So gesehen – Die Kolumne bei BlairWitch.de

Fast zwei Monate liegt unsere letzte Kolumne zum Thema "Typischer Bösewicht im Horrorfilm" zurück. Heute bietet unsere mittlerweile sechste Kolumne das zur Zeit äußerst aktuelle Themengebiet des viralen Marketings. Nicht nur der zuletzt so wahnsinnig gehypte Cloverfield wurde mit dieser Methode gepusht. Inzwischen macht sich auch eine Seite namens aladygma.com daran, die Internetwelt zu verwirren. Doch was verursacht diese Art von Werbung in den Köpfen der Menschen, was andere Werbestrategien nicht schaffen? Unsere Redakteurin Angela Berroth hat sich diesem nicht ganz einfachen Unterfangen angenommen und stellt ihre Ergebnisse anhand von zwei sehr bekannten Beispielen vor. Hat Euch dieses Phänomen auch erwischt oder haltet Ihr das alles für großen Käse? Eure Meinungen könnt Ihr wie immer unter den Text dieser News posten. Nun aber viel Spaß beim Lesen unserer sechsten Kolumne!

 

Kennst Du den schon? – Virales Marketing schreibt Filmgeschichte

In den vergangenen 10 Jahren ist in der Filmbranche so einiges passiert. Computeranimationen sind mittlerweile so gut ausgearbeitet, dass man den Unterschied zwischen animiert und real nicht mehr unterscheiden kann. Und so entstanden Figuren und Monster, die selbst mit den besten Make Up- und Spezialeffekten nicht so authentisch wirken könnten, wie durch die einfache Sprache, die sich lediglich der Zahlen 1 und 0 bedient. Es wurden Filme erschaffen, die kurz zuvor noch unmöglich schienen und auch bei deren Vermarktung hat sich im Vergleich zu den Vorjahren einiges umstrukturiert, denn durch virales Marketing hat sich in der Branche vieles grundlegend verändert. Und genau auf diese Facette im Filmgeschäft wollen wir heute den Fokus unserer Kolumne richten.

Aber arbeiten wir uns erst einmal Schritt für Schritt an diese Thematik heran, denn was mit viral gemeint ist, ist ja nicht für jeden eine klare Sache und so schauen wir uns als erstes die Funktionsweise eines biologischen Virus an, um so die Marketingform besser erschließen zu können. Also, was macht so ein Virus? Klar, in erster Linie krank, aber wie?

Nun, vereinfacht ausgedrückt dringt ein natürlicher Virus, wie der der Grippe oder schlimmstenfalls Aids, auf verschiedene Weisen in unseren Körper ein, sucht sich dort eine Wirtszelle, die dann von ihm „umprogrammiert“ wird und so weitere Viren produziert und so geht es dann immer weiter. Und schon hat man ein je nach Virenart mehr oder minder großes Problem. Aber was zur Hölle hat das jetzt mit einer Marketingform zu tun? Eigentlich sehr viel, denn betrachten wir die Sache genau, tun sich einige Parallelen auf. Und was in unserem Körper ein von uns nicht zu steuernder Ablauf ist, ist in der Filmbranche schlicht die Kommunikation, welche sich ab einem gewissen Grad auch verselbstständigt und sich unaufhaltsam verbreitet. Klingt bis hier hin ziemlich unspektakulär, doch wie so oft trügt der Schein.

Das aktuellste Beispiel für diese Art von Marketing ist ganz klar CLOVERFIELD, doch um es noch verständlicher zu machen, gehen wir erst einmal viel weiter zurück und nehmen uns dieses neue Werk etwas später vor. Es war das Jahr 1997, genauer gesagt war es der 15. August, an dem der erste bedeutsame Eintrag der Filmgeschichte geschrieben wurde und dafür sorgte, dass am 16. Juli 1999 sämtliche Kassenrekorde in Amerika gesprengt wurden. Eingefleischten Horrorfans wird es schon dämmern und ich gebe Euch noch einen kleinen Tipp: ein Teil des Namens des gesuchten Films steht in der Internetadresse, auf der Ihr diesen Artikel gerade lest. Genau, es war das BLAIR WITCH PROJECT, das die Welt des Films für immer veränderte. Ein absoluter No-Budget-Film, dessen Bekanntheit sich gerade durch das einfache Phänomen der Kommunikation ausbreitete wie ein Lauffeuer. Aber wie ist das möglich? Schließlich gab es außer dem achtminütigen Spot 1997 nicht eine Werbung für den Streifen, in welchem aber Myrick und Sanchez bekannt gaben, dass es noch mehr Aufnahmen der vermissten Studenten gibt und diese auch bald zu sehen sein sollen. Und so wurde ein Hoax losgetreten, der das Filmbiz weltweit über Jahre hinweg in Angst und Schrecken versetzte.

Nun wollen wir uns auf die Art und Weise konzentrieren, mit der der Marketingvirus zuschlägt. Es wird ein Gerücht entweder im Fernsehen oder im weltweiten Netz gestreut, und so entstehen wiederum Ableger im Internet, bei denen über dieses Gerücht und dessen Authentizität diskutiert wird. Immer mehr Menschen bekommen mit, dass da irgendwo irgendwas im Busch ist, und so kommt es zur Mutation von regelrechten Freizeitphilosophen, die das Pro und Contra der Existenz und Glaubwürdigkeit des Ganzen erörtern. Die Mundpropaganda im Freundeskreis tut dann ihr Übriges. Und schon ist der Film weltweit bekannt, obwohl er noch nicht mal veröffentlicht wurde, geschweige denn, dass öffentliche PR-Aktionen gestartet sind, um das Ganze zu publizieren. Eine von Seiten der User eher unbeabsichtigte Form von Werbung, die ihren Zweck jedoch mehr als nur erfüllt. Und hierbei handelt es sich um einen weiteren Kniff im viralen Marketing: Die vermeintliche Geheimhaltung des Materials. Man bekommt nur Fetzen vorgelegt, mit denen man an und für sich nichts anfangen kann, die aber dennoch genügend Grundlage zur Diskussion liefern und sich so weltweit verbreiten. Das, meine lieben Horror-Freunde, nennt man nun virales Marketing. Eigentlich ganz einfach und doch zu komplex, um Euch hier alle Facetten zu Grunde zu legen. Schließlich sind wir keine Seite für BWL-Studenten.

