Moviebase Wolves at the Door

Wolves at the Door
Wolves at the Door

Bewertung: 50%

Userbewertung: 40%
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Originaltitel: Wolves at the Door
Kinostart: 02.03.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: New Line Cinema
Produktionsjahr: 2016
Regie: John R. Leonetti
Drehbuch: Gary Dauberman
Darsteller: Katie Cassidy, Jane Kaczmarek, Elizabeth Henstridge, Adam Campbell, Spencer Daniels, Eric Ladin, Lucas Adams

„Basierend auf wahren Begebenheiten“ – vor allem im Horrorgenre wird dieses Label oft und gerne bemüht, um den Zuschauer schon vor Beginn eines Films zu verunsichern. Immerhin gibt es nichts Grauenvolleres als düstere Geschichten, die dem echten Leben entstammen. Erschütternde reale Ereignisse liegen auch dem Home-Invasion-Thriller „Wolves at the Door“ zugrunde, der die von Mitgliedern des Charles-Manson-Clans begangenen Morde an Roman Polanskis Ehefrau Sharon Tate und ihren Besuchern nachzeichnet. Regisseur John R. Leonetti („Wish Upon“) und Drehbuchautor Gary Dauberman („Es“), die schon beim Puppengrusler „Annabelle“ zusammenarbeiteten, interessieren sich allerdings weniger für die Hintergründe des Verbrechens, sondern klopfen es vor allem auf seine Spannungs- und Schockwirkung ab. Vom filmischen Standpunkt aus betrachtet, bietet „Wolves at the Door“ halbwegs routinierte Genre-Unterhaltung. Gleichzeitig müssen sich die Macher aber auch die Frage gefallen lassen, ob es nicht hochgradig fragwürdig ist, die Gräueltaten der Manson-Anhänger für einen simpel gestrickten Reißer auszuschlachten.

Im Sommer des Jahres 1969 treffen sich die Freunde Sharon (Katie Cassidy, „A Nightmare on Elm Street“), Abigail (Elizabeth Henstridge, „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“), Jay (Miles Fisher, „Final Destination 5“) und Wojciech (Adam Campbell, „Harper’s Island“) in einem Restaurant, um Abigails Abschied von Los Angeles zu feiern. Nach dem Essen macht sich das Quartett auf den Weg zu Sharons Villa in den Hollywood Hills. Bei ihrer Ankunft treffen die beiden Frauen auf Steven (Lucas Adams, „Grimm“), der seinem Kumpel William (Spencer Daniels, „The Midnight Game“) im Gästehaus des Anwesens einen Besuch abstattet. Abigails baldiger Aufbruch macht besonders Wojciech zu schaffen, der sich in die junge Frau verliebt hat und sie unbedingt zum Bleiben überreden will. Kurz darauf bricht in der Luxusbleibe auch schon das Chaos los, da vier Unbekannte die Anwesenden attackieren.

Der Titel „Wolves at the Door“ trifft den Nagel eigentlich nicht vollends auf den Kopf. Allzu lange hält es die Angreifer nämlich nicht vor der Tür. Schon im Prolog, der in keinem direkten Zusammenhang mit der restlichen Handlung steht, verschaffen sich die finsteren Hippie-Gestalten innerhalb kürzester Zeit Zutritt zu einem Haus, dessen Bewohner, anders als die hochschwangere Sharon und ihre Freunde, mit dem Schrecken davonkommen. Abigails Abschied verleiht dem Geschehen eine wehmütige Note, wobei sich Dauberman keine große Mühe gibt, seine Protagonisten mit besonderen Facetten auszustatten. Die Charakterzeichnung ist schlicht und funktional, rutscht dankenswerterweise aber nicht in den Nerv-Modus ab, weshalb man mit den Figuren später zumindest phasenweise mitfiebert.

Dass ein einsam gelegenes Haus und gesichtslose Eindringlinge handfestes Grauen verbreiten können, hat unter anderem Bryan Bertinos Home-Invasion-Schocker „The Strangers“ bewiesen, der mit einem effektiven Einsatz einfacher Mittel eine beachtliche Wirkung erzeugt. Auch Leonetti gelingt es, mit hartnäckigen Klopfgeräuschen, im Bildhintergrund auftauchenden Personen, schleichend-unheilvollen Kamerafahrten und ominösen Klängen Beklemmung zu entfachen. Bertinos permanente Terrorstimmung erreicht „Wolves at the Door“ allerdings nicht. Dafür werfen manche Verhaltensweisen dann doch zu viele Fragen auf. Ob es nun die panischen Bedrängten sind oder aber die Angreifer, die einige Opfer schnell beseitigen, während sie mit anderen ein umständliches Katz- und Maus-Spiel treiben.

Setzt nach etwas mehr als einer Stunde bereits der Abspann ein, macht sich ein äußerst bitterer Beigeschmack bemerkbar. Sehr deutlich zeigt sich spätestens hier die platte, unreflektierte Herangehensweise an das Verbrechen, das nicht nur damals für Schlagzeilen sorgte. Mit einigen hastig nachgeworfenen Infosätzen und unheimlichen Archivaufnahmen umreißt der Film die Hintergründe der Manson-Morde, wird den grausamen Geschehnissen damit aber nicht gerecht. Um die in einem Vorspanntext beschworene dunkle Seite des kalifornischen Traums wirklich offenzulegen, hätte es mehr Interesse für die Zusammenhänge gebraucht. Auf die Angehörigen der Opfer dürfte der solide inszenierte, inhaltlich jedoch banale Schocker jedenfalls wie ein Schlag ins Gesicht wirken.

>> von Christopher Diekhaus

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