At the Mountains of Madness – „Ihr werdet weinen“: del Toro will Bilder und mehr publik machen

Selbst Regisseure wie Guillermo del Toro, der mit seinem Fantasy-Drama Pans Labyrinth drei Oscars abräumte, bekommen in Hollywood oft ein „Nein“ zu hören, wenn es um die Finanzierung eines neuen Projekts geht. So musste der Mexikaner kürzlich von Hellboy 3 Abschied nehmen und auch die H.P. Lovecraft Verfilmung At the Mountains of Madness wurde komplett auf Eis gelegt: „Viele Leute glauben, dass Regisseure wie Caesar herumsitzen, sich Trauben servieren lassen und unbekümmert sagen können: ‚Ich will jetzt At the Mountains of Madness drehen!‘ Aber so läuft das nicht. Man muss sich seinen Weg hart erarbeiten, den Studios ständig Zahlen vorlegen, Stars zusammentrommeln und ein attraktives Gesamtpaket anbieten. Im Fall von diesem Film dachten wir, ein sehr sicheres Gesamtpaket gehabt zu haben. Das geschätzte Budget betrug 150 Millionen Dollar und sowohl Tom Cruise als auch James Cameron waren als Produzenten an Bord, während ILM für die Umsetzung der Spezialeffekte zusagte. Wir hatten ein künstlerisch wertvolles Konzept, zumal ich der Ansicht bin, dass große Horrorfilme etwas Reizvolles an sich haben. Aber das Studio teilte diese Meinung nicht. Letztlich scheiterte es an der Altersfreigabe. Ich hätte lügen und sagen sollen, dass wir ein PG-13 anvisieren. Aber das habe ich nicht.“

Guillermo Del Toro weiter: „Eines Tages werde ich allen da draußen unsere ganze Kunst zeigen. Wir haben über 300 Bilder kreiert, Storyboards auf die Beine gestellt und Modelle gebaut. Wir hatten eine umfangreiche Präsentation. Ihr werdet weinen und denken: ‚Wieso nur?'“, so del Toro gegenüber Collider. Ob aktuelle Erfolge wie Deadpool oder Logan trotzdem noch zu einer Meinungsänderung bei den Studios führen werden, bleibt abzuwarten. Im Moment heißt es also Daumen drücken.

Geschrieben am 07.04.2017 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): News




  • Thure

    Ich frage mich hinsichtlich der Altersfreigabe schon woran es scheiterte. Ich meine die Geschichte ganz gut zu kennen (ok, ist aber auch lange her) und wirklich hart ist sie nicht.
    Es gibt eine etwas detailliertere Beschreibung einer sezierten Leiche.
    Klar hätte man sicher noch die Ermordung der anderen Forscher zeigen können aber selbst das dürfte, verglichen was heutzutage so in Actionfilmen gezeigt wird, nicht so heftig sein können. Übermäßig Gore braucht die Story auch nicht, außer man würde es künstlich in diese Richtung drücken wollen.

    Ich denke da dürften noch andere Dinge eine Rolle gespielt haben, nach außen wird nun aber „Die Altersfreigabe war Schuld“ getragen. Vielleicht ist Del Toro auch jemandem in Hollywood auf die Füße getreten, denn es scheinen viele seiner letzten Projekte betroffen zu sein und immer „sind nur die anderen Schuld“ kaufe ich bei solchen Investitionen und Zahlenspielen irgendwie nicht ab.

    • Ace Ffm

      Das kann durchaus sein. Bei dem Hollywoodklüngel würde mich das nicht wundern. Trotzdem schade,denn ich finde die Artworks vielversprechend.

    • Asmodeus

      Sehe ich genauso – der Roman – so gut wie er auch ist – ist alles andere als wirklich blutig. Schade aber vielleicht sollte man sich dann eine andere weniger aufwändige Geschichte von Lovecraft vornehmen wie ‚Der Fall Charles Dexter Ward‘ oder ‚Pickmans Modell‘

  • Mikah

    H.P.L Geschichten sind aber auch nicht umzusetzen und bedürfen eines guten Setting ohne das, würde es billig wirken und die Atmosphäre würde verpuffen.Genauso wie bei Bioshock würde wohl ein großer Teil des Budgets dafür drauf gehen.

  • Ash

    Dass die Produktion scheiterte, liegt meiner Meinung nicht an der Vorlage. Dass Filme die lovecraftische Luft Atmen, verwirklicht und relative erfolgreich sein können, haben Alien, The Myst, The Thing und einige andere bewiesen.

    Das Problem sehe ich eher in zwei anderen Sachen.
    1. So sehr wie ich del Toros Stil mag. Seine letzten Filme, haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht und Crimson Peak war visuell und Storytechnisch zwar interessant, aber der Film hatte eine katastrophale Erzählstruktur und war schlichtweg zu lang. Ein Studio wird sich hüten, ein solch monumentales Projekt nochmals an Del Toro anzuvertrauen. Und nichts anderes ist The Mountain of Madness. Ich möchte keinen Film im Stile von Re-Animator. Ich möchte ein Mamut Projekt mit Aufnahmen von der Weite der Antarktis, die die Einsamkeit und Isolation einfangen. Ich will die Städten sehen in all ihrere Pracht. Und nicht einfach einen einfachen Horrorfilm.

    2. Die Altersfreigabe. Del Toro wollte ein R-Rated wo, R-Rated noch nicht so angesagt war wie heute. Ja, die Original Geschichte ist nicht so blutig, dass sie ein R-Rated benötigte. Die Frage ist, wie del Toro die Geschichte erzählen wollte. Ich kann mir vorstellen, dass er dem Biologen Blake folgen will und das endet ziemlich blutig. Lovecrafts Geschichte ist grossartig. Aber eins zu eins auf Film zu übertragen kommt nicht sehr spannend rüber, da ein Teil nur bruchstückhaft über Funk übertragen wird. Es macht Sinn diesen Teil visuell erzählen zu wollen.

    Die R-Rated Hürde könnte heute geschafft werden. Del Toro muss aber beweisen, dass er es drauf hat die Zuschauer ins Kino zu locken und zu überzeugen. Ich hoffe, dass das mit the Shape of Water funktionieren wird.


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