Moviebase Tomb Raider

Tomb Raider
Tomb Raider

Bewertung: 55%

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Originaltitel: Tomb Raider
Kinostart: 15.03.2018
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: 118 Minuten
Studio: GK Films, Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Square Enix
Produktionsjahr: 2018
Regie: Roar Uthaug
Drehbuch: Geneva Robertson-Dworet, Alastair Siddons
Darsteller: Alicia Vikander, Dominic West, Walton Goggins, Daniel Wu, Kristin Scott Thomas, Alexandre Willaume, Tamer Burjaq

Seine Fähigkeit, mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln nervenaufreibendes Spannungskino zu kreieren, demonstrierte Roar Uthaug im Jahr 2015 mit „The Wave – Die Todeswelle“, einem beängstigenden Tsunami-Szenario in einer atemberaubenden Fjord-Landschaft. Der optisch und stimmungstechnisch starke Katastrophenstreifen machte in Hollywood so viel Eindruck, dass man dem norwegischen Regisseur die kreative Verantwortung für die Computerspieladaption „Tomb Raider“ übertrug, in der die Schwedin Alicia Vikander („Ex Machina“) den Staffelstab von ihrer Kollegin Angelina Jolie übernahm. 2001 und 2003 war Brad Pitts Ex-Frau als waffenschwingende Abenteurerin Lara Croft zu sehen, die sich in den neunziger Jahren zu einer der beliebtesten Actionfiguren im Universum der Video- und PC-Games entwickelt hatte. Der von Uthaug inszenierte Blockbuster knöpft allerdings nicht an die vorangegangenen Verfilmungen an, sondern stützt sich auf das 2013 erfolgte Reboot der Spielereihe und ist daher ebenfalls als Neustart konzipiert.

Auch sieben Jahre nach dem spurlosen Verschwinden ihres Vaters Richard Croft (Dominic West, „The Awakening“) glaubt die inzwischen erwachsen gewordene Lara (Alicia Vikander) nicht an seinen Tod und weigert sich aus diesem Grund, ihr Erbe anzutreten und die Leitung seines Firmenimperiums zu übernehmen. Anstatt es sich im herrschaftlichen Familienanwesen gemütlich zu machen, schlägt sich die junge Frau im Osten Londons als Fahrradkurierin durch und weicht gezielt der Frage aus, was sie mit ihrer Zukunft anfangen will. Eines Tages lässt sich Lara dann jedoch dazu überreden, endlich das Ableben ihres Vaters offiziell zu bestätigen, und erhält bei dieser Gelegenheit von einem Vertrauten des Vermissten (Derek Jacobi, „Mord im Orient-Express“) ein altes Puzzle, das einen Schlüssel und eine geheime Botschaft freigibt. Nur wenig später steht sie in Richards verstecktem Arbeitszimmer, das ihn als leidenschaftlichen Hobby-Archäologen ausweist. Offenbar zog es ihn damals in das berüchtigte Teufelsmeer vor der Küste Japans, wo er auf der Insel Yamatai das Grab der mächtigen Königin Himiko zu finden hoffte. Um die Hintergründe seines Verschwindens ein für alle Mal zu klären, reist Lara schließlich nach Hongkong, wo sie Bekanntschaft mit dem versoffenen Schiffskapitän Lu Ren (komplett unterfordert: Daniel Wu, „Geostorm“) macht, der sie nach anfänglichem Zögern auf das mysteriöse Eiland im Pazifik bringt.

Vergleicht man die von Vikander verkörperte Lara Croft mit Angelina Jolies Version der Actionheldin fällt nicht nur auf, dass der neue Film eine anfangs noch recht unerfahrene Draufgängerin zeigt. Auch das Aussehen der Figur hat sich spürbar verändert. Musste Jolie in ihren Abenteuern noch mit engen Oberteilen und denkbar knappen Hosen als wandelnde Männerfantasie in Erscheinung treten, darf sich Vikander nun in deutlich bequemere Alltagskleidung schmeißen und wirkt dadurch gleich ein ganzes Stück natürlicher. Überhaupt ist die schwedische Oscar-Preisträgerin das große Pfund, mit dem Uthaugs Reboot wuchern kann. Halbwegs glaubhaft skizziert sie die Wandlung Laras von der impulsiven Kurierin zur schlagkräftigen Überlebenskämpferin. Und absolut beeindruckend sind die Dynamik und die Entschlossenheit, die die athletische Mimin in ihre körperlich herausfordernde Rolle legt.

Vikanders kraftvolle Performance reißt immer wieder mit, spielt sich allerdings in einem Handlungsrahmen ab, den man leider als hochgradig schematisch und wenig raffiniert bezeichnen muss. Die Suche nach dem Grab Himikos verläuft in altbekannten Bahnen und wird um ein emotionales Element erweitert, das wegen seiner Formelhaftigkeit jedoch nicht richtig verfangen will. Die Rätsel, denen sich die Protagonistin stellen muss, sind eher schlichter Natur, was auch deshalb schade ist, weil ihre in den Dialogen mehrfach betonte Intelligenz so nur sehr bedingt zur Geltung kommen kann. Als Ärgernis erweist sich überdies die recht eindimensionale Anlage des Antagonisten Mathias Vogel (Walton Goggins, „Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone“), dem ein bedrohliches Charisma und markante Eigenschaften fehlen.

Das Blockbuster-Standardprogramm auf Drehbuchebene ließe sich leichter verkraften, wenn Uthaug ein furioses Actionfeuerwerk mit ungewöhnlichen Stunteinlagen in petto hätte. Sein Können beweist der Norweger schon früh bei einem rasanten Fahrradrennen durch die Straßen Londons, das dem Betrachter einige schwindelerregende Perspektiven schenkt. Rundum zufriedenstellend sind die nachfolgenden Kampf- und Fluchtsequenzen aber nicht, da des Öfteren – etwa bei einem Gleitflug durch den Dschungel – der Einsatz von durchwachsenen Computereffekten ins Auge springt. Auch wenn „Tomb Raider“ insgesamt wenig Leerlauf produziert, wäre der engagierten Hauptdarstellerin eine spannendere, amüsantere und etwas anspruchsvollere Abenteuersause zu wünschen gewesen. Immerhin unterstreicht Alicia Vikander mit Nachdruck, dass sie eine große Hollywood-Produktion locker tragen kann.

>> von Christopher Diekhaus

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