Happy End (2005)
Happy End (2005) (Happy End)
Kinostart: unbekannt
DVD-Start: 12.05.2006
FSK-Freigabe:  ab 16
Länge: 100 Minuten
Studio: Koch Media
Regie: Daniel Stieglitz
Drehbuch: Daniel Stieglitz
Darsteller: Matthias Scherwenikas, Brunhild Falkenstein, Marta Heselberger
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75%
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Inhalt
Der junge Schriftsteller Leo (Matthias Schwerwenikas) erlebt das Grauen eines Haunted House im Orchideenweg 28. Seine langjährige Schreibblockade löst sich hier wie von Geisterhand, denn jemand aus dem Jenseits diktiert die Story. Auf diesem Weg erkundet Leo allmählich ein wohlbehütetes Geheimnis, in das die seltsamen Mitbewohner im Haus und die bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Vormieter verwickelt sind.

Kritik

Intelligent und spannend - ein bemerkenswerter Schock-tail aus deutschen Landen!

Deutschland - Land des Bieres, Land der Reformation, Land des Horrorfilmes. Ahm, Moment. Horrorfilm? Gehts noch? Jawohl, und wie es geht! Dank eines unscheinbaren Bayern nämlich spielt schwarz-rot-gold in der Liga des Gruselfilmes wieder ganz vorne mit. Der aus Cham stammende Jung-Regisseur Daniel Stieglitz reiht sich mit seinem Debutfilm "Happy End" nahtlos in die Riege der deutschen Horrorgrößen ein. Dabei erfindet er, im Gegensatz zu seinen Vorgängern, wie beispielsweise Robert Wiene ("Das Cabinet des Dr. Caligari"), den Horror zwar nicht neu, aber, wie wir alle wissen, ist gut geklaut ja schon halb gewonnen. Trotzdem wäre es falsch diesen geistreichen Geisterfilm als reine Antwort auf Größen wie "The Ring", "The Others" und "The Sixth Sense" zu sehen - denn hinter der Fassade des alten Hauses im Orchideenweg 28 lauert wesentlich mehr...

In genau dieses Haus zieht der junge Schriftsteller Leo (Matthias Schwerwenikas) ein, um in Ruhe an seinem neuen Buch arbeiten zu können. Nach diversen Jahren Schreibblockade erhofft er sich von dem alten Gemäuer nämlich ein wenig Inspiration. Nach den ersten Begegnungen mit den drei weiteren, überaus seltsamen Mietern des Hauses, erfährt Leo von der traurigen Geschichte seiner Vormieter: vom Vater (Erwin Leder), der seine kleine, schizophrene Tochter Joana (Katharina Schiedermeier) misshandelt hat. Vom schrecklichen Autounfall, der beide das Leben kostete. Und von all den anderen bösen Geschichten, die immer noch in den Wänden des Hauses gefangen sind. "Perfekt", denkt sich unser Leo, "eine bessere Inspiration gibt es ja gar nicht". Recht hat er zwar - allerdings hat er die Rechnung ohne den Geist des kleinen Mädchens gemacht.

Was ist nur aus unseren kleinen Mädchen geworden? Erst müssen sie in Asien als Wurzel allen Terrors hinhalten, dann schnappen sich die USA die kleinen Gören und machen sie zum Inbegriff allen Bösen und jetzt wird man auch im bisher sicheren Deutschland von ihnen heimgesucht. Naja, also mir solls recht sein, solange es sich ordentlich gruseln lässt. Und "Happy End" ist so ein Streifen, der einem durchaus das Fürchten lehren kann. Dieser Film ist atemberaubend bis zur letzten Sekunde - Roth und Aja, nehmt euch in Acht, denn hier kommt Nachwuchstalent aus good ol' Germany! Zwar erreichen die Schocks an sich nicht ganz die Dimensionen eines "A Tale Of Two Sisters", "Ju-On: The Grudge" oder "The Ring", doch verstehen die Macher es über den ganzen Film hinweg eine Spannung aufzubauen, sie auf ein Maximum zu treiben und bis zur allerletzten Sekunde aufrecht zu erhalten. "Happy End" ist der lebende Beweis dafür, das die Stärken eines Horrorfilmes nicht nur in ihrem Gore-Gehalt oder ihren Schocks liegen, sondern in der Liebe zum Detail. Und bei der Inszenierung dieses Filmes strotzte die Liebe nur so aus allen Poren. Das geht von den solide geschriebenen Charakteren mit ihren Angewohnheiten und Macken bis hin zur Story, welche übrigens einen Plottwist zu bieten hat, der den Begriff "überdurchschnittlich" für Low-Budget-Horror in neue Höhen kickt.

Stieglitz mimt hier den Marionettenspieler und lenkt den Zuseher beabsichtigt in die falsche Richtung. Ganz klar wird hier hinter der Fassade des Filmes ein "Anti-Klischee-Statement" abgegeben, durch welches klar wird, dass auch das Genre des Horrorfilms nur allzu menschlich ist. Lässt man nämlich die Geisteraspekte mal weg, ist der Film eigentlich wie aus dem Leben gegriffen. Hauptdarsteller Matthias Schwerwenikas blödelt gerne ein wenig herrum, muss sich aber gleichzeitig den Problemen in der Beziehung mit seiner Freundin Ida (Katharina Schwarz) stellen, die unter den unheimlichen Vorfällen und der Besessenheit ihres Freundes von den Geschichten leidet (übrigens war dieser Aspekt des Charakterwandels in anderen Reviews zu "Happy End" ein Kritikpunkt, der sich für mich leider nicht nachvollziehen lässt - ich fand die Entwicklung der Charaktere durchaus glaubhaft). Eine Verbündete findet Leo in Joannas ehemaliger Psychiaterin, Dr. Gruber (Brunhild Falkenstein), die ihm bei der Recherche hilft. Alles in allem wirkt der Film also wie ein 1000 Teile Puzzle, welches man von außen nach innen zusammensetzt und man erst mit dem setzen des letzten Teiles ein beeindruckendes Gesamtbild bekommt. Natürlich immer unter dem Zeichen des Augenzwinkern, allerdings ohne in Bereiche der Parodie oder gar Slapstick abzurutschen.

Bei all dem Licht gibt es natürlich auch Schatten. Beispielsweise werden gleich zu Beginn des Filmes in einer Art Flash-Forward einige Szenen vorweggenommen. Zur Dramaturgie trägt dieser "Vorspann" nicht bei, man hätte also durchaus darauf verzichten können. Falls man dem Zuschauer damit ein wenig einheizen wollte, ging das definitiv in die Hose: eher bremst es die Vorfreude ein bisschen. Und wo ich vorhin schon von "halb geklaut" gesprochen habe: teilweise verschwimmen die Grenzen zwischen Inspiration und Plagiat schon krass - Wertung und Interpretation bleiben aber mal im Ermessen des Zusehers. Das wars aber im Großen und Ganzen auch schon an Negativem, was es zu berichten galt. Denn wenn man nun wirklich bedenkt das mit nur 7.000 Euro der Traum vom ersten, eigenen Spielfilm realisiert wurde, ist der Film von Daniel Stieglitz ein Paradebeispiel. Es gibt Produktionen mit dem 1000fachen Budget, die bei weitem nicht an das filmische Ideal gelangen, das hinter "Happy End" steckt. Dieser Film ist ein Produkt aus Leidenschaft und das sieht man ihm von Kopf bis Fuß einfach an. Und wenn man nun noch im Hinterkopf behält, dass es sich hierbei noch um ein Erstlingswerk handelt, bin ich schon gespannt auf sein nächste Projekt.
Horror vom Feinsten - "Happy End" holt für Deutschland den Titel!

Durch das geringe Budget schwimmen natürlich auch die Bild- und Tonqualität von "Happy End" nicht an forderster Front. Der raue Stil des Bildes ist dem Film jedoch sehr zuträgich, was dann auch den ein oder anderen Fehler verschmerzen lässt. Der Ton reiht sich im Mittelmaß ein und zeigt keine Höhepunkte, ist aber solide in Szene gesetzt. Bei den Extras hat sich der Verleih Koch Media nicht lumpen lassen. Auf interessierte Filmfans wartet ein "Making Of", "Interviews", "Outtakes" und weitere Extras, die fast keine Wünsche offen lassen und dieser Veröffentlichung den letzten Schliff geben. Angenehmer Grusel erwartet uns nun auch mit der Special Edition - ein Blick lohnt sich!

>> geschrieben von Torsten Schrader


User - Kurzkritik/Kommentar


Kommentar Nr. 3 - Geschrieben von bumbum am 15.09.2007 23:17 Uhr 50 %
einfach geil der film

Kommentar Nr. 2 - Geschrieben von unbekannt am 13.08.2007 02:57 Uhr 100 %
Also ich kenn die Mutter von dem Daniel Stieglietz, weil das unsere Lehrerin war und sie wir uns mal diesen film angesehen haben. ich fand ihn von der ersten minute an spannend. VOr allem am schluss ist er einfach grandios. Ein paar der Schauspieler kenne ich und ich finde das sie wirklich super gespielt haben. Der film ist der beste dem ich seit langen gesehen habe.

Kommentar Nr. 1 - Geschrieben von Geisterstory-Fan am 13.09.2006 21:57 Uhr 80 %
Viele Elemente ähneln Vorbildern wie The Ring oder The Eye. Insgesamt ist der Film jedoch keine schlechte Leistung. Den oftmals zu clownhaft wirkenden Protagonisten erträgt man mit der Zeit ebenso.

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