The Dark Tower – Neu und anders: Produzenten bestätigen Abweichungen zum King-Roman

Umsetzungen von Stephen King-Büchern können ganz schön knifflig sein. Das liegt unter anderem an der Ausführlichkeit, die sich nur bedingt in ein rund 2-stündiges Leinwandabenteuer übertragen lässt. Und genau an diesem Punkt scheinen zahlreiche Regisseure zu scheitern. Verfilmungen von auf King basierenden Vorlagen gibt es inzwischen wie Sand am Meer, doch nur wenige konnten Kritiker und Buchfans gleichermaßen überzeugen. Schuld daran waren oft größere Abweichungen gegenüber dem jeweiligen Roman, die die Geschichte negativ beeinflussten. Auch The Dark Tower kommt nicht ohne Änderungen aus, wie die beiden Produzenten Ron Howard und Brian Grazer in einem neuen Interview mit Deadline zu berichten wussten. Ihren Worten zufolge könne die Adaption einfach keine genaue Verfilmung werden, welche sich Schritt für Schritt an seiner populären Vorlage abarbeitet. Und ein Clint Eastwood-Verschnitt, so wie Roland Deschain von Lesern des Romans wahrgenommen wurde, ist ebenfalls nicht zu erwarten. Was das Inhaltliche betrifft, sei man daran interessiert, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich am Herzschlag der Geschichte zu bedienen. Was das genau bedeutet, erfährt man 2017, wenn The Dark Tower in den Kinos startet.

Ron Howard erklärt die Hintergründe: „Akiva Goldsman fing schon mit den Arbeiten an, als die Rechte noch gar nicht verfügbar waren. Das betraf vor allem die Frage, wie eine Verfilmung aussehen könnte. Er präsentierte mir schließlich eine Fassung, in der – Dark Tower-Neulinge dürften an der Stelle nur Bahnhof verstehen – das Horn des Eld bereits ganz am Anfang eingeführt wird, was es uns ermöglicht, verschiedenste Elemente aus den Romanen auf ganz neue Weise miteinander zu kombinieren. Das war im Grunde der Auslöser für die ganzen Überlegungen, eine Verfilmung zu drehen. Anschließend haben wir die Story etwas vereinfacht und dafür gesorgt, dass im ersten Film vor allem die Beziehung zwischen Jake Chambers und Roland im Mittelpunkt steht.“

Geschrieben am 03.09.2016 von Carmine Carpenito




  • Alexander Langer

    Zum Glück ist es lange her, dass ich die Bücher las, so dass ich versuchen kann offen an die Verfilmung heranzugehen.

  • Michel

    Ich hatte schon erwähnt. das ich Zahnschmerzen kriege wenn ich das alles lese….letztes Jahr erst habe ich „Wind“ gelesen…!
    Ich kann mir nicht vorstellen dass das was wird wenn es so vereinfacht wird. Mal schauen wie es wird…

  • Martin Bußmann

    Sowas habe ich schon geahnt. Warum lassen sie es nicht einfach bleiben, wenn sie es nicht hinkriegen? Die Story, so wie sie nach und nach in den Büchern erzählt wird, baut sich auch so auf, weil sie die Geschichte jeder der Protagonisten erzählt. Das würde, so wie es nun geplant komplett auf der Strecke bleiben und somit mit den Büchern nichts mehr zu tun haben. Ob ich mir das nicht besser erspare?

    • Thure

      Ersparen = bewertend. Wenn du bereits jetzt negativ eingestellt bist, ja bitte erspar es dir.
      Zu „Warum sie es sich nicht einfach bleiben“ – Gegenfrage wäre da eher – wer zwingt DICH den Film anzusehen? Niemand.
      Und es soll Menschen geben die sich auf eine Verfilmung der Bücher freuen. Sollen sie es also bleiben lassen weil es nicht deinem Willen nach geht? Sollen andere verzichten weil es dir nicht gefällt? Das wäre meine Antwort zu „Warum lassen sie es nicht einfach bleiben?“.

      Vieles funktioniert zwar gut in Romanen, ist für einen Kinofilm aber zu schräg, seltsam, schwer darzustellen, zu schwer zu erklären.
      Wie will man z.B. Anspielungen und Zusammenhänge zu anderen King Werken in einen 2-stündigen Film packen und es auch so erklären damit es ein 08/15 Zuschauer versteht der vielleicht gar keine Ahnung davon hat?
      Wie will man jede Kleinigkeit die teils über 60 Seiten gestreckt wird mal kurz in 5 Minuten zusammenfassen?
      Die Romane sind auch schon 1-2 Tage älter und die Fan-Gemeinschaft wird wohl auch nicht so gigantisch sein wie die eines Harry Potter. Irgendwie muss man also auch Massen erreichen und damit eine Rechtfertigung bekommen Fortsetzungen zu drehen.
      Denn ja Filme produzieren kostet leider tatsächlich Geld. Und das nicht gerade wenig.

      • Martin Bußmann

        Wenn sie es so machen werden, hat es mit den Büchern nichts mehr zu tun. Zumindest der Kern der Bücher sollte umgesetzt werden. Die erzählen dann so aber nicht dieselbe Geschichte, wie sie gedacht ist. Letztlich geht es nicht nur um Roland Deschain in den Büchern. Da wird einfach nur versucht ein möglich einträgliches Finanzgeschäft abzuwickeln. Man merkt, dass dir etwas der Durchblick fehlt, wie Buchverfilmungen zu funktionieren haben.

    • Ash

      Natürlich wird niemand gezwungen sich einen Film anzuschauen. Ich persönlich finde jedoch eine freie Interpretation eines Buches, das für das Kino ausgelegt ist, zuweilen spannender und interessanter, als eine 1:1 Adaption. Zum einen wird man als Kenner des Buches nicht mit einer Geschichte konfrontiert die man selbst kennt, hat jedoch Momente und Teile drin, die man wiedererkennt. Und andere werden vielleicht nachträglich das Buch lesen und dennoch von gewissen Wendungen überrascht werden. Nehmen wir GOT. Gerade die 1. Staffel als Kenner des Buches, ist zwar cool anzusehen bietet aber kaum Überraschungen. Als Person, die die Serie schaut und danach das Buch liest, hat neben einem Kapitel kaum einen Mehrwert.
      Da lobe ich mir z.B. die Serie Hannibal, der die Bücher freizügig interpretiert und trotz Anleihen eigenständig funktioniert und die Bücher nicht überflüssig macht.
      Wenn die das bei dem Film hinkriegen. Warum nicht?

  • NDM

    Peter Jackson oder J. J. Abrams wären die einzigen gewesen, denen ich eine erfolgreiche Verfilmung der Buchreihe zugetraut hätte. Wenn ich nur Ron Howard lese, dann stellt es mir schon alle Haare auf. Ich fand seine Verfilmung von Illuminati schon grenzwertig.


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