Moviebase Murder Party

Murder Party
Murder Party

Bewertung: 55%

Userbewertung: 57%
bei 3 Stimmen

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Originaltitel: Murder Party
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 20.11.2008
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 77 Minuten
Studio: The Lab of Madness / Atomik Films
Produktionsjahr: 2007
Regie: Jeremy Saulnier
Drehbuch: Jeremy Saulnier
Darsteller: Alex Barnett, Malin Bergman, Macon Blair, Amanda Bryan, Michael Clomegah, Andre da Costa, Alton Du Laney, Heidi Edwards, Paul Goldblatt, Beryl Guceri, William Lacey, Damon Lindsay, Kerry MacDonald, Stacy Rock, Skei Saulnier, Chris Sharp, Beau Sia, Melanie L. Sullivan, Bill Tangradi, David Zellerford

Zunächst einmal eine Warnung an alle, die diesem Film für so etwas wie eine "normale" Horror-/ Splatter-Komödie halten: Dieser Film ist anders. Sehr anders. Das liegt zum einen an dem doch eher unkonventionellen Humor, der MURDER PARTY durchzieht, und zum anderen an der Machart, die teilweise zwar recht amateurhaft wirkt, aber auch einen ganz eigenen, innovativen Stil verfolgt.

Der Film beginnt mit stimmungsvollen Momentaufnahmen des typischen, amerikanischen Halloween-Festes: Wir sehen mit Grusel-Utensilien geschmückte Häuser, verkleidete Menschen und natürlich auch Süßigkeiten. Eine Einführung, die mit ihrer unheilvollen Atmosphäre zunächst einmal Lust auf den Rest des Filmes macht. Ebenso gelungen: Die Vorstellung des "Helden" Chris (Chris Sharp), ein gemütlicher, sympathischer Filmfreak, der sogar seine Katze höflich fragt, ob er sich denn auf ihren Lieblingssessel setzen könne. Aus der Figur des Chris bezieht MURDER PARTY einen Großteil seines Humors. Der Verkehrspolizist, den wirklich nichts aus der Ruhe bringen kann, sorgt mit seiner trockenem Art und seinem Hundeblick für die lustigsten Momente des Films.

Durch eine mysteriöse Einladung zu einer Halloween-Party gerät Chris in die Fänge einer Gruppe von völlig durchgeknallten Künstlern, die ihn vor laufender Kamera umbringen wollen. Und das alles nur für ein Kunstprojekt, das horrende Fördergelder verspricht! Die völlig ausgeflippten Charaktere innerhalb dieser Gruppe sind ein weiterer Aspekt, der dem Film zu Gute kommt. Leider können nicht alle Schauspieler ihren exzentrischen Rollen gerecht werden, was teilweise auch an der hölzernen deutschen Synchronisation liegen mag. Positiv stechen allerdings Stacy Rock und Alex Barnett heraus, die durch ihre Darstellung überspitzter Verrücktheit eine wirklich lustige Persiflage auf abgehobene Künstler aller Art zu Stande bringen.

Die alberne Tollpatschigkeit der Künstler, durch die Chris im letzten Moment immer wieder gerettet wird, wirkt jedoch auf die Dauer schlichtweg zu lächerlich und kommt dem Klamauk ungemütlich nahe. Regisseur und Autor Jeremy Saulnier scheint ein großer Monty Python-Fan zu sein und versucht sich immer wieder an dem absurdem Humor in der Tradition der britischen Komiker. Tatsächlich gelingen ihm einige solche Momente, in denen deutlich wird, dass MURDER PARTY auch durchaus das Zeug zum kultigen Geheimtipp gehabt hätte. So zum Beispiel die kurze, aber geniale Szene, in der die koksende Lexi dem vermeintlichen Kunstkenner Alexander ihre (komplett absurde) Videoinstallation vorführt. Leider verwickelt sich das Drehbuch aber zu oft in Ungereimtheiten oder macht es sich mit einigen Entwicklungen zu einfach. Auch die bereits erwähnte hektische Albernheit macht dem Humor in vielen Szenen gänzlich den Garaus. Wenn zum Beispiel bereits zu Anfang des Films eine Frau aufgrund ihrer Rosinenallergie (!) vom Stuhl fällt und sich dabei ein Rohr in den Kopf rammt, klingt das in geschriebener Form vielleicht noch ganz lustig, ist aber de facto einfach nur peinlich.

Diese vereinzelten Gore-Momente dürften vielen Splatter-Fans auch viel zu stümperhaft inszeniert sein. Das Kunstblut sieht schon irgendwie nach Himbeer-Marmelade aus und tropft und blubbert auf merkwürdige Weise aus den Protagonisten heraus. Käme der Film vom Filmstudenten von nebenan, würde man MURDER PARTY vielleicht mit anderen Augen sehen, so aber nerven die billigen Effekte schon gewaltig. Positiv fällt hingegen die Wahl des Settings auf, ein altes abgeranztes Fabrikgelände mit dunklen Gängen und Schächten. Die vielen düsteren Kellerräume (natürlich in professioneller Halloween-Deko) sorgen für eine dichte Atmosphäre.

MURDER PARTY hinterlässt beim Zuschauer gemischte Gefühle. So richtig schlecht will man diese liebevoll gemachte Chaos-Komödie zwar nicht finden, aber zu begeistern vermag sie auch nicht. Regisseur Saulnier schwebte offenbar eine Art "Braindead trifft Monty Python" vor, er scheitert dabei aber sowohl am Humor als auch an den größtenteils lachhaften Effekten. Mit etwas größerem Budget und einem ausgefeilteren Drehbuch hätte der Film zum Indie-Hit werden können. Denn innovativ sind die Grundideen ohne Zweifel: Die abgedrehten Künstler, besonders die Figur des heuchlerischen Alexander, die Verfolgungsjagd durch die Halloween-Party und mehr. Leider finden diese Versatzstücke nie zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Wer aber kein Problem mit amateurhaften Gore-Effekten und etwas abseitigen Humor hat, der könnte mit diesem Filmchen durchaus einen amüsanten, bierseligen Abend verbringen.

>> verfasst von Tim Lindemann

50%
Andrè
geschrieben am 07.10.2008 um 13:00 Uhr
Ich fand ihn stellenweise ziemlich witzig. Bereits am Anfang wurde eine gewisse Andersartigkeit spürbar, was mir als Fan skuriller Machwerke sher gefiel. Der Humor, der hier angesprochen wurde, fand ich persönlich nicht sehr originäl aber dafür doch etwas anders. Und wenn man es schafft diesen Humor anderer sichtbar vorzuführen, dann verdient das Respekt. Meinen hat er. Allerdings hatte ich nicht mit so einem Finale gerechent, das mich spaltet. Zum einen drehte der voll, von 0 - 100 in wenigen Schnitten, zu einem Gemetzel erster Güte. Zu schnell und zu radikal, aber immer mit einer Priese Humor versehen. Fazit: GESCHMACKSSACHE großgeschrieben!
70%
mr brown
geschrieben am 29.09.2008 um 20:00 Uhr
man kann nur sagen, irgendwas hat der film... ist ein bisschen wie ein autounfall - MAN KANN EINFACH NICHT WEGGUCKEN, obwohl er schon recht mies gemacht ist. Für mich hat er leider nur einen richtig guten witz, aber der saß (Er sitzt im Schrank fest und muss sich was einfallen lassen um abzuhauen). schlecht genug ist er für trash, aber irgendwas fehlt... man kann ihn trotzdem gucken
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