Ghostbusters: Legacy – Box Office: Revival verliert gegen Reboot

Es gibt gute und schlechte Neuigkeiten, was das Box Office von Ghostbusters: Legacy betrifft. Fangen wir mit dem Einspielergebnis an, das in den vergangenen drei Tagen in den USA erzielt wurde:

Vor dem Wochenende haben Box Office-Experten noch befürchtet, dass die Horror-Komödie von Regisseur Jason Reitman (Juno, Tully) daran scheitern könnte, die 30 Millionen US Dollar-Grenze zu überschreiten. 28-35 Millionen US Dollar wurden der 75 Millionen US Dollar schweren Produktion aus dem Hause Sony Pictures zugetraut. Das Studio selbst zeigte sich sogar noch etwas konservativer und gab vor dem weltweiten Kinostart bekannt, einen 27 Millionen US Dollar-Auftakt zu erwarten.

Heute, wo uns endlich die offiziellen Zahlen vorliegen, wissen wir, dass beide Prognosen bei weitem in den Schatten gestellt wurden! Sehr oft treffen Experten, die die Einspielergebnisse anhand der vorliegenden Vorverkaufszahlen erahnen wollen, voll ins Schwarze und verfehlen ihre Vorhersagen meist nur um ein paar Millionen US Dollar. Manchmal kommt es aber auch vor, dass sie daneben liegen – das kann dann natürlich in beide Richtungen gehen.

GHOSTBUSTERS: LEGACY übertrifft in den USA die Erwartungen

Einige Filme schwemmen deutlich mehr Geld in die Kassen, andere merklich weniger. Im Fall von Ghostbusters: Legacy, der Bill Murray, Dan Aykroyd, Ernie Hudson und Sigourney Weaver zurück auf die Kinoleinwand katapultiert, waren es die frühen Morgenvorstellungen, die Experten einen Strich durch die Rechnung gemacht haben – dese waren nämlich überraschend stark besucht!

Und so dürfen sich alle am Projekt beteiligten Filmschaffende über ein US-Startergebnis freuen, das amerikanischen Kinogängern 44 Millionen US Dollar an Einnahmen wert war. Damit startet das Revival nur knapp hinter dem 2016 erschienenen Reboot mit Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon, Leslie Jones und Chris Hemsworth, das es damals auf 46 Millionen US Dollar brachte.

Das belegt noch einmal, dass der rein weibliche Neustart alles andere als schlecht lief und lediglich als Flop in die Geschichte des Films einging, weil zu viel Geld in die Umsetzung des Paul Feig-Werks investiert wurde (144 Millionen US Dollar). Doch leer waren die Vorstellungen keineswegs.

Wäre jedoch die aktuelle Pandemie nicht, so wäre Legacy mit Sicherheit über dem Remake gestartet. In Hollywood wird nach wie vor davon ausgegangen, dass die Corona-Krise derzeit ein Minus von rund 15% pro veröffentlichten Streifen, der exklusiv im Kino läuft und nicht parallel dazu auch schon auf einem Streaming-Portal Premiere feiert, verursacht.

Wieso das Revival weniger Tickets verkauft als das Reboot

Auch wenn wir die Meinung vertreten, dass die angegebenen Prozente zu wenig sind, so bedeuten diese in der Filmindustrie anerkannten Angaben, dass Legacy unter normalen Umständen ungefähr 51-52 Millionen US Dollar eingespielt und McCarthys Film somit übertroffen hätte. Man darf gespannt sein, ob das jüngste Kapitel die 128 Millionen US Dollar, die die Neuauflage insgesamt einnehmen konnte, toppen wird. In den USA darf man aber in jedem Fall schon einmal zufrieden sein!

Weniger rosig sieht es auf dem Rest der Welt aus, wo das von vielen Fans als liebenswert und nostalgisch beschriebene Spektakel leider enttäuscht. Obwohl der Film in 31 Ländern ausgewertet wurde, konnte er am Startwochenende gerade einmal 16 Millionen US Dollar einspielen, die lediglich für den vierten Platz der internationalen Kinocharts ausgereicht haben.

Besonders schwach sind die Resultate aus Deutschland, wo Legacy fast 60% hinter den Erwartungen anlief und zum Start kaum mehr Kinotickets verkaufen konnte als Keine Zeit zu Sterben an seinem 8. Wochenende. Rund 110.000 hiesige Fans und Neueinsteiger waren daran interessiert, Finn Wolfhard und Co. dabei zuzusehen, wie sie Geister einfangen. Zum Vergleich: Die Bestsellerverfilmung Die Schule der magischen Tiere kam vor ein paar Wochen noch auf doppelt so viele Besucher.

Horror-Komödie enttäuscht in Deutschland

Selbstverständlich hilft es nicht, dass die Covid-Zahlen in Deutschland wieder rasant zunehmen und momentan so gut wie jeden Verleiher und Kinobetreiber einmal mehr ordentlich ins Schwitzen bringen. Ab sofort sind sämtliche Kinos in Bayern und Sachsen wieder geschlossen, was sich in den kommenden Wochen sicherlich bemerkbar machen wird – und es ist leider nicht auszuschließen, dass weitere Gebiete einen ähnlichen Schritt im Kampf gegen die neue Welle machen müssen.

An dieser Stelle wollen wir euch aber auch noch einmal daran erinnern, dass die Geisterjäger in den USA schon immer eine größere Nummer waren als auf dem Rest der Welt. Natürlich haben die Kult-Klassiker auch hierzulande ihre Fans, jedoch beweisen die Einspielergebnisse aller Ableger, dass die Amerikaner von Beginn an ein viel größeres Interesse an der Reihe hatten als Europäer oder Asiaten.

Über 80% von jenen Geldern, die Kinobesucher 1984 für das Original ausgegeben haben, wurden in den USA einkassiert, beim Sequel waren es auch immerhin noch 50%+, beim Reboot mehr als 55%. Dass Legacy auf eine ähnliche Aufteilung zusteuert, dürfte daher wenig überraschen. Dass es dieses Mal aber gleich über 70% sind, die derzeit den Unterschied machen, ist keine besonders erfreuliche Entwicklung für die internationale Popularität der Marke.

Jetzt im Kino: Ghostbusters: Legacy. ©Sony

Geschrieben am 22.11.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): Ghostbusters, News, Top News



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