Nun ist es Zeit, zurück in die Gegenwart zu treten und uns das neueste Beispiel für diese ganze Geschichte anzusehen. Wie ich etwas weiter oben bereits erwähnt habe, geht es hierbei um CLOVERFIELD, einen Film, der natürlich rein zufällig im Stil von BWP gedreht wurde und dessen Vermarktung uns ebenfalls schwer an das knapp ein Jahrzehnt zuvor gehandelte Hexendrama erinnert. Aber hier ist mehr Vorsicht beim Genuss der ergänzenden Websites zu genießen als bei unserem ursprünglichen Klassiker. Denn zu BWP-Zeiten gab es noch keine Videoplattformen á la YouTube oder MyVideo im Netz, auf denen die Clips für jeden Menschen, zu jeder Zeit auf der ganzen Welt, zugänglich waren. Hierbei ist man nicht auf das einmalige Ausstrahlen im Fernsehen beschränkt und erweitert so den Kreis jener, die mit dem Film auf jegliche Weise in Kontakt kommen. Dass dabei auch Seiten entstehen, die nicht wirklich etwas mit dem Streifen zu tun haben, sich aber dennoch darauf beziehen, ist wohl oder übel unvermeidbar. Dennoch müssen wir einsehen, dass damals, im Jahre 1997, etwas geboren wurde, dass sich heute mehr und mehr in unseren Alltag und auf unsere Bildschirme drängt. Das Internet ist das Medium der Zukunft und wir werden uns in absehbarer Zeit wohl mehr und mehr darauf einstellen müssen, dass die Form des viralen Marketings immer öfter vorkommen und so unser Interesse auf sich ziehen wird. Thanks for reading!

>> geschrieben von Angela Berroth

Geschrieben am 17.03.2008 von Janosch Leuffen
Kategorie(n): News




So gesehen – Die Kolumne bei BlairWitch.de

Bereits vier Mal haben sich unsere Redakteure in der Kolumne mit Themen rund um den Horror auseinander gesetzt. Heute geht's in die fünfte Runde, die ganz im Zeichen der Bösewichte in den Filmen unseres Lieblingsgenres steht. Nicht nur Messer schwingende Metzler á la Michel Myers werden in der Kolumne genau unter die Lupe genommen, auch umher wabernde Geister und Knoblauch hassende Vampire müssen sich dem ultimativen Bösewicht-Check stellen. Wer von all diesen Wesen am Ende die Nase vorn hat und was einen echten, Angst eintreibenden Killer ausmacht, erklärt Euch unsere Redakteurin Angela Berroth. Wie immer könnt Ihr eure Meinungen und Kommentare unter dem Text hinterlassen und somit über den wahren Horror-Bösewicht mitdiskutieren. Viel Spaß bei unserer fünften Kolumne!

 

Der typische Bösewicht im Horrorfilm

Es gibt keinen einzigen Horrorfilm, in dem es keinen Bösewicht gibt. Ginge ja auch schlecht ohne, schließlich braucht man ja jemanden, der einem die Angst einjagt, die man sich wünscht, wenn man sich einen solchen Film ansieht. Dabei ist es aber gar nicht so einfach, hier eindeutige Schubladen zu erschaffen, in die wir unsere Massenmörder aus Leidenschaft stecken können. Bei der heutigen Anzahl an Filmen und vor allem ihre Variationen, gelingen Zuordnungen zum Teil ziemlich schwer, denn in guten Streifen hat jeder Bösewicht etwas ganz Besonderes an sich; etwas, dass ihn von allen anderen unterscheidet. Wollen wir es nun trotzdem einmal versuchen und die Zombies außen vor lassen, da diese nur triebgesteuert handeln. Dann können wir noch in drei Kategorien an Bösewichten unterscheiden.

Zum einen haben wir die Geister, dann die Vampire und schließlich die leibhaftig lebendigen Serienkiller. Vordergründig unterscheiden sie sich durch gänzliche Körperlosigkeit, einen toten, aber trotzdem noch aktiven Körper und einen wirklich lebendigen Körper. Auf genau jene wollen wir uns hauptsächlich konzentrieren, da diese im Horrorgenre auch am stärksten vertreten sind. Nichtsdestotrotz werfen wir nun unseren ersten Blick auf die, die eigentlich bereits tot sind und auf das, was sie ausmacht.

Während die Grundzüge von Geistern und lebendigen Bösewichten nach etwa ähnlichen Mustern gestrickt sind, handeln Vampire etwas anders. Zum einen bringen sie wohl mit Abstand die meisten Menschen um, schließlich dienen diese ja auch als Nahrung für die unersättlichen und nachtaktiven Blutsauger. Abgesehen davon, bei jeder Gelegenheit zu trinken, unterscheiden sich ihre Intensionen von Film zu Film. Jedoch nicht grundlegend, da es im Prinzip fast immer um das Streben nach Macht geht. Entweder wollen sie sich die Menschheit zum Untertan machen oder sie zumindest nach allen Regeln der Kunst ausbeuten. Sinnloses Abschlachten von Lebenden, mehr oder weniger friedliches durch die Gegend streifen und Nahrung suchen, ist genauso vertreten wie konkurrierende Werwölfe auszuschalten. Sie unterscheiden sich außerdem noch darin, wie sie zum Vampir werden. Wenn sie nicht reinen Blutes geboren sind, werden sie je nach Geschichte entweder nur durch einen Biss zum Untoten gemacht oder sie müssen das Blut eines Vampirs trinken, um das Reich der Lebenden zu verlassen und zum Blutsauger zu werden. Im Weiteren zeigen sich Differenzen in kleinen Feinheiten, wie zum Beispiel der Art, wie man sie umbringen kann. Das äußert sich dann so, dass in manchen Filmen ein Pflock ins Herz reicht, um den Vampir zur Strecke zu bringen, während in anderen sogar eine Enthauptung nötig ist. Ebenso gibt es Unterschiede bei der Verträglichkeit von Sonnenlicht oder Knoblauch. Da Bram Stokers „Dracula“ als Ursprung aller neumodischen Vampirgeschichten gehandelt wird, sind abgewandelte Versionen mit gänzlicher UV– oder Kruzifix-Allergie eigene Interpretationen der Schreiber und können so als Ableger vom großen Original gesehen werden. Es ist fast wie bei unseren Religionen, denn je nach Interpretation ist auch die Entstehungsgeschichte eine andere. Da darauf einzugehen jetzt den Rahmen sprengen würde, belassen wir es dabei. Viele Glanzstücke gibt es in dieser Sparte leider nicht, doch „From Dusk till Dawn“, „Dracula“, „Underworld“ oder „Blade“ können sich dazu zählen.

