28 Days Later (2002)
28 Days Later (2002) (28 Days Later)
Kinostart: 05.06.2003
DVD-Start: 28.11.2003
FSK-Freigabe:  ab 18
Länge: 113 Minuten
Studio: 20th Century Fox
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Alex Garland
Darsteller: Alex Palmer, Bindu De Stoppani, Jukka Hiltunen
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88%
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Inhalt
In einem Labor werden mehrere Experimente mit Affen durchgeführt, so werden sie mit Wut infiziert. Die Tierschützer konnten das nicht zulassen und liessen die Tiere ohne richtige Arzterklärung frei. Allerdings gingen die Affen sofort auf die Menschen los und fingen an sie zu beissen, somit verwandeln sich auch die Menschen innert kürzester Sekunde in blutrünstige Bestien, die sich auf der gesamten britischen Insel verbreitet... 28 Tage später erwacht ein junger Mann im Krankenhaus und muss feststellen, dass er ganz alleine ist, denn draussen ist alles menschenleer. Dies ist der Beginn eines absoluten Albtraums...

Kritik

Nach Filmen wie "Shallow Grave", "Trainspotting" und "The Beach" überrascht mich Multitalent Danny Boyle ein weiteres Mal. Diesesmal handelt es sich um das großartige Horrordrama "28 Days Later" in welchem die Folgen eines Virusausbruches in London aufgezeigt werden; Vorlage liefert wieder, wie auch bei "The Beach", der geniale Alex Garland.

Tierschützer befreien Schimpansen die für Tierversuche missbraucht werden, was jedoch zu einer folgenschweren Kettenreaktion führt. Denn was die Aktivisten nicht wissen: die Affen sind allesamt mit einem leicht übertragbarem und hochansteckendem Virus infiziert... Nach den titelgebenden 28 Tagen erwacht der junge Fahrradkurier Jim (Cillian Murphy) in einem ausgestorbenen Krankenhaus aus dem Koma. Auf der Suche nach jeglicher Art von menschlichen Anzeichen muss er verzweifelt feststellen dass London völlig menschenleer zu sein scheint. Nachdem er von Infizierten gejagd wird, findet er Obhut bei zwei weiteren Überlebenden, mit denen er versucht einen Ausweg aus dieser Apokalypse zu finden...

Aufgrund unvermeidbarer Spoilergefahr werde ich im Folgenden nicht in expliziter Weise auf den Inhalt eingehen um somit jenen, die den Film noch nicht gesehen haben, die Lust daran zu verderben.

Einfach großartig was Danny Boyle hier fabriziert hat. Die tragische Geschichte um Jim, eingebettet in ein apokalyptisches Endzeitszenario. Die Protagonisten geraten von einem Extrem ins Andere und das alles spielt sich auf einer sehr bedrückenden, pessimistischen Ebene ab. Die intensive Dichte des Films legt sich wie ein schwerer Mantel auf die Schultern des Zuschauers, integriert ihn komplett in das Geschehen und spuckt ihn erst nach 113 Minuten wieder aus. Er installiert ihn als Teil in eine, im übertragenen Sinne, zerstörte Welt, frei von Zivilisation, Kultiviertheit und Ordnung. Hier regiert das Chaos. Hinzu kommt die ständige Angst der Akteure, die Angst vor den Infizierten. Ausgelöst durch den Virus der Affen, hat sich die Krankheit auf den Menschen übertragen und ihn dahingerafft; reduziert auf Infizierte und wenige Überlebende. Survival of the Fittest, das Darwinsche Prinzip nimmt eine bestimmende Rolle im Film ein. Jäger und Gejagte, fressen und gefressen werden. Eine Wende zum Primitiven, dem simplen Überlebens- und Selbsterhaltungstrieb. Dies sind die Faktoren die das Handeln sämtlicher Figuren bestimmt und beeinflusst.

Bei "28 Days Later" geht es nicht nur um einen Horrorstreifen, wie ihn viele betiteln und meißtens fälschlicherweiße verurteilen, da er eigentlich kein Horrorfilm ist und deswegen bei dem festgefahrenen Konsumenten als lasch, lau und langweilig abgestempelt wird. Nein hier geht es um mehr, ich sehe ihn als modernen und stets hochaktuellen Kommentar zur momentanen Situation der Forschungswelt und deren rücksichtsloser Ausbeutung jeglicher Werte. Auf seine Art bestätigt durch diverse Beispiele der letzten Jahre wie Maul- und Klauenseuche, BSE und jüngst durch die Vogelgrippe. Die permanente Angst vor einem Killervirus, einem Virus der sämtliches Leben auszulöschen vermag, befindet sich längst in den Köpfen der Gesellschaft. Dieses Phänomen wird auch im Rahmen der Extras der deutschen VÖ behandelt und ein weiteres Mal thematisiert.

Dramatisch, nur so kann man den Film beschreiben. Ein modernes Drama dass mit Hilfe von Horrorelementen den Ernst und die Aussage des Films verstärkt. Selbst der Virus, die Wut, kann im übertragenen Sinne gesehen werden. Ist es die Infektion die tötet, oder ist sie nur ein cineastisches Stilmittel um die Wut, die Gewaltbereitschaft bzw. das Gewaltpotenzial des Menschen zu visualisieren?! Ich kann nur den Hut ziehen vor Mr. Boyle, wie er es schafft den Film auf so vielen verschiedenen Ebenen spielen und wirken zu lassen; mein voller Respekt.

Die Wirkung, unser Stichwort. Wie auch in seinen anderen Filmen schafft es Boyle durch Musik, Kamera und Schnitt sein Werk zu perfektionieren. Beginnend bei dem Score der sich relativ zurückhaltend verhält und dadurch die simple triste Welt und die kalte emotionslose Atmosphäre bekräftigt. Die größte und wichtigste Rolle spielt die geniale Kamera von Boyle, der sich damit einmal mehr als einer der Meister darin bezeichnen kann und darf. Komplett auf DV gedreht verleiht die Kamera dem Film und seinem Zuschauer eine sehr enge, persönliche und nahbare Beziehung. Nicht geschönt sondern gänzlich durch kalte, graue, dreckige Bilder bestechend wird das Thema erfasst. Der Look komplettiert das Ganze, da vorallem die Stadtszenen im grobkörnigen Raster gehalten werden und deshalb sehr bedrohend wirken. Teilweise schneller Stakkato-Schnitt (jedoch keines der aktuellen Epileptiker-Editings) verdeutlicht die Hektik und die Angst der Figuren. Man fühlt sich unwohl, fühlt mit den Protagonisten. Lediglich der letzte Shot in dem kleinen Häuschen am Schluss wurden auf 35mm abgedreht, satte Farben und eine hohe Detailtreue dienen als Unterstützung. Der Einsatz dieser Mittel ist auf der einen Seite so simpel, doch auf der anderen so genial und wirkungsvoll, da könnten Andere sich ordentlich was abgucken.

Nicht zuletzt tragen die starken Leistungen der Darsteller dazu bei, den Film zu einem wahren Hochgenuß zu machen. Cillian Murphy gefällt mir wahnsinnig gut und liefert eine beeindruckende Vorstellung ab, auch Naomie Harris (Selena), Brendan Gleeson (Frank), Megan Burns (Hannah) und Christopher Eccleston überzeugen auf ganzer Linie.

Vom Ausbruch des Virus bis hin zu seinem jähen Ende entfaltet sich ein atmosphärischer Genremix der fesselt und mit Hilfe einer großartigen Regisseurleistung zu einem wahren Highlight auffährt. Der Zuschauer wird als Begleiter in einen Strudel aus Verzweiflung, Angst und Dramatik involviert. "28 Days Later" ist ein Juwel, dass aus der grauen Masse der Kieselsteinfilmchen hervor sticht. Kein stupider Horrorfilm sondern ein ernstes Drama, welches definitv empfehlenswert ist.

>> geschrieben von Benjamin Johann

User - Kurzkritik/Kommentar


Kommentar Nr. 11 - Geschrieben von gonca am 09.09.2009 08:20 Uhr 100 %
Grandios!! ein wirklich toller film, der einen von anfang an packt und nicht mehr loslässt! Und der trotz der eigentlich untypischen Bildqualität (oder vielleicht gerade deswegen!?) für einen film dieses genres wirklich toll ist. Wer auf endzeit-filme steht muss diesen film gesehen haben.. denn er ist mit abstand der beste seiner art da er eine von einer pandemie heimgesuchte welt fantastisch darstellt. ein lob an danny boyle ;)

Kommentar Nr. 10 - Geschrieben von Sharazad am 20.08.2009 14:52 Uhr 90 %
Dieser Film hat meiner Meinung nach das Zombie Genre neu erfunden. Er ist kein reiner Horror Film sondern irgendwas zwischen Horror und Thriller. Die Schauspieler sind gut aber da hätte mehr kommen können alles in allem mal wieder ein sehr guter Danny Boyle Film.

Kommentar Nr. 9 - Geschrieben von Knochenkotzer am 07.12.2008 04:16 Uhr 80 %
Cooler Film liegt halt geerade im Trend und jeder will absahnen aber am besten finde ich das die Ökoaktivisten an allem Schuld sind. Auch wenn ich die Begründung beklopt find das die Affen mit purem Hass infiziert wurden.

Kommentar Nr. 8 - Geschrieben von Rudi am 20.07.2007 21:02 Uhr 100 %
Dieser Film ist einfach nur genial, er hat eine unglaubliche Intensität welche im Grunde nie verebbt. Die für einen Zombiefilm (was er meines erachtens ist,auch wenn es natürlich Abweichungen gibt) verhältnismäßig wenige Gewalt wird locker durch die unglaublich faszinierenden Landschaftsaufnahmen, die fesselnde Atmosphäre und die ernsthaftigkeit ausgeglichen. Freue mich schon extrem auf die jetzt bald anlaufende Fortsetzung

Kommentar Nr. 7 - Geschrieben von samhain am 29.06.2007 17:25 Uhr 80 %
sehr guter,athmosphärisch dichter film.wenige, dafür gute effekte und spitzen soundtrack.sehr spannend.einzig die "rennenden neuzeitzombies" sind gewöhnungsbedürftig. für nen britischen film sehr gut :-)

Kommentar Nr. 6 - Geschrieben von ratze am 03.06.2007 17:24 Uhr 60 %
kein schlechter film aber ich finde es mangelt sehr an spannung die 2 hauptdarsteller gefallen mir nicht so wirklich vor allem celina wären 2 andere(bessere)schauspieler für die rollen genommen wurden hätte ich bei der wertung vielleicht 10% mehr gegeben trotzdem ist der film alle mal besser als der restliche käse z.b romeros filme

Kommentar Nr. 5 - Geschrieben von HorrorIQ am 13.05.2007 21:26 Uhr 100 %
Ich finde Deine Review klasse. Auch ich sehe 28 Days Later als sehr dramatischen, teils auch sehr melancholischen, zivilisationskritischen Kommentar zur Selbstüberschätzung der Wissenschaften. Er enthält auch eine Prise Anthroposophie: die wunderbare Szene, in der Jim mit einem Soldaten kämpft, weil er die junge Frau mißbrauchen will. In dieser Szene fragte ich mich: wo ist da noch der Unterschied zwischen ihm und den Infizierten ? Ich glaube, daß es in dieser Szene auch genau darum ging. Das Wilde, Archaische, Atavistische, das wir in uns tragen, schleicht sich manchmal durch die angeblich so reine, objektive Rationalität der Wissenschaften ...

Kommentar Nr. 4 - Geschrieben von Freier Filmkritiker am 15.04.2007 11:29 Uhr 100 %
Der Film ist absolut top. Er macht auch nach dem 3 mal anschauen immer wieder Angst. Schade, dass nicht alle Filme so sein können wie dieser. Denn 28 days later hält was er auf dem Cover verspricht und das ist in letzter Zeit bei der großen Schwemme von Horror-Filmen sehr selten. Daher gibts von mir 100 Punkte. Jeder Horror Fan darf sich diesen nervenaufreibenden Film nicht entgehen lassen. Er kann mit der Neuverfilmung von "Dawn of the Dead" absolut mithalten.

Kommentar Nr. 3 - Geschrieben von xxthoragxx am 04.02.2007 19:22 Uhr 70 %
Wenn man sich den Film erwartungsvoll als Horrorfilm kauft/leiht dann kann man enttäuscht sein. Aber wenn man schon die Geschichte, vor dem anschauen, etwas kennt, ist der Film sehr gelungen.

Kommentar Nr. 2 - Geschrieben von Nothingness am 28.06.2006 17:30 Uhr 10 %
Mir hat der Film überhaupt nicht gefallen. Der Film hat mich überhaupt nicht gefangen und er war meiner Meinung nach einfach zu langweilig. Es fehlt die Spannung, es fehlt der Horror und die Story war alles andere als aufregend.

Kommentar Nr. 1 - Geschrieben von CLonkster am 19.06.2006 12:06 Uhr 90 %
Ich fand den Film auch super. Mal was ganz anderes. Hier wird die Angst viel packender gezeigt und der Film wird keine Sekunde langweilig. Bin schon auf den Nachfolger gespannt :) Hoffentlich spielen da auch die 3 wieder mit =)

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