Moviebase Devil's Candy

Devil's Candy
Devil's Candy

Bewertung: 65%

Userbewertung: 60%
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Originaltitel: The Devil's Candy
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 26.05.2017
DVD/Blu-Ray Verleih: 26.05.2017
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 76 Minuten
Studio: Snoot Entertainment
Produktionsjahr: 2015
Regie: Sean Byrne
Drehbuch: Sean Byrne
Darsteller: Ethan Embry, Shiri Appleby, Kiara Glasco, Pruitt Taylor Vince

Besucher des Fantasy Filmfestes könnten bereits in den Geschmack von Sean Byrnes zweiter abendfüllender Regiearbeit „Devil’s Candy“ gekommen sein, die 2016 während des alljährlich stattfindenden Genre-Events über hiesige Leinwände flimmerte. Nach dem betont sarkastischen Slasher-Streifen „The Loved Ones – Pretty in Blood“ von 2009 widmet sich der australische Regisseur und Drehbuchautor dem ungebrochen beliebten Haunted-House-Motiv, das er mit Satanismus-Elementen und einer ordentliche Prise Heavy Metal würzt. Bahnbrechende Plot-Ideen hat er nicht in petto, dafür aber einige erinnerungswürdige Bilder und engagierte Darsteller, die der größtenteils vertrauten Schauermär echtes Leben einhauchen. Wundersam ist angesichts der eher stimmungsvollen Aufmachung, dass „Devil’s Candy“ hierzulande mit einer FSK-18-Plakette in den Handel kommt.
 
Wie immer im Subgenre des Geisterhausfilms setzt die eigentliche Handlung mit einem Umzug ein. Gemeinsam mit seiner Gattin Astrid (Shiri Appleby, „The Killing Floor“) und seiner Tochter Zooey (Kiara Glasco, „Maps to the Stars“) lässt sich der um Aufträge kämpfende Maler Jesse Hellman (Ethan Embry, „Late Phases“) im texanischen Hinterland in einem alten, geräumigen Anwesen nieder, dessen Besitzer unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen sind. Als eines Abends mit Ray Smilie (Pruitt Taylor Vince, „13 Sins“) der Sohn der früheren Eigentümer vor der Tür steht und um Einlass bittet, weist Jessie ihn entschieden ab, ohne zu ahnen, dass der aufdringliche Mann von teuflischen Stimmen geleitet wird. Die bösen Mächte des Hauses greifen schließlich auch auf den Künstler über, der in seinen Werken zunehmend unheimliche Visionen verarbeitet, was seine Frau mit einigem Unbehagen registriert.
 
Erfrischend an Byrnes Szenario ist die Natürlichkeit, mit der er seine Protagonisten zeichnet. Jesse sieht mit seinen Zottelhaaren und seinen markanten Tattoos zwar verwegen aus und begeistert sich für Heavy-Metal-Klänge, ist aber dennoch ein einfühlsamer Ehemann und Vater. Tochter Zooey teilt, im Gegensatz zu ihrer Mutter, seinen Musikgeschmack und erscheint wie ein ganz normaler Teenager, der nach dem Umzug Schwierigkeiten hat, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Abgerundet wird das sympathische Familienensemble durch Astrid, der man ohne weiteres abnimmt, dass sie ihren Partner liebt und respektiert. Die Figuren wirken lebensecht, weshalb es umso mehr verstört, als sich Jesses Zustand plötzlich wandelt und er seine Bilder mit düsteren Motiven plakatiert. Ethan Embry kehrt die Verunsicherung des Malers und seine wachsenden Qualen mit manisch-expressivem Spiel nach außen und verleiht so manchen Szenen eine erstaunliche Intensität.
 
Statt plumpe Jump-Scares abzubrennen, bemüht sich Byrne um eine langsam bedrohlicher werdende Atmosphäre, die ab und an mit gelungenen Spannungsszenen angereichert wird. Etwa dann, als Ray zwei arglosen Jungen auflauert und über einen der beiden herfällt. Schön ist an dieser Stelle, dass der Filmemacher geschickt verschleiert, aus welcher Richtung der Angriff kommen wird. Obwohl sich der geistig verwirrte Mann, der die meiste Zeit einen Trainingsanzug trägt, schwerfällig und linkisch fortbewegt, wirkt sein Auftreten angemessen furchteinflößend. Auch, weil er seine Ziele mit überraschender Hartnäckigkeit verfolgt.
 
Eine Verbindung zwischen Jesse und Ray besteht nicht nur über den Kontakt zu satanischen Mächten. Auch der Sohn der Vorbesitzer hat ein Faible für Metal-Musik, wobei die lauten Klänge in seinem Fall vor allem helfen sollen, die unheimlichen, säuselnden Teufelsstimmen in seinem Kopf zu übertönen. Beispielhaft für die recht interessante Optik von „Devil’s Candy“ ist eine fiebrige Montage, bei der Jesse seine Leinwand wie von Sinnen bearbeitet. Nahaufnahmen von bevorzugt roten Farbkleksen werden dabei mit Rays blutigem Treiben kombiniert, das der Film in Andeutungen vermittelt.
 
Punktabzüge handelt sich die souverän inszenierte Besessenheitsgeschichte ein, da das Feuerbrunst-Finale mehrere Klischees verwurstet und dem Zuschauer einiges an Gutgläubigkeit abverlangt. Zu hoffen wäre dennoch, dass der talentierte Byrne auch weiterhin im Horrorgenre werkelt und mit seiner nächsten Regiearbeit nicht wieder Jahre auf sich warten lässt.

>> von Christopher Diekhaus

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