Moviebase Colossal

Colossal
Colossal

Bewertung: 70%

Userbewertung: 80%
bei 13 Stimmen

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Originaltitel: Colossal
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 01.12.2017
DVD/Blu-Ray Verleih: 01.12.2017
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: 109 Minuten
Studio: Toy Fight Productions, Brightlight Pictures, Sayaka Producciones
Produktionsjahr: 2017
Regie: Nacho Vigalondo
Drehbuch: Nacho Vigalondo
Darsteller: Anne Hathaway, Jason Sudeikis, Dan Stevens, Austin Stowell, Tim Blake Nelson

Dass er sich mit seinen Leinwandarbeiten vom Mainstream abheben und dem geneigten Zuschauer eigenwillige Geschichten präsentieren will, unterstrich der Spanier Nacho Vigalondo bereits mit seinem Spielfilmdebüt „Timecrimes“, das seinen Protagonisten in eine Zeitschleife steckte. Experimentell – vor allem im formalen Sinne – fiel der Desktop-Reißer „Open Windows“ aus, in dem Elijah Wood zu sehen war. Herausfordernd und ungewöhnlich ist auch sein neuester Streich „Colossal“, eine gewagte Mischung aus Loser-Drama, schwarzer Komödie, Monsterfilm und Beziehungsthriller, die in manchen Momenten etwas uneben erscheint, mit ihrer originellen Handlung und einer tollen Hauptdarstellerin aber immer wieder in den Bann zieht.

Anstatt sich aufzuraffen und ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen, feiert die alkoholabhängige und arbeitslose Gloria (Anne Hathaway, „Interstellar“) lieber die Nächte durch und taucht erst früh morgens verkatert in der New Yorker Wohnung auf, in der sie zusammen mit ihrem Freund Tim (Dan Stevens, „The Guest“) lebt. Genervt von ihren ständigen Eskapaden, setzt er sie eines Tages vor die Tür, was die verplante Gloria dazu zwingt, in ihren Heimatort zurückzukehren und ihr leerstehendes Elternhaus zu beziehen. Schon kurz nach ihrer Ankunft begegnet sie ihrem alten Schuldfreund Oscar (Jason Sudeikis, „Downsizing“), der die Bar seines verstorbenen Vaters übernommen hat und der Gestrandeten einen Job als Kellnerin anbietet. Als Gloria nach einer durchzechten Nacht mal wieder mit dickem Schädel aufwacht, stellt sie entsetzt fest, dass in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul wenige Stunden zuvor ein riesiges Monster aufgetaucht ist und ganze Straßenzüge verwüstet hat. Nach einigen weiteren Erscheinungen, die mit abermaligen Zerstörungen einhergehen, begreift die Alkoholikerin, dass sie eine besondere Verbindung zu der furchteinflößenden Kreatur hat.

Wer sich gerne überraschen lässt und plötzliche Stimmungswechsel reizvoll findet, dürfte bei „Colossal“ voll auf seine Kosten kommen. Wiederholt sprengt Vigalondo, der auch das Drehbuch schrieb, die Genre-Konventionen und lenkt seine Erzählung in neue Bahnen, die dem Geschehen frischen Schwung und den Protagonisten etwas mehr Profil verleihen. Nicht alle Handlungsschritte werden hundertprozentig sauber vorbereitet. An vielen Stellen streut der Spanier aber kleine Indizien aus, die bestimmte Entwicklungen zumindest vorsichtig andeuten. Zwischen den Zeilen ist etwa schon früh zu spüren, dass eine Figur unter einem ungesunden Bevormundungsdrang und einem schwachen Selbstwertgefühl leidet.

Die Lebenskrise einer jungen Alkoholikerin mit einer Monsterbedrohung zu verbinden, gehört – ohne Wenn und Aber – zu den abgefahrensten Ideen, die Vigalondo aus dem Hut zaubert. Was auf dem Papier nach einem reichlich kruden Szenario klingt, erweist sich als äußerst effektiv und kein bisschen langweilig. Trotz kleiner erzählerischer Holprigkeiten macht es Spaß, die anfangs orientierungslose Gloria auf ihrem Weg zu mehr Verantwortung zu begleiten. Ein dickes Lob gebührt in diesem Zusammenhang der stark aufspielenden Anne Hathaway, die die Hauptfigur als kantig-sympathische Loserin anlegt und sich auch in körperlich herausfordernden Szenen keine Blöße gibt.

Rückblickend betrachtet wäre es wahrscheinlich nicht verkehrt gewesen, sich etwas mehr Zeit für das verblüffend düstere Schlussdrittel mit seinen spannenden, schlagartig hervorbrechenden Frustrationen zu nehmen. Dass der wilde Genre-Mix keine unfreiwilligen Lacher produziert, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass Vigalondo die technisch und inszenatorisch überzeugend umgesetzten Monster- und Zerstörungsbilder – eine Verneigung vor dem japanischen Kaiju-Phänomen – punktuell statt inflationär in den Handlungsverlauf einbettet. Ungeachtet eines verhältnismäßig überschaubaren Budgets von rund 15 Millionen Dollar sieht „Colossal“ besser aus als manch ein Hollywood-Blockbuster mit vielfach höherem Produktionsvolumen. Ein weiterer Beleg für die Könnerschaft des spanischen Regisseurs, der sich nach dem erzählerisch verunglückten „Open Windows“ und einem Beitrag zum eher uninspirierten Anthologie-Horrorfilm „V/H/S Viral“ wieder deutlich steigert.

>> von Christopher Diekhaus

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