Moviebase Vampire Nation 2: Badlands

Vampire Nation 2: Badlands
Vampire Nation 2: Badlands

Bewertung: 50%

Userbewertung: 50%
bei 11 Stimmen

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Originaltitel: Stakelander
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 31.03.2017
DVD/Blu-Ray Verleih: 31.03.2017
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 81 Minuten
Studio: Splendid Film
Produktionsjahr: 2016
Regie: Dan Berk, Robert Olsen
Drehbuch: Nick Damici
Darsteller: Connor Paolo, Nick Damici, Laura Abramsen

Sechs Jahre sind eine lange Zeit. Insbesondere, wenn man ein Sequel zu einem kleinen Genre-Hit produziert. Man sollte meinen, dass es von Vorteil ist, ein solches schnell in Produktion gehen zu lassen; Autor und Hauptdarsteller Nick Damici sieht darin aber auch einen Vorteil, weil sowohl Connor Paolo als auch er gealtert sind. Man sieht den beiden Figuren die vergangenen Jahre an, was ansonsten weniger authentisch gewesen wäre.

Eine Zeit lang war eine STAKE LAND-Serie im Gespräch. Damici hatte sogar schon die Drehbücher der ersten sechs Folgen geschrieben, aber kein Sender griff zu. Er konnte den Rechteinhaber MPI also überzeugen, mit überschaubarem Budget einen zweiten Teil in Angriff zu nehmen. Der frühere Regisseur Jim Mickle ist nur noch als ausführender Produzent an Bord, angesichts des vorhandenen Budgets wäre es für ihn ein Rückschritt gewesen, sich bei VAMPIRE NATION: BADLANDS auf den Regiestuhl zu setzen.

Im Nachfolger hat Martin hat mit Belle nun eine Familie gegründet. Das Leben ist nicht perfekt, aber so gut, wie es angesichts der Apokalypse eben sein kann. Bis er eines Tages weg muss und eine Horde Vampire unter dem Kommando einer Vampirkönigin, die alle nur Mutter nennen, seine Frau und seine Tochter töten. Martin zieht darum los in Richtung Süden. Er sucht Mister, dessen Hilfe er benötigt, um Mutter zu vernichten.

Schon der erste Teil hatte ein gewisses Western-Flair, beim Sequel wird dies jedoch noch stärker herausgearbeitet, allerdings kombiniert mit einer gehörigen Portion MAD MAX. So gibt es nicht nur eine Art Donnerkuppel-Sequenz mit Martin und Mister, sondern auch noch die Reste einer Gesellschaft, die in Aussehen, Kleidung und Attitüde auch als Anhänger von Humungus durchgehen würden. Das ändert die Stimmungslage dieses Sequels deutlich, einhergehend mit einem etwas anderen Look, der sich daraus begründet, da im kanadischen Saskatchewan und nicht mehr im ländlichen Pennsylvania gedreht wurde. Dank Farbfiltereinsatz wird der Unterschied aber etwas kaschiert.

Interessant ist die Veränderung in den Figuren. Sie haben sich entwickelt. Wo Martin vom Familienvater zum Racheengel wird, ist die Entwicklung von Mister genau gegenteilig. Der eiskalte Killer des ersten Teils tötet hier (oftmals) nicht mehr so schnell und unerbittlich wie früher. Er paraphrasiert sogar Konfuzius: „Wer auf Rache aus ist, der grabe zwei Gräber.“

Damit verleiht Damici der Figur, aber auch dem Film einen Hauch von Philosophie, weil im Mittelpunkt ein Mann steht, der des Tötens etwas müder geworden ist, auch wenn er nicht umhin kann, es weiterhin zu tun. Das ist der interessante Unterbau des Films, die Geschichte bewegt sich nämlich ansonsten in leider sehr bekannten Bahnen. Im Grunde wird ein handelsüblicher Rache-Plot geboten, nur im Umfeld einer postapokalyptischen Welt, die an THE WALKING DEAD erinnert, aber einfach Zombies durch Vampire ersetzt.

Dementsprechend ist der Mensch des Menschen Wolf, aber damit gehen auch ein paar reichlich dämliche Szenen einher. Martin fällt wieder und wieder auf andere herein. So oft, dass man meinen sollte, langsam müsste er kapiert haben, wie es in dieser Welt zugeht, in der eine simple Wahrheit gilt: Traue niemandem. Und dennoch tappt er von einer Falle in die nächste.

Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger schneidet das Sequel schlechter ab, ist aber kein vollkommener Rohrkrepierer, sondern punktet mit Damicis nach wie vor charismatischer Darstellung, aber auch dem Etablieren einer interessanten Welt und stimmungsvollen Bildern, die das geringe Budget gar nicht erkennen lassen. Damici träumt nun von einem dritten Teil, mit dem die von ihm von Anfang an anvisierte Trilogie ihren Abschluss finden kann. Man kann die MAD MAX-Analogie auch hierauf erweitern, da Mister als fast schon mythische Figur dann den Weg aus der Dunkelheit zurückfinden wird – vielleicht hin zu einer messianischen Figur.

Die Blu-ray ist technisch hochwertig, einziger Bonus ist ein gut 20-minütiges Making-of, das kompakt die Produktionshistorie des Films nachzeichnet.

>> von Peter Osteried

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