Kommen wir nun zu denen, die eigentlich schon ganz tot sind und trotzdem noch für Unheil in der Weltgeschichte sorgen: die bösen Geister und Dämonen. Hier gibt es eine wesentlich größere Vielfalt an Möglichkeiten, die Akteure in Erscheinung treten zu lassen und so den gesamten Verlauf des Films zu bestimmen. Gerne verwendet wird zum Beispiel die Variante, dass die Geister sich in die Träume und Gedanken der Opfer einschleichen und sie so in den Wahnsinn treiben. Die Betroffenen werden selbst böse und fangen an, andere Leute umzubringen. Ein schönes Beispiel dafür ist „The Amityville Horror“, der in jeder Hinsicht ansehnliche Bilder und eine gute Story auf Grund des wahren Hintergrundes liefert. Dies ist eine schaurig schöne Seite an genau solchen Streifen, genau wie bei den realen Mördern auch, deren Geschichte verfilmt wurde: alles im Film scheint mehr oder weniger authentisch und fesselt einen, trotz des Wissens über den Ausgang, auf seine ganz eigene und oft prickelnde Art. Ebenfalls müssen hier unser Namensgeber „Blair Witch Project“ und sein Nachfolger erwähnt werden, wobei man sich dabei eingestehen muss, dass trotz extremster Bemühungen von Hexan, einem weiß zu machen, dass auch die Hexe von Blair einst wirklich auf dem Boden des Black Hills Forest wandelte, die Geschichte frei erfunden ist. Fast den gesamten Hintergrund erfährt man erst, wenn man sich auch nach den Filmen mit der Geschichte auseinandersetzt und entsprechende Internetseiten oder ergänzende Literatur wie „Die Bekenntnisse des Rustin Parr“ von D.A. Stern studiert.

Die gesteigerte Variante, dass bedeutet die vollkommene Besessenheit von einem bösen Geist oder gar Dämonen, die in manchen Filmen ebenfalls auf wahren Begebenheiten beruhen sollen, findet Vertreter in Kultstreifen wie „Der Exorzist“ und seinen etlichen Ableger.

Es gibt aber auch noch andere Arten, wie die Geister die Lebenden zu quälen wissen.

So taucht Freddy Krueger zwar, wie in anderen Varianten auch, in den Träumen seiner Opfer auf, doch er exekutiert sie auch in genau diesen. Oder denken wir an „The Ring“. Die kleine Ms. Morgan terrorisiert erst im Traum, um einem dann im Wachzustand nach dem Leben zu trachten. Im Endeffekt gibt es, wie bereits erwähnt, unendliche Möglichkeiten für die Geschichtenschreiber, den Zuschauern auf übersinnliche oder okkulte Weise eine Gänsehaut zu verpassen. Was bei so gut wie allen identisch ist, ist der Grund, warum sie unsere Welt unsicher machen. Zu eigenen Lebzeiten fanden sie zumeist selbst auf grausame Weise den Tod und sind so oder so dazu gezwungen, weiter unter den Lebenden zu weilen und in den meisten Horrorfilmen dann auch zu töten. Und so kann es auch dazu kommen, das ganze Gebäude, durch die Geister in ihnen, regelrecht lebendig werden. Für diese Version liefert „Haunted Hill“ ein sehr schönes Beispiel. Auch Poltergeistfilme fallen darunter, da die Ereignisse fast immer lokal gebunden sind.

Je nach Variante der Story, welche wiederum von der jeweiligen Kultur abhängig ist, aus der die Geschichte entstammt, wird also herum gegeistert und da sich mit dieser Thematik mehrere einzelne Kolumnen füllen lassen, gehen wir nun zu unseren richtigen Bösewichten über. Zu denen, die am brutalsten vorgehen und obwohl sie eigentlich einen sterblichen Körper haben, fast nicht tot zu kriegen sind. Zu Serienkillern wie Jack the Ripper, den mutierten Hill Billie–Freaks wie in „Wrong Turn“ oder „The Hills Have Eyes“, zu unseren Lieblingen Hannibal Lecter, Michael Myers oder Jigsaw. Es gibt so viele und da bleiben uns meistens nur die Namen derer in Erinnerung, die ganz besonders grausam waren oder in mehreren Teilen auftauchen. Einige Filmfiguren bleiben dagegen ganz namenlos. Das Spiel mit der Anonymität wird ganz bewusst eingesetzt, damit der Mörder seinen gewissen eigenen Charme bekommt. Hat er einen Namen, bleibt oft seine Vergangenheit ungewiss. Es macht die Figur einfach etwas unheimlicher, wenn man nicht weiß, was ihre Beweggründe sind. In den letzten Jahren hat sich in der Branche jedoch das Sequel immer beliebter gemacht. Man erfährt, wie alles entstand. In manchen Fällen mehr, in anderen Fällen weniger gelungen. Das Problem bei allen: Es geht etwas vom Mythos verloren. Außerdem ist es dann doch bei allen gleich, also beschränken wir uns nun auf die Essenz dessen: Die Kindheit unserer Bösewichte war gelinde ausgedrückt immer beschissen. Ein grausames Umfeld trug Tag für Tag immer mehr dazu bei, ein Monster zu erschaffen. Sie wurden zu denen gemacht, die das Blut anderer in Strömen fließen lassen. Bei realen Killern, auch in fiktiven Geschichten, ist es einfach etwas unglaubwürdig und auch schwer zu vermitteln, dass ein Mensch von seinem ersten Atemzug an, von Grund auf böse sein soll. Also wird unser Schlächter in seiner Kindheit traumatischen Misshandlungen und schlimmeren ausgesetzt und so züchtet man sich ein Monster. Leider bleibt der Ausflug auf der Psychologieschiene geistig meistens ziemlich dürftig gestaltet und fährt eindeutig in die Richtung des Blutvergießens. Kann zwar ganz unterhaltsam sein, macht aber oft mehr kaputt, als es wert ist. Ist mal nicht die Kindheit schuld, so gab es andere Geschehnisse, die unseren Psychopathen geformt haben. Er sieht sich ungerecht behandelt, wobei es hier oft um eine frühere Straftat von ihm geht und ist so von seiner Rachsucht angetrieben. Sei es drum, denn sind unsere Protagonisten mal erwachsen, haben sie trotz Variationen verschiedenster Art doch noch einige Dinge gemeinsam. Am hervorstechendsten ist die Tatsache, dass die Bösewichte fast immer Männer sind. Frauen tauchen in der Riege der Serienkiller eher selten auf und kommen wenn dann großteilig nur in Geistergestalt vor. Doch zum Glück gibt es auch andere Vertreter, wenn auch nicht viele. So ist der Killer in „Düstere Legenden“ eine Frau (Rebecca Gayheart), eine verdammt hübsche nebenbei erwähnt. Ansehnlicher ist nur noch Sheri Moon Zombie, die in den ersten beiden Filmen ihres Ehemannes für reichlich Blutvergießen sorgt und im Remake von „Halloween“ die überforderte Mutter von Michael Myers mimt. Aber auch die Besetzung aus Tarantinos neueren Filmen ist ohne jeden Makel und unterstützt, Filme wie „Death Proof“ oder „Kill Bill“ zu unverzichtbaren Vertretern für Frauenpower in der sonst so rauen Sparte des Filmgeschäfts zu etablieren. Wenn es kein Killer ist, der groß und unheimlich wirkt, so ist es dann eben eine ziemlich scharfe Frau, die wesentlich stärker ist als sie aussieht und genauso viel wegsteckt, wie ihre männlichen Kollegen auch. Sex sells… Diese Strategie wird aber, wie bereits gesagt, nicht immer angewandt. Es gibt durchaus auch Mörderinnen, die weniger schön anzuschauen sind, dies ist dann aber meistens alters- oder mutationsbedingt.

Werfen wir auch bei unseren testosterongesteuerten Bösewichten einen Blick auf das Äußere. Es ist im jedem Fall markant, denn jeder Mörder hat schon mal etwas ganz Besonderes an seiner Optik. Anders ausgedrückt sind die Killer meistens relativ hässlich oder weisen diverse Entstellungen auf. Es sind grauenerregende Elemente; unheimliche oder ekelhafte Anblicke lösen bei jedem normalen Menschen sofort Unbehagen aus und so ist schon dies ein logischer Schachzug, der unseren Bösewicht noch Angst einflößender machen soll. Großer Wert in Sachen Aussehen wird in sehr vielen Fällen auch auf die Augen gelegt. Sie sind eindringlich, ziehen einen oft regelrecht in ihren Bann und zeigen die Kälte, die sich hinter ihnen verbirgt. Hierbei spielt die Farbe der Iris nicht unbedingt eine Rolle, denn es kommt auf den Ausdruck an. Dabei sollte man aber auch erwähnen, dass die Farbe der Augen in manchen Filmen in völliges Schwarz gehüllt ist. So soll das inne wohnende Böse wohl hervor gehoben werden, der Dämon, wenn man so will, auch wenn das ein relativ oberflächlicher Aspekt in jeder Geschichte ist. Aber auch hier ist die richtige Besetzung des Schauspielers und ein perfektes Make Up essentiell für eine glaubwürdige Darstellung. Doch nicht immer kann man den vermeintlichen Seelenspiegel des Menschen sehen, der anderen ihr Leben nimmt. Denn im Horrorgenre werden sehr gerne Masken oder ganze Kostüme getragen. Über schwarze Geister mit langer weißer Fratze, Clowns in verschiedensten Variationen, Männer in dunklen Overalls mit ausdrucklosem Gummiüberzug für den Kopf oder auch einer Eishockeymaske, machen die verschiedensten optischen Typen die kleine Welt auf der Leinwand unsicher und durch ihr Outfit verursachen sie eine Gänsehaut, noch ehe sie zur Tat schreiten. Ihr Aussehen unterstreicht ihren Charakter, wie im wahren Leben eben auch, und so lässt von der Optik manchmal schon auf die Art schließen, mit der sie andere Menschen umzubringen pflegen. Ansonsten sind sie meistens ziemlich groß gewachsen und haben oft schon übermenschliche Kräfte. Schwer zu töten sind sie aber ausnahmslos alle. Sie stecken oft mehr ein als ihre Opfer je aushalten würden und schaffen es trotzdem noch, davon zu kommen und dabei noch fröhlich weiter zu morden. Etliche Teile von „Freitag der 13.“, „Halloween“ oder auch die Hannibal Lecter–Filme, sind ein glänzender Beweis dafür. Und auch wenn unser zuletzt genannter Liebling der wohl intelligenteste Killer im Genre ist, stehen ihm seine Kollegen in Kreativität kaum nach. Auch wenn sich in manchen Filmen ihre Auswahl an Waffen ziemlich beschränkt, zum Beispiel in „Texas Chaisaw Massacre“, verblüffen sie uns doch mit ihrer Art, diese einzusetzen. Unrechtsbewusstsein besitzen sie dabei in der Regel nicht, höchstens ihren Lieben gegenüber. Das sind dann auch nur Familienmitglieder, die oft auch nur mehr oder weniger freiwillig ausgewählt wurden oder Menschen, die sie so sehr lieben, als wären sie ein Teil ihrer Familie, die sie mehr lieben als sich selbst. Ja, auch Serienkiller können jemanden lieb haben, obwohl es sich hier eigentlich nur um schlichten genotypischen Egoismus handelt und der ist oft ihre einzige Schwäche überhaupt. Ohne den bestimmten Nutzen, den unser Mörder aus dieser Person zieht, wäre sie für ihn aber genauso wertlos, wie all die anderen Menschen, die umzubringen er keinen Moment lang zögert. Dabei muss er aber nicht unbedingt nur brutal vorgehen. In einigen Filmen wird mit richtig schwarzem Humor abgeschlachtet und so bekommt das Werk einen ziemlich makaberen Touch, während unser Bösewicht sich systematisch zu seinem eigentlichen Opfer vorarbeitet und so eine Spur aus Blut und Leichen hinterlässt.

Und wie auch unser Killer zum finalen Stich ansetzt, komme ich auch nun zu meinen letzten und abschließenden Worten. Trotz der vielen verschiedenen Arten mit denen auf unseren Screens Metzger gespielt oder herum gespuckt wird, lassen sich überall ähnliche Strickmuster erkennen und machen das Ganze somit leider etwas durchschaubarer. Doch das soll unserem Spaß beim Ansehen keinen Abbruch nehmen, denn wie auch das wirkliche Leben so spielt, gibt es im Horrorfilm immer wieder eine kleine schaurige Überraschung.

>> geschrieben von Angela Berroth

Geschrieben am 01.02.2008 von Janosch Leuffen
Kategorie(n): News




So gesehen – Die Kolumne bei BlairWitch.de

Warum am dritten Advent Geschichten von Kindern, die im Schnee spielen, vorlesen oder gemütlich über den Weihnachtsmarkt bummeln? Allen, die nicht ganz so viel mit den besinnlichen Tagen anfangen können und lieber vor dem heimischen PC sitzen bleiben, bringen wir heute unsere vierte Kolumne als vorweihnachtliches Geschenk. Diesmal zum Thema "Blöde Filmtitel". Oftmals ziemlich überflüssig fliegen uns – nicht nur im Horrorbereich – Filmtitel zu, die nahezu nichts mehr mit dem Original-Namen zu tun haben. "A Mighty Heart – Ein mutiger Weg" oder aber auch Bolls Fantasy-Kracher "In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale" – hierzulande schlicht und einfach "Schwerter des Königs". Ärgert Ihr euch auch über zum Teil wirklich sinnlose deutsche Titel oder ist Euch das alles ziemlich schnuppe? Eure Meinung könnt Ihr wie immer per Kommentar hinterlassen. Nun aber viel Spaß beim Lesen unseres kleinen Ratespiels: "Wer kennt meinen richtigen Namen?"

 

 

Das Ratespiel: Wer kennt meinen richtigen Namen?

„Am Wochenende gehe ich in ‚Die Fährte des Grauens‘. Möchtest Du mit?“ – „In bitte was gehst Du?“ – „Na, in diesen neuen Horrorfilm mit so einem Riesenkrokodil.“ – „‘Die Fährte des Grauens‘? Meinst Du nicht eher ‚Primeval‘?“ – „Nee, was zur Hölle ist denn ‚Primeval‘?“ So oder so ähnlich könnten einige Verabredungen zu Kinofilmen ablaufen. Der eine tischt dem anderen einen Namen auf, mit dem dieser vielleicht gar nichts anfangen kann. Willkommen zur heutigen Ausgabe unserer Kolumne mit dem Titel „Blöde Filmtitel, die keiner braucht“ oder in der Originalversion „The Others – Who knows me?“.

Doch wer zur Hölle erfindet diesen teilweise wirklich lächerlichen Schmarrn, der da auf den Postern in den Lichtspielhäusern prangert? Und warum muss man neuerdings jeden Film mit einem deutschen Extra-Titel versehen, beziehungsweise einen komplett anderen Namen verpassen? In Zeiten, in denen in Deutschland fast nur noch „Denglisch“ gesprochen wird, machen solche Maßnahmen den Braten doch dann auch nicht mehr fett. Die deutsche Sprache scheint mehr und mehr abhanden zu kommen, da soll ausgerechnet das Kino dieses verhindern? Mehr als fragwürdig.

In der Kategorie „Blöde Filmtitel, die keiner braucht“ unterscheiden wir heute in vier Gruppen. Zum ersten hätten wir da die Unterrubrik „In Wirklichkeit heiße ich ganz anders“. In diese gesellen sich zum Beispiel ganz aktuell David Cronenbergs Mafia-Thriller „Eastern Promises“, der hierzulande mit „Tödliche Versprechen“ angekündigt wird. Als weitere Leckerbissen tun sich da auch noch der in der Einleitung angesprochene „Primeval“, der zu „Die Fährte des Grauens“ wurde (was am Erfolg leider nichts änderte), „Der eisige Tod“ („Wind Chill“), „Der Fluch der Betsy Bell“ („An American Haunting“) oder mein absoluter Favorit „Wintersonnenwende – Auf der Jagd nach den sechs Zeichen des Lichts“ („The Seeker: The Dark is Rising“). Dass Letzterer überhaupt auf ein Plakat passt, verwundert.

Kommen wir zur zweiten Unterrubrik „Auf Deutsch, bitte“. Heutzutage lernen Grundschulkinder die ersten englischen Wörter bereits in der zweiten Klasse, weshalb eine Übersetzung englischer Filmtitel ins Deutsche eigentlich nicht nötig wäre. Man tut es trotzdem, und heraus kommen dann so Sachen wie der im neuen Jahr startende „I Know Who Killed Me“. Als wäre dieser Original-Titel nicht schon langweilig und uninspiriert genug, setzen deutsche Kreativköpfe noch einen drauf. So strippt sich Lindsay Lohan ab Januar dann in „Ich weiß, wer mich getötet hat“ durch die Kinosäle. Und wer kennt nicht „Der Nebel“, „Ich bin ein Cyborg, aber das macht nichts“ oder „Das Mädchen, das durch die Zeit sprang“? Wieso nur? Da muss man sich wirklich nicht wundern, wenn man sich auf einen Film freut, von dem man den englischen Namen kennt, und sich dann verzweifelt umschaut, in welchen Kinos das Ding denn läuft. Obwohl es den Streifen dann wahrscheinlich längst schon wieder auf DVD gibt.

Rubrik Drei nennt sich „Immer diese nervigen Anhängsel“. Hierzu zählen Filme mit belanglosen Untertiteln. Ob irgendwer für seine unfassbar genialen Ideen eine dicke Provision erhält? Wir wissen es nicht und schütteln den Kopf bei Zusätzen wie „Dark Water – Dunkle Wasser“ (vielen Dank für die nette Erklärung), „Slither – Voll auf den Schleim gegangen“, „Death Proof – Todsicher“, „Pulse – Du bist tot bevor Du stirbst“, „Joshua – Der Erstgeborene“ oder dem Oberhammer „Shriek – Schrei, wenn Du weißt, was ich letzten Freitag, den 13., getan habe“. Ich habe noch niemanden gehört, der aufgrund dieser Beititel gesagt hat: „Boah, den muss ich sehen.“ Nein, eher das Gegenteil ist der Fall.

Und dann wäre da noch die vierte Unterrubrik. Ich gebe ihr den Namen „Neu bleibt alt“. Dass englische Filmtitel gerne mal gegen deutsche eingetauscht werden, wissen wir jetzt. Aber was zum Teufel bitte reitet Verleihfirmen, wenn sie aus dem englischen Titel einen neuen englischen Titel kreieren? Dass bringt ja fast soviel wie einer Katze zu sagen, sie solle jetzt mal bellen. Verständnislos. Beispiele hierfür: „Welcome to the Jungle“ (es ist nicht der Film mit Charakter-Darsteller Dwayne „The Rock“ Johnson gemeint). Lief auf dem Fantasy Filmfest 2007 und bekommt kurz darauf einen DVD-Start spendiert. Auf der DVD allerdings sticht einem dann der Name „Cannibals – Don’t get eaten!“ ins Auge. Schande. Ein weiteres Negativbeispiel, bei dem wohl nur auf möglichen Profit gegeiert wurde, zeigt David Arquettes Regie-Debüt „The Tripper“. Wohl aus Angst davor, dass deutsche Zuschauer ihn mit der Geschlechtskrankheit verwechseln könnten, entschied man sich völlig überflüssig zu „President Evil“. Ja, geht’s noch?

Vor einigen Jahren war dieses Szenario in diesem Übermaß noch nicht der Fall. Unbegreiflich, warum dieses Vorhaben immer weiter zunimmt. Wirklich bringen tut es dem Endprodukt jedenfalls nichts. Fraglich bleibt auch, warum „Postal“ nicht den Zusatz „Der Ballermann“ erhalten hat und bei der „Saw“-Franchise kein deutscher Titel vorzufinden ist. Offenbar konnte man sich hier nicht einigen, ob man den Schockern nun den Stempel „Säge“ oder „Gesehen“ aufdrückt. Aufhalten können wir die ganze Titelhascherei wohl nicht. Stattdessen freuen wir uns lieber auf „Ich bin Legende“, „All die Jungs, die Mandy Lane lieben“, das Remake „Ein verpasster Anruf“ und den Mysterie-Hit „Kleefeld.“

Thank you for reading, byebye.

>> verfasst von Janosch Leuffen

Geschrieben am 16.12.2007 von Janosch Leuffen
Kategorie(n): News




So gesehen – Die Kolumne bei BlairWitch.de

Habt Ihr euch bereits entschieden, wer das Rennen zwischen dem subtilen und dem Terror-Horror gemacht hat? Falls nicht, könnt Ihr das gerne nachholen, doch heute wartet bereits die dritte BlairWitch.de-Kolumne darauf, von Euch gelesen zu werden. Wieder einmal hat sich unsere Redakteurin Angela Berroth an den Schreibtisch gesetzt und sich diesmal dem (Erfolgs-)Rezept der immer häufiger auftretenden Fortsetzungen angenommen. Welche Sequels dabei gut abschnitten und welche eher in die Rubrik "Besser nie gedreht" gehören, stellt sie für Euch in ihrem Bericht dar. Zudem wird auch der Punkt behandelt, weshalb denn überhaupt so viele Nachfolger zu Filmhits produziert werden. Über Kommentare und Meinungen von Eurer Seite freuen wir uns. Viel Spaß bei unserer dritten Kolumne "Führen Fortsetzungen den Erfolg wirklich fort?"!

 

Führen Fortsetzungen den Erfolg wirklich fort?

Von Angela Berroth

Es gibt viele Filme, die einen so sehr begeistern, dass man sich nichts sehnlicher als eine Fortsetzung wünscht. Man sympathisiert so sehr mit den Figuren, dass man unbedingt mehr von ihnen sehen will. Oftmals bietet die gut gewählte und noch besser durchdachte Thematik genügend Spielraum, um mehrere Teile eines Films heraus zu bringen. Doch es gibt ebenfalls genügend Beispiele dafür, dass dieses Vorhaben auch gewaltig in die Hose gehen kann. Denn zumeist ist das Veröffentlichen einer Fortsetzung ein Versuch, noch mehr Geld zu scheffeln und so auch noch das letzte Bisschen heraus zu holen. Anders ausgedrückt übertrifft die Geldgeilheit die wahre Leidenschaft richtige Kunst zu erschaffen, und das ist nun nicht gerade die beste Voraussetzung, um einen weiteren Clou zu landen. Jedoch ist das nur eine der vielen Schwierigkeiten, die sich mit der Weiterführung einer Geschichte auftun, denn geniale Ideen und der daraus resultierende Erfolg lassen sich einfach nicht erzwingen.

Ein weiterer Problemfaktor das Thema. Meist ist dieses relativ schnell ausgereizt und noch dazu ist es oft völlig egal, worüber der Film handelt. Behält man den Stil und Aufbau beim Fortsetzen einer Geschichte zu konsequent bei, ist das Ganze spätestens nach dem dritten Teil eine ziemlich ausgelutschte Angelegenheit. Verdeutlichen wir das am Beispiel von „Saw“. Den ersten Teil kann man als Geniestreich bezeichnen, und auch der zweite Teil konnte sich noch ohne Weiteres sehen lassen. Beim dritten Streich allerdings war es kaum noch ein Problem, Jigsaws Spiele schnell zu durchschauen. Zwar gibt es in jedem Teil mindestens eine Überraschung und die Handlung aus den Vorgängern wird vertieft, so dass man auch besser versteht, wie alles zustande kommt, doch spannender wird der Film dadurch nicht wirklich, Er sorgt nicht mal ansatzweise für die gleiche Verblüffung, wie er es zu Beginn der Franchise tat. In Anbetracht dessen, dass die Reihe bis Teil 6 fortgesetzt werden soll, darf das Schlimmste befürchtet werden und wenn das Konzept nicht wenigstens etwas geändert wird, sind die weiteren Sequels jetzt schon dazu verurteilt, Flops zu werden. Wenigstens konnte das Team von Lions Gate und Twisted Pictures bis immerhin zum dritten Teil eine ordentliche Leistung vorweisen.

Andere scheiterten schon vorher. Denken wir nur mal an „Butterfly Effect“, „Final Destination“ oder „Düstere Legenden“. Während die ersten Teile noch begeisterten, ernteten die Fortsetzungen höchstens noch ein „Naja…“, weil alles einfach zu sehr nach Schema F ablief und sie so den faden Beigeschmack schlichter Kopien bekommen. Bricht man den Stil der bisherigen Werke, riskiert man zu sehr, von der Grundidee abzukommen und so gerade die Fans zu verlieren, für die der Film eigentlich gedacht war. Hier ist „The Blair Witch Project“ ein sehr gutes Beispiel. Der erste Teil revolutionierte das Horrorgenre regelrecht, der zweite war dann im Endeffekt nur noch ein gewöhnlicher Horrorfilm, der zu alledem den Bezug zur eigentlichen Geschichte der Hexe von Blair verlor. Jedoch muss man festhalten, dass es in einem Fall wie diesem erschwerte Bedingungen sind, denn eine mit Hand-Kameras gedrehte Fortsetzung im Dokumentarstil hätte dem Film noch mehr Glaubwürdigkeit geraubt als der gewöhnliche Spielfilm. Und gerade so ein Risiko durfte nicht eingegangen werden, schließlich wurde bei BWP jeder nur mögliche Hebel in Gang gesetzt, um der Welt zu vermitteln, dass die Geschichte wirklich wahr sei.

Damit kommen wir auch schon zum nächsten Problem in Sachen Fortsetzung: dem vermeintlichen Prequel zur Story. Warum sorgen Figuren wie Michael Myers oder Hannibal Lecter bei uns für solche Gänsehaut? Weil sie so verdammt grausam sind und bisher keiner wusste, warum sie zu dem wurden, was sie heute sind. Sie kamen aus dem Nichts und für ihre Taten fehlen uns oft die Worte. Genau das machte mitunter den gewissen Charme und die Faszination ihrer Filme aus, denn im Hinterkopf fragt man sich ständig, was Menschen dazu bringt, zu solchen Bestien zu werden. Von der Faszination mussten sie in letzter Zeit aber einiges einbüßen, schließlich wurden wir nun aufgeklärt, wie sie zu denen wurden, die uns einst in Angst und Schrecken versetzten. Den Zuschauern zu zeigen, wie alles begann, scheint ein mehr oder weniger neuer Trend in der Filmbranche zu sein. Dass dabei oft mehr kaputt gemacht wird, interessiert dabei wohl kaum jemanden, schließlich besteht durch die bisherige Fangemeinde ja die Möglichkeit, dass Geld in die Kassen zu schwemmen. Ohne Zweifel ist es sehr interessant zu erfahren, wie das Persönlichkeitsprofil eines Serienkillers entsteht und dabei mutieren wir alle gerne zu Hobby-Psychologen, aber ob es das wirklich wert ist, sei dahin gestellt. Denn in den meisten Fällen tendieren solche Prequels dazu, sehr oberflächlich zu sein und derart platte Geschichten können wir wieder auf die simple Profitgier zurück führen.

Abschließend kann man getrost sagen, dass Fortsetzungen an für sich eine gute Sache sind. Man sollte es allerdings nicht damit übertreiben, denn ein wohl durchdachtes Sequel kommt immer noch besser als eine lahme Fortsetzung. Daher entscheidet auch die Anzahl der Filme oft mit darüber, wie qualitativ die Reihe mit jedem weiteren Teil wird. Manchmal ist weniger eben doch mehr und so werden Meisterwerke wie „Das Haus der 1000 Leichen“ und sein Nachfolger „The Devil‘s Rejects“ langsam aber sicher in der Flut aus neuen Filmen und deren geistig unterbelichteten und scheinbar unendlichen Nachkommen untergehen.

Geschrieben am 10.11.2007 von Janosch Leuffen
Kategorie(n): News




So gesehen – Die Kolumne bei BlairWitch.de

Nachdem in unserer ersten Kolumne die FSK mit ihren seltsamen Entscheidungen beleuchtet wurde, folgt heute der ultimative Vergleich zwischen subtilem Grusel und dem knallharten Terror-Horror. Welches Genre bietet welche Möglichkeiten? Was spricht für den sanften und unterschwelligen Grusel, was eher für die blutige Variante? Unsere Redakteurin Angela Berroth ging der Frage nach und stellt die beiden Subgenres gegeneinander. Eure Meinungen zu diesem Thema sind natürlich ebenso interessant! Schreibt sie uns als Kommentar direkt unter die Kolumne. Nun aber wünschen wir viel Spaß beim Horror-Test, bei dem es bestimmt nicht nur einen Gewinner geben wird…

 

Subtiler Grusel vs. Terror-Horror

Das Horrorgenre bietet uns Zuschauern unzählige Facetten. Und so verschieden die Geschmäcker sind, so unterschiedlich sind auch die Arten, wie den Leuten Angst eingejagt wird. Von Psycho bis Splatter flimmerte schon alles Mögliche über die Kinoleinwände oder unsere heimischen Bildschirme und irgendwann stellt sich einem die Frage, welche Art von Film dem Zuschauer eigentlich den größeren Horror beschert.

Aber klären wir erstmal, welchen Filmstil wir wohin stecken sollen. Unter subtilem Grusel versteht man im allgemeinen Horrorfilme, die tendenziell ohne viel Blut und dazu gehörige, großartige Effekte auskommen. Darunter fallen also Werke wie Blair Witch Project, Donnie Darko, Der Exorzist oder The Ring. Sie zielen darauf, dass der richtige Horror im Kopf des Zuschauers entsteht und nicht auf Zelluloid festgehalten konkrete Formen annimmt. Es heißt ja immer, dass es nichts Schlimmeres und Grausameres gibt, als die menschlichen Phantasien, und genau diese menschliche Eigenschaft soll hier ausgenutzt werden. Der vermeintliche Terror-Horror zeichnet sich durch das Vergießen von literweise Blut und dem schon fast strategischen Abschlachten von möglichst vielen Menschen aus. Hostel, The Hills Have Eyes, Braindead oder die Scream-Reihe sind daher dieser Kategorie zuzuordnen.

Hier ist die Auswahl an Filmen auch wesentlich größer. Woher das kommt? Etwas scharfzüngig ausgedrückt: Sie sind einfacher zu machen. Sicherlich können aufwendig gemachte Folter- oder Tötungsszenen so eindrucksvoll sein, dass man vor Angst oder Ekel nur noch weg sehen will. Ohne Zweifel leisten die Effektemacher auch sehr harte Arbeit, dies in Perfektion zu produzieren; doch es ist eine intellektuelle Höchstleistung und daher fast noch härtere Arbeit, Menschen dazu zu bringen, sich vor der Welt im eigenen Kopf zu fürchten. Dazu ist ein sehr gutes Verständnis von Psychologie und Strategie von Nöten und das Fehlen dessen kann man nun mal nur mit ordentlich Blut und Effekten kaschieren.

Manchmal, aber nur manchmal, gelingt es einem besonders talentierten Schreiber und den dazugehörigen Produzenten einen Geniestreich zu landen und den eiskalten Schauer auf dem Rücken und den Ekel in einer Geschichte zu vereinen. Das absolute Paradebeispiel dafür ist wohl Saw, auch wenn er mit jeder Fortsetzung an Qualität verlor und noch verlieren wird. Auch die Hannibal Lecter-Reihe kann sich in die mager besetzte Loge der Filme setzen, die es schaffen, Grusel und Horror im Extrem mit sich zu bringen.

Was nun die wirklich bessere Art von Film ist, kann man kaum sagen, da jeder Mensch seinen eigenen Geschmack hat. Jedoch kann man die klare Aussage machen, dass der vermeintliche Terror-Horror eher der flachen und einfach gestrickten Unterhaltung dient, während der subtile Grusel geistig anspruchsvoller ist und oft auch eigenes Mitdenken zum Verständnis der Handlung erfordert. Aber gelegentlich will man das auch gar nicht. Da will man einfach nur unterhalten werden und das funktioniert im Horrorgenre mit viel Blutvergießen nun mal am besten, schließlich gibt es unendlich viele Möglichkeiten, Menschen zu Tode zu bringen und so bekommen wir immer wieder etwas Neues zu sehen, auch wenn es bei der Vielfalt an Filmen mittlerweile schwer wird, wirklich etwas zu finden, das man in ähnlicher Art vorher noch nie gesehen hat. Und wenn man von den gelegentlichen einfacher gestalteten Gelüsten absieht, muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Sparte von Horror ihm mehr zusagt und einem die Befriedigung beschafft, die man sich gewünscht hat, wenn man sich für ein bestimmtes Werk entschieden hat.

Geschrieben am 26.10.2007 von Janosch Leuffen
Kategorie(n): News




So gesehen – Die Kolumne bei BlairWitch.de

Heute präsentieren wir Euch eine Neuerung auf Eurer Seite für das Genre Horror – die BlairWitch.de-Kolumne. Alle zwei Wochen stellen wir ab heute zu einem aktuellen Thema unsere Ansichten und Meinungen dar. Den Anfang macht die von vielen gehasste aber doch so notwendige "Freiwillige Selbstkontrolle". Sind die oftmals harten Schnitte gerade in Horrorfilmen gerechtfertigt oder sollte über eine Milderung nachgedacht werden? Unsere Kolumne befasst sich mit diesem Thema. Nun aber wünschen wir Euch viel Spaß beim Lesen der ersten Kolumne auf BlairWitch.de mit dem Titel "FSK – Furchtbare Schnittkatastrophe?".

 

FSK – Furchtbare Schnittkatastrophen?

Unsere erste Kolumne rund um das Thema Horror befasst sich heute mit dem viel diskutierten Institut FSK. FSK steht für „Freiwillige Selbstkontrolle“ und vergibt die Altersfreigaben für startende Kino- und DVD-Filme. In letzter Zeit sorgte die Einrichtung mit ihren harten Schnittvorgaben bei Horrorstreifen wie „Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ oder „Hostel 2“ für heftige Kritik von und heiße Diskussionen unter Filmliebhabern.

Doch warum nimmt die FSK solche Einschnitte überhaupt vor? Die Filme, die mit der Plakette „keine Jugendfreigabe“ versehen werden, brauchen doch nicht noch zusätzlich kaputt geschnitten zu werden? Schließlich dürften Jugendliche unter 18 Jahren für diese Filme erst gar keine Kinokarte bekommen. Warum dann also noch mal zur Schere greifen? Ganz einleuchten mag mir das auch nicht. Da wird das Kinoerlebnis einfach schnell zum Albtraum, wenn gerade die Stücke, auf die man wartet, gar nicht im Film erscheinen. Und das alles, weil die wohl gemerkt „freiwillige“ Selbstkontrolle der Ansicht ist, dass einige Szenen einfach nicht für das Zuschauerauge bestimmt sind. Aber sollte man dies mit 18 Jahren und somit seiner Volljährigkeit nicht selbst entscheiden dürfen? Sicher, für die etwas jüngeren Filmfans sind die Altersempfehlungen äußerst wichtig, auch für deren Eltern, die sich anhand der Freigabe einen Eindruck des Materials machen können. Dennoch scheint die Vorgehensweise der FSK nicht immer schlüssig.

Das fängt schon bei der Einteilung der Altersstufen an. Als Erstes gibt es da die „Freigabe ohne Altersbeschränkung“. Personen jeden Alters dürfen den Film besuchen, ohne dass dieser ihnen schaden würde. Die nächste Einstufung, „freigegeben ab 6 Jahren“, scheint auch noch nachvollziehbar. Doch bei „FSK 12“ treten bei mir erste Zweifel auf. So definiert sich die Einstufung „freigegeben ab 12 Jahren“ laut der Internetseite der FSK wie folgt: „Bei Jugendlichen dieser Altersgruppe ist die Fähigkeit zu distanzierter Wahrnehmung und rationaler Verarbeitung bereits ausgebildet. Erste Genre-Kenntnisse sind vorhanden. Eine höhere Erregungsintensität, wie sie in Thrillern oder Science-Fiction-Filmen üblich ist, wird verkraftet.“ Kann man diese Aussage so pauschal auf alle 12- bis 15jährigen übertragen? Ich denke nicht. Wenn ich eine Szene als, sagen wir mal „lasch“ empfinde, muss das doch noch lange nicht bedeuten, dass Willi Weichei neben mir das genauso sieht?

Der nächste Zusatz für die FSK-Freigabe 12 macht für mich fast gar keinen Sinn – die PG (Parental Guidance). Diese besagt: „Haben Filme die Kennzeichnung „Freigegeben ab 12 Jahren" erhalten, kann auch Kindern im Alter von sechs Jahren aufwärts der Einlass zur Vorstellung gewährt werden, wenn sie von einer personensorgeberechtigten Person begleitet werden.“ Huch? Was ist denn da los? Als bestes Beispiel fällt mir da der Jack Black-Film „Kings of Rock – Tenacious D“ ein. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, wie eine erwachsene Person, die sich tatsächlich entschieden haben sollte, mit einem 6- bis 11jährigen Belzebub diesen Film zu besuchen, dem kleinen Spross Wörter wie „fuck“ (das unzählige Male auftaucht) und die Geschichte zu erklären. Für mich eine völlig überflüssige Alterseinstufung.

Aber zurück zum Schnitt. Wenn doch etliche Filme – vor allem aus dem Horrorgenre – derart zerstückelt ihren Weg ins Kino finden, warum erscheinen sie dann wenige Monate später unzensiert auf DVD? Und wenn sie dort auch zensiert wurden, warum sind dann meistens eben diese geschnittenen Szenen in den Making-Ofs zu sehen? Zudem würde jeder, der solche Filme wirklich haben will, diese auch bekommen.

Meiner Meinung nach sollte die FSK ihre Vorgehensweise überdenken und auch einen Gedanken an das zahlende Publikum verschwenden. „TCM: The Beginning“ demonstrierte feierlich, wie ein guter Film (in unzensierter Fassung) durch völlig zerstörende Schnitte an den Kinokassen untergehen kann – eben weil sich Fans solch dezimierte Sachen nicht antun. Ansonsten bleiben Hartgesottenen nur zwei Möglichkeiten: Entweder Mitglied bei der FSK werden und mitbestimmen, welche Filme welche Altersfreigabe erhalten, oder auf die unzensierte DVD-Version warten. Oder den Director’s Cut. Oder die Extended Version. Oder…

 

 

 

Geschrieben am 30.06.2007 von Janosch Leuffen
Kategorie(n): News


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