Alien: Covenant – Blutig wie noch nie: Prometheus-Sequel nimmt keine Rücksicht auf Freigabe

Im Hause 20th Century Fox stößt man inzwischen deutlich seltener auf taube Ohren, wenn es bei einem kostspieligen Projekt um die Erteilung eines R-Ratings geht. Die Comicverfilmung Deadpool brach vor einem Jahr sämtliche Box Office Rekorde und mit Logan, dem letzten Wolverine-Film mit Hugh Jackman in der Titelrolle, gelang dem Studio trotz höherer Altersfreigabe der beste Start der Trilogie. Außerdem sollte man nicht außer Acht lassen, dass Prometheus, das Prequel zu Alien: Covenant, ebenfalls mit einem R Rating in die Kinos kam und trotzdem 400 Millionen Dollar in die Kassen schwemmte. Deshalb durfte sich Ridley Scott auch bei seinem neuen Werk so richtig austoben: „Der Film wird so realistisch werden wie nur irgendwie möglich, da Ridley Scott genau das haben will“, erklärt Neil Corbould, Spezialist für Spezialeffekte, gegenüber IGN. „Er legt großen Wert auf den Schockfaktor, weswegen wir uns stark darauf konzentrieren. Was ich bislang vom Film gesehen habe, war großartig! Er wird am Ende dieselbe Wirkung haben wie das Original.“

„Damals war auch jeder schockiert. Es war ein waschechter Horrorfilm und Alien: Covenant fährt die gleiche Schiene“, so Corbould. Selbiges Gespräch ergab auch, dass nie zuvor so viel Kunstblut bei einem Alien-Film zum Einsatz kam wie hier. Fans dürfen sich also auf einiges gefasst machen, wenn der Sci/Fi-Horror in wenigen Monaten anläuft und mit einigen Splatterszenen daherkommt.


 

Geschrieben am 06.03.2017 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): News, Top News




  • Ace Ffm

    Was für ein Glück! Die Entwicklung,das Filmemacher wegen einer niedrigeren Altersfreigabe schon im Vorfeld den vorgesehenen Film extrem entschärfen mussten,war mehr als lästig und lag jedem Fan des ungeschnittenen Films schwer im Magen. Endlich sind diese Story verändernden Mittel auf dem Rückzug. Will gar nicht wissen wieviele Filme hätten gut werden können,wenn sie dem Filmemacher die 18er Freigabe erlaubt hätten.

    • Thure

      Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Filme die einfach nur sinnfrei soviel Gewalt wie möglich reinpacken um zu schocken dabei aber vergessen einen echten Film zu machen, so mit interessanten Chars, Story und so.
      Alien 1 ist nach heutigen Maßstäben vollkommen harmlos. Aliens 2 genau so. Nicht umsonst ab 16.
      Sind sie deshalb schlecht? Eher nicht. Brauchen sie mehr Gore und Gewalt? Nö, sie sind ziemlich gut wie sie sind. Gerade Teil 2 hat so viele Chars die regelrecht einen Kult entwickelt haben. Bei vielen Kills wurde sogar ausgeblendet bzw. es nicht deutlich gezeigt. Würdest du es nun scheiße finden weil es „nur wegen der Altersfreigabe gekürzt wurde“? Ehrlich? Wäre der Film wirklich besser geworden wenn man ein Splatterporno daraus gemacht hätte? Wohl kaum.

      Einfach nur Gewalt hinrotzen und zu sagen „Die ist nötig für einen Horrorfilm“ halte ich leider für vollkommen dämlich und meistens eher kontraproduktiv. Sie muss einen Sinn haben. Und ob Sprüche wie „Wir haben soviel Kunstblut verwendet wie in keinem anderen Teil“ da stelle ich mir gleich noch den Zusatz „Geil ey, Alter“ vor. Und denke mir dabei „Junge, weißt du warum sie nicht soviel verwendet haben? Weil die Filme so gut waren das sie es gar nicht nötig hatten!“

      Just my 2 Cents.

      • Defcon

        Du musst unterscheiden zwischen Big-Budget-Filmen und B-Movies. Letztere reizten nie mit Blut, weil sie anders nur schwer Interesse wecken konnten. Erster dagegen durften nie wirklich „erwachsen“ sein, weil man Jugendliche als wichtigste Zielgruppe nicht ausschließen und kein Risiko eingehen wollte.

        Das hat sich seit Deadpool, Logan und Evil Dead geändert. Diese Filme bewiesen, dass jenseits der „wichtigsten Zielgruppe der Jugendlichen“ noch weitaus mehr Potential existiert. Eben das das Erwachsenen, die neben guten Geschichten auch „erwachsenere Bilder“ goutieren.

        Und das beinhaltet nun mal auch mehr „explizite Bilder“, als man Kindern und Jugendlichen „zumuten“ möchte. Das hat nichts mit „Gewalt hinrotzen“ zu tun, sondern damit, dass sich die Sehgewohnheiten der Zuschauer seit Psycho, Exorzist, Alien oder Freitag der 13. erheblich geändert haben. So stark, dass genannte Filme heute nicht mehr wirklich schockieren, sondern schon als gemütliches Familienprogramm durchgehen.

        Insofern ist es mehr als konsequent, das Level an Gezeigtem erheblich zu erhöhen, um den gleichen Effekt zu erreichen, den genannte Klassiker zu ihren damaligen Zeiten auslösten.

        • Pendergast

          Ich glaube das kann man so nicht verallgemeinern, nur weil mehr blut fließt ist man nicht schockiert,. Wenn man wegblendet und den Zuschauern überlässt das nicht gesehene selbst weiter zu spinnen kann gerade das abends für Alpträume sorgen. Aber Ich bin auch kein Fan von geschnittenen Filmen, die Filme sollten schon so gezeigt werden wie der Regisseur es erdacht hat. Falsch wäre es aber als Regisseur vorab auf ein R rating zu gehen nur weil man im fahrwasser von Logan und Deadpool schwimmen möchte.

      • Ace Ffm

        Ich glaube wir beide meinen verschiedene Dinge. Nicht Splatterverrückte Hobbyfilmer sollen jetzt wie wild drauf losdrehen können,sondern die Autoren eines guten Drehbuchs können die Geschichte schreiben wie sie möchten. Wenn man eine 16er Freigabe einhalten muss,schränkt es einen doch bewusst oder unbewusst ein oder. So kann man die Geschichte mit mehr künstlerischer Freiheit erzählen. Ob es jetzt um Blutige,Erotische oder andere nicht jugendfreie Darstellungen geht. Selbst bei richtig teuren Projekten,die früher dem Zwang der 16er Freigabe unterlagen. So war ehe meine Denkrichtung.

      • Ghost

        @Thure, ganz Deiner Meinung. Da gibt es nichts hinzuzufügen !

  • Ash

    Mal schauen wie es wird. Als Alien fan freue ich mich natürlich wieder einen Waschechten Alien Streifen im Kino zu sehen.
    Jedoch weiss ich nicht und ich bezweifle es sogar ob Alien: Covenant das halten kann was er verspricht.

    Blutiger, ja das kann er problemlos werden. Intensiver und Schockierender als es Alien zu seiner Zeit war? Da Frage ich mich echt wie das funktionieren soll. Das Original lebte von der Klaustrophobie, der Fremde von Acharon der Fremdartigkeit der Kreatur (Danke H. R. Giger RIP) und einem Cast der keine Helden, keine Elitekämpfer sondern normale Menschen, wie wir, verkörperte. Das alles machte Alien zu einem Intensiven Horrorerlebnis.

    Heute haben wir das alles bereits gesehen. Das Alien ist nicht mehr Schaurig. Es ist ein Teil der Pop-Kultur. Fremde Welten sehen wir zu Hauf im TV und im Kino. Und Blut? Eine Chestbuster Szene oder die Droiden-Kopfab szene verleitet heute niemand mehr dazu das Kino zu verlassen, oder sich davor zu erbrechen. Wir sind heute abgehärteter.

    Somit, ich weiss nicht was ich erwarten soll. Wenn der Film eine spannende Geschichte erzählt und ein bisschen Spannung aufbauen kann, bin ich zufrieden. Die Gänsehaut, die ich bekam als ich Alien im Kino sah, erwarte ich jedoch nicht mehr.

    • Pendergast

      Gut geschrieben, ich denke auch das uns ein guter Film erwartet. Das Original übertreffen wird er kaum aus den von dir genannten Gründen irgendwie hat man alles schon gesehen, aber lassen wir uns überraschen.

      • Ash

        Ich hab sowieso ein Problem mit der heutigen Einstellung „Grösser, Lauter, Brutaler, Besser!“

        Gerade der erste Alien hat eigentlich genau durch die Abwesenheit von all dem Geglänzt. Keine Explosionen, kein übertriebener Soundtrack, kein Splatter, keine Hektik. Im Gegenteil, Ruhige spannende auf Minimalismus getrimmte Atmosphäre die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

        Natürlich schreibe ich Alien Covenant nicht ab (mich hat auch Prometheus faszinieren können), im Gegenteil der Film ist sogar mein Kino-Highlight in diesem Jahr, ich bin einfach nur Nüchtern genug, und glaube nicht, dass er Alien in seiner Wirkung auf das Publikum übertreffen wird (das geht halt einfach nicht mehr).


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