Moviebase Guardians of the Galaxy Vol. 2

Guardians of the Galaxy Vol. 2
Guardians of the Galaxy Vol. 2

Bewertung: 70%

Userbewertung: 94%
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Originaltitel: Guardians of the Galaxy 2
Kinostart: 27.04.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: 136 Minuten
Studio: Marvel Studios, Walt Disney Pictures
Produktionsjahr: 2017
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn, Dan Abnett
Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Bradley Cooper, Vin Diesel, Michael Rooker, Karen Gillen, Pom Klementieff, Sylvester Stallone, Kurt Russell, Elizabeth Debicki

Selbst unter Comicfans waren die Guardians of the Galaxy eher unbeschriebene Blätter. Und doch entwickelte sich ihr erster Leinwandauftritt im Marvel Cinematic Universe zu einem bemerkenswerten Triumphzug. Mehr als 773 Millionen Dollar spülte das nostalgisch gefärbte Weltraumspektakel im Sommer 2014 in die Kinokassen und befeuerte mit seinen skurrilen Antihelden umgehend die Lust auf weitere Abenteuer. James Gunn („Slither – Voll auf den Schleim gegangen“), der schon den ersten Teil verantwortete, verfasste abermals das Drehbuch und nahm auch beim Sequel auf dem Regiestuhl Platz. Kontinuität, die sich – so darf man festhalten – durchaus bezahlt macht. Mit „Guardians of the Galaxy Vol. 2“, dem mittlerweile fünfzehnten Beitrag der fortlaufenden Marvel-Reihe, gelingt trotz kleiner Abnutzungserscheinungen ein spaßig-kurzweiliger Ausflug in die bunten Weiten des Universums, der mit einigen überraschend emotionalen Momenten garniert ist.

Im Showdown des Erstlings opferte sich das sprachlich limitierte, aber ungemein sympathische Baumwesen Groot (Originalstimme: Vin Diesel, „The Last Witch Hunter“) – der heimliche Star des Films – für seine Freunde, was vielen Fans zunächst den Atem stocken ließ. Am Ende enthüllte Gunn jedoch, dass ein kleiner Spross wohlbehalten überlebt hat. Im Nachfolger begleitet daher der putzige Baby Groot (ebenfalls von Vin Diesel gesprochen) seine Buddys Peter Quill alias Star-Lord (Chris Pratt, „Passengers“), Gamora (Zoe Saldana, „Star Trek Beyond“), Drax (Dave Bautista, „Riddick“) und Rocket (Originalstimme: Bradley Cooper, „Limitless“) bei einem neuen Auftrag, der die exzentrische Söldnertruppe an den Hof der Sovereign-Herrscherin Ayesha (Elizabeth Debicki, „Macbeth“) führt. Für das genetisch veränderte Alien-Volk der Hohepriesterin sollen die Guardians ein schleimiges Monster zur Strecken bringen und dürfen sich im Gegenzug auf die Aushändigung der gefährlichen Nebula (Karen Gillen) freuen, die ihrer Schwester Gamora nach dem Leben trachtet. Als der unerschrockene Waschbär Rocket wertvolle Batterien aus dem Besitz Ayeshas stiehlt, sehen sich die Weltraumwächter wütenden Angriffen der Sovereign-Krieger ausgesetzt, die erst durch unerwartete Schützenhilfe abgewehrt werden können.

Nachdem „Guardians of the Galaxy“ die große Frage nach dem leiblichen Vater des halb menschlichen, halb außerirdischen Peter Quill aufwarf, schenkt Gunn dem lässigen Draufgänger und den Zuschauern nun eine Antwort. Star-Lords Hadern mit der eigenen Herkunft ist unverkennbar der zentrale Erzählbaustein, hätte an manchen Stellen aber noch eindringlicher entfaltet werden können. Umso erfreulicher, dass sich der Film parallel die Zeit nimmt, das besondere Verhältnis zwischen Peter und seinem Ziehvater, dem blauhäutigen Weltraumpiraten Yondu (Michael Rooker, „The Walking Dead“), näher zu beleuchten. Überhaupt zeigt das zweite Guardians-Abenteuer großes Interesse für familiäre Bande und das Gefühlsleben seiner Protagonisten. Neben Quills Identitätsreise gerät auch die hasserfüllte Beziehung zwischen der grünen Alien-Kämpferin Gamora und ihrer Schwester Nebula in den Blick, wobei man die Frustration der Letzteren ab einem gewissen Punkt nachvollziehen kann. Ähnlich wie im Vorläufer legt das Drehbuch außerdem ein Augenmerk auf das Knistern zwischen Quill und Gamora, das einmal mehr keine handelsübliche Romanze ergibt, sondern auf gekonnte Weise ironisch gebrochen wird.

Gunn gesteht seinen Figuren einige Ruhepausen und berührende Szenen zu, vertraut aber ebenso auf den Witz, der die Weltraumwächter bei ihrem ersten Auftritt zu einer unterhaltsamen Antiheldengruppe machte. Komisches Potenzial besitzen vor allem der Hüne Drax, der nach wie vor stets ungefiltert ausspricht, was er denkt, und der vorlaute Rocket, dem es noch immer große Freude bereitet, sich in den Vordergrund zu spielen. Auch wenn der Überraschungseffekt des ersten Teils weitestgehend verflogen ist und manche Sprüche krampfhaft lustig erscheinen, bietet „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ genügend treffsichere Gags und ausreichend amüsante Verwicklungen, um den geneigten Betrachter bei Laune zu halten. Als Szenendieb erweist sich erneut der liebenswerte Groot, der im Miniaturformat noch eine Spur niedlicher ist als im Ursprungsfilm. Seiner Popularität trägt der Regisseur schon am Anfang Rechnung, wenn der Knirps einen ausgelassenen Tanz hinlegen darf, während im Hintergrund eine handfeste Auseinandersetzung zwischen seinen Freunden und einem Monster tobt. Köstlich ist darüber hinaus die Sequenz, in der Baby Groot Yondu eine neue Kopfflosse besorgen soll, allerdings immer wieder mit falschen Gegenständen um die Ecke kommt.

Die Actionpassagen fallen zumeist mitreißend-dynamisch aus. Und auch der groovige 80er-Jahre-Soundtrack verleiht dem Treiben ordentlichen Schwung. Visuell liefert der Weltraum-Blockbuster mit seinen bunten Galaxie-Schauplätzen souveräne Arbeit ab, ohne jedoch der visionären, geradezu berauschenden Optik des vierzehnten Marvel-Beitrags „Doctor Strange“ das Wasser reichen zu können. Eine Feststellung, die den Fans der Guardians freilich nicht allzu schwer im Magen liegen dürfte. Nach Filmende heißt es übrigens wieder „Sitzen bleiben!“. Zumindest für all diejenigen, die sich die fünf (!) Abspannszenen nicht entgehen lassen wollen.

>> von Christopher Diekhaus

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