nehmen. Als Nick aus lauter Neugier eine komplizierte Konstruktion zerstört, holt er den Sarkophag der ägyptischen Prinzessin Ahmanet (Sofia Boutella, „Monsters 2: Dark Continent“) an die Oberfläche, die für eine mörderische Intrige fernab der Heimat bei lebendigem Leib bestattet wurde. Die Überführung des Leichnams nach England endet in einer Katastrophe und schleudert Nick in einen Albtraum, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Mit seiner Hilfe will die von den Toten zurückgekehrte Pharaonentochter nämlich ein blutiges Ritual beenden, bei dem sie einst gestört wurde.
 
Hirn und Verstand waren schon in der von 1999 bis 2008 produzierten Mumien-Trilogie nur spärlich vorhanden, was sich die kreativen Köpfe der Neuauflage offenbar sehr zu Herzen nahmen. Kurtzman und das Autorentrio David Koepp („Krieg der Welten“), Christopher McQuarrie („Edge of Tomorrow“) und Dylan Kussman („The Steps“) stampfen eine chaotische, mitunter haarsträubende Handlung aus dem Boden, die wahllos verschiedene Versatzstücke und Anleihen vermengt. Im Topf landen ein nach seltsamen Regeln funktionierender Fluch, Zombie-Elemente, Reminiszenzen an Hitchcocks „Die Vögel“, eine von Dr. Henry Jekyll (Russell Crowe) geleitete Geheimorganisation namens „Prodigium“ (ein verbindendes Element im „Dark Universe“), schwachsinnige Dialogzeilen und actionlastige Krawallmomente. Trotz eines zuweilen sehr präsenten Düsterlooks scheinen sich die Macher nicht im Klaren gewesen zu sein, in welche Richtung sie „Die Mumie“ lenken sollen. Immer wieder gibt es plumpe, wenig ergiebige Humoreinlagen. Und nicht selten wirkt das salbungsvolle Geschwafel über den Kampf gegen das Böse unfreiwillig komisch.
 
Entscheidet sich der Regisseur einmal, den Horrorkern seiner Geschichte herauszustellen, spendiert er dem Publikum halbherzige Schockeffekte, die man häufig schon von weitem riechen kann. Echter Grusel? Fehlanzeige! Ins Bild des lieblos zusammengeworfenen Blockbuster-Breis passt auch das einfallslos gezeichnete Protagonisten-Personal. Morton soll – das wird mehrfach behauptet – eine Art Antiheld sein, wirkt die meiste Zeit aber bloß wie ein planloser Hallodri, dem man nicht wirklich böse sein kann. Umso aufgesetzter wirkt die Läuterung, die ihm das Drehbuchtriumvirat angedeihen lässt. Ungeachtet seines vollen Körpereinsatzes steht Hollywood-Star Tom Cruise dem kruden Treiben hilflos gegenüber, was auch für seine Leinwandpartnerin Annabelle Wallis gilt, deren Figur ein Techtelmechtel mit Morton hinter sich hat. Spitz formuliert, eine ihrer prägnantesten Eigenschaften. Ansonsten „glänzt“ die Archäologin als schnell zu erschreckende Stichwortgeberin, die – alten Klischees folgend – wiederholt vom männlichen Helden gerettet werden muss. Ähnlich eindimensional präsentiert sich die durch und durch rachsüchtige und machthungrige Antagonistin Ahmanet, der Sofia Boutella zumindest phasenweise eine beunruhigende Ausstrahlung verleiht.
 
Wie man es von einer Produktion dieser Größenordnung erwarten darf, gibt es einige rasante Actionszenen und eindrucksvolle Bilder zu bestaunen. Man nehme etwa den Sandsturm in den Straßen Londons. Da sich die Macher aber auch in diesem Punkt nicht mehr als nötig strecken, bleibt in erster Linie Ernüchterung zurück. Auf derart schlampige Weise hat es der Mumien-Stoff definitiv nicht verdient, wiederbelebt zu werden.

>> von Christopher Diekhaus

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