Moviebase Repo! The Genetic Opera

Repo! The Genetic Opera
Repo! The Genetic Opera

Bewertung: 70%

Userbewertung: 87%
bei 32 Stimmen

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Originaltitel: Repo! The Genetic Opera!
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 22.05.2009
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 98 Minuten
Studio: Twisted Pictures / Kinowelt
Produktionsjahr: 2007
Regie: Darren Lynn Bousman
Drehbuch: Terrance Zdunich
Darsteller: Paul Sorvino, Paris Hilton, Bill Moseley, Anthony Head, Alexa Vega, Sarah Brightman, Sarah Power, Joan Jett, Tim Burd, Melissa Panton, Terrance Zdunich, Erica Cox, Dean Armstrong, Vanessa Cobham, J. LaRose, Dani Jazzar, Nina Bergman, Nivek Ogre, Rebecca Marshall

Irgendwann Anfang der 2040er greift eine seltsame Krankheit die Organe der Menschen an; nur der Geneco-Konzern unter Rotti Largo findet eine Möglichkeit, das Leben der Menschen durch Organtransplantationen zu verlängern. Schnell entwickeln sich Transplantate und Implantate zum modischen Statement, und die Firma lässt sich ihre Arbeit auch gerne teuer bezahlen. Wer seine Raten allerdings nicht regelmäßig begleichen kann, bekommt unerfreulichen Besuch vom Repo-Man, der dann eine Organ Reposession vornimmt - das Organ kehrt zum Weiterverkauf in den Besitz von Geneco zurück. Was den Betroffenen meist nicht gut bekommt.

Statt einer grimmen Geschichte von Organhandel und Kapitalismus erzählt "Repo! The Genetic Opera" eine schwarze Komödie aus dem Jahr 2057, besser: gerät zu einem formidablen schwarzen Musical. Hier wird wenig gesprochen und dafür umso mehr gesungen; das ist noch morbider, als es kürzlich "Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street" sein konnte, auch wenn niemand aus dem "Repo!"-Ensemble schauspielerisch Johnny Depps Klasse erreicht. "Repo!" ist das, was passiert, wenn man die "Rocky Horror Picture Show" konsequent modernisierend weiterdenkt: Bildeten seinerzeit noch "deviante" Formen von Sexualität und Lust den offenen Subtext der Erzählung, so geht es hier um den Körper als Modeaccessoire, um lustvolle Perversionen und Drogen. Betäubungsmittel der Wahl ist da aktuell Zydrate, das zur Betäubung bei Transplantationen wie Plastischer Chirurgie verwendet wird, aber leider süchtig macht. Für den Schwarzmarkt beschaffen es die einschlägigen Dealer auf den Friedhöfen – sie entziehen die blaue leuchtende Flüssigkeit dort direkt den Gehirnen der Verstorbenen.

Wem das noch nicht grenzwertig genug ist, kann sich auch am Gesicht von Amber Sweet delektieren – die Tochter des Geneco-Gründers versorgt sich regelmäßig mit neuen Operationen, und irgendwann gerät ihr die Gesichtshaut etwas aus den Fugen. Klatschpressenkönigin Paris Hilton spielt diese Amber in ihrer definitiv bisher besten und einzigen sehenswerten Filmrolle.

Im Zentrum der Handlung steht aber eine ganz andere: Shilo Wallace (Alexa Vega), deren Mutter während ihrer Geburt gestorben ist und mit Rotti Largo verlobt gewesen war, bevor sie ihren Nathan (Anthony Head) kennen lernte. Dieser versucht seine Tochter Shilo, die seit ihrer Geburt an einer geheimnisvollen Krankheit leidet, vor den Unbilden der Welt zu schützen – und verbringt ansonsten seinen Tag mit eher dubiosen Tätigkeiten. In ihm verbindet sich eine traumatisierende Vergangenheit mit einer sehr unerfreulichen Gegenwart, und beides beginnt plötzlich eine Rolle zu spielen, als der todkranke Rotti Largo versucht, sich der Tochter seiner verstorbenen Geliebten anzunähern.

"Repo!" basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Darren Smith und Terrance Zdunich, der in diesem Film auch in einer größeren Rolle als Grabräuber zu sehen und zu hören ist. Beide Autoren haben das Stück auch für den Film adaptiert, dennoch merkt man "Repo!" auch sehr deutlich die Handschrift Darren Lynn Bousmans an, der vor allem durch seine bisher drei "Saw"-Filme bekannt geworden ist. Das wird sich vor allem im visuellen Stil des Films deutlich, dessen Verfallsszenarien gelegentlich an der Oberfläche schon sehr an die "Saw"-Filme erinnern. Sehr rasch fallen dann aber andere Elemente im Setdesign auf, die man irgendwo zwischen "Blade Runner" und Steampunk ansiedeln könnte, während das Aussehen einiger Hauptfiguren – viel Schwarz und Spitze unter weiß geschminkten Gesichtern – wohl nicht von ungefähr an aktuelle Jugendkulturen anschließt. Nebenfiguren laufen gerne in S/M-Outfits herum oder wirken, als seien sie direkt (in gerade noch bekleidetem Zustand) einem Krankenschwesterporno entsprungen.

So eklektisch sich der Film im Visuellen präsentiert, so bunt durcheinander geht es dann auch bei der Musik: von Bombastrock über Industrial bis Japanpop sind die verschiedensten Strömungen der Populärmusik zu hören. Musik, visuelle Stilrichtungen, Körperpolitik und Sex: In "Repo!" geht alles fröhlich eklektisch durcheinander, werden zudem hemmungslos albern Organe durch die Gegend geschmissen und Menschen zerteilt. Es splattert vor sich hin, und ganz unbemerkt schleichen sich durch dieses ganze dunkel-bunte Spektakel Fragen nach unserem eigenen Körperverständnis ein – bis wann ein Körper eigentlich unser Körper ist, und welchen finanziellen Wert eigentlich menschliches Leben hat.

Schwer kommt das freilich nie daher, allenfalls ganz en passant als Demaskierung: Einer von Amber Sweets nichtsnutzigen Brüdern hat sich ein Plastikgesicht aufoperieren lassen. Wie einst das Phantom der Oper, das sein Gesicht aus Scham verhüllte, läuft er herum; nur dass er es nicht nur freiwillig tut, sondern die Maske für ihn das eigentlich Schöne, das Erstrebenswerte ist. Wir haben bisher nur Botox, aber das ist womöglich nur eine Frage der Zeit. Hoffentlich ist dann wenigstens auch in unserer Zukunft die Musik so gut.

>> verfasst von Rochus Wolff

100%
Sabrina
geschrieben am 19.09.2008 um 00:00 Uhr
Hab ihn auch auf dem Filmfest in Nürnberg gesehen und ich muss sagen: Grandios! Ein absolutes Muss für Splatter Gothic und Sm Fans gleichermaßen! Wie Rochus Wolff schon erwähnte schleichen sich durchs Hintertürchen auch so manche Ethische Fragen ein a al wohin führt uns dieser ganze Schöhnheitswahn in dem schon 16 Jährige ihre ersten Brustimplantate bekommen-eigentlich hin. Auch bemerkenswert ist die Mischung der Schauspieler, Musikliebhaber werden einen Sohn Rotti Largos sofort erkennen, es ist Skinny Puppys Ogre. Dazu kommt ein grandioser Paul Sorvino aus "Romeo and Juliet" zusammen mit dem ewigen Helfer Buffys- der Vampirjägerin: Anthony Stuart Head. Zuerst war mir nicht klar, das die Rolle der Blind Mag von Sarah Brightman persöhnlich gespielt wird, aber das wird wohl bei genaurem Hinhören bei einer zweiten Sichtung eindeutig werden.Ihre Songs sind einfach unschlagbar, wodurch das "Oper" im Titel durchaus gerechtferitgt ist. Was Paris Hilton in einem Film wie diesem so anstellt ist fraglich. Nur Publicity in einer für sie eher ungewhnlichen Rolle? Oder hat die Dame doch wirklich einen Hang zum Dunklen, Makaberen? Das wird sich wohl zeigen sobald sie in einem dritten Film dieser Art mitspielt der sich dann zu diesem und "House of Wax" einreihen vermag. Völlig unbekannt dagegen die Hauptrolle Alexa Vega, mir zumindest absolut unbekannt. Abschliessend ist zu sagen dass dies wohl eines der -wenn nicht DER- inovativsten Filmkonzepte der letzten Jahre ist. Und man muss sagen: Es geht auf. Fazit. Unbedingt ansehen!!! :)
100%
Andi
geschrieben am 09.09.2008 um 10:00 Uhr
Ich hab Repo auf dem Fantasy Filmfest in München gesehen und war total begeistert. Sehr gute schauspielerische und gesangliche Leistungen (selbst Paris Hilton passt perfekt in ihre Rolle), interessante Story und extrem Bildgewaltig. Für die breite Masse wird Repo definitiv viel zu abgedreht sein...für Freunde der etwas dunkleren Sichtweisen aber ein Hochgenuss.
60%
Sven
geschrieben am 30.08.2008 um 14:00 Uhr
Der Film war Durchschnitt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Er hat stellenweise recht gut unterhalten, aber alles in allem war mir die Story wohl zu abgedreht. Immerhin mal nen ordentlicher Film mit der Hilton